DEP0007790MA - - Google Patents

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DEP0007790MA
DEP0007790MA DEP0007790MA DE P0007790M A DEP0007790M A DE P0007790MA DE P0007790M A DEP0007790M A DE P0007790MA
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triacetin
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 7. Juni 1952 Bekanntgemacht am 17. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Plastische Back- und Bratfette werden für gewöhnlich durch geeignete thermische und mechanische Behandlung einer Mischung von niedrigschmelzendem, allgemein »basestockee genanntem Öl und von hochschmelzendem, allgemein »hardstock« genanntem Fett hergestellt. Der »basestock« hat für gewöhnlich ungesättigten Charakter und ist bei gewöhnlichen Temperaturen vorwiegend flüssig, obwohl er einen Anteil an gesättigten Verbindungen enthalten kann und häufig auch enthält. Pflanzliche Samenöle, z. B. Baumwollsamenöl und Sojabohnenöl, sind (entweder nicht hydriert oder teilweise hydriert) für solche »basestocks« besonders geeignet. Der »hardstock« ist in der Regel gesättigter Natur und bei gewöhnlichen Temperaturen fest, obwohl er eine bestimmte Menge ungesättigter Verbindungen enthalten kann und auch häufig enthält. Weitgehend hydrierte Öle sind Beispiele für solche »hardstocks«. Sogar Schweineschmalz wird häufig ein kleiner Prozentsatz hochhydriertes Fett zugegeben, um eine geeignete Konsistenz bei hoher Temperatur zu erhalten.
Bei der Herstellung plastischer Fette werden die weichmachende Wirkung des flüssigen »basestocks« und die versteifende Wirkung des festen »hardstocks« gegeneinander ausgeglichen, so daß man die gewünschte Plastizität erzielt. Wenn innerhalb des für gewöhnlich bei der Verarbeitung von solchen Fetten herrschenden Temperaturbereichs der »basestock«? sogar bei den niedrigeren Temperaturen eine echte Flüssigkeit ist und der »hardstock« sogar bei den
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höheren Temperaturen fest bleibt, beeinflußt eine Änderung der Temperatur innerhalb dieses Bereichs die Plastizität des Fettes kaum, und dieses hat dann einen weiten Plastizitäts- oder Verarbeitungsbereich. Solche idealen Fette sind jedoch selten. Bei den meisten Fetten nimmt für gewöhnlich die Härte mit abnehmender Temperatur zu, während andererseits das Material bei hoher Temperatur vor dem vollständigen Schmelzen teigig wird. Beides ist unerwünscht. ίο Aus Mischungen von im wesentlichen gesättigtem »hardstock« und nicht hydrierten pflanzlichen Ölen bestehende Fette können eine günstige Plastizität in einem bestimmten Temperaturbereich haben, enthalten jedoch leicht oxydierbare, stark ungesättigte Bestandteile und werden daher beim Aufbewahren ranzig und unbrauchbar. Zur Beseitigung dieses Nachteils kann der »basestock« partiell hydriert werden. Dabei können sich jedoch ungewollt auch gesättigte Fette bilden, welche eine härtende Wirkung auf die Mischung ausüben. In der Regel wird ein zu viel »hardstock« enthaltendes Fett bei niedrigeren Temperaturen unzweckmäßig hart und bleibt nur in einem beschränkten Temperaturbereich plastisch. Wenn indessen die Jodzahl des »bäsestocks« zu hoch ist, leidet die Haltbarkeit, und zwar insbesondere dann, wenn beträchtliche Mengen kombinierter Fettsäuren mit zwei oder mehr Doppelbindungen anwesend sind.
Die Erfindung betrifft die Herstellung eines plastisehen Fettes mit verbesserter Verarbeitbarkeit oder Plastizität innerhalb eines bestimmten Temperaturbereichs und mit verbesserter Haltbarkeit bei der Aufbewahrung sowie Wärmestabilität. Gemäß der Erfindung wird ferner der notwendige Hydrierungsgrad von zur Herstellung solcher Fette geeigneten »basestocks«, d. h. Ölgrundlagen herabgesetzt.
Die obigen Aufgaben werden gemäß der Erfindung dadurch erfüllt, daß man eine im wesentlichen aus sowohl Acetylgruppen als auch Acylradikale hochmolekularer Fettsäuren enthaltenden Triglyceriden bestehende Mischung herstellt, die keine Nichtglycerinester enthält, welche weniger flüchtig sind als die Diacetyltriglyceride, worauf man aus dieser Mischung die Verbindungen, welche flüchtiger als die Diacetyltriglyceride dieser Fettsäuren sind, entfernt, wobei die gebundenen Fettsäuren der verbleibenden Mischung zumindest ein Fünftel, berechnet auf molekularer Basis, Essigsäure sind, und daß man dann die im wesentlichen triacetinfreien Triglyceride, die als Hauptbestandteil das so gereinigte Produkt und eine kleinere Menge eines aus hochschmelzenden, im wesentlichen gesättigten Fettglyceriden bestehenden Hartfettes als versteifendes Mittel enthalten, abkühlt, wobei sich eine plastische Masse bildet.
Gemäß der Erfindung hergestellte Produkte besitzen die allgemeinen Eigenschaften üblicher Back- und Bratfette, zeigen jedoch eine bessere Beständigkeit, werden bei Verwendung zum Kuchenbacken besser schaumig, bilden beim Braten weniger Schaum und klebrige Bestandteile und sind unter anderem genau so gut oder sogar besser verdaulich als die üblichen Fette. Bemerkenswert ist, daß sie in einem außergewöhnlich weiten Temperaturbereich verarbeitet werden können. Außerdem ist es gemäß der Erfindung möglich, Back- und Bratfette mit günstiger Plastizität aus Ölgrundlagen mit niedrigerer Jodzahl, als es sonst möglich wäre, herzustellen, wodurch diese Fette bei der Aufbewahrung oder bei erhöhten Temperaturen weniger zum Ranzigwerden neigen oder andere oxydative Veränderungen erleiden.
Die folgenden Beispiele, in denen alle Teile Gewichtsteile sind, erläutern bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung, ohne dieselbe jedoch zu beschränken.
