DEP0005743DA - Ortsbewegliche Vorrichtung mit Motorantrieb zum Gewindeschneiden, Abstechen und Verschrauben von Rohren und Stangen, insbesondere für Installationszwecke - Google Patents
Ortsbewegliche Vorrichtung mit Motorantrieb zum Gewindeschneiden, Abstechen und Verschrauben von Rohren und Stangen, insbesondere für InstallationszweckeInfo
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Description
Die Erfindung betrifft eine ortsbewegliche Vorrichtung mit Motorenantrieb zum Gewindeschneiden, Abstechen und Verschrauben von Rohren und Stangen insbesondere für Installationszwecke. Zum Gewindeschneiden an Röhren wird in Installationsgeschäften üblicherweise eine handbetätigte ein-, zwei- oder vierarmige Schneidekluppe mit verstellbaren Backen und Führung verwendet. Besonders bei grösseren Gewinden ist diese Arbeit jedoch ziemlich anstrengend und zeitraubend. Ein weiterer Nachteil der Schneidekluppen, der sich nennenswert jedoch ebenfalls erst bei grösseren Durchmessern bemerkbar macht, besteht darin, dass das Gewicht der Kluppe und der zum Schneiden notwendige Druck einseitig von oben auf das Rohr wirken, so dass das Gewinde auf dieser Seite tiefer geschnitten wird als unten.
Um dem abzuhelfen, werden gelegentlich auch schon motorisch angetriebene Gewindeschneidemaschinen benutzt. Diese Maschinen haben aber folgenden Nachteil: Wenn die zu bearbeitenden Rohre auch nur sehr wenig verbogen sind, was schon infolge des Transports oft der Fall ist, so werden die Gewinde schief oder einseitig. Dieser Mangel ergibt sich aus der Konstruktion der Maschinen. Das Rohr wird bei ihnen in einem zentrierenden Schraubstock festgespannt und dieser auf einem sorgfältig geführten Schlitten gegen den angetriebenen Schneidkopf bewegt. Hierdurch wird erreicht, dass die Achsen des Schneidkopfs und des Rohres im Schraubstock genau zusammenfallen.Ist nun das Rohr zwischen Schraubstock und Scneidkopf verbogen oder infolge Unrundheit nicht genau zentrisch im Schraubstock gespannt, so entsteht zwangsläufig das schon erwähnte schiefe oder einseitige Gewinde.
Gemäss der Erfindung wird das Werkstück durch ein motorisch angetriebenes Spannfutter in Drehung versetzt und eine Schneidkluppe mit Führung dagegen gedrückt. Sobald die Schneidbacken angefasst haben, kann der Anpressdruck in achsialer Richtung wegfallen. Das Drehmoment wird zweckmässig durch ein am Unterbau der Vorrichtung befestigtes Gestänge, in das der Hebel der Kluppe eingreift, aufgenommen. Durch die Art der Ausbildung und Anordnung dieses Gestänges wird bewirkt, dass die Bewegung in der Kluppe in achsialer Richtung nicht behindert wird.
Die neue Vorrichtung vereinigt die Vorteile der motorisch angetriebenen Maschinen mit denen der gewöhnlichen Schneidkluppen, ohne jedoch deren Nachteile aufzuweisen. Das Aufschneiden des Gewindes auf die Rohr- und Stangenenden vollzieht sich ausserordentlich schnell, einfach und bequem. Eine Beeinträchtigung durch das Gewicht der Kluppe ist nicht möglich, da sich das Rohr ständig dreht. Auch kann sich die Kluppe - wie beim Schneiden von Hand - leicht dem Rohr anpassen und wird von diesem zentriert, so dass auch bei verbogenen Rohren ein einwandfreies Gewinde zustandekommt. Der Aufbau und die Konstruktion der neuen Vorrichtung ist im Vergleich zu den bekannten Gewindeschneidmaschinen einfach und billig, da bei ihr keine Führungen mit grossen Herstellungsgenauigkeiten u.dergl. erforderlich sind.
Mit der neuen Vorrichtung lassen sich auch mühelos Rohre zusammen- oder auseinanderschrauben. Dabei wird der eine Teil im Spannfutter eingespannt und durch den Motor in Drehung versetzt, während der andere mit einer Rohrzange oder dergl. festgehalten wird. Die Rohrzange wird hierbei durch dasselbe Gestänge gehalten wie die Schneidekluppe. Bei stillstehendem Motor wird das Spannfutter entweder durch Selbsthemmung des Getriebes oder durch eine Bremse festgehalten, so dass an der Vorrichtung wie an einem gewöhnlichen Rohrschraubstock gearbeitet werden kann.
