DEF0014911MA - - Google Patents

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DEF0014911MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 8. Juni 1954 Bekanntgemacht am: 1. September 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Unter den antibiotischen Substanzen, die in den
letzten Jahren in die Therapie eingeführt wurden, hat das 5-rOxytetracyclin (»Terramycin«·) infolge seines breiten Wirkungsspektrums eine besondere Bedeutung
erlangt. . ■ . . ·
Das 5-Oxytetracyclin wird hergestellt durch Züchtung eines speziellen Streptomycesstammes, der in Amerika aufgefunden und als Streptomyces rimosus bezeichnet wurde (vgl. die USA.-Patentschrift 2 516 080 ίο und die deutsche Patentschrift 862647).
Es ist nun gelungen, aus einer asiatischen Bodenprobe einen Streptomycetenstamm zu isolieren, der unter geeigneten Züchtungsbedingungen in guter Ausbeute das 5-Oxytetracyclin (»Terramycin«) bildet und der von dem bekannten Streptomyces rimosus sowohl physiologisch als auch morphologisch verschieden ist.
Dieser Stamm zeichnet sich durch rasches Wachs^ tum und rasche Antibioticabildung bei besonderer Anspruchslosigkeit hinsichtlich des Nährsubstrates aus, so daß bei der Erzeugung des Antibioticums mit sehr billigen Nährböden gearbeitet werden kann.
Der neu aufgefundene Stamm wird in der Sammlung der Patentinhaberin als Stamm 998 geführt und im folgenden als Streptomyces nov. spec. 998 bezeichnet.
In Anlehnung an die Bestimmungstafeln des Werkes von Bergey »Manual of Determinative
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F 14911 IV α /30 h
Bacteriology«, 6. Auflage, Seite 929 bis 933 sind in der Tabelle τ die Kulturcharakteristiken des Streptomycesstanimes nov. spec. 998 zusammengestellt.
Tabelle 2 zeigt die charakteristischen Unterschiede zwischen dem Stamm 998 und dem bekannten Streptomycin rimosus.
Die Züchtung des Streptomyces nov. spec. 998 zur Gewinnung von 5-Oxy tetracyclin erfolgt in der für die Antibioticaherstellung üblichen Weise, d. h. durch Ferment ierung unter Kühren und Belüftung auf einem Nährboden, der eine Kohlehydratquclle, z. B. Zucker, Stärke oder Glycerin, und eine anorganische oder organische Stickstoffquelle, z. B. Sojabohnenmehl, Distillers solubles, Cornsteep liquor, weiterhin Mineralsalze und Antischaummittel, enthält. Nach beendet cm Wachstum wird das Mycel abgetrennt und das Antibioticum in an sich bekannter Weise aus dem Kulturliltrat gewonnen.
Beispiel 1
Gewinnung des Impfmaterials:
Zur Anzucht des Impfmaterials dient der nachfolgend aufgeführte Nährboden:
Cornsteep liquor 10 g
Stärke 10 g
NaCl 5 g
CaCO., iog
Aq. (lest 1000 ecm
100 bzw. 50c ecm dieses Nährbodens werden nach Einstellen auf pn 7 in 300 ecm — bzw. 2000 ecm — Eiienmeyerkolben abgefüllt und 30 Minuten bei 1270 sterilisiert. Nach dem Abkühlen erfolgt die Beimpfung mit der Abschwemmung einer Schrägagarkultur des Stammes 998. Die Kultivierung erfolgt bei 250 auf einer Schüttehnaschine mit 200 U/min.