Beispiel 1
Gereinigtes Baumwollsamenöl wurde zu einer Jodzahl von 74,3 hydriert, unter vermindertem Druck bei 120 bis 1500C unter Durchleiten von Stickstoff getrocknet und einer vorläufigen, nicht gesteuerten Umlagerung der Fettsäureradikale (d. h. einer willkürlichen Umlagerung) unterworfen, indem man es 1,5 Stunden lang bei 490C mit 0,3 °/0 Natriummethylat als Katalysator behandelte. Der Katalysator wurde dann durch Ansäuern mit Eisessig inaktiviert, und das umgelagerte Öl wurde bis zur Neutralität mit Wasser gewaschen und 1,5 Stunden lang bei 2000C und einem Druck von etwa 2 mm Hg im Wasserdampf destilliert. (Diese vorläufige Umlagerung ist unnötig. Die Umlagerung mit Triacetin führt zu im wesentlichen denselben Ergebnissen, ungeachtet, ob eine solche vorläufige Umlagerung stattgefunden hat oder nicht.) 5 Teile des umgelagerten Öls wurden dann mit ι Teil Triacetin (d. h. etwa 2 Mol Öl auf 1,6 Mol Triacetin) vermischt, und die Acylgruppen wurden auf die gleiche Weise wie oben wieder umgelagert. Der Katalysator wurde, wie vorstehend beschrieben, inaktiviert, das Öl mit Wasser gewaschen und dann 1 Stunde bei 180° C und etwa 2 mm Hg mit Dampf destilliert. Ein großer Teil des nicht umgesetzten Triacetins wurde beim Waschen mit Wasser entfernt. Das gesamte noch verbleibende Triacetin wurde durch die Dampf destillation entfernt, wobei dieselbe jedoch nicht zur Entfernung wesentlicher Mengen anderer, acetylhaltiger Triglyceride ausreichte. Tabelle I zeigt die durch diese Umlagerungsbehandlungen in dem Öl bewirkten Änderungen. Sich auf die Verseifungszahl gründende Berechnungen zeigen, daß auf molarer Basis 37,4 °/0 der Acylradikale des im wesentlichen triacetinfreien Produktes Acetylradikale sind.
Tabelle I
Verseifungszahl
Jodzahl
Rhodanwert
Erstarrungspunkt, 0C..
Trübungspunkt, °C .. ..
Schmelzpunkt (vollständig geschmolzen), 0C
Vor der Na
der XJm
Um
lagerung ohne
Triacetin
195,0 _
74,3
63,9
23,5 25,0
15,7 I8,7
35,3 35,7
mit Triacetin
269,8 63,5
54,7 20,0
29,6
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Diese im wesentlichen triacetinfreie Ölgrundlage wurde dann mit il°/o geschmolzenem Hartfett plastifiziert. (Das heißt 89% Ölgrundlage + 11 % Hartfett.) Das Hartfett bestand aus Baumwollsamenöl, das zu einer Jodzahl von etwa 7 hydriert war. Die Temperatur der Mischung wurde dabei auf 490 eingestellt, dann wurde, die Mischung auf Stahlwalzen, welche innen mit durchlaufendem Wasser von 10 bis 12,8° gekühlt wurden, abgekühlt und in eine mit einem Kühlwassermantel von 21° umgebene Knetvorrichtung gepumpt. Die Temperatur und der Druck der plastischen Masse betrugen am Druckablaßventil des Behälters etwa 26,7 bis 28,9° und 7 at. Das gesamte dabei erhaltene plastische Fett wurde dann 2 Tage bei etwa 26,7 oder 32,2° getempert. Einzelne Proben wurden nur einen Tag getempert, und zwar jede bei derjenigen Temperatur, bei welcher zur Bestimmung der Härte und des Plastizitätsbereichs ein Eindringtest durchgeführt werden soll. Das Tempern erfolgte des-
ao halb, um die Masse mehr ins Gleichgewicht zu bringen, so daß sie ihre Konsistenz mit der Zeit nur mehr wenig ändert. Tabelle II gibt typische Ergebnisse solcher Eindringteste, die nach dem von der American Society for Testing Materials anerkannten Prüfverfahren D 217-47T (ASTM.) Standards, 1947, Ergänzungsteil III-A, S. 139) durchgeführt wurden. Zum Vergleich sind auch Werte für plastische Fette ' angegeben, welche auf eine im wesentlichen gleiche Weise a) aus dem hydrierten Öl vor der Umlagerung in Abwesenheit von Triacetin nach Plastifizierung mit 6 °/0 Hartfett und b) aus dem hydrierten Öl nach vorläufiger Umlagerung in Abwesenheit von Triacetin und nach Plastifizierung mit 5 °/0 Hartfett hergestellt wurden. Es hat sich gezeigt, daß Fette geeigneter Plastizität im allgemeinen nach diesem Verfahren Eindringungswerte ergeben, die zwischen etwa 150 und etwa 275 Einheiten liegen.
Tabelle II
IO Drüftemperatui 21,1 - in ° C 32,2
15,6 26,7
45 Eindringungswerte* 90 210 253
Nicht umgelagert 123 212
Umgelagert ohne 128 179 328
Triacetin 160 255
Umgelagert ' mit 197 233 228
50 20% Triacetin** 213 245
* Diese Werte geben an, wie tief, gemessen in 1Z10 mm, der Zapfen des Penetrometers in dem plastischen Fett einsinkt. ** Das heißt 1 Teil Triacetin auf 5 Teile Öl.
Aus der obigen Tabelle ist zu ersehen, daß die Änderung der Konsistenz mit der Temperaturänderung im Falle des durch Umlagerung mit Triacetin gemäß der Erfindung hergestellten Fettes viel geringer war. Die Beschaffenheit des Fettes war glatt und blieb es auch beim Altern. Es bildete weniger klebrige Bestandteile und Schaum und eignete sich besser zum Kuchenbacken als während der Herstellung nicht mit Triacetin umgelagerte Fette. ■ .
Beispiel 2
Gereinigtes und gebleichtes Sojabohnenöl wurde zu einer Jodzahl von 75,6 hydriert. Es wurde dann unter' Durchleitung von Stickstoff im Vakuum getrocknet und durch Behandlung mit 0,3% Natriummethylat als Katalysator bei 49° für 1,5 Stunden einer vor- ... läufigen, nicht gesteuerten Umlagerung unterworfen. Der Katalysator wurde mit Eisessig zerstört, das umgelagerte Öl wurde mit Wasser neutral gewaschen und bei 200°C 1,5 Stunden lang bei einem Druck von 2 mm Hg dampf destilliert.
