DEP0002128DA - Verfahren zur alkalischen Absorption von nitrosehaltigen Restgasen - Google Patents
Verfahren zur alkalischen Absorption von nitrosehaltigen RestgasenInfo
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Description
Bei der Herstellung von Salpetersäure aus Ammoniak-Verbrennungsgasen wird der größte teil der gebildeten Stickoxyde in der sauren Absorption mit Wasser und Säure ausgewaschen und in HNO(sub)3 übergeführt. Die in den Säuretürmen nicht absorbierten Gase pflegt man einer alkalischen Absorption zuzuführen, um auch die letzten Reste an Stickoxyden noch zu erfassen. Zu diesem Zweck werden die abgehenden Restgase mit einer Sodalösung behandelt. Wenn sich hierbei die Umsetzungsgleichung
NO + NO(sub)2 + NaCO(sub)3 = 2 NaNO(sub)2 + CO(sub)2
einhalten lässt, werden aus den Restgasen gleiche Raumteile Stickstoffdioxyd und Stickoxyd aufgenommen, wobei sich eine besonders glatte und vollständige Absorption der nur noch in sehr geringer Konzentration vorhandenen Stickstoffoxyde erreichen lässt.
Die aus dem letzten Säureturm entweichenden Gase weisen jedoch einen nur sehr geringen Oxydationsgrad auf und enthalten NO(sub)2 und NO im Verhältnis von annähernd 1 : 4 bis 1 : 6. Für eine Absorption im Sinne der oben stehenden Gleichung sind sie daher ungeeignet, weil die Nitrose-Reste überwiegend als NO und nur in geringem Umfang als NO(sub)2 vorliegen.
Es wurde gefunden, dass sich eine schnelle und praktisch vollständige Nitrose-Restabsorption mit Sodalösung durchführen lässt, wenn die zur alkalischen Absorption gehenden Restgase der sauren Absorption durch Zufuhr von Stickstoffdioxyd enthaltenden Gasgemischen oder durch Nachoxydation derart eingestellt werden, dass sie annähernd gleiche Raumteile Stickoxyd (NO) und Stickstoffdioxyd (NO(Sub)2) enthalten.
Besonders vorteilhaft ist es, wenn soviel NO(sub)2-haltige Gase zugemischt werden, dass auf ein Raumteil NO bis zu 1,25 Raumteile NO(sub)2 entfallen.
Das für die Zumischung erforderliche NO(sub)2 kann dem Salpetersäure-Herstellungsbetrieb an verschiedenen Stellen entnommen werden.
Man kann beispielsweise aus einem der Absorptionsanlage vorgeschalteten Verstärkungsturm, d.h. aus einem Turm, wo die nitrosen Gase bei möglichst tiefer Temperatur mit starker Salpetersäure berieselt werden, einen Teilstrom der Gase in die alkalische Absorption einleiten. Die Gase des Verstärkungsturmes enthalten soviel NO(sub)2, dass sich mit ihrer Hilfe die Restgase der sauren Absorption leicht auf ein NO/NO(sub)2-Verhältnis von 1 : 1 bringen lassen.
Das für die erfindungsgemäße Arbeitsweise erforderliche Stickstoffdioxyd kann auch durch Zersetzung des bei der alkalischen Absorption entstehende Natriumnitrits gewonnen werden. Die aus der alkalischen Absorption ablaufende Nitritlösung wird zu diesem Zweck mit Salpetersäure vermischt. Unter Bildung von Natriumnitrat entstehen hierbei Gase, die besonders reich an NO(sub)2 sind. Wenn diese Gase durch ein Gebläse abgesaugt und den Restgasen der sauren Absorption zugemischt werden, ist das erforderliche NO/NO(sub)2-Verhältnis von 1 : 1 bis 1 : 1,25 leicht erreichbar.
Schließlich lässt sich das erfindungsgemäße Stickoxyd-Stickstoffdioxyd-Verhältnis auch dadurch erzeugen, dass die aus der sauren Absorption entweichenden Gase nachoxydiert werden. Dies ist in einfachster Weise dadurch möglich, dass die letzten Türme der Absorptionsanlage als reine Oxydationstürme arbeiten. In diesem Fall wird beispielsweise in den letzten 3 Türmen einer aus 8 Türmen bestehenden Absorptionsanlage nur eine dauernde Zirkulation der Berieselungsflüssigkeit angewandt, ohne dass eine Zufuhr von frischer Flüssigkeit oder eine Entnahme von angereicherter Säure stattfindet. Die Berieselungsflüssigkeit wirkt dann nur als Kühlmittel, und die nitrosen Gase haben ausreichende Zeit zur Oxydation. Ohne zusätzliche Betriebseinrichtungen können die Restgase der sauren Absorption hiermit auf ein NO/NO(sub)2-Verhältnis von 1 : 1 und darüber gebracht werden.
Claims (4)
1.) Verfahren zur alkalischen Absorption von nitrosehaltigen Restgasen, insbesondere bei der Verarbeitung von Ammoniak-Verbrennungsgasen, dadurch gekennzeichnet, dass die zur alkalischen Absorption gehenden Restgase der sauren Absorption durch Zufuhr von Stickstoffdioxyd enthaltenden Gasgemischen oder durch Nachoxydation derart eingestellt werden, dass sie annähernd gleiche Raumteile Stickoxyd (NO) und Stickstoffdioxyd
(NO(sub)2) enthalten.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Restgase der sauren Absorption mit Gasen vermischt werden, die einem der sauren Absorptionsanlage vorgeschalteten Verstärkungsturm entnommen werden.
3.) Verfahren nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Restgase der sauren Absorption mit Gasen vermischt werden, die entstehen, wenn die in der alkalischen Absorption erzeugte Natriumnitritlösung mit Salpetersäure behandelt wird.
4.) Verfahren nach Ansprüchen 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass die letzten Türme der sauren Absorptionsanlage unter dauerndem Kreislauf der Berieselungsflüssigkeit als reine Oxydationstürme betrieben werden.
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