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Verfahren zum Verarbeiten von Torf mit gleichzeitiger Gewinnung von Nebenprodukten.
Die Erfindung bezieht sich auf die Verwertung von Torf durch stufenweises Trocknen desselben in Gasgeneratoren, die zur Gewinnung der Nebenprodukte bestimmt sind.
Bevor der Torf in dieser Weise ausgenutzt werden kann, ist es zunächst erforderlich, das Wasser aus ihm zu entfernen. Dies geschah bisher gewöhnlich durch. Drainierung und darauffolgende Lufttrocknung in der Torfgrube selbst oder in Trockenschuppen.
Diese bekannte Trocknungsmethode leidet jedoch unter schwerwiegenden Mängeln, welche ihre allgemeine Anwendung unmöglich machten und ihre Ausnutzung nur in verhältnismässig kleinen Anlagen gestatteten. So wird z. B. bei Witterungswechsel, der den Trocknungsvorgang in ungünstiger Weise beeinflusst, die regelmässige Brennstoffzufuhr sofort unterbrochen, indem der Feuchtigkeitsgehalt des Brennstoffes unter gewissen Umständen Schwankungen innerhalb weiter Grenzen unterworfen ist.
Im übrigen wirkt die Notwendigkeit einer grossen Menge billiger Arbeitskräfte und das rasche Anwachsen derselben sowie des zur Trocknung erforderlichen Raumes und demzufolge die Vergrösserung der Transportstrecke zu der Gasanlage entsprechend der Erweiterung der Anlage bestimmend auf die untere Grenze für die Abmessungen der letzteren ein.
Es ist bereits vorgeschlagen worden, die Trocknung des Torfes auf künstlichem Wege dadurch zu bewirken, dass der Torf nach der Entwässerung der Einwirkung von Verbrennungsprodukten ausgesetzt wird. Diese Trocknungsverfahren vermochten jedoch keine praktische Anwendung zu finden, und zwar infolge des grossen Missverhältnisses zwischen der zum Trocknen des Torfes erforderlichen Wärmemenge und dem Wärmewert des aus dem getrockneten Torf gewonnenen Brennstoffmaterials.
Zweck der Erfindung ist nun, ein Verfahren zu schaffen, das eine Verwertung des Torfes durch Vergasung desselben in Generatoren mit gleichzeitiger Gewinnung der Nebenprodukte in grossem Massstabe gestattet und von den erwähnten Mängeln befreit ist.
Die Erfindung besteht darin, dass der Torf zunächst auf beliebige Weise soweit vorgetrocknet wird, bis er in Pulverform übergeführt werden kann, worauf man das Torfpulver in heissen Ver-
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getrocknet ist, und es gleichzeitig nach den Staubabscheideapparaten fördern.
Die Trocknung wird vorteilhaft in der Weise bewerkstelligt, dass die Verbrennungsgase durch eine Leitung geschickt werden, welche nach Cyklonseparatoren o. dgl. Einrichtungen führt und in welche der fein verteilte Torf eingebracht wird. Dabei ist die Menge des Gasstromes, die Länge der Leitung usw. derart g'ewählt, dass das von den Gasen mitgenommene Material beim Erreichen der Separatoren o. dgl. Einrichtungen den gewünschten Grad von Trockenheit besitzt. Das so behandelte Material wird dann zum Zwecke der Vergasung in Form von Kuchen oder Briketts gebracht.
Bei dem Verfahren gemäss der Erfindung ist ein regelmässiger Arbeitsprozess in leichter Weise zu erzielen, da die Witterungs-oder sonstigen Verhältnisse keinen schädlichen Einfluss auf die Gleichförmigkeit der vorläufigen Trocknung (bis etwa 70% Wassergehalt) ausüben. Zudem bedarf der gewonnene Brennstoff im Gasgenerator keine so hohe Windpressung, und die Bildung von Staub,. der eine Verunreinigung des Teeres und einen Verlust an Nebenprodukten, hauptsächlich an Ammoniak, zur Folge hat, ist geringer als bei Brennstoff. der lediglich durch Lufttrocknung erhalten wird.
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Vorteilhaft ist es, die Trockenanlage in der Weise zu benutzen, dass ein Teil des zu behandelnden Materials nur auf einen Zwischenwert seines Wassergehaltes, etwa bis auf 50%, gebracht, der übrige Teil dagegen tatsächlich vollkommen getrocknet wird. Die erstere Menge wird in Kuchenform gebracht und die letztere in der gebräuchlichen Weise brikettiert, wobei die Mengenverhältnisse derart gewählt sind, dass das durch Mischung der beiden Teile erhaltene Brennmaterial zur Beschickung des Gasofens den gewünschten Feuchtigkeitsgrad besitzt. Diese Brennstoffmischung liefert ein lebhaftes Feuer und staubfreie Verbrennungsgase.
Diese Methode lässt sich leicht durch Teilung'des Trocknungsvorganges in zwei Stufen verwirklichen, indem die heissesten Verbrennungsgase bei der zweiten Stufe, d. h. zur vollständigen Trocknung, benutzt und die Abgase dieser Stufe zur Ausführung der ersten Trocknung herangezogen werden.
Die Gase, welche zur Gänze oder zum Teil Auspuffgase einer Verbrennungskraftmaschine, die, mit Generatorgas betrieben, zur Kraftübertragung oder zur Erzeugung von Elektrizität dient, sein können oder auch durch Verbrennung des Generatorgases zu irgend einem anderen geeigneten Zweck erhalten werden mögen, werden in einen Heizkanal eingeleitet, in welchen dann der fein zerteilte Torf, der bereits in der ersten Stufe bis zu einem gewissen Grade vorgetrocknet ist, beispielsweise vermittels eines drehbaren Klappenventils gebracht wird.
Die Masse wird nunmehr durch die Gase nach einer Reihe von Cyklonseparatoren befördert, wo sie ausgeschieden wird, während den überschüssigen Gasen, die noch einen gewissen Betrag ihrer Wärme enthalten, das Rohmaterial zugefügt wird, d. h. der Torf, dessen Wassergehalt durch Pressung, Entwässerung oder Lufttrocknung bereits ein wenig reduziert ist. Dieses Material wird nun durch die Gase nach einer weiteren Reihe von Separatoren befördert, wo es niedergeschlagen und zum Teil dem oben erwähnten drehbaren Ventil zugeführt wird. Die Gase werden durch Waschtürme o. dgl. Einrichtungen geführt, um den von den Gasen mitgerissenen Staub zu sammeln.
Nach dem Verfahren gemäss der Erfindung wird ein Brennstoff erhalten, der mehr eine Brikettform und grössere Festigkeit als die gebräuchlichen, lediglich an der Luft getrockneten Blöcke besitzt und aus diesem Grunde eine grössere Ausbeute an Ammoniak liefert sowie in hohem Grade von Staub befreit ist.
Beim Verdichten des teilweise getrockneten Materials oder beim Brikettieren des vollständig getrockneten Torfes kann ein geeignetes Bindemittel, wie Teer oder Pech, benutzt werden, die z. B. als Nebenprodukte gewonnen werden.