DEC0010573MA - - Google Patents

Info

Publication number
DEC0010573MA
DEC0010573MA DEC0010573MA DE C0010573M A DEC0010573M A DE C0010573MA DE C0010573M A DEC0010573M A DE C0010573MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
factor
extracts
effect
echinacea
active ingredient
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)

Links

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 14. Januar 1955 Bekanntgemacht am 19. April 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, daß die Auszüge aus Echinaceen stimulierende Wirkungen auf den Warmblüterorganismus ausüben. Die Extrakte werden meist in Form von wäßrigen Vollauszügen aus den frischen blühenden Pflanzen erhalten (vgl.: Madaus, Lehrbuch der biologischen Heilmittel, Abt. I Heilpflanzen, S. 1248 bis 1253). Die arzneilich wertvollen Eigenschaften der Vollauszüge liegen in zwei verschiedenen Wirkungsrichtungen, nämlich einer Cortison-ähnlichen, umstimmenden, »Stress«-Wirkung einerseits und einer Antihyaluronidase-Wirkung andererseits. In bestimmten Fällen ist es nicht vorteilhaft, daß die Echinaceen-Extrakte die vorerwähnten verschiedenen Wirkungsrichtungen nebeneinander besitzen. Die Echinaoeen-Extrakte lassen sich nur schwer in einen trockenen, für eine weitere pharmazeutische Verarbeitung günstigen Zustand überführen. So gelangt man bei Anwendung der sogenannten Gefriertrocknung nicht zu einem festen, sondern zu einem dunkelbraunen, schmierigen Endprodukt. Auch diese Tatsache beeinträchtigt die Anwendung der Echinaceen-Extrakte, da die Verwendung von flüssigen Konzentraten nicht immer gewünscht wird. .
In den Patentanmeldungen C 5950 IVa/30h und C 6974 IVa/30h wurde gezeigt, daß die Echinaceen-Extrakte befähigt sind, die Haltbarkeit von Lösungen und Suspensionen Von antibiotischen Stoffen und die Wirkung dieser Stoffe zu ver-
609 506/287
C 10573 IVa/30h
bessern, wobei u. a. auch der Blutspiegel und die Depotwirkung im günstigen Sinne beeinflußt werden, und daß Lösungen bzw. Suspensionen, die ein
, Antibiotikum .· und einen Echinaceen-Extrakt enthalten, in phärmakologisch wertvolle Trockenpräparate übergeführt werden können.
Es wurde nun gefunden, daß die Echinaceen-Extrakte zwei verschiedene Wirkstoffe enthalten, von denen der eine Wirkstoff (hiernach als
ίο »Faktor A« bezeichnet) vorwiegend die »Stress«- Wirkung und die pyrogenen Eigenschaften besitzt, während der andere Wirkstoff (hiernach »Faktor B« genannt) vorwiegend die Antihyaluronidase-Wirkung hat und sehr geeignet ist, über eine Resorptionsverzögerung bestimmte Arzneimittel, zu' entgiften ,oder ihre Wirkungsdauer zu , verlängern. Das den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildende Trennungsverfahren beruht auf der Erkenntnis, daß der Faktor A sich durch starke Basen, vorzugsweise Alkali- oder Erdalkali-Hydroxyde, aus den wäßrigen Vollauszügen ausfällen :läßt und daß der Faktor B aus der ,Restlösung dadurch isoliert werden kann, daß die Restlösung mit solchen organischen Stoffen versetzt wird, die sich im Wasser auflösen, aber für den Faktor B ein schlechtes Lösungsvermögen besitzen. Als organische Stoffe dieser Art können beispielsweise niedrige aliphatische Alkohole, wie Methanol oder . Ketone, wie Aceton oder deren Gemische, verwendet werden.
Die chemische Natur der Faktoren A und B ist
noch nicht bekannt. Wahrscheinlich handelt es sich • bei dem Faktor A um einen Körper mit basischer Natur, der in dem einen pH-Wert von etwa 4 besitzenden Echinaceen-Extrakt löslich ist, jedoch aus dem Extrakt durch stärkere Basen, wie Alkalioder Erdalkali-Hydroxyde, ausgefällt wird. Der Faktor A läßt sich ohne Schwierigkeiten in eine haltbare, trockene Form überführen. Wenn man den Faktor A nach seiner Reindarstellung wieder in Wasser lösen will, fügt man zweckmäßig eine Säure oder ein Puffersalz hinzu, so daß der Säuregrad der Lösung auf einen pH-Wert von etwa 4 bis 5 gebracht wird. Geeignete Puffersalze sind
z. B. saure Phosphate, primäres Natriumzitrat und andere saure Salze. Der Faktor A besitzt in Form von Lösungen, vorzugsweise von wäßrigen Lösungen, die beste Wirksamkeit. Man kann ihn auch in Form von Suspensionen anwenden, jedoch ist seine Wirkung in dieser Form weniger günstig. Der Faktor A führt mittels i. v. Applikation beim Kaninchen bei Anwendung einer Menge von, etwa ' 3)3 iiig/kg zu einer regelmäßigen Temperatursteigerung von 1 bis 1,5° für etwa 4 bis 6 Stunden. Vergleichsweise werden etwa 500 mg/kg des flüssigen Originalextraktes gebraucht.
