DEP0012818DA - Verfahren zur Reinigung von Kokereigasen - Google Patents
Verfahren zur Reinigung von KokereigasenInfo
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Description
Unter der sogenannten halbdirekten Ammoniakgewinnung versteht man ein Behandlungsverfahren des Eokereigases, bei dem das
Ammoniak aus dem Gase teilweise unmittelbar während des Hindurchleitens durch den Sättiger, teilweise mittelbar gewonnen wird,
indem das Ammoniak zunächst in wässrigen Lösungen enthalten ist, aus denen es durch Destillation entbunden wird. Die bisher bekannten
Verfahren zur halbdirekten Gewinnung des Ammoniaks aus den Kokereigasen haben als gemeinsame Merkmale die Kühlung des Hohgases
weit unter seinen Taupunkt, wobei es vom Teer vollständig und auch vom Wasser weitgehend befreit wird, und ferner eine Wiedererwärmung
des gereinigten Gases, ehe es in den Sättiger gelangt. Die Herabkühlung des Gases vor dem Sättiger geschah im allgemeinen
auf etwa 30°, das Sättigerba$d wurde bei Temperaturen von 40 bis 60° betrieben« Das mit dieser Temperatur aus dem Sättiger
austretende Gas wird anschließend wiederum gekühlt und dann dem Benzolwascher zugeleitet. Unbefriedigend an dieser Arbeitsweise
ist der Umstand, daß das Gas zweimal auf einen in der Hähe der Außentemperatur liegenden Wärmegrad gekühlt werden wuQ3 was bekanntlich
das Umpumpen sehr großer Eünlwassermengen und große Kühlfläche erfordert.
Das neue Verfahren zur Kühlung von Kokereigasen und zur Wertstoffgewinnung aus denselben arbeitet ebenfalls mit halbdirekter
Ammoniakgewinnung, jedoch werden die von der Vorlage kommenden Gase vor dem Eintritt in den Sättiger unmittelbar nur bis auf dessen
Ar be its temperatur gekühlt. Dabei liegt die Ar be its temperatur des Sättigers mit Sicherheit über dem Taupunkt des Gases für Naphthalin,
im allgemeinen aber höher, nämlich vorzugsweise bei etwa 60°. Hierbei wird die umständliche zweimalige Kühlung des Gases
auf etwa Außentemperatur vermieden, außerdem bleibt bei einer Kühlung bis auf etwa nur 60° der überwigende Teil des Ammoniaks im
Gase und wird im Sättiger aufgenommen, nur ein kleiner Teil fällt in den oberhalb 60 gebildeten wässrigen Kondensaten an. Diesen
Anteil kann man dadurch noch gering halten, dass man das gebildete Kondensat zur Vorlagenkühlung benutzt.
Um mit Sicherheit eine Verschmutzung des Aminoniaksalzes durch Teerbestandteile auszuschließen, ist zweckmäßig dem Sättiger
ein Teerseheider vorgeschaltet, in dem der bereits in feinen !Tropfen ausgeschiedene Teer festgehalten wird. Im Sättiger selbst
findet eine gewisse Iemperaturerhöhung des Gases dadurch statt, daß die abgezogene und wieder zugeführte Badflüssigkeit dauernd
erhitzt wird»
Eiriweiteres Ziel der Erfindung ist die Vermeidung jeder Art von Naphthalinabscheidungen während der Gasbehandlung» Man
erreicht dies dadurch^ daß in die dem Sättiger folgenden unmittelbaren Kühlstufen Haphthalinwäschen eingeschaltet werden, und zwar
in bekannter Weise so, daß in jeder Stufe nicht unter denjenigen Haphthalintaupunkt gekühlt wird, den das Gas bei der vorangehenden
iJaphthalinwäsche angenommen hato Die Naphthalinwäsche erfolgt durch das angereicherte und entsprechend erwärmte Benzolwaschöl,
jedoch wird hierbei nur ein Teilstroin verwendet. Im Gegensatz zu den bisher an dieser Stelle verwendeten Gegenstromwäschen findet
gemäß der weiteren Erfindung ein mehrfaches Umpumpen des bereits naphthalinhaltigen Waschmittels statt* Auf diese ¥/eise kann man
bei verwendung von Benzolwaschöl mit einem geringen Teilstrom auskommen, und die bei der erhöhten Temperatur nicht zu vermeidende
Verdampfung von Benzol aus dem OeI kann sich nicht in nennenswerter Weise auswirken.
Im Anschluß an die dem Sättiger folgenden Kühlstufen, zwischen die Napnthalinwäschen geschaltet sind, kann unmittelbar die
Benaolwäsche des Gases erfolgen, und der Gassauger kann dabei hinter den Benzolwäschern angeordnet sein. Die vom Gassauger bewirkte
Temperaturerhöhung des Gases braucht in diesem Falle nicht wieder aufgehoben zu werden, wirkt sich vielmehr bei der sofortigen
Verwendung des Gases zu Heizzwecken nützlich ause Es ist aber auch möglich, den Gaserzeuger in die dem Sättiger folgenden Kühlstufen
einzuschalten auch in diesem Falle entfällt eine besondere Schlußkühlung. Bei der Aufstellung des Saugers hinter den Benzolwäschern
steht das Gas in diesen unter einem geringeren Druck; es muß daher die l/aschfläche größer sein als bei Benzolwäschern,
die hinter dem Gassauger angeordnet sind.
Das bei der Kühlung oberhalb der Sättigertemperatur im Kondensat anfallende Ammoniak liegt großenteils in Form von Salzen
vor, die bei der Wasserdampfdestillation nicht zerfalleno Is muß daher mit Kalkkolonnen gearbeitet werden» An sich ist die anfallende
lende Ammoniakmenge so gering, daß auf ilire Gewinnung in vielen Fällen verzichtet werden kann.