5 Teile dieses Öls wurden dann mit 1 Teil Triacetin vermischt, und die Acylgruppen wurden unter denselben Umlagerungsbedingungen wieder umgelagert. Die Umlagerung wurde durch ■ Inaktivierung des Katalysators mit Eisessig unterbrochen, die Probe mit Wasser neutral gewaschen und nicht umgesetztes Triacetin und andere niedrigsiedende Bestandteile wurden durch einstündige Dampf destillation bei i8o°.C bei einem Druck von etwa 2 mm Hg entfernt. Tabelle III zeigt die in dem Öl durch diese Umlagerungsbehandlungen hervorgerufenen Veränderungen, wobei die vorläufige, nicht gesteuerte Umlagerung ohne Triacetin gemäß der Erfindung nicht erforderlich ist.
Tabelle III
Verseifungszahl
Jodzahl
Rhodanzahl
Erstarrungspunkt, 0C
Trübungspunkt, 0C....
Schmelzpunktbeginn, ° C
Vor der
Umlagerung
191,0
75.6
72,9
25,5
20,2
32,5
Nach
der Umlagerung
ohne
Triacetin
25.3
I8,3
33.4
mit
Triacetin
275.9
66,0
63,4
20,0
6,0
12,5
Auf der Verseifungszahl basierende, auf molarer Basis durchgeführte Berechnungen zeigen, daß 40,7 °/0 der Acylradikale des im wesentlichen triacetinfreien Produkts Acetylradikale sind. Diese im wesentlichen triacetinfreie Ölgrundlage wurde dann zunächst unter den gleichen Bedingungen wie im Beispiel 1 mit 13 °/0 geschmolzenem, zu einer Jodzahl von etwa 7 hydriertem Baumwollsamenöl plastifiziert. Nach einer zwei- tägigen Temperung bei 26,70C wurde die ,Konsistenz des Fettes nach der Eindringmethode geprüft. Tabelle IV gibt die erhaltenen Ergebnisse wieder. Diese Tabelle gibt auch Ergebnisse von Fetten wieder, die auf ähnliche Weise aus a) dem hydrierten, mit 4,5 % des härtenden Bestandteils plastifizierten Öl vor der Umlagerung in Abwesenheit von Triacetin und b) aus dem hydrierten Öl nach der vorläufigen Umlagerung in Abwesenheit von Triacetin und nach der Plastifizierung mit 5% des härtenden Bestandteils hergestellt sind.
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Tabelle IV
] 63 Prüftemperatur in ° C 21,1 26,7
4,4 68 15,6 135 160
46 88 164 183
95 222 228
214
32,2
Eindringungswerte:
Nicht umgelagert
Umgelagert ohne Triacetin
Umgelagert mit 20 °/0 Triacetin
Das mit Triacetin noch einmal umgelagerte Fett zeigte in einem weiten Temperaturbereich günstige Plastizitätseigenschaften.
Beispiel 3
Gereinigtes und "gebleichtes Sojabohnenöl wurde zu einer Jodzahl von 61,8 hydriert und dann wie in Beispiel 2 unter Verwendung von 50 °/0 Triacetin (d. h. ι Teil Triacetin auf 2 Teile Öl) zur Umlagerung und von 12,5 °/0 des härtenden Bestandteils zur Plastifizierung behandelt. Die Verseifungszahl (311,2) des erneut umgelagerten Öls vor Zugabe des härtenden Bestandteils zeigt an, daß 50,2 % (auf molarer Basis) der Acylradikale des im wesentlichen triacetinfreien Produkts Acetylrädikale sind. Tabelle V gibt die Ergebnisse der Eindringteste an dem fertigen Fett wieder. Man erhält einen sehr weiten Gebrauchsbereich, wie er mit Sojabohnenöl dieser Jodzahl, das nach üblichen Verfahren in ein Back- und Bratfett umgewandelt wurde, nicht erzielt werden könnte.
Tabelle V
Prüftemperatur in 0C 10 15,6 21,1 26,7 32,2 Eindringungswert... 166 201 213 219 225
Die Beispiele 1 bis 3 zeigen Möglichkeiten zur Plastifizierung von Hartfett mit einer acet'ylhaltigen Ölgrundlage mit niedrigem Schmelzpunkt, wobei man Fette mit guter Haltbarkeit erzielt, deren günstige Konsistenz nur wenig durch weitgehende Temperaturänderungen beeinflußt wird.
Gemäß einer anderen Ausführungsform der Erfindung kann Hartfett aus und in demselben Öl, welches als Ölgrundlage verwendet wird, erzeugt werden, wodurch die Schwierigkeit und die Kosten der getrennten Einbringung von Hartfett vermieden werden. Diese Entstehung innerhalb der Ölgrundlage kann z. B. nach dem in den USA.-Patentschriften 2 442 531 und 2 442 532 beschriebenen Verfahren erfolgen, und zwar durch Umlagerung von Triacetin mit einer Mischung eßbarer Fett-Triglyceride. In der Triglyceridmischung unterscheiden sich die verschiedenen hochmolekularen Fettsäuren bezüglich ihres Einflusses auf die Löslichkeit der Triglyceride in dem Triglyceridsystem. Eine solche Umlagerung besteht kurz gesagt darin, daß man· die Mischung aus Triacetin und der eßbaren Fett-Triglycerid-Mischung mit einem bei niedriger. Temperatur wirksamen Umlagerungskatalysator in innige Berührung bringt, und zwar bei einer Temperatur, bei welcher mindestens ein Teil des Systems flüssig ist, d. h. unterhalb 71°, und daß man dann die Temperatur des Systems innerhalb eines Temperaturbereichs einstellt, dessen untere Grenze 247
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die niedrigste Temperatur ist, bei welcher noch ein Teil der Triacetin-Fett-Mischung flüssig ist, und dessen obere Grenze die höchste Temperatur darstellt, bei welcher höherschmelzende Triglyceride in dem Maße, in dem sie durch Umlagerung gebildet werden, in dem flüssigen Teil der Mischung auskristallisieren können.
Die Umlagerung in. dieser Mischung wird durch allmähliche Temperatursenkung innerhalb dieses Bereichs bewirkt, während eine fortschreitende Kristallisation höherschmelzender Triglyceride in dem Maße, in dem sie gebildet werden, stattfindet, und zwar so lange, bis sich deren Anteil wesentlich vergrößert hat. Dann wird die Reaktion durch Inaktivierung des Katalysators unterbrochen, und nicht umgesetztes Triacetin wird entfernt. Die Temperatur kann vom Beginn der Umlagerung an so niedrig sein, daß eine Kristallisation der sich bildenden festen Triglyceride mit geringer Löslichkeit möglich ist. Andererseits kann aber auch die Temperatur zu Beginn zu hoch für eine solche Kristallisation sein, kann jedoch dann anschließend so weit erniedrigt werden, daß eine solche Kristallisation stattfinden kann.