Von dem Nährboden folgender Zusammensetzung:
Sojaschrot 15 g
Cornsteep liquor 15 g
Stärke 15 g
(ΝΗ,ΐ,ΙΓΡΟ, 2 g
KH,, PO., 2 g
MrSO4-H8O 0,25 g
CaCO., 5 g
Aq. dest 1000 ecm
werden 10 1 in einen 30 1 fassenden Fermenter eingefülll, der pu-Wert mit Natronlauge auf 7,2 eingestellt und 30 Minuten bei 1270 autoklaviert. Nach dem Abkühlen (p„ 6,8) erfolgt die Beimpfung mit einer 2 Tage alten Schüttelkultur wie unter Absatz 1 beschrieben, wobei die Impfmenge etwa 1 bis 2°/0 des Fermentierinhaltes beträgt. Nach kräftigem Belüften unter ständigem Rühren (460 U/min) enthält die Nährlösung nach 48stündiger Kulturdauer etwa 500 bis 600 γ 5-Oxytetracyclinhydrochlorid/ccm.
Die Kulturlösung wird nach Abtrennung des Mycels gekühlt und mit 250 g Kochsalz je Liter versetzt. Die Extraktion der 8-1-Lösung erfolgt bei p„ 8 mit 40% des Volumens n-Butanol. Die extrahierte Kulturlösung ist praktisch inaktiv. Zur Entfernung von Begleitstoffen wird das Butanol zweimal mit 300 ecm destilliertem Wasser gewaschen und dann bei 500 Badtemperatur im Vakuum auf 1Z10 des Volumens eingeengt. Der ausgefallene inaktive Niederschlag wird abgetrennt und die butanolische Lösung fünfmal mit je 50 ecm n/10 Salzsäure durchgewaschen. Danach wird die saure wäßrige Phase durch Zusatz eines Ionenaustauschers (z. B. Lewatit M I) auf pn 3,5 eingestellt und mit Hilfe der Gefriertrocknung vom Wasser befreit. Die Ausbeute beträgt 6 g mit einer Aktivität von 500 γ s-Oxytetracyclinhydrochlorid/mg. Aus diesem Material läßt sich durch Behandlung mit methanolischer Salzsäure das kristallisierte 5-Oxytetracyclinhydrochlorid gewinnen.
Beispiel 2
40 1 einer gemäß Beispiel 1 gewonnenen und vom Mycel befreiten Kulturlösung werden gekühlt und mit 250 g Kochsalz je Liter versetzt. Die Aktivität entspricht einem Gehalt von 600 γ 5-Oxytetracyclinhydrochlorid/ccm. Nach Extraktion mit 16 1 n-Butanol enthält die Kulturlösung nur noch 15 y/cem. Die butanolische Lösung wird mit zweimal 2 1 destilliertem Wasser gewaschen und im Vakuum bei 50° Badtemperatur auf 1Z20 des Volumens eingeengt. Das ausgefallene inaktive Material wird abgetrennt. Nach Zugabe von 1,5 1 peroxydfreiem Äther fällt schwach aktives Material aus. Durch weitere 6 1 Äther erhält man 24 g einer Fällung, die ~ 700 γ 5-Oxytetracyclinhydrochlorid/mg enthält. Aus diesem Produkt erhält man durch Behandlung mit methanolischer Salzsäure nach bekannten Verfahren das kristallisierte 5-Oxytetracyclinhydrochlorid.
Beispiel 3
Gewinnung des Impfmaterials:
Zur Aufzucht des Impfmaterials dient der nachfolgend aufgeführte Nährboden:
Cornsteep liquor 1 °/0
Rohrzucker 3 °/0
Maiskeimlingsmehl 1 °/o
(NH4J2SO4 0,3 %
ZnSO4-7 H.,0 0,003%
CaCO3 0,4 %.
Je 400 ecm dieses Nährbodens werden in i-1-Erlenmeyerkolben abgefüllt, 45 Minuten bei 121° sterilisiert, nach dem Abkühlen (30°) mit der Abschwemmung einer 10 bis 14 Tage alten, unversporten Haferschrägagarkultur beimpft und 30 Stunden bei 260 und 200 U/min geschüttelt.
