DEP0042588DA - Verfahren zur Gewinnung von Reinschwefel und wiederverwendbarer Gasreinigungsmasse aus ausgebrauchter Gasreinigungsmasse - Google Patents

Verfahren zur Gewinnung von Reinschwefel und wiederverwendbarer Gasreinigungsmasse aus ausgebrauchter Gasreinigungsmasse

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DEP0042588DA
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Germany
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gas cleaning
sulfur
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cleaning material
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English (en)
Inventor
Anton Dr.-Ing. Dinslaken Rettenmaier
Original Assignee
Thyssensche Gas- und Wasserwerke GmbH, Duisburg
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Description

Es ist bekannt, aus ausgebrauchter Gasreinigungsmasse den Schwefel mittels Schwefelkohlenstoff zu extrahieren und durch Raffination des extrahierten Rohschwefels mittels rauchender Schwefelsäure Reinschwefel zu gewinnen. Weiter ist bekannt, vor der Extraktion des Schwefels die wasserlöslichen Salze aus der ausgebrauchten Gasreinigungsmasse mittels einer Wasserwäsche auszulaugen. Schließlich ist bekannt, die entsalzte und entschwefelte Gasreinigungsmasse durch Neutralisieren und Alkalisieren mit geeigneten Zusätzen für die Gasentschwefelung wiederverwendbar zu machen.
Diese bekannten Verfahren haben jedoch verschiedene Nachteile. Zunächst muß zwischen Wasserwäsche und Schwefelextraktion eine Trocknung der schwefelhaltigen Gasreinigungsmasse erfolgen, weil nasse Gasreinigungsmasse sich praktisch nicht mit Schwefelkohlenstoff extrahieren läßt. Das Trocknen schwefelhaltiger Gasreinigungsmassen ist aber umständlich und kostspielig, so daß man aus diesem Grunde in der Regel auf die Wasserwäsche verzichtet und die schädlichen Wirkungen der wasserlöslichen Salze, insbesondere starke Korrosionsschäden in der Schwefelextraktion und in der Gasentschwefelung, in Kauf nehmen muß. Weiter erfordert die Verwendung des feuer- und explosionsgefährlichen Schwefelkohlenstoffs für die Schwefelextraktion sowie von rauchender Schwefelsäure für die Raffination besonderes Vorsichtsmaßnahmen und apparative Aufwendungen, die eine Verfahrensvereinfachung und -verbilligung durch Ausgestaltung einer ununterbrochen arbeitenden Verfahrenseinrichtung bisher nicht zugelassen haben.
Die vorliegende Erfindung zeigt nun einen neuen Verfahrensweg und besteht darin, daß man ausgebrauchte Gasreinigungsmasse zunächst mit Wasser behandelt, um daraus die wasserlöslichen Salze zu entfernen, sodann mit heißem Tetrachloräthylen extrahiert, um den Schwefel auszulaugen und die heiße Schwefellösung mit A-Kohle oder mit anderen oberflächen-aktiven Stoffen behandelt, um Reinschwefel zu gewinnen und schließlich die entsalzte, entschwefelte und ausgedampfte Gasreinigungsmasse durch basische oder alkalische Zusatzstoffe neutralisiert bzw. alkalisiert, um eine für die Gasentschwefelung wiederverwendbare Gasreinigungsmasse zu gewinnen.
Insbesondere durch die vorgeschlagene Verwendung von Tetrachloräthylen anstelle des bisher verwendeten feuer- und explosionsgefährlichen Schwefelkohlenstoffs ist man in der Lage, die Apparatur und Arbeitsweise zu vereinfachen und zu verbilligen und die einzelnen Arbeitsgänge des Verfahrens in einer stetig betriebenen Verfahrenseinrichtung zu vereinigen, wie sie als Beispiel in der schematischen Skizze dargestellt und im folgenden beschrieben ist.
Die ausgebrauchte Gasreinigungsmasse wird aus einem Bunker auf die mit einer Transportvorrichtung versehene Laugetrommel A bei 1 aufgegeben und wandert dem bei 2 zufließenden Waschwasser entgegen. Das salzhaltige Waschwasser fließt bei 3 weg. Die entsalzte Gasreinigungsmasse tritt bei 4 in die ebenfalls mit einer Transporteinrichtung ausgestattete Extraktionstrommel B ein und durchwandert diese im Gegenstrom zu dem am Kopfende bei 5 zufließenden Tetrachloräthylen. Das mit einer Temperatur von etwa 100°C und darüber aufgegebene Tetrachloräthylen nimmt den Schwefel und die teerigen Bestandteile aus der Masse auf und fließt gesättigt bei 6 ab. Aus der Extraktionstrommel B gelangt die extrahierte Masse bei 7 in die ebenfalls mit einer Transporteinrichtung versehene Ausdampftrommel C, an deren Kopfende bei 8 überhitzter Wasserdampf von etwa 120°C einströmt. Der Wasserdampf treibt das restliche Tetrachloräthylen aus der extrahierten Masse aus und strömt mit Tetrachloräthylen beladen bei 9 ab. Bei 10 gelangt die ausgedampfte Masse in eine Mischtrommel D, an deren Kopfende die zur Aufbereitung der extrahierten Masse notwendigen Mengen Soda, Kalk und Wasser zugesetzt werden. Am anderen Ende der Mischtrommel bei 11 verläßt die Gasreinigungsmasse die Verfahrenseinrichtung gebrauchsfertig für die Wiederverwendung in der trockenen Gasentschwefelung.
Die bei 6 abfließende heiße schwefel- und teerhaltige Tetrachloräthylenlösung fließt zwecks Raffination des Schwefels durch das A-Kohlefilter 12 und von dort in das Scheidegefäß 13, wo der Reinschwefel in kaltem Wasser kristallin ausgefällt und abgetrennt wird. Das kalte und annähernd schwefelfreie Tetrachloräthylen wird aus dem Scheidegefäß 13 über die Pumpe 14 zum Röhrenofen 15 gefördert, dort erhitzt und bei 5 wieder zur Extraktionstrommel B zurückgeführt, während das Wasser aus dem Scheidegefäß 13 zur Laugetrommel A zurückgeführt wird. Ebenso wird das aus der Ausdampftrommel C bei 9 abströmende Gemisch von Wasserdampf und Tetrachloräthylen kondensiert und zur Laugetrommel A bzw. Extraktionstrommel B zurückgeführt.
Der im Scheidegefäß 13 ausgefällte Reinschwefel wird in der Destillierblase 16 geschmolzen und das anhaftende Tetrachloräthylen mittels überhitzten Wasserdampfes von etwa 125°C abgetrieben und wieder der Extraktionstrommel B zugeführt. Der Reinschwefel wird schließlich aus der Blase 16 flüssig abgelassen.
Im allgemeinen wird man jedoch der Schwefelextraktion mit heißem Tetrachloräthylen eine getrennte Behandlung der ausgebrauchten Gasreinigungsmasse mit kaltem Tetrachloräthylen vorangehen lassen, um die teerigen Bestandteile getrennt vom Schwefel zu extrahieren und auf diese weise die Schwefelraffination mittels A-Kohle zu entlasten. Da kaltes Tetrachloräthylen ein ausgezeichnetes Lösevermögen für Teer und teerige Bestandteile besitzt, jedoch Schwefel in der Kälte praktisch nicht löst, so kann man durch selektive Extraktion der ausgebrauchten Gasreinigungsmasse die Schwefelraffination weitgehend vorwegnehmen.
Das beschriebene erfindungsgemäße Verfahren gestattet in billiger und einfacher Weise aus ausgebrauchter Gasreinigungsmasse unmittelbar Reinschwefel und wiederverwendbare Gasreinigungsmasse zu gewinnen.