Die Mischung aus festen Triglyceriden, die sich während der Umlagerung bilden und auskristallisieren (und die weitgehend hochschmelzend, hochmolekular, gesättigt und acetylfrei sind), und aus flüssigen Triglyceriden (welche vorwiegend sowohl ungesättigte, hochmolekulare Acylgruppen sowie Acetylgruppen in ihrer Molekülstruktur enthalten) kann dann mit oder ohne Zugabe anderen Hartfettes plastifiziert werden, je nach der Art des Öls und seiner thermischen Behandlung während der Umlagerung. Eine molekulare Umlagerung dieser Art wird »gesteuerte Umlagerung« genannt, da sie durch Änderung der Temperatur geregelt werden kann, um sie von der vorstehend erwähnten »nicht gesteuerten Umlagerung« zu unterscheiden, bei welcher die Zusammensetzung der erhaltenen Endprodukte durch die Gesetze des Zufalls geregelt wird und von den relativen Mengen der anwesenden Reaktionsteilnehmer abhängt. Das folgende Beispiel zeigt, wie eine gesteuerte Umlagerung in das Verfahren gemäß der Erfindung eingefügt werden kann.
Beispiel 4
Gereinigtes und gebleichtes, zu einer Jodzahl von 76,7 hydriertes Baumwollsamenöl wurde mit einem Fünftel seines Eigengewichts an Triacetin und mit °>3°/o Natriummethylat als Katalysator bei 49° 1,5 Stunden lang gemischt, um so eine nicht gesteuerte Umlagerung zu erzielen. Diese Mischung wurde dann unaufhörlich in einem geschlossenen Behälter in Bewegung gehalten, während die Temperatur nach und
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nach wie folgt erniedrigt wurde: 3 Tage bei 26,7°, während welcher Zeit eine anfängliche Ausscheidung von Feststoffen begann, 2 Tage bei 21, i°, 2 Tage bei 15,6°, 3 Tage bei 10° und 2 Tage bei 4,4°. Nach Ablauf dieser Zeit wurde die Umlagerung in dem halberstarrten Fett durch Zugabe von Eisessig zur Inaktivierung des Katalysators gestoppt, und die Mischung wurde mit Wasser neutral gewaschen und durch einstündige Dampfdestillation bei 160 bis 180° C und einem Druck von 2 bis 3 mm gereinigt. Die Verseifungszahl (266) des umgelagerten Öls zeigt an, daß 35>7% (berechnet auf molarer Basis) der Acylradikale des im wesentlichen triacetinfreien Produktes Acetylradikale waren. Die festen Fette, die auskristallisierten, waren im wesentlichen acetylfrei, gesättigt und hochmolekular. Das im wesentlichen triacetinfreie, acetylhaltige umgelagerte Öl, welches im wesentlichen acetylfreie, gesättigte, feste Triglyceride enthielt, wurde auf 490C erhitzt, auf rotierenden Stahlwalzen mit einer Temperatur von 11,70C abgekühlt und dann in eine auf 18,30C gehaltene Knetvorrichtung gebracht und darin mechanisch bearbeitet, wobei der Druck am Druckablaßventil 7 at betrug. Das plastifizierte Fett wurde dann 4 Tage bei 800C getempert, worauf Eindringteste durchgeführt wurden, deren Werte in Tabelle VI gezeigt sind. Die Angaben dieser Tabelle sind nicht mit Eindringungswerten, die nach dem vorstehenden Verfahren der American Society for Testing Materials erhalten wurden, vergleichbar, da hier eine andere Methode angewendet wurde. Die Ergebnisse zeigen indessen, daß die Konsistenz des erhaltenen Produktes sich innerhalb eines weiten Temperaturbereichs nicht stark ändert.
Tabelle VI
Prüftemperatur in 0C 10 15,6 21,1 26,7 32,2 Eindringungswerte .. 188 200 230 281 425
Die Produkte von Beispiel 1 bis 4, die alle unter 51,7° C schmelzen, haben ein glattes Aussehen, sind gut verdaulich und zum Kuchenbacken und für andere übliche Verwendungszwecke von.Back- und Bratfetten geeignet.
Eine Änderung des in Beispiel 4 erläuterten Verfahrens besteht darin, die Ölgrundlage zunächst einer gesteuerten Umlagerung ohne Triacetin zu unterwerfen, wobei man bei einer Temperatur arbeitet, die niedrig genug ist, daß feste Triglyceride mit hohem Schmelzpunkt und geringer Löslichkeit aus dem flüssigen Teil des Triglyceridsystems ausfallen. Unter Vermeidung eines Temperaturanstiegs, der ein erneutes Schmelzen oder Lösen der kristallisierten Feststoffe ermöglichen würde, wird dann Triacetin zugefügt und die Umlagerung innerhalb der vorstehend angegebenen Temperaturgrenzen fortgeführt. Auf diese Weise werden Acetylgruppen in die noch flüssigen Anteile der Ölgrundlage eingeführt, ohne daß dadurch die Festbestandteile beeinflußt werden. Der Katalysator wird wie vorher inaktiviert und nicht umgesetztes Triacetin entfernt.
Eine andere, manchmal zweckmäßige Ausführungsform besteht darin, die Ölgrundlage vor der Umlagerung mit Triacetin zu körnen. Zum Beispiel kann ein eßbares Triglyceridfett, welches verschiedene Fettsäuren enthält, die sich als freie Säuren in ihrem Schmelzpunkt unterscheiden, dadurch gekörnt werden, daß man es auf eine Temperatur innerhalb eines Bereichs abkühlt, dessen unterste Grenze die niedrigste :;. Temperatur darstellt, bei welcher ein Teil des Fettes flüssig ist und dessen obere Grenze die höchste Temperatur darstellt, bei welcher .höherschmelzende Triglyceride des Fettes in dem flüssigen Fettanteil auskristallisieren können. Das System wird innerhalb dieses Temperaturbereiches gehalten, bis eine wesentliche Menge festes Fett auskristallisiert ist. Das teilweise kristallisierte Fett wird dann mit Triacetin und einem bei niedriger Temperatur wirksamen Umlagerungskatalysator vermischt, und die Umlagerung wird dann innerhalb dieses Temperaturbereiches fortgeführt, bis eine merkliche Umlagerung von Acylgruppen in dem flüssigen Teil des Systems stattgefunden hat. Diese Umlagerung kann nach Beheben entweder eine gesteuerte oder eine nicht gesteuerte sein! :
Wenn bei dem erfindungsgemäßen Verfahren eine feste Phase ausgefällt wird, entweder infolge der Körnung in Abwesenheit von Triacetin oder infolge einer gesteuerten Umlagerung mit oder ohne Triacetin, so ist es möglich und manchmal zweckmäßig, diese feste Phase z. B. durch Filtration zu entfernen. Die flüssige oder Ölfraktion wird dann entweder direkt als Ölgrundlage oder als Ausgangsstoff für eine Umlagerung mit Triacetin verwendet. Eine mäßige Hydrierung der Ölfraktion kann auch durchgeführt und so :.: geregelt werden, daß stark ungesättigte Acylgruppen, wie z. B. Linol- oder Linolensäureradikale, verschwinden, während Oleinsäureradikale im wesentlichen unverändert bleiben. Dadurch wird die Neigung zum Ranzigwerden herabgesetzt. ■
Eine partielle Hydrierung des Ausgangsöls oder -fetts wird auch häufig durchgeführt. Wenn diese Hydrierung sehr weitgehend ist, kann sie das Öl so weit härten, daß es als Hartfett verwendet wird. Wenn die Hydrierung nur gering, ist, verbessert sie die -,., Stabilität des Öls als Ölgrundlage, Die Hydrierung kann vor der Umlagerung oder nach der Umlagerung, jedoch vor der Entfernung des überschüssigen Triacetins oder nach der Umlagerung und der Entfernung von Triacetin oder nach der Zugabe von Hartfett durchgeführt werden.
