DEM0026296MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCH LAND
Tag der Anmeldung: 2. März 1955 Bekaimtgemacht am 2. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es wurde gefunden, daß organisch substituierte Zinnverbindungen der Formel
worin ι und 2 Reste Rn, Aryl oder Aralkyl, die
ίο übrigen , aliphatisch^ oder hydroaromatische Reste
bedeuten, hervorragende insektizide und akarizide Wirkungen entfalten. Die Erfindung betrifft dementsprechend
ein insektizid und bzw. oder akarizid wirkendes Mittel, das als wirksamen Bestandteil eine
organische Zinnverbindung' der obigen Formel enthält.
Die Reste R können auch weitersubstituiert, insbesondere chlorsubstituiert sein.: Zur Unterstützung
der Wirkung können in dem betreffenden Mittel neben den Wirkstoffen nach der Erfindung natürlich
auch noch andere Insektizide und bzw. oder Akarizide vorhanden sein.
Die durch obige Formel gekennzeichneten organischen Zinnverbindungen stellen zum größten Teil
bei gewöhnlicher Temperatur Ölige Flüssigkeiten dar, die zur praktischen Verwendung in die üblichen
Anwendungsformen von Schädlingsbekämpfungsmitteln gebracht werden müssen. Hierzu gehören z. B.
Spritzmittel in Form wäßriger. Emulsionen oder zur Herstellung derselben geeignete Pasten bzw. Pulvermischungen,
ferner Streu- oder Stäubepulver nach Aufbringung der Wirkstoffe ? auf passende Trägersubstanzen,
verdüsbare Lösungen in organischen Lösungsmitteln usw.; Zur Herstellung .dieser Zubereitungen
sind die üblichen Verfahren und Zusatz-
'609 577/469
M 26296 IVaI 451
stoffe (wie ζ. B. inerte oder wirksame feste bzw. flüssige, verstäubbare oder verdüsbare Füllstoffe oder
Lösungsmittel, Emulgatoren, Netz- und Bindemittel, zu Flüssigkeiten komprimierte Gase, Färb- und
Geruchsstoffe) anzuwenden. Die so hergestellten Mittel können auf allen Gebieten der Schädlingsbekämpfung,
insbesondere der Insekten- und Milbenbekämpfung, zu hygienischen Zwecken, im Vorratsschutz und im Pflanzenschutz angewendet werden.
ίο Die Herstellung der eingangs charakterisierten
Wirkstoffe erfolgt nach den für die Herstellung organischer Zinnverbindungen bekannten Verfahren,
vorzugsweise durch Umsetzung der Aryl- bzw. Alkyl-Zinnhalogenide
mit den Grignard-Verbindungen der gewünschten weiteren Substituenten. An zwei Beispielen
sei dieses Verfahren erläutert:
i. Zu einer aus 57,6 g p-Chlorbrombenzol hergestellten
Lösung von p-Chlorphenylmagnesiumbromid in absolutem Äther werden 45,6 g Di-n-butylzinn-
dichlorid in wenig absolutem Äther so zugetropft, daß der Äther dauernd siedet. Anschließend wird
unter Rühren ι weitere Stünde am Rückflüßkühler gekocht, abgekühlt, auf Eis gegossen, die ätherische
Schicht abgetrennt und die wäßrige Schicht erneut ausgeäthert. Die vereinigten Ätherlösungen werden
getrocknet und eingedampft. Der Rückstand liefert durch Vakuumdestillation 44 g Di-n-butyl-di-p-chlorphenylzinn
vom Kp. 172 bis 1730 (bei 0,03 Torr).
2. Wie im Beispiel 1 beschrieben, wird hier die
Grignard-Verbindung aus p-Chlorbrombenzol mit der äquivalenten Menge Triäthylzinnchlorid in absolutem
Äther umgesetzt und aufgearbeitet. Die ätherischen Lösungen werden vereinigt, mit wäßriger Kaliumfluoridlösung
ausgeschüttelt, getrocknet und abdestilliert. Das erhaltene Triäthyl-p-chlorphenylzinn
siedet bei 100 bis 1030 (bei 0,1 Torr).