Claims (4)

1.) Verfahren zur Gewinnung von Reinschwefel und wiederverwendbarer Gasreinigungsmasse aus ausgebrauchter Gasreinigungsmasse, dadurch gekennzeichnet, daß man ausgebrauchte Gasreinigungsmasse zunächst mit Wasser behandelt, um daraus die wasserlöslichen Salze zu entfernen, sodann mit heißem Tetrachloräthylen extrahiert, um den Schwefel auszulaugen und die heiße Schwefellösung mit A-Kohle oder anderen oberflächenaktiven Stoffen behandelt, um Reinschwefel zu gewinnen und schließlich die entsalzte, entschwefelte und ausgedampfte Gasreinigungsmasse durch basische oder alkalische Zusatzstoffe neutralisiert bzw. alkalisiert, um eine für die Gasentschwefelung wiederverwendbare Gasreinigungsmasse zu gewinnen.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die ausgebrauchte Gasreinigungsmasse zwecks Extraktion der teerigen Bestandteile vor der Schwefelextraktion mit kaltem Tetrachloräthylen behandelt.
3.) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man das Auslaugen der wasserlöslichen Salze aus der ausgebrauchten Gasreinigungsmasse mit Wasser bei erhöhter Temperatur ausführt.
4.) Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man das Auslaugen der wasserlöslichen Salze, die Extraktion des Schwefels und die Aufarbeitung der extrahierten Gasreinigungsmasse mittels stetig betriebener, bekannter Verfahrenseinrichtungen mit bewegter Masseladung durchführt.

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