Gemäß der Erfindung können als Ölgrundlage nicht nur Öle verwendet werden, die weitgehender und zu härterer Konsistenz als in üblichen Back- und Bratfetten hydriert wurden, sondern auch nicht hydrierte ■·■·.; Fette und Öle, die für gewöhnlich zur Verwendung als Ölgrundlage ohne Mischung mit weichen Ausgangsprodukten zu hart sind. So können z. B. Fette, wie Talg, Palmöl, chinesischer Pflanzentalg, Sheabutter, Baumwollsamenstearin (erhalten durch Überwintern von Baumwollsamenöl), hydriertes Baumwollsamenölsteärin u. dgl., deren Fettsäuren Titer von 40 bis 54 haben, nach Weichmachung durch geeignete Einführung von Acetylgruppen als Ölgrundlagen verwendet werden. Wenn z. B. Rindertalg oder Palmöl gemäß der Erfindung umgelagert werden (zweckmäßig mit etwa 30 bis 50% ihre Eigengewichtes Triacetin), können sie mit üblichen Hartfetten plastifiziert werden.
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Die Eindringungswerte von Tabelle II bis VI zeigen, daß aus Ölen mit Jodzahlen zwischen etwa 45 und etwa 80 gemäß der Erfindung Fette mit brauchbarer Konsistenz und einem so weitgehenden Plastizitätsbereich hergestellt werden können, daß nach der genannten Methode der American Society for Testing Materials erhaltene Eindringungswerte bei einer Temperatursteigerung des Fettes von 10 auf 26,70C um weniger als 5o°/0 des bei 100C bestimmten Eindringungswerts zunehmen. Soweit bekannt ist, ist bisher ein so günstiger Plastizitätsbereich bei Back- und Bratfetten, die aus Ölgrundlagen mit einer Jodzahl unter 80 hergestellt wurden, noch nicht erreicht worden. Bisher wurden Ölgrundlagen mit einer viel höheren Jodzahl zur Erzeugung von Back- und Bratfetten mit einem gleich weiten Plastizitätsbgreich benötigt, wobei diese Fette jedoch dann eine entsprechend schlechtere Oxydationsbeständigkeit besaßen. Viele Katalysatoren sind dem Fachmann bekannt,
ao die zur Einführung von Acetylgruppen in die oder zur Umlagerung anderer Acylgruppen in der Ölgrundlage
,.' geeignet sind. Zu diesen gehören Alkalimetallseifen oder andere Alkalisalze, die bei erhöhten Temperaturen und insbesondere in Anwesenheit von reaktionsfördernden Stoffen, wie z. B. Glycerin oder andere Verbindungen, die alkoholische Hydroxylgruppen liefern können, wirksam sind. Zur Erzielung einer möglichst weitgehenden Reaktion während einer kurzen Zeit, ohne jedoch das Öl den mit einer Behandlung bei hohen Temperaturen verbundenen Gefahren auszusetzen, haben sich gemäß der Erfindung die bei niedriger Temperatur, nämlich unterhalb unter 120° C wirksamen Umlagerungskatalysatoren als besonders günstig erwiesen. Diese werden in fast vollständiger Abwesenheit von freien, alkoholischen Hydroxylgruppen verwendet. Beispiele für Katalysatoren dieser Art sind die Alkalimetallalkoholate und insbesondere Natriumalkoholate einwertiger Alkohole mit weniger als 5 Kohlenstoffatomen, wie z. B. Natriummethylat oder Natriumäthylat. Feinverteiltes Natrium oder ein anderes für gewöhnlich in Xylol oder einem anderen inerten flüssigen Medium suspendiertes Alkalimetall können ebenfalls als Katalysatoren verwendet werden. Die benötigte Menge des Katalysators liegt in der Regel zwischen etwa 0,05 und 0,5 °/0, bezogen auf das Gewicht der Fett-Triacetin-Mischung. Es können auch größere Mengen verwendet werden, sind in der Regel jedoch nicht notwendig. Je trockener das Fett ist, um so weniger Katalysator braucht man. In den meisten Fällen sind etwa 0,3% Katalysator ausreichend. Er wird unter Rühren zu dem getrockneten Fett oder zu dem getrockneten Acetin oder zu der Mischung aus den beiden bei einer Temperatur zugegeben, die hoch genug ist, daß die Mischung im wesentliehen flüssig ist. Diese Temperatur soll jedoch 1200C nicht übersteigen, damit die Wirksamkeit des Katalysators nicht zerstört wird.
Unter diesen Bedingungen dauert die nicht gesteuerte Umlagerung selten länger als 1 Stunde, nach welcher Zeit die Mischung vollständig flüssig ist. Im Falle der gesteuerten Umlagerung werden für gewöhnlich längere Zeitspannen angewendet, damit die Kristallisation stattfindet, und zwar z. B. ein oder mehrere Tage für jeden der bei fortschreitend niedrigerer Temperatur stattfindenden Verfahrensschritte.