Der Faktor B läßt sich gleichfalls ohne Schwierigkeiten isolieren und trocknen und stellt in dieser Form ein nahezu weißes, homogenes Pulver dar.
Der Faktor B ist sehr gut wasserlöslich. Er besitzt, wie bereits erwähnt wurde, vorwiegend eine Antihyaluronidase-Wirkung. ' Die Antihyaluronidase-Wirkung des Faktors B wird bei Anwendung von ι bis 2 mg/20 g Maus sichtbar. Vergleichsweise werden etwa 500 mg/20 g Maus des flüssigen Originalextraktes benötigt.
Das Mengenverhältnis, in dem die Faktoren A und B sich aus den Originalextrakten isolieren lassen, beträgt etwa 1 :8,5 bis 9.
Toxische Wirkungen sind bei beiden Faktoren nicht zu beobachten, obwohl im Tierversuch vom Faktor A bis zu 1000 mg/kg und vom Faktor B bis zu 2000 mg/kg subkutan| der weißen Maus verabreicht wurden. Offenbar sind beide Faktoren sehr ungiftig. Für die therapeutische Anwendung der beiden Faktoren ist wesentlich, daß die zum Teil bestehende antagonistische Wirkung der beiden Faktoren durch die Trennung beseitigt wird, die Wirksamkeit der-reinen Faktoren also größer ist als die der entsprechenden Menge des Originalextraktes. Dies gilt vor allem für die gewebeabdichtende Wirkung und die damit zusammenhängende Wirküngsverlängerung und Entgiftung gewisser Arzneimittel durch den Faktor B.
Beide Faktoren enthalten anorganische Bestand-•teile, die wenigstens zum Teil wahrscheinlich aus dem Herstellungsprozeß herrühren, sowie Kohlenstoff, Wasserstoff, Sauerstoff, Stickstoff und keine Halogene. Während der Faktor A schwefelfrei ist, enthält der Faktor B relativ viel Schwefel.
Die Faktoren A und B sind nicht nur als Komponenten wertvoll, sondern können vorteilhaft auch in Kombination mit anderen Heilmitteln, wie Penicillin oder anderen antibiotischen Stoffen angewendet werden.
Beispiel:
, 100 ecm des wäßrigen Echinaceen-Extraktes in konzentrierter Form (der einen pH-Wert von 4 hat) werden mit 200 mg festem Natriumhydroxyd versetzt. Schon beim Auflösen des Hydroxyds beginnt sich ein flockiger Niederschlag abzuscheiden. Man läßt 36 Minuten bei Zimmertemperatur stehen und zentrifugiert dann den Niederschlag (Substanz A) von der alkalischen Lösung (pH 11 bis 12) ab. Die Substanz A wird mit Aceton gewaschen und im Vakuum . über Phosphorpentoxyd und Kaliumhydroxyd getrocknet. Die alkalische Lösung wird im Vakuum bei einer Badtemperatur von 6o° auf 5% ihres Ausgangsvolumens eingeengt. Zu dem so erhaltenen dunkelgelben Konzentrat gibt man nach Abkühlen 30 ecm Methanol und anschließend 100 ecm gekühltes Aceton, wobei ein hellgelber, flockiger Niederschlag ausfällt, der abzentrifugiert, mit Aceton gewaschen und im Vakuum über Phosphorpentoxyd und Kaliumhydroxyd getrocknet ein nahezu weißes, homogenes Pulver darstellt (Substanz B).' Beide Substanzen, A und B, besitzen keinen definierten Schmelzpunkt, sondern zersetzen sich bei Erwärmen auf etwa 2000 unter Schwarzfärbung.
B e i s pie I 2
Man verfährt wie bei Beispiel 1, verwendet jedoch eine gesättigte wäßrige Lösung von 300 mg Calciumhydroxyd an Stelle des Natriumhydroxyds.
506/287
C 10573 IVa/30 h
Die Antihyaluronidase-Wirkung des Faktors B wird durch den folgenden Versuch gezeigt.
Eine o,5°/oige Lösung von salzsaurem Procain in physiologischer Kochsalzlösung wird mit ι % des Faktors B versetzt. Die Dauer der lokalanästetischen Wirkung wird dadurch unter geeigneten Bedingungen im Vergleich zur Wirkung der Procain-Lösung als solcher auf etwa die doppelte Zeit erhöht.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Verfahren zur Gewinnung eines Wirkstoffes aus Extrakten von Echinaceen-Arten, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrigen Vollauszüge aus Echinaceen-Arten mit einer starken Base, vorzugsweise einem Alkali- oder einem Erdalkali-Hydroxyd, versetzt werden und das ausfällende Produkt isoliert wird.
  2. 2. Verfahren zur Gewinnung eines weiteren Wirkstoffes aus Extrakten von Echinaceen-Arten, dadurch gekennzeichnet, daß die gemäß dem Anspruch 1 erhaltene Restlösung mit organischen Stoffen versetzt wird, die wasserlöslich sind und den Faktor B zu fällen vermögen, vorzugsweise mit niedrigen aliphatischen Aikoholen oder Ketonen.

