DEC0008645MA - - Google Patents

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DEC0008645MA
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BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 19. Dezember 1953 Bekanntgemacht am 3. November 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
PATENTANMELDUNG
KLASSE 22a GRUPPE
C 8645 IVb/22a
Dr. Henri Riat, Ariesheim, Dr. Paul Dreyfuss und Fritz Oesterlein,
Basel (Schweiz)
sind als Erfinder genannt worden
CIBA Aktiengesellschaft, Basel (Schweiz)
Vertreter: Dipl.-Ing. E. Splanemann, Patentanwalt, Hamburg 36
Verfahren zur Herstellung neuer direktziehender Azofarbstoffe
Die Priorität der Anmeldungen in der Schweiz vom 24. Dezember 1952 und 27. November 1953
ist in Anspruch genommen
Die Erfindung bezieht sich auf neue direktziehende Azofarbstoffe und kupferhaltige Azofarbstoffe, beispiels- 15 weise auf den Farbstoff der Zusammensetzung COO Cu 0
HO
N=N
HO3S
HOOC
Die neuen Farbstoffe enthalten mehr als eine Azogruppe und eine metallkomplexbildende bzw. gekupferte o-Oxy-o'-carboxy-azogruppierung. Die Farbstoffe mit metallkomplexbildender Gruppierung entsprechen der allgemeinen Formel
COOH
NH-
HO
R1-N=N-R2-X-R3-N=N-,
HO8S-
SO3H
C 8645 IVb/'22a
worin K1, R3 und Y Benzolresle bedeuten, wobei der liest K1 in p-Stellung zur Azogruppe eine Oxygruppe und in o-Stellung zu dieser eine Carbonsäuregruppe aufweist und der Rest R3 in i, 2, 4-Stellung an die Azognippe, die Carbonsäuregruppe und X gebunden ist, R., einen aromatischen Rest der Benzol- oder Naphtlialinreihe darstellt, in welchem die Azogruppe
und das Brückenglied X in p-Stellung zueinander stehen, und X eine — HN — C O — N H-Brücke oder einen durch — NH-Gruppen an R2 und R3 gebundenen Triazinrest darstellt.
Die kupferhaltigen Farbstoffe entsprechen der allgemeinen Formel
COO — Cu
-O
R1 — N == N — R2 — X — R.
worin R1, Ii.,, R3, X und Y die angegebene Bedeutung hal)cn und worin auch der Rest R1 komplex gebundenes Kupfer enthalten kann.
Die neuen Farbstoffe werden crfindungsgemäß erhalten, indem man zwei Aminoazofarbstoffe der Formeln
R1 - - - N =- N — R2 — N H2 (4)
und
COOH HO
NH-Y
(3)
ILN R., N=,= N —
HO3S--
-NH-
worin R1, R3 und Y Benzolreste bedeuten, wobei der Rest R1 in p-Stellung zur Azogruppe eine Oxygruppe und in o-Stellung zu dieser eine (arbonsäuregruppe aufweist, der Rest R3 in 1, 2, 4-Stellung an die Azognippe, die Carbonsäuregruppe und die Aminogruppe gebunden ist, und R., einen aromatischen Rest der Benzol- oder Naphthahnreihe darstellt, in welchem die Azognippe und die Aminogruppe in p-St ellung zueinander stehen, an ihren Aminogruppen zu den entsprechenden Harnstoff- oder Triazinderivaten verknüpft lind gegebenenfalls auf die so erhaltenen Farbstoffe bzw. die Ausgangsfarbstoffe der Formel (5) kupferabgebende Mittel einwirken läßt.
Die Verknüpfung der beiden Aminoazofarbstoffe zum 1 larnstolfderivat kann z.B. in üblicher Weise mit Phosgen, zweckmäßig durch Einleiten von Phosgen in wässerig-alkalische Lösungen, welche die beiden Farbstoffe enthalten, vorgenommen werden. Auf diese Weise erhält man im allgemeinen neben den hauptsächlich entstehenden, asymmetrischen Harnstoffderivate!) noch einen kleinen, in der Regel keine
So nachteilige Wirkung ausübenden Anteil an symmetrischen llarnstoffderivaten. Zu einem praktisch einheitlichen asymmetrischen Harnstoffderivat gelangt man, wenn man an Stelle der Umsetzung der beiden Aminoazofarbstoffe mit Phosgen den einen dieser Farbstoffe, vorzugsweise denjenigen der Formel (4), z. Ii. mittels Chloranieisensäurephenylester, in das l'henylurethan umwandelt und dieses mit dem anderen Aininoazofarbsloff kondensiert.