Analog wurden unter anderem die in folgender Tabelle beschriebenen, unter die Erfindung fallenden
meist neuen Wirkstoffe hergestellt und durch ihre Vakuumsiedepunkte charakterisiert.
| Chemische | Konstitution nach der Formel imi | , R3 | Anspruch 1 ' | C2H5 | Kp. | |
| Nr. | C2H5 | |||||
| Ri | R2 | ■ R4 | C2H5 | nicht analysenrein | ||
| I | C6H5 | C6H6 | Cyclopentamethylen | CH3 | 173712 Torr | |
| 2 | C6H5 | C6H5 | C2H5 | C2H5 | 13270,01 Torr | |
| 3 | CH2C6H5 | CH2C6H5 | C2H5 | n-C4H9 | 100:—10370,1 Torr | |
| 4 | C6H4Cl | C2H5 | C2H5 | 145—14670,05 Torr | ||
| 5 | C6H4Cl | C6H4Cl | CH3 | 151—15370,02 Torr | ||
| 6 | C6H4Cl | C6H4Cl | C2H5 | 172—17370,03 Torr | ||
| 7 | C6H4Cl | C6H4Cl | 11-C4H9 |
Der besondere Vorteil der Mittel nach der Erfindung besteht in ihrer guten Wirksamkeit gegen Insekten
und gleichzeitig gegen Milben, die zu den Spinnentieren gehören und gegen welche viele bisher bekannte
Insektizide nur ungenügende Wirkung entfalten. Einzelne Vertreter der Wirkstoffe nach der Erfindung
besitzen daneben noch bemerkenswerte larvizide und ovizide Wirksamkeit. Aus den im folgenden beschriebenen
Versuchen, in welchen die Wirkstoffe nach der Erfindung mit den Nummern obiger Tabelle gekennzeichnet
sind, geht hervor, daß sie beim Vergleich sowohl mit den besten bisher bekannten Insektiziden
als auch mit den besten Spezialmitteln zur Milbenbekämpfung sehr gut abschneiden. Als Vergleichssubstanz für bekannte Insektizide wurden y-Hexachlorcyclohexän
(mit HCH bezeichnet) und Dichlordiphenyltrichloräthan (DDT), als spezielles Akarizid
wurde p-Chlorphenylbenzol-sulfonat (PCPBS) gewählt.
Versuch 1
Die angegebenen Mengen an Substanz wurden in Acetonlösung auf Filtrierpapierblätter von 65 cm2
Fläche gebracht, das Lösungsmittel verdampft und das Filtrierpapier in eine Petrischale gelegt. Jeweils
zehn Stubenfliegen (Musca domestica) normaler Insektizidempfindlichkeit wurden hinzugesetzt und
die Zahl der toten Versuchstiere nach 24 Stunden festgestellt.
Das arithmetische Mittel aus fünf in gleicher Weise durchgeführten Versuchen wurde gewertet.
| Substanz | mg Substanz | •!/„-Mortalität nach 24 Stunden |
| HCH | 1,0 | 100 |
| 0,1 | 100 | |
| 0,01 | 60 | |
| DDT | 10,0 | 100 |
| 1,0 | 100 | |
| 0,1 | ■V- 55 ;. | |
| Nr. 2 | 1,0 | 100 |
| 0,1 | 100 | |
| 0,01 | 40 | |
| Nr. 3 | 10,0 | 100 |
| i.o | 100 | |
| 0,1 | 20 | |
| Nr. 4 | 1,0 | 100 |
| 0,1 | 100 | |
| 0,01 | IO | |
| Nr. 5 ■ . | 10,0 | 100 |
| 1,0 | 100 | |
| 0,1 | 20 | |
| ■■' ■■ Kontrolle | — ■ | O : |
577/4»
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Versuch 2
Die Versuchsmethodik war die gleiche wie bei Versuch i, jedoch wurden die Fliegen durch je fünfzehn
Kornkäfer (Calandra granaria) ersetzt.