Von dem gleichen, für das Impfmaterial benutzten Nährboden werden 10 1 in einen 30 1 fassenden Fermenter eingefüllt und ohne besondere Einstellung des pn-Wertes 60 Minuten bei 1210 autoklaviert. Nach dem Abkühlen zeigt die Lösung einen pH-Wert von 7. Nun erfolgt die Beimpfung mit 200 ecm des oben beschriebenen Impfmaterials. Nach göstündiger Kulturdauer bei 290 unter Rühren (400 U/min) und Luftzufuhr (50 lLuft je Liter Flüssigkeit je Stunde), wobei der pn-Wert innerhalb der Grenzen von 6,3 bis 7 gehalten werden muß, enthält die Kulturlösung nach Säurebehandlung 16207/ccm 5-Oxy tetracyclin.
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F 14911 IVa/30 h
Kulturcharaktenstica des Streptomyces nov. spec. 998 Tabelle 1
Nährboden
Glukose-Asparagin-
Agar
Gelatine-Platten
Lackmus-Milch
Glukose-Agar
Nähr-Agar
35 Kartoffel
scheibe
40 Möhren
scheibe
45 Calcium-
Malat-Agar
50 Stärke-Agar
Synth.
Nährboden
Cellulose-Agar
Nitrat- .
Nährlösung
Wachstumsgrad
mäßig, Kolonie flach, dem Nährboden anliegend, bei 370 milchigweiß gefärbt, bei 250 dagegen kremfarben und besseres Wachstum
sehr spärlich, Kolonie untergetaucht
gut, teilweise Deckenbildung
sehr gut, bei Zimmertemperatur schwarzbraun gefärbt, bei 370 eine noch intensivere Dunkelfärbung
bei 20° Wachstum mäßig, milchigweiß gefärbte Kolonien. Gutes Wachstum bei 370, wobei die Kolonien dunkelbraun-schwarzbraun gefärbt sind
gut — sehr gut, bei Zimmertemperatur graubraun, bei 37° dunkelbraun bis schwarzbraun gefärbt. Kolonienoberfläche in beiden
Fällen gekräuselt
gut, bei Zimmertemperatur braun, bei 370 dunkelbraun gefärbte Kolonien
schwach bei 20°, schmutzigbraun gefärbt, bei 300 jedoch sehr gutes Wachstum und intensiv dunkelbraun gefärbt
schwach, sowohl bei 20° als auch bei 37°. Kolonie in beiden Fällen milchigweiß bis kremfarben, Oberfläche glatt
gut, bei Zimmertemperatur mittelbraun-rotbraun, bei 37° graubraun gefärbt
nur ganz schwaches Wachstum, ■ milchigweiß
gut, flockig, untergetaucht, bei 37° besser als bei Zimmertemperatur
Luftmycel und Sporen
fehlen
fehlen fehlen
fehlen
fehlen
fehlen
fehlen fehlen
fehlen
fehlen
fehlen fehlen
Lösl. Pigment
fehlt
fehlt
fehlt
dunkelbraun
fehlt
fehlt
fehlt
humusfarben
fehlt
dunkelbraun,
jedoch nur bei
370 gebildet
gelbbraun bis
humusfarben
Bemerkungen
Kolonie zeigt nie Risse oder Sprünge
Gelatineverflüssigung mäßig
starke Koagulation und 80 anschließende Peptonisierung, wobei der letztere Vorgang bei 20° bedeutend schneller verläuft als bei 370 85
Stärkehydrolyse in beiden Fällen gleich stark, sehr stark und 115 äußerst rasch
kein Celluloseabbau
Nitratreduktion fehlt 125
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Tabelle 2
Unterschiede zwischen Strept. rimosus und Strept. nov. spec. 998
Nithrbodfii
Strept. rimosus Strept. nov. spec. 998
Lackmus-Milch
Stärke-Agar
Calcium-Malal-Agar
ao Glukose-Asparagin-Agar
Gelatine-Nährboden
Magennilch-Agar ..
Nitrat-Nährlösung ..
Synth. Nährboden ...
Sporenbildung
Farbstof'fbildung
Färbung der Kolonie.
