DEP0023123DA - Verfahren zum Desodorisieren von technischem Hexachlorcyclohexan - Google Patents
Verfahren zum Desodorisieren von technischem HexachlorcyclohexanInfo
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Description
Hexachlorcyclohexan, das durch Anlagerung von Chlor an Benzol entsprechend der Gleichung
C(sub)6H(sub)6 + 3 Cl(sub)2 = C(sub)6H(sub)6Cl(sub)6
dargestellt wird, findet bekanntlich in großem Umfange als Schädlingsbekämpfungsmittel Verwendung. Bei der Chlorierung des Benzols bilden sich eine Reihe von stereoisomeren Hexachlorverbindungen, von denen insbesondere die (Gamma)-Form ganz überragende insectide Wirkungen zeigt.
Die allgemeine Anwendung derartiger technischer Chlorierungsprodukte des Benzols wird jedoch stark durch den penetrant fauligen Geruch behindert, der diesen Produkten anhaftet. So besteht z.B. bei der Anwendung dieser Mittel zur Bekämpfung von Schädlingen an Lebensmitteln die Gefahr, daß die Lebensmittel den fauligen Geruch der Chlorierungsprodukte annehmen und dadurch ungenießbar werden.
Die bekannten Vorschläge zur Beseitigung des störenden Geruches aus den technischen Chlorierungsprodukten, wie Kochen mit Salpetersäure, Einwirkung von naszierendem Wasserstoff, langwierige Behandlung mit Silikagel sind umständlich, zeitraubend und führen zum Teil zu einer wesentlichen Verminderung des besonders wirksamen Anteils des (Gamma)-Isomeren.
Es wurde nun gefunden, daß man das technische Hexachlorcyclohexan in sehr viel einfacherer und überraschend vollkommener Weise von dem durchdringenden Geruch befreien kann, indem man es einer fraktionierten Destillation unter Minderdruck unter Einhaltung bestimmter Bedingungen unterwirft. Es hat sich gezeigt, daß sich das Hexachlorcyclohexan unzersetzt und unter Vermeidung von Verlusten an wertvollen Isomeren destillieren lässt, wenn man die Destillation bei einem Druck durchführt, der etwa 100 mmm Hg nicht übersteigt und daß man das Hexa-
chlorcyclohexan auf diese Weise von höher und tiefer siedenden Begleitstoffen trennen kann. Zweckmäßig wird das Desodorisierungsverfahren gemäß der Erfindung bei einem Druck von etwa 10 - 20 mm Hg durchgeführt, bei dem das Hexachlorcyclohexan bei etwa 160 - 200° siedet.
Bei der Destillation gehen die hauptsächlichen übelriechenden Stoffe (es handelt sich offenbar um niedere Chlorsubstitutionsprodukte des Benzols) in den Vorlauf. Nach Abtreiben des Hexachlorcyclohexans hinterbleibt eine zähe, chlorhaltige Masse unbekannter Zusammensetzung als Rückstand.
Es bedeutet einen besonderen Vorteil der vorliegenden Erfindung, daß nicht nur die leichtflüchtigen, störenden Geruchsstoffe, sondern auch die vorstehend erwähnte, zähe, chlorhaltige Rückstandsmasse aus dem Schädlingsbekämpfungsmittel entfernt wird, denn es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß bei der Anwendung des bisher gebräuchlichen Hexachlorcyclohexans gerade diese Bestandteile wegen ihrer geringen Flüchtigkeit auf den behandelten Flächen zurückgeblieben sind und unerwünschte Wirkungen, wie störende Geschmacksveränderungen bei Lebensmitteln, hervorgerufen haben.
Das Desodorisierungsverfahren nach der Erfindung kann ohne weiteres zur Veredlung des Rohhexacyclohexans verwendet werden. Vorteilhafter ist es aber, Produkte zu verwenden, aus denen die Hauptmenge der bei der Chlorierung gebildeten (Alpha)- und (Beta)-Isomeren vorher abgeschieden worden ist. Die Abtrennung dieser Isomeren kann in an sich bekannter Weise, z.B. durch Extraktion des Rohproduktes mit geeigneten Lösungsmitteln, erfolgen. Durch die vorangehende Abscheidung der genannten Isomeren wird die Vakuumdestillation wesentlich erleichtert, da diese Isomeren bei höheren Temperaturen (158° bzw. 309°) schmelzen und infolgedessen zu Verstopfungen der Destillationsvorrichtung Anlass geben könnten.
Beispiel.
Durch Extraktion eines Rohhexachlorcyclohexans mit Methanol und Eindampfen der Lösung wird ein Isomeren-Gemisch mit einem Gehalt von etwa 40% (Gamma)-Hexachlorcyclohexan erhalten. Das durchdringend faulig riechende Gemisch wird in einem Vakuumdestillierapparat mit kurzer Füllkörperkolonne bei einem Druck von etwa
12 bis 13 mm Hg destilliert. Hierbei geht bis 163° ein dünnflüssiger, gelblich gefärbter, stark riechender Vorlauf über. Zwischen 163 bis 178° geht das gereinigte Hexachlorcyclohexan als fast farbloses, schwach kampferähnlich riechendes Öl über, das bei längerem Stehen weitgehend erstarrt. In der Blase verbleibt eine geringe Menge eines dunkel gefärbten zähen Rückstandes. Die Ausbeute an reinem Hexachlorcyclohexan beträgt 75%; der Gehalt des Gemisches am (Gamma)-Isomeren liegt bei 52%.
Claims (1)
- Verfahren zum Desodorisieren von technischem Hexachlorcyclohexan, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohprodukt, aus dem vorteilhafterweise die (Alpha)- und (Beta)-Isomeren in an sich bekannter Weise entfernt wurden, durch fraktionierte Destillation unter Minderdruck, vorzugsweise bei einem Druck von 10 - 20 mm Hg, von höher und tiefer siedenden Begleitstoffen befreit wird.
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