Die erfindungsgemäß zu verwendenden Hartfette sind die zur Herstellung üblicher Back- und Bratfette verwendeten hochmolekularen, im wesentlichen gesättigten Triglyceride. Pflanzliche Öle, wie z. B. Baumwollsamenöl, Sojabohnenöl, Erdnußöl, Rapssamenöl und Maisöl u. dgl., sind dafür gut geeignet, wenn sie zu einer genügend niederen Jodzahl, z. B. unterhalb 10, hydriert werden. Die Tristearinfraktion gekörnter, insbesonders hydrierter Öle kann in einigen Fällen auch dafür verwendet werden. Die relativen Mengenverhältnisse von Hartfett und Ölgrundlage in den erfindungsgemäßen Fetten können weitgehend wie bei den üblichen Fetten variieren, obwohl das Hartfett zur Versteifung des Endproduktes immer in kleiner Menge, für gewöhnlich weniger als einem Fünftel des Gesamtgewichts, und die Ölgrundlage immer in größerer Menge vorhanden ist.
Wenn eine Umlagerung mit Triacetin stattgefunden hat, erhält man dabei eine zusammengesetzte Mischung, in der die Mengen der einzelnen Bestandteile von der verwendeten Triacetinmenge und der Menge des hochmolekularen Fettes und von den Umlagerungsbedingungen abhängen. Die umgelagerte Mischung enthält so vor Entfernung des Triacetins Triacetin, hochmolekulare Triglyceride, Monoacyldiacetine und Diacylmonoacetine. In den beiden letzteren Gruppen, je nachdem, an welchem Glycerinkohlenstoffatom die verschiedenen Acylgruppen sitzen, kann sich die Zusammensetzung ändern. Gemäß der Erfindung soll im Durchschnitt mindestens eine der hochmolekularen Acylgruppen des ursprünglichen Triglycerids durch Acetyl ersetzt werden. Zu diesem Zweck sollte mindestens ι Mol Triacetin vor der Umlagerung auf 2 Mol hochmolekulares Fett zugegeben werden. Erfindungsgemäße Wirkungen treten auch dann noch mehr oder weniger ein, wenn einige Moleküle des Fettes keine Acetylgruppen enthalten, was insbesondere bei der gesteuerten Umlagerung auftritt. Indessen soll mindestens ein Fünftel (berechnet auf molarer Basis) der gesamten Fettsäuren des triacetinfreien umgelagerten Öls Essigsäure sein, so daß dieses die Ölgrundlage des Fettes bildende Öl bei Raumtemperatur vorwiegend flüssig ist. Dem Fachmann ist ohne weiteres verständlich, daß ein kleiner Prozentsatz fester Fettkristalle so eingelagert werden kann, daß ein Fett auch dann steif, undurchsichtig und offensichtlich fest ist, wenn das von den Kristallen eingebaute flüssige Fett mengenmäßig überwiegt. Natürlich besteht beim Abkühlen und Plastifizieren der im wesentlichen triacetinfreien Mischung der Hauptteil derselben aus der überwiegend flüssigen Ölgrundlage, in deren Moleküle eine oder mehrere Acetylgruppen eingeführt wurden. Weitere, in geringerer Menge vorhandene Bestandteile sind andere Triglyceride, nämlich hochmolekulare, acetylfreie, nicht umgelagerte Moleküle sowie umgelagerte und etwa zugegebenes, normalerweise festes Hartfett, das nach besonderer Umlagerung zugegeben werden kann. Außerdem kann auch Wasser zugegen sein, wie z. B. in Margarinen, sowie kleine Mengen hochmolekularer Monoglyceride oder Diglyceride, die häufig in handelsüblichen Back- und Bratfetten zur Verbes-
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serung derselben verwendet werden.. Andere verbessernde Zusätze, einschließlich kleiner Mengen freier Fettsäuren, Seifen, Lecithin und von Emulsionsmitteln verschiedener Art können ebenfalls verwendet werden. Die erfindungsgemäß zu verwendenden Ölgrundlagen für Back- und Bratfette können auf verschiedene Weise hergestellt werden. Eine Möglichkeit besteht in der Umesterung oder der nicht gesteuerten molekularen Umlagerung von Estern, wobei ein Acylgruppenaustausch zwischen Essigsäureestern und Estern hochmolekularer Fettsäuren stattfindet. Die molekulare Umlagerung von Triacetin und üblichen Fetten wurde vorstehend beschrieben. Natürlich können zur Umlagerung an Stelle von Triacetin andere, Nichtglycerinester der Essigsäure verwendet werden, wie z. B. Methyl- oder Äthylacetat. Umgekehrt können an Stelle von Triglyceriden hochmolekularer Fettsäuren andere, Nichtglycerinester dieser Fettsäuren, wie z. B. die Methyl- oder Äthylester, mit Triacetin umgeestert werden. Bei der Verwendung von Estern (sei es der Essigsäure oder hochmolekularer Fettsäuren) von anderen Alkoholen als Glycerin sollten für gewöhnlich Ester mit niedrigeren Siedepunkten als die Diacetyltriglyceride hochmolekularer Fettsäuren zur Anwendung kommen, damit jeglicher Überschuß an diesen Nichtglycerinestern leicht aus dem Reaktionsprodukt entfernt werden kann. Aus dem gleichen Grunde unterliegt die Auswahl der Nichtglycerinester der Essigsäure der Beschränkung, daß nur Ester solcher Alkohole verwendet werden sollen, die bei der Umesterung mit ■ hochmolekularen Fettsäuren mit diesen Ester bilden, welche flüchtiger sind als die hochmolekularen Diacetyltrigly ceride.
Umesterungen, bei denen hochmolekulare Mono- oder Diacetyltriglyceride gebildet werden, können auch mit unvollständigen oder partiellen Glycerinestern, d.h. mit Mono- oder Diglyceriden, welche allgemein Glycerinüberschußfett genannt werden, durchgeführt werden. Zum Beispiel kann Stearyldiacetin durch katalytische Umlagerung von Acylgruppen in einer Mischung aus Triacetin und Monostearin gebildet werden.
Alle diese Verfahren, bei denen sowohl hochmolekulare Acylgruppen als, auch Acetylgruppen enthaltende Triglyceride gebildet werden, werden der Einfachheit halber nachstehend als »Acetylierung« bezeichnet und die Reaktionsteilnehmer, von denen die Acetylgruppen stammen, nämlich unter anderem Essigsäure, Essigsäureester, Essigsäureanhydrid oder Acetylchlorid, werden als »Acetylierungsmittek bezeichnet. Natürlich kann in jedem Fall ein Überschuß des Acetylierungsmittels verwendet werden, und dieser Überschuß kann in der Reaktionsmischung in Form der angewendeten Verbindung (z. B. im Fall von Triacetin oder Essigsäure) vorhanden sein oder kann in ein Derivat des ursprünglich verwendeten Acetylierungsmittels umgewandelt werden (z. B.. Essigsäure aus Essigsäureanhydrid oder Acetylchlorid).
