DEP0013589DA - Verfahren zum Steifen und Imprägnieren von Geweben - Google Patents

Verfahren zum Steifen und Imprägnieren von Geweben

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DEP0013589DA
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water
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Walter Dr. München Orth
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Description

Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Steifung und Imprägnierung von Geweben, insbesondere Textilgeweben.
Es ist allgemein bekannt, zu diesem Zweck eine kolloidale Dispersion von Stärke in Wasser zu verwenden; bei dem sich anschliessenden Heissbügeln verdampft das Wasser und die Stärke bzw. deren Wärmeabbauprodukte bleiben in bzw. auf dem Gewebe zurück. Eine Aggregatzustandänderung der Stärketeilchen an sich erfolgt dabei nicht. Weiter sind Verfahren bekannt, bei denen die Gewebe mit Lösungen fester Substanzen durchtränkt bzw. überzogen werden; nach dem Verdunsten des Lösungsmittels (z.B. Alkohol, Aceton, Essigsäureäthylester, Wasser) bleibt die Substanz in und auf dem Gewebe zurück u. bewirkt die Versteifung und Imprägnierung.
Bei vorliegender Erfindung wurde von der Notwendigkeit ausgegangen, dass Stärke zu Ernährungszwecken benötigt wird und zum Steifen und Imprägnieren von Geweben Substanzen gefunden werden müssen, die für die Ernährung nicht in Frage kommen. Auch organische Lösungsmittel (z.B. Alkohol) sollen aus wirtschaftlichen Gründen einerseits, aus verfahrenstechnischen Gründen anderseits nicht verwendet werden.
Das neue Verfahren zur Steifung und Imprägnierung von Geweben besteht im wesentlichen darin, dass das Gewebe mit einer wässrigen Dispersion von in Wasser unlöslichen oder schwer löslichen und mit Wasser praktisch nicht reagierenden Substanzen, deren Erweichungs- bzw. Fliesstemperatur innerhalb des Bereiches von Bügeleisen-Temperaturen liegt, durchtränkt bzw. überzogen wird, sodann das Wasser durch Einwirkung von Hitze und Druck oder Heissbügeln verdampft wird, wobei die dispergierten Partikel erweicht und geschmolzen werden und unter dem Druck der Pressung in das Gewebe eindringen bzw. es mit einem feinen Film überziehen, der in dieser Form beim Erkalten erstarrt.
Das Steifen und Imprägnieren von Geweben ist somit gemäß der Erfindung mit Substanzen möglich, die z.B. in der organischen Grossindustrie erarbeitet werden und nicht aus für die Ernährung usw. wichtigen Waren bestehen. Als gut geeignet zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens haben sich Polyvinylacetat und Polyvinylchlorid erwiesen. Es können jedoch auch andere Stoffe angewendet werden, soferne sie in Wasser unlöslich oder schwer löslich sind und praktisch nicht mit Wasser reagieren und eine Erweichungs- bzw. Fliesstemperatur aufweisen, die innerhalb normaler Bügeleisentemperaturen liegt.
Die mit den erwähnten Substanzen hergestellten Dispersionen haben milchiges Aussehen. Die zu steifenden und imprägnierenden natürlichen und künstlichen Gewebematerialien werden mit einer solchen wässrigen Dispersion in der üblichen Weise durchtränkt oder nur an der Oberfläche bestrichen. Dabei dringen die dispergierten Teilchen in das Gewebe ein oder sind an der Oberfläche verteilt. Der nun folgende Vorgang des Pressens mit heissen Platten oder Heissbügelns bewirkt zunächst, dass das Wasser verdampft. Liegt die Erweichungs- bzw. Fliesstemperatur der dispergierten Substanz unterhalb des Siedepunktes des Wassers, so tritt bereits während des Verdampfens des Wassers eine Erweichung und Verflüssigung der dispergierten Teilchen ein. Im anderen Fall findet eine Erweichung und Verflüssigung erst nach dem Verdampfen des Wassers durch die Hitze des Eisens statt. Für das vorliegende Verfahren ist es wichtig, dass die Erweichungs- bzw. Fliesstemperatur der dispergierten Substanz innerhalb normaler Bügeleisentemperaturen liegt. Der grundlegende Unterschied gegenüber den bekannten Verfahren (z.B. mit Stärke) besteht also darin, dass beim erfindungsgemässen Verfahren während des Bügel- u. Heisspressvorganges eine Änderung des Aggregatzustandes der dispergierten Substanz, nämlich vom festen in den flüssigen Zustand erfolgt. Dadurch wird u.a. eine äusserst feine, homogene und durch die Wahl verschiedener Verdünnungen der Dispersion in ihrer Stärke regulierbare Filmschicht auf dem Gewebe ermöglicht, wie sie durch beispielsweises Aufstäuben feinst gepulverter Substanz auf das Gewebe mit anschliessendem Heisspressvorgang nicht erreicht werden kann. Ein weiterer Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass mit den angeführten Substanzen eine Steifung bzw. Imprägnierung erzielt wird, die gegen Wasser weniger empfindlich, also dauerhafter ist, als durch die Behandlung mit Stärke.
Je nach der Erweichungs- bzw. Fliesstemperatur der gewählten dispergierten Substanz besteht die Möglichkeit, den Siedepunkt des Wassers durch Zugabe von wasserlöslichen Substanzen (z.B. Salzen) zu erhöhen. Dadurch wird erreicht, dass u.U. ein Erweichen bzw. Schmelzen der Substanz schon innerhalb der Verdampfungstemperatur des Wassers stattfindet und vermieden werden kann, dass die Substanz Wärmegraden ausgesetzt wird, bei denen u.U. schon eine Zersetzung derselben in Gang kommt.
Auch ist es möglich, in dem die wasserunlösliche Komponente tragenden Dispersionsmittel "Wasser" filmbildende, wasserlösliche Substanzen (z.B. Kunstharze wie Polyvinylalkohol) aufzulösen und so neben einer Erhöhung des Steifeffektes eine erhöhte Auswaschbarkeit der Appretur zu erzielen.
In diesem Fall bildet sich beim Bügelvorgang, d.h. beim Entfernen des Wassers durch Verdampfen, eine auf und in dem Gewebe haftende, wasserlösliche, ebenfalls steifend wirkende Filmschicht, in die die geschmolzenen bzw. erweichten, wasserunlöslichen, dispersoiden Teilchen gleich einem Skelett eingelagert sind und so den Steifheitsgrad noch erhöhen.
Beim Waschen derartig behandelter Gewebe wird sodann die wasserlösliche Komponente samt den von ihr umhüllten, wasserunlöslichen Teilchen abgelöst, womit gegenüber dem üblichen Verfahren, bei dem die wasserunlöslichen Teilchen direkt auf und in das Gewebe geschmolzen werden, eine erhöhte Auswaschbarkeit der Appretur aus dem Gewebe bewirkt werden kann.
Ausführungsbeispiel:
Das zu steifende und imprägnierende Gewebe, etwa Baumwollgewebe, wird durch Eintauchen in oder Bestreichen mit eine wässrigen Dispersion von Polyvinylazetat, deren Festsubstanzgehalt z.B. 6% beträgt, durchtränkt und nach Befreiung von überschüssiger Dispersion durch Auspressen mit einem Bügeleisen, dessen Temperatur zwischen 130 und 150° liegt, trockengebügelt.