Das Ablängen der Rohre auf das genaue Mass erfolgt bisher fast ausschliesslich durch Absägen mit der Metallsäge. Abgesehen von dem verhältnismässig grossen Zeitaufwand und der körperlichen Anstrengung erfordert diese Arbeit auch eine gewisse Übung, wenn ein sauberer rechtwinkliger Schnitt erzielt werden soll. Auch der Verschleiss der Sägebehälter ist besonders bei wenig geübten Hilfskräften recht bedeutend. Auch dieser Arbeitsgang lässt sich
mit Hilfe der neuen Vorrichtung ausführen, indem man eine Abstechvorrichtung entweder am Untergestell oder an der Maschine schwenk- und verschiebbar anordnet oder aber dieselbe ähnlich wie eine Schneidekluppe auf das sich drehende Rohr aufsetzt und durch das Gestänge festhält.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt und zwar zeigt
Abb. 1 eine Seitenansicht
und Abb. 2 eine Vorderansicht der Vorrichtung mit aufgesetzter Schneidkluppe und Haltegestänge.
Durch einen Elektromotor wird mittels eines Riemens 2 eine im Gehäuse 3 befindliche Schnecke angetrieben, die über ein im Lagergehäuse 4 befindliches Schneckenrad das Spannfutter 5 antreibt. Am Untergestell 6 befindet sich eine Auffangschale 7 für das Kühlmittel, das durch eine Pumpe 8 und über eine Rohrleitung 9 zur Kühlung und Schmierung an die Bearbeitungsstellen geleitet wird. Spannfutter 5 und Lagerung 4 sind so ausgebildet, dass das zu bearbeitende Rohr 10 in seiner ganzen Länge durchgeschoben werden kann.
Zum Gewindeschneiden wird die handelsübliche Schneidkluppe 11 über das Rohr 10 geschoben. Der Handhebel 12 greift hierbei in die Gabel 13 des Gestänges 14 ein. Hiernach wird das Rohr 10 durch den Motor 1 in Drehung versetzt. Dann wird die Kluppe 11 von Hand in achsialer Richtung gegen das Rohr 10 gedrückt, bis die Schneidbacken richtig angefasst haben. Nach Erreichen der gewünschten Gewindelänge werden die Backen der Kluppe 11 geöffnet und der Motor 1 wieder abgeschaltet. Durch die drehbare Anordnung des Gestänges 13 kann sich die Kluppe 11 ohne Hemmung in achsialer Richtung bewegen, obwohl sie durch die Gabel 13 zuverlässig an der Drehung gehindert wird.
Für bestimmte Zwecke kann zur Begrenzung der Gewindelänge ein Anstoss-Schalter angeordnet werden, der das Abstellen des Motors bewirkt. Besonders das Schneiden langer Gewinde wird hierdurch noch weiter vereinfacht.
Zum Verschrauben von Rohren wird eine gewöhnliche Rohrzange verwendet, die ebenso wie der Handhebel 12 der Schneidkluppe 11 im Gestänge 13 festgehalten wird, während sich das Rohr 10 dreht.
Die Abstechvorrichtung kann entweder ebenso wie Kluppe und Rohrzange als besonderes Werkzeug angewendet werden oder aber an einem Arm des Untergestells 6 schwenk- und verschiebbar befestigt sein.
Die neue Vorrichtung kann in der oben geschilderten Weise sowohl bei Rohren als auch bei Stangenmaterial verwendet werden.
Claims (5)
1.) Ortsbewegliche Vorrichtung mit Motorantrieb zum Gewindeschneiden, Abstechen und Verschrauben von Rohren und Stangen insbesondere für Installationszwecke, dadurch gekennzeichnet, dass das Werkstück (10) in einem Spannfutter (5) in Drehung versetzt wird, während das Werkzeug (11) - beim Gewindeschneiden und Abstechen mit selbst zentrierender Führung versehen- ohne starre Verbindung mit dem Spannfutter (5) festgehalten wird.
2.) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das beim Arbeiten am Werkzeug (11) auftretende Drehmoment durch ein am Untergestell (6) der Vorrichtung befestigtes Gestänge (14) aufgenommen wird, ohne dass hierbei die beim Gewindeschneiden und Verschrauben erforderliche Bewegung des Werkzeuges (11) in axialer Richtung behindert ist.
3.) Vorrichtung nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Spannfutter (5) bei stillstehenden Motor (1) entweder duch Selbsthemmung des Getriebes oder durch eine Bremseinrichtung festgehalten werden kann.
4.) Vorrichtung nach Anspruch 1 - 3, gekennzeichnet durch einen verstellbaren Anstoss-Schalter, durch den der Motor (1) selbsttätig ausgeschaltet wird, sobald das Gewinde die gewünscht Länge besitzt.
5.) Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das motorisch angetriebene Spannfutter (5) von der Stirnseite der Vorrichtung direkt zugänglich ist.
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