Die vorstehend erwähnten Glycerinüberschußfette können leicht auf verschiedene Weise hergestellt werden. Ein übliches Verfahren besteht in der nicht gesteuerten, molekularen Umlagerung einer Mischung von Glycerin und einem hochmolekularen Fettsäureester, gewöhnlich einem eßbaren Fett mit einem Umlagerungskatalysator, und zwar vorzugsweise einem bei niedrigen Temperaturen wirksamen Katalysator. Die Bedingungen für eine solche Umlagerung können im wesentlichen die in Beispiel 1 beschriebenen sein, wobei die relativen Mengenverhältnisse von Glycerin und Fett so gewählt werden, daß man das gewünschte Mengenverhältnis der herzustellenden Glyceride, nämlich in der Regel einen größeren Teil Mono- und Diglyceride, in dem Endprodukt erhält. (Siehe die Abhandlung von Feuge und Bailey in »Oil and Soap«, Bd. 23, S. 359, über das Verhältnis zwischen dem anfänglichen und dem endgültigen Mengenverhältnis der Bestandteile bei der nicht gesteuerten Umlagerung von Glycerin-Fett-Mischungen.)
Die umlagerte Mischung, die in der Regel umgelagerte Triglyceride, freies Glycerin und eine größere Menge Mono- und Diglyceride enthält, kann auf die übliche Weise, z. B. mit Acetylchlorid, acetyliert werden. Die acetylierte Mischung besteht dann aus den umgelagerten, hochmolekularen Triglyceriden, Triacetin (aus Glycerin), einem größeren Teil Diacetyl- und Monoacetyltriglyceriden (aus Mono- bzw. Diglyceriden), und außerdem ist in der Regel noch freie Essigsäure aus dem überschüssigen Acetylierungsmittel anwesend. Zur Verwendung für Back- und Bratfett werden dann Verunreinigungen, wie z. B. Essigsäure und Triacetin, die einen niedrigeren Siedepunkt als die Diacetyltriglyceride haben, wie vorstehend beschrieben, durch Destillation entfernt. Das so gereinigte Material kann dann mit Hartfett gemischt und auf die übliche Weise plastifiziert werden.
In der Beschreibung wurde als Verfahren zur Befreiung des Reaktionsproduktes von Triacetin oder anderen niedrigsiedenden Verunreinigungen jeweils die Destillation genannt. Natürlich können indessen auch andere Verfahren wie eine Destillation, z. B. Kristallisation oder fraktionierte Lösung, für die Reinigung zur Anwendung kommen. Die Erfindung ist daher nicht auf Reinigung durch Destillation beschränkt.
. Ferner wurde die Erfindung vorstehend so beschrieben, als ob eine Entfernung nur von Verbindungen mit einem niedrigeren Siedepunkt als Diacetyltriglyceride aus der Acetylierungsmischung erfolgen soll. Indessen ist die Erfindung nicht darauf beschränkt. Wenn z. B. die niedrigsiedenden Verbindüngen aus der bei der Acetylierung erhaltenen Reaktionsmischung durch Destillation entfernt werden sollen, kann gegebenenfalls die Temperatur erhöht und bzw. oder der Druck erniedrigt oder die Destillation sonstwie schärfer durchgeführt werden, so daß im wesentlichen alle Verbindungen entfernt werden, die bei niedrigerer Temperatur als die Monoacetyltriglyceride hochmolekularer Fettsäuren sieden. Es können sowohl Diacetyltriglyceride als auch Triacetin entfernt werden, wobei man eine Ölgrundlage erhält, welche weniger raucht, d. h., das aus dieser Ölgrundlage hergestellte Back- und Bratfett kann auf eine höhere Temperatur erhitzt werden, bevor die Rauchbildung störend wird. Wenn die Diacetyltriglyceride entfernt werden, ist es in der Regel zur Erzielung einer bestimmten Weichheit notwendig, größere Mengen der
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acetylhaltigen Triglyceride zu verwenden, als es der Fall ist, wenn die Diacetyltriglyceride in der Mischung verbleiben.
Wenn die Diacetyltriglyceride abgetrennt werden sollen, ist die Auswahl der Ester, aus denen das acetylierte Fett hergestellt werden soll, weniger beschränkt. Es ist dann nur erforderlich, daß im Falle von Nichtglycerinestern diejenigen mit niedrigerem Siedebereich als die Monoacetyltriglyceride der in
ίο Frage kommenden hochmolekularen Fettsäuren verwendet werden. Auch sollen dann alle als Acetylierungsmittel verwendeten Nichtglycerinessigsäureester Ester von Alkoholen sein, welche bei der Umesterung mit den betreffenden hochmolekularen Fettsäuren damit Ester bilden, die flüchtiger sind als die Monoacetyltriglyceride dieser Fettsäuren.

Claims (15)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Herstellung plastischer Back- und Bratfette, dadurch gekennzeichnet, daß man eine im wesentlichen aus sowohl Acetylgruppen als auch Acylradikale hochmolekularer Fettsäuren enthaltenden Triglyceriden bestehende Mischung herstellt, die keine Nichtglycerinester enthält, welche weniger flüchtig sind als die Diacetyltriglyceride, ■ worauf man aus dieser Mischung die Verbindungen, welche flüchtiger als die Diacetyltriglyceride dieser Fettsäuren sind, entfernt, wobei die gebundenen Fettsäuren der verbleibenden Mischung zumindest ein Fünftel, berechnet auf molekularer Basis, Essigsäure sind, und daß man darm die im wesentlichen triacetinfreien Triglyceride, die als Hauptbestandteil das so gereinigte Produkt und eine kleinere Menge eines aus hochschmelzenden, im wesentlichen gesättigten Fettglyceriden bestehenden Hartfettes als versteifendes Mittel enthalten, abkühlt, wobei sich eine plastische Masse bildet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aus sowohl Acetylgruppen als auch Acylradikale hochmolekularer Fettsäuren enthaltenden Triglyceriden bestehende Mischung durch Acetylierung einer Mischung von eßbaren Glyceriden, welche mindestens ein Mono-, Di- oder Triglycerid hochmolekularer Fettsäuren enthält, hergestellt wird, wobei ein wesentlicher Anteil der Triglyceride der erhaltenen Mischung in ihrem Molekül mindestens eine Acetylgruppe und mindestens eine Acylgruppe einer hochmolekularen Fettsäure enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die aus sowohl Acetylgruppen als auch Acylradikale hochmolekularer Fettsäuren enthaltenden Triglyceriden bestehende Mischung durch Acetylisierung einer aus Glycerin und einem Glycerinüberschußf ett hochmolekularer Fettsäuren bestehenden Mischung hergestellt wird, wobei man . eine aus Triacetin und solchen Triglyceriden bestehende Mischung erhält, die sowohl Acetylgruppen als auch Acylgruppen hochmolekularer Fettsäuren besitzt.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Triglyceridmischung durch Umesterung in einem aus Essigsäureester und Triglycerid hochmolekularer Fettsäuren bestehenden flüssigen Gemisch herstellt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Triglyceridmischung durch Umesterung in einer aus Triacetin und Estern hochmolekularer Fettsäuren bestehenden flüssigen Mischung hergestellt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 1 und 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Triglyceridmischung durch Umesterung in einer aus Triacetin und hochmolekularen, eßbaren Fett-Triglyceriden bestehenden Mischung in Anwesenheit eines Umlagerungskatalysators herstellt und die Umlagerung dann unterbricht, wenn die gebundenen Fettsäuren der erhaltenen Mischung ohne Einbeziehung des umgesetzten Triacetins mindestens zu einem Fünftel, berechnet auf molarer Basis, Essigsäuren sind. '
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das . hochmolekulare, eßbare Fett sowohl gesättigte als auch ungesättigte Triglyceride enthält und eine Jodzahl zwischen 45 und 80 hat.
8. Verfahren nach Anspruch 1 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß in der aus Triacetin und einem hochmolekularen eßbaren Fett bestehenden Umesterungsmischung das Molverhältnis von Triacetin zu Fett mindestens 1: 2 beträgt und die Umesterung durch innige Berührung dieser Mischung mit einem bei niedriger Temperatur wirksamen Katalysator in Abwesenheit von alkoholische Hydroxylgruppen enthaltenden Verbindungen bei einer Temperatur unterhalb 1200C durchgeführt wird, bei welcher Temperatur diese Mischung mindestens teilweise flüssig ist und während der Umlagerungsreaktion auch bleibt, und daß man die Umesterung dadurch .unterbricht, daß man den Katalysator inaktiviert.
9. Verfahren nach Anspruch 1 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Umesterung unter inniger Berührung der flüssigen Mischung mit einem Katalysator unterhalb 1250C erfolgt, wobei der Katalysator ein Alkalimetallalkoholat eines einwertigen, weniger als 5 Kohlenstoff atome enthaltenden Alkohols ist, worauf man die Reaktionsmischung zur Inaktivierung des Katalysators ansäuert und nicht umgesetztes Triacetin aus der umgelagerten Mischung durch Destillation unter vermindertem Druck bei einer Temperatur entfernt, die nicht hoch genug ist, daß wesentliche Mengen anderer Acetylgruppen enthaltender Triglyceride abdestillieren.
10. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die hochschmelzenden, im wesentlichen gesättigten Fett-Triglyceride zu der im wesentlichen triacetinfreien umgelagerten Mischung vor deren Abkühlung und Verarbeitung zu einer plastischen Masse zugegeben werden.
11. Verfahren nach Anspruch 1, 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß man Triacetin, hochmolekulare, eßbare Fett-Triglyceride von unterschiedlichen, hochmolekularen Fettsäuren, welche die Löslichkeit der aus ihnen gebildeten Triglyceride in dem Triglyceridsystem verschieden beeinflussen, und einen bei niedriger Temperatur wirksamen
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Umlagerungskatalysator unterhalb 710C innig miteinander mischt, bei welcher Temperatur mindestens ein Teil der Triacetin-Fett-Mischung flüssig ist, wobei man die Temperatur der Mischung innerhalb eines Bereiches hält, dessen untere Grenze die niedrigste Temperatur darstellt, bei welcher ein Teil der Triacetin-Fett-Mischung flüssig ist, und dessen obere Grenze die höchste Temperatur darstellt, bei welcher höherschmelzende Triglyceride
ίο in dem flüssigen Teil der Mischung in dem Maße ihrer Bildung durch Umesterung auskristallisieren können, wobei die Umesterung innerhalb des genannten Temperaturbereichs erfolgt, während eine fortschreitende Kristallisation höherschmelzender, bei der Umesterung gebildeter Triglyceride stattfindet und bis eine wesentliche Menge davon entstanden ist, worauf man die Umlagerungunterbricht.
12. Verfahren nach Anspruch 1 und 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Umesterung zunächst ohne Zugabe von Triacetin durchgeführt wird, bis eine wesentliche Menge von höherschmelzenden Triglyceriden auskristallisiert ist, worauf man zu der umgelagerten Mischung Triacetin zugibt und die Umesterung innerhalb des angegebenen Temperaturbereiches fortsetzt, bis ein ziemlich weitgehender Austausch von Acetylgruppen und hochmolekularen Acylgruppen in den Molekülen der Mischung stattgefunden hat.
13. Verfahren nach Anspruch 1, 11 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß sowohl das Triacetin als auch der Umesterungskatalysator den eßbaren Fett-Triglyceriden unterschiedlicher hochmolekularer Fettsäuren erst dann zugesetzt werden, wenn eine wesentliche Menge höherschmelzender Triglyceride innerhalb des genannten Temperaturbereichs auskristallisiert ist, worauf das teilweise kristallisierte Fett innig mit Triacetin und einem bei niedriger Temperatur wirksamen Umlagerungskatalysator bei einer Temperatur innerhalb des genannten Bereichs gemischt und die Mischung so lange innerhalb dieses Temperaturbereichs gehalten wird, bis eine wesentliche Umlagerung von Acylgruppen stattgefunden hat.
14. Verfahren nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß man vor Zugabe des Triacetins und des Umesterungskatalysators das auskristallisierte Fett entfernt, das verbleibende flüssige Fett innig mit Triacetin und dem bei niedriger Temperatur wirksamen Umlagerungskatalysator unterhalb 1200C mischt und die Mischung so lange auf dieser Temperatur hält, bis eine ziemlich weitgehende molekulare Umlagerung von Acylgruppen stattgefunden hat.
15. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Triglyceridmischung keine Nichtglycerinester enthält, die weniger flüchtig sind als die Monoacetyltriglyceride der hochmolekularen Fettsäuren, und daß aus der Mischung Verbindungen, die flüchtiger als die Monoacetyltriglyceride der Fettsäuren sind, entfernt werden.
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