Claims (4)

1. Verfahren zum Steifen und Imprägnieren von Geweben mittels wässriger Dispersionen, dadurch gekennzeichnet, dass das Gewebe mit einer Dispersion von in Wasser unlöslichen oder schwer löslichen und nicht mit Wasser reagierenden Substanzen, deren Erweichungs- bzw. Fliesstemperaturen innerhalb des Bereiches von Bügeleisen-Temperaturen liegen durchtränkt bzw. überzogen wird, sodann das Wasser durch Einwirkung von Hitze und Druck oder Heissbügeln verdampft wird, wobei die dispergierten Partikel erweicht und geschmolzen werden und in diesem Zustand unter dem Druck der Pressung in das Gewebe eindringen bzw. es mit einem feinen, durch Wahl entsprechender Konzentrationen der Dispersion in seiner Stärke regulierbaren Film überziehen und in dieser Form beim Erkalten erstarren.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass wässrige Dispersionen von Polyvinylacetat oder Polyvinylchlorid angewendet werden.
3. Verfahren nach Ansprüchen 1 - 2, dadurch gekennzeichnet, dass entsprechend der jeweiligen Erweichungs- bzw. Fliesstemperatur der zu verwendenden Substanz der wässrigen Dispersion wasserlösliche Stoffe zur Erhöhung des Siedepunktes beigegeben werden.
4. Verfahren nach Ansprüchen 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Wasser als dem Dispersionsmittel wasserlösliche, filmbildende Substanzen zur Erhöhung des Steifeffektes und der Auswaschbarkeit beigegeben werden.

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