Die Verknüpfung der beiden Aminoazofarbstoffe
Oo zum Triazindcrival erfolgt zweckmäßig stufenweise mittels Cyanurhalogenide!!, vorzugsweise Cyanurchlorid. Diese Kondensationen mit Cyanurhalogenid können in beliebiger Reihenfolge, beispielsweise zuerst
mit dem Farbstoff der Formel (5) und dann mit demjenigen der Formel (4) erfolgen. In manchen Fällen erweist es sich als vorteilhaft, dem wässerigen Reaktionsmedium wesentliche Mengen eines inerten, wasserlöslichen organischen Lösungsmittels, z. B. Aceton, zuzufügen. Diese Arbeitsweise führt z. B. bei der Herstellung kupferhaltiger Azofarbstoffe der Formel (3) unter Verwendung von kupferhaltigen Aminoazofarbstoffen der Formel (5) zu besonders wertvollen Ergebnissen. Das am Triazinring noch verbleibende dritte Halogenatom kann gewünschtenfalls durch eine Oxygruppe ersetzt werden, oder es können an diesem Atom weitere Umsetzungen, beispielsweise mit Ammoniak oder einem aromatischen Amin, wie Aminobenzol, durchgeführt werden.
Die Aminoazofarbstoffe der Formel (5) erhält man, indem man ein diazotiertes Aminobcnzol, das in o-Stellung zur Aminogruppe eine Carbonsäuregruppe und in p-St ellung zur Aminogruppc einen in eine — NLL-Gruppe überführbaren Substitucnten enthält, mit einer 2-Phenylarnino-8-oxynaphthalin-6-sulfonsäure kuppelt und hierauf den erwähnten Substitucnten in die —NH2-Gruppe umwandelt. Als Diazokomponente kommt hierbei insbesondere 4-Nitro-i-aminobenzol-2-carbonsäure in Betracht. An Stelle dieser Nitroverbindung kann auch die entsprechende Acetylaminoverbindung verwendet werden, und in diesem Falle muß nach der Kupplung anstatt der Reduktion der Nitrogruppc eine Verseifung der Acetylaminogruppe erfolgen.
Die bei der Herstellung der Aminomonoazofarbstoffe der Formel (5) benötigte 2-Phcnylamino-8-oxynaphthalin-6-sulfonsäure kann im Phcnylrest noch weitere Substituentcn, z. B. Halogenatome wie Chlor, oder Methyl- oder Methoxygruppen enthalten. Bei den kupferhaltigen, nach dem vorliegenden Verfahren erhältlichen Farbstoffen erweist sich die Anwesenheit einer löslichmachcndcn Gruppe im Phcnylrest der Phenylaminogruppc, beispielsweise einer Sulfonsäure-, einer Carbonsäure- oder auch einer Sulfonsäurcamidgruppe, als besonders vorteilhaft, und als Beispiele derartiger Azokomponenten seien die 2-Phcnylamino-8-oxynaphthalin-6, 3'- oder -6, 4'-disulfonsäure sowie die 2-Phenylamino-8-oxynaphthalin-6-sulfonsäure-3'~ oder ^'-carbonsäure erwähnt.
Die Farbstoffe der Formel (4) können im Rest R1, vorzugsweise in o-Stellung zur Oxygruppe, noch einen weiteren Substituenten, z. B. ein Halogenatom, eine Methylgruppe oder eine Sulfonsäuregruppe enthalten.
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Auch im Rest R2 können weitere Substituenten, z. B. Methyl- oder Methoxygruppen, Halogenatome wie Chlor, oder eine Sulfonsäureamidgruppe vorhanden sein. Als Beispiele geeigneter Aminoazofarbstoffe der Formel (4) seien in diesem Zusammenhang 4-Amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure, 2-Chlor-4-amino-4'-oxy-1, i'-azobenzol-s'-carbonsäure, 2-Methyl-4-amino-5-methoxy~4'~oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure, 4-Amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-s'-carbonsäure-5'-sulfonsäure, 2-