| Substanz | mg Substanz | »/„-Mortalität nach 24 Stunden |
| HCH | 1,0 | 100 |
| 0,1 | 100 | |
| 0,01 | 33 | |
| Nr. 2 | 10,0 | 100 |
| 1,0 | 100 | |
| 0,1 | 19 | |
| Nr. 3 | 10,0 | 100 |
| 1,0 | 55 | |
| 0,1 | 17 | |
| Nr. 4 | 10,0 | 100 |
| 1,0 | 100 | |
| 0,1 | 17 | |
| - Kontrolle | — | *7 |
Versuch 3
Die Verbindungen wurden in Aceton gelöst auf die Innenfläche eines Hohlschliff Objektträgers aufgebracht,
das Lösungsmittel verdampft und ein unbegiftetes Deckglas aufgeklebt. Es wurden so Mikrokäfige gewonnen,
deren konkave Hälften mit bestimmten Mengen Substanz ausgekleidet waren. Je fünfzig Milben
(Tyrophagus dimidiatus) wurden eingesetzt und diejenige Substanzmenge (ausgedrückt in mg/100 cm2
Oberfläche) festgestellt, die zur Abtötung von 50% der Milben innerhalb von 4 bzw. 24 Stunden bei 250
nötig ist. Zum Vergleich wurde das bekannte Akarizid p-Chlorphenylbenzol-sulfonat = PCPBS mitgeprüft.
Die Verbindungen nach vorliegender Erfindung eignen sich nicht nur als Fraß- bzw. Berührungsgifte
zur Schädlingsbekämpfung, sondern sie besitzen auch
| Substanz | DL 50 in mg | pro 100 cm2 |
| nach 4 Stunden | nach 24 Stunden | |
| Nr. I | 0,013 | 0,01 |
| Nr. 3 | 0,025 | 0,02 |
| Nr. 4 | O,6o | 0,01 |
| Nr. 6 | 0,007 | 0,004 |
| PCPBS | o,54 | 0,01 |
Substanz
Nr. 2
Nr. 4
y-HCH
Nr. 4
y-HCH
10 mg
%-Mortalität
I ι mg I o,i mg
I ι mg I o,i mg
95
100
100
100
100
100
100
100
20
25
75
beträchtliche Wirkung als Atmungsgift, wie aus folgendem Versuch hervorgeht.
Versuch 4
Die angegebenen Mengen Substanz wurden in Acetonlösung auf Filtrierpapierblätter von 65 cm2
Fläche gebracht, das Lösungsmittel verdampft und das Filtrierpapier in eine Petrischale gelegt. Jeweils
zehn Stubenfliegen normaler Insektizidempfindlichkeit wurden in einem Gazekäfig 1 cm über den begifteten
Filterblättern gehalten und nach 4 Stunden die Zahl der toten Versuchstiere festgestellt und in
"/,,-Mortalität angegeben. Das arithmetische Mittel
aus fünf in gleicher Weise durchgeführten Versuchen ergab:
In der deutschen Patentschrift.485 646 sind Tetrabenzylzinn
und Tetraphenylzinn als Mottenschutzmittel genannt. Diese Verbindungen wirken jedoch
nur fraßvergällend und besitzen keine ausgesprochene insektizide oder akarizide Wirksamkeit, wie durch
besondere Versuche festgestellt wurde.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Schädlingsbekämpfungsmittel mit insektizider und akarizider Wirkung, gekennzeichnet durch einen Gehalt an organischen Zinnverbindungen der Formelworin 1 und 2 Substituenten Rn, Aryl- oder Aralkylreste bedeuten, die weitersubstituiert, vorzugsweise chloriert sein können, und die übrigen Substituenten aliphatisch^ oderhydroaromatische Reste darstellen.
- 2. Schädlingsbekämpfungsmittel nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß die genannte organische Zinnverbindung neben anderen an sich bekannten insektizid und/oder akarizid wirksamen Stoffen vorhanden ist.1 609' 577/4S9· 7.56
Family
ID=
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