Bei dem neuen Verfahren finden die überaus lästigen Abseheidungen von Naphthalin, sei es an den Rohrwandungen der indirekten
Kühler, sei es an dem Hordeneinbau der direkten Kühler oder an den Kühleinrichtungen für das umgepumpte Kühlwasser, nicht mehr
statt. Damit entfallen die äußerst lästigen Betriebsstörungen beim Heinigen der Eühler.
Auf der anliegenden Zeichnung ist schematisch die lebengewinnungsanlage einer Kokerei dargestellt, bei der das neue
Verfahren Anwendung findet,
1 ist die Gasvorlage. Das darin gesammelte Rohgas wird den Gasvorkühlern 7 zugeführt« Hier erfolgt eine Kühlung nur insoweit,
daß man mit Sicherheit oberhalb des liaphthalintaupunktes bleibt. Das auf dem Wege zwischen Torlage und Kühler gebildete
Kondensat fließt der Teersenke 2 zu„ Das vorgekühlte Gas wird im elektrischen Teerscheider 8 von mitgeführten Teernebeln befreit
und tritt praktisch wasserdampfgesättigt in den Ammoniaksättiger 3 ein* Die im Sättiger zur Aufrechterhaltung des Wärmehaushaltes
gegebenenfalls fehlende Wassermenge wird durch Erhitzen eines umlaufenden Laugestromes eingeführt, so daß das den
Sättiger 3 ammoniakfrei verlassende Gas wasserdampfgesattigt ist«, Bs tritt mit wenig erhöhter Temperatur in die erste Stufe
4 des direkten Schlußkühlers ein, in der das Gas durch direkte Berührung mit Kühlwasser bis in die Iahe des laphthalintaupunktes
heruntergekühlt wird» Bei dieser Temperatur wird das Gas in der ersten Haphthalinwaschstufe 5 mit angereichertem Benzolwaschöl
gewaschen, das vorher auf die Temperatur, die das Gas an dieser Stelle angenommen hat, erwärmt wurde. Das der Maphthalingehalt
des Waschöles nicht unbeträchtlich ist, hätte die Anwendung des Gegen'stromprinzips an dieser Stelle keinen Zweck»
Das Waschmittel wird daher in den beiden Abteilungen der Waschstufe 5 mehrfach umgepumpt.
Is schließt sich an eine weitere Kühlstufe 6, die aus baulichen Gründen bei dem dargestellten Beispiel in zwei Abteilungen
5a und 6b unterteilt ist, zwischen denen das Gas den Sauger 9 passierte Die Kühlung in der Stufe 6 erfolgt bis in die nähe
des Sfaphthalintaupunktes, den das Gas in der Waschstufe 5 angenommen hato Es wird sodann in der laphthalinwaschstufe 10 erneut
mit einem Teilstrom angereicherten und entsprechend erwärmten
ten BenssoIwaschöIs behandelt, um dann im Schlußkühler 11 auf diejenige Temperatur herunter ge kühlt zu werden, die man in den Benzolwäschern
12 zu haben wünscht»
Die Kondensate der Teersenice 2 und der Vorkühler 7 werden in Ammoniakwasser und Teer gescnieden, aus jenem das Ammoniak
unter Kalkmilchzugabe abgetrieben und vor dem Sättiger 3 ins Eohgas zurückgegebene,
Der Sauger S kann auch hinter den Benzolwaschern angeordnet werden, nur müssen die Benzolwäsoher wegen des niedrigeren
in ihnen herrschenden Gasdruckes entsprechend größer ausgelegt werden«
Claims (4)
- Paten tansprüc he,) Verfahren zur Kühlung und Wertstoff gewi nnung/&us Kokereigasen mit\nalbdirekter Ammoniakgewinnung, dadi^ch gekennzeichnet, daß die TOn der Vorlage kommenden Gase yift: dem Eintritt in den Sättigei\mittelbar nur bis auf dessen über dem Haphthalintaupunkt liegende Ar be its temper atur/gekühlt werden.
- 2.) Verfahren zur Eühlung und Wertalioff gewinnung aus Eokereigasen nach Anspruch 1,dadurch gekennzeichnet, daß zwischen mittelbaren Kühlern und SättigVrn ein/elektrischer Teerabscheider angeordnet ist.
- 3.) Verfahren zur Kühlung uÄd Wertstoffgewinnung aus Kokereigasen nach Anspruch 1 uECd 2, daaureh gekennzeichnet, daß in die dem Sättiger folgenden unmittelbaren Kühlstufen itfaphthalinwäschen, bei denen jeweils gesonderteN^eilströme des angereicherten erwärmten/ienzolwaschöls iaehrfack umgepumpt werden, derart eingeschaltgrt sind, daß der Haphthalin\aupunkt bei der Kühlung nie unterschritten wird»
- 4.) Verfahren zur Kühlung und WertstoffgewJNinung aus Kokereigasen nacn Anspruch 1 bis 3, dadurch daß der/Gassauger hinter den der Tiefkühlung folgenden\Benzolw äs ehern liegt.t/L&l4-W<u'j, Ok&B Äie ¥öe «Ie.r
tritt ti* i©n Sättiger si.ttelfeai1 mir feis asf ctesseii itoör ü&mime.il d^r aM.ttelfeares. Eöälaag I^ vsr öem Eintritt l.a Sättiger «aLaex ©:le-iEtri.iie:i»äiaX mi 2.?
sie» f^riasssa Äee S&ttigersu aas aus. ifefi gase Jeweils g©©«ÄMisr1ieB ;f©li-~ s jigejsöiap^ti Beassol—Is l i%:ls? 3
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