Milch wird weder hydrolysiert noch peptonisiert
Stärkehydrolyse bei Zimmertemperatur wesentlich stärker als bei
Verhältnis Kolonie- 0 zu Hydrolysezonen-
bei Zimmertemperatur 28 : bei 37° 30 :
kein lösliches Pigment
Luftmycel und Sporen vorhanden
Luftmycel vorhanden
Kaseinabbau bei 370 besser als bei Zimmertemperatur
Verhältnis Kolonie-0 zu Zonen-0 bei Zimmertemperatur 20 : bei 37° 20 :
Nitratreduktion positiv
keine Farbstoffproduktion
in einigen Fällen vorhanden
spärlich — schwachgelb
gelb bis ocker, jedoch nie dunkelbraun oder schwarzbraun
Milch wird nach Koagulation peptonisiert
Stärkehydrolyse bei Zimmertemperatur
und 370 gleich stark
Verhältnis Kolonie- 0 zu Zonen- 0
bei Zimmertemperatur 19 : 50
bei 37° 20 : 54
dunkelbraunes humusfarbenes,
lösliches Pigment
Luftmycel und Sporen fehlen
kein Luftmycel vorhanden
Kaseinabbau bei Zimmertemperatur
besser als bei 370
Verhältnis Kolonie-0 zu Zonen-0
bei Zimmertemperatur 24 : 52
bei 37° 23 : 29
Nitratreduktion negativ
bei 370 dunkelbraune Farbstoffbildung
auf keinem der verwendeten Nährböden vorhanden
dunkelbraun-humusfarben
in zahlreichen Fällen dunkelbraun bis tiefschwarzbraun gefärbt, besonders intensiv bei 370
Bei der Säurebehandlung wird die Kulturlösung mit Salzsäure auf P]| 2 eingestellt, 30 Minuten gerührt und danach das Mycel abfiltriert.
Zur Aufarbeitung wird die vom Mycel befreite, vorher aufgeschlossene Kulturlösung mit Salzsäure auf einen pH-Wert von 1,5 bis 1,8 eingestellt; 37,5 ecm 2o"/0iger Eisen(IIl)-chloridlösung werden zugesetzt und nach 5 Minuten 440 ecm einer 5%igen NatriumdodecylsiilfaÜösung unter Rühren eingetragen. Nach kurzer Stehzeit wird der entstandene Niederschlag ab/entrifugierl. Im Anschluß daran suspendiert man den Niederschlag in 250 ecm n/2 Salzsäure, fügt 75 g des Tetranatriumsalzes der Diaminoäthylentetraessigsäure hinzu, stellt den ρ,,-Wert der Suspension auf 2 ein, setzt 50 g Kochsalz hinzu und versetzt mit 450 ecm Hutanol.
Nach inniger Durchmischung werden die Schichten getrennt, und die wäßrige Phase wird mit 50 ecm Butanol naeliextrahiert. Die Butanolphase wird mit 25 ecm 2Ou/„iger Kochsalzlösung in n/100 Salzsäure naehgewaschen und der Butanolextrakt im Vakuum
bei einer 40° nicht übersteigenden Temperatur bis zur Hälfte eingeengt, der entstandene Niederschlag abgeschleudert, mit Butanol ausgewaschen, das Waschbutanol zur Hauptmenge gegeben und zur Trockne gebracht. no
Der trockene Butanolrückstand wird in 100 ecm Methanol gelöst, und in die methanolische Lösung werden unter Kühlen und Rühren langsam 15 ecm konzentrierte Salzsäure eingetragen. Nach mehrstündigem Stehen wird der Kristallbrei abgesaugt und mit Isopropylalkohol und Äther naehgewaschen.
Man erhält 15 g kristallines 5-Oxytetracyclinhydrochlorid.

Claims (1)

  1. Patentanspruch: iao
    Die Verwendung des Stammes Streptomyces nov. spec. 998 zur Herstellung von 5-Oxytetracyclin durch Züchtung in wäßriger Nährlösung unter aeroben Bedingungen, vorzugsweise in Submerskultur und Gewinnung des 5-Oxytetracyclins aus der Kulturlösung in an sich bekannter Weise.
    © 509 546/80 8.

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