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2117429A1 (de) Verfahren zur Gewinnung eines vasoaktiven Arzneimittels aus den Blättern von Ginkgo biloba und Arzneipräparate
DE2234474B2 (de) Verfahren zur Herstellung fein verteilter Mikropartikel von Tyrosin mit einem Gehalt eines darin dispergierten Allergens und diese Produkte enthaltende Arzneipräparate
DE950674C (de) Verfahren zur Gewinnung von Wirkstoffen aus waessrigen Extrakten von Echinaceen-Arten
DE2805224A1 (de) Verfahren zur erzeugung der aktiven substanz eines antilithiaticums, das antilithiaticum und dessen anwendung zur behandlung von nierensteinleiden
DEC0010573MA (de)
DE3000521A1 (de) Substanz mit interferon induzierender aktivitaet sowie verfahren zu ihrer herstellung
Tsuzuki SYNTHESE EINIGER BRÜCKENDERIVATE DER WEINSÄURE DURCH ACETALISIERUNG IHRER ESTER MIT ACETON, ACETALDEHYD AND FORMALDEHYD
DE1467743A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines Praeparats mit verlaengerter Vitamin B 12-Wirkung
DE657129C (de) Verfahren zur Herstellung von Loesungen oder Extrakten aus Bakterien, Pollen oder sonstigen pflanzlichen Zellen
DE977478C (de) Verfahren zur Herstellung injizierbarer Insulinpraeparate mit verzoegerter Wirkung
DE820788C (de) Verfahren zur Herstellung eines Hefe-Leberpraeparates
DE2635293A1 (de) Salzgemisch, insbesondere leicht assimilierbares arzneimittelgemisch mit erhoehter loeslichkeit, enthaltend kalziumsalze und/oder magnesiumsalze
AT129490B (de) Verfahren zur Gewinnung des durch seine entwicklungsfördernde und anregende Wirkung auf die Keimdrüsen charakterisierten Hypophysenvorderlappenhormons in reinem Zustand.
DE639638C (de)
DE2015804A1 (de) Verfahren zur Herstellung eines antigenen oder allergenen Extraktes
DE942534C (de) Verfahren zur Herstellung von haltbaren und gut wirksamen Loesungen oder Suspensionen antibiotischer Mittel
DE226468C (de)
DE588046C (de) Verfahren zur Abscheidung des Oestrushormons aus Harn
DE1938437C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Levorinnatriumsalz
AT48641B (de) Verfahren zur Herstellung eines haltbaren, die therapeutisch wichtigen Bestandteile der Droge in ihren ursprünglichen Mengenverhältnissen enthaltenden, von unwirksamen und schädlichen Stoffen befreiten Präparates aus Mutterkorn.
DE711720C (de) Verfahren zur Anreicherung und Gewinnung eines die Steigerung der Leukocytenbildung bewirkenden Stoffes
AT287917B (de) Verfahren zur Herstellung eines ein Allergen enthaltenden Extraktes
EP0414895A1 (de) Orotat der -g(a)-amino--g(b)-phenyl-buttersäure
DE317509C (de)
DE1008284B (de) Verfahren zur Herstellung von wenig toxischen basischen Salzen von Streptomycesantibiotika