DEC0008884MA - - Google Patents

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DEC0008884MA
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hydrazine
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 13. Februar 1954 Bekanntgemacht am 8. März 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Bei der Einwirkung von 3 Mol Hydrazin auf cyclische o-Dinitrile erhält man nach dem Patent 845 200 und seinem Zusatzpatent 932 128 in glatter Reaktion 1, 4-Dihydrazino-2, 3-diazine, welche wegen ihrer blutdrucksenkenden Wirkung therapeutisches Interesse besitzen.
Es wurde nun gefunden, daß man zu neuen Hydrazinverbindungen anderer Konstitution gelangt, wenn man 1 Mol eines aromatischen oder heterocyclischen o-Dinitrils mit 3 Mol Hydrazin in Gegenwart von mindestens 1 Mol eines Formylierungsmittels bei Temperaturen, die ioo° nicht wesentlich übersteigen, zur Umsetzung bringt. Als Formylierungsmittel wird vorteilhaft Dimethylformamid verwendet, da dessen Überschuß als Lösungsmittel der umzusetzenden Dinitrile dient.
Die nach diesem Verfahren erhaltenen Verbindungen besitzen eine Hydrazingruppe und vermutlich einen dem o-Diazinring ankondensierten unsubstituierten Triazolring. Dieser Reaktionsverlauf war überraschend, da die Verbindungen des Verfahrens nicht aus i, 4"Dihydrazino-2, 3-diazin mit formylierenden Mitteln erhalten werden können und da bei Anwendung von Dimethylacetamid an Stelle von Dimethylformamid die Reaktion in normaler Weise zu 1, 4-D1-hydrazino-2, 3-diazin führt.
Die neuen Verbindungen lösen sich in verdünnter Salzsäure mit stark saurer Reaktion. Diese Lösungen
509 696/475
C 8884 IVb/12p
sind nicht beständig. Die neuen Verbindungen sollen als Heilmittel oder als Zwischenprodukte zur Darstellung von Heilmitteln verwendet werden, da sie eine anhaltende, stark blutdrucksenkende Wirkung . 5 besitzen.
Beispiel ι
128 Teile Phthalsäuredinitril werden in eine Mischung von 350 Teilen Dimethylformamid und 220 Teilen 8o°/0igen Hydrazinhydrats eingetragen. Der Ansatz wird in etwa 1 Stunde unter Rühren auf 900 erhitzt, wobei Ammoniakabspaltung eintritt und sich ein fast farbloses Produkt abscheidet. Nach Beendigung der Reaktion verdünnt man mit Wasser, kühlt ab, saugt das Reaktionsprodukt ab, wäscht es gut mit Wasser aus und trocknet es bei etwa 400 im Vakuum. Das in Wasser unlösliche Reaktionsprodukt, von welchem 142 Teile erhalten werden, ist gegen Licht und Sauerstoff wesentlich stabiler als das ohne Formylierungsmittel erhaltene 1,4-Dihydrazinophthalazin. Es zersetzt sich bei etwa 295°.
In verdünnter Salzsäure ist es löslich; die Lösung reagiert stark sauer; aus ihr wird mit Ammoniak die Hydrazinverbindung wieder abgeschieden. Das Nitrat der Verbindung ist in Wasser schwer löslich. Bei. längerem Stehen der salzsauren Lösung oder beim Erhitzen findet teilweiser Übergang der Hydrazinoin die Aminogruppe statt. Die nach Absatz 1 erhaltene Verbindung ist wahrscheinlich das i-Hydrazino-3, 4-triazolphthalazin der Formel
NH-NH0
Durch Umsetzen mit Aldehyden erhält man bereits bei 20° in alkoholischer Suspension ein Monohydrazon, z. B. mit p-Chlorbenzaldehyd eine Verbindung vom Fp. 275°.
Beispiel 2
128 Teile Phthalsäuredinitril werden in eine Mischung von 350 Teilen 8o%iges Hydrazinhydrat und 65 Teilen Ameisensäure eingetragen und unter Rühren 3 Stunden bei 90° erhitzt. Nach dem Abkühlen saugt man das Reaktionsprodukt ab, wäscht und trocknet es. Man erhält 163 Teile einer mit dem Produkt des Beispiels ι identischen Verbindung.
Beispiel 3
17,8 Teile Naphthalin-2, 3-diriitril werden in Ii 120 Teile Dimethylformamid eingetragen und mit γ 40 Teilen 8o%igem Hydrazinhydrat versetzt. Mail ^ '» erhitzt den Ansatz unter Rühren 9 Stunden auf 85°, ftfi .läßt erkalten und saugt das abgeschiedene Reaktions- s produkt ab. Das gut mit Wasser gewaschene Produkt wird bei +5° in verdünnte Salzsäure (5°/oig) eingetragen. Die Lösung wird filtriert und bei +5° mit Ammoniak alkalisch gestellt. Die ausgeschiedene Hydrazinverbindung wird abgesaugt, gewaschen und getrocknet, wobei 12,5 Teile erhalten werden. Sie hat einen Zersetzungspunkt von 315 bis 3200 und bildet mit p-Chlorbenzaldehyd ein Monohydrazon vom Fp. 2950.
Beispiel^
129 Teile Pyridin-2,3-dinitril werden in eine Mischung von 350 Teilen Dimethylformamid und 250 Teilen 8o°/0iges Hydrazinhydrat eingetragen. Der Ansatz wird unter Rühren 3 Stunden bei 90° gehalten, wobei sich allmählich eine blaßgelborange Verbindung abscheidet. Nach dem ■ Erkalten saugt man das Reaktionsprodukt ab und wäscht es mit möglichst wenig kaltem Wasser. Durch Kristallisation aus Wasser wird die Verbindung gereinigt; man erhält so 109 Teile des i-Hydrazino-3, 4-triazolo-5-azaphthalazins vom Fp. 240/420 unter Zersetzung.

Claims (2)

PATENTANSPRÜCHE: 8s
1. Verfahren zur Herstellung von Hydiazinverbindungen, dadurch gekennzeichnet, daß man ι Mol eines aromatischen oder heterocyclischen o-Dinitrils mit 3 Mol Hydrazin und mindestens ι Mol eines Formylierungsmittels bei Temperaturen, die ioo° nicht wesentlich übersteigen, zur Umsetzung bringt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, wobei als ~K Formylierungsmittel Dimethylformamid verwendet wird. ,
© 509 696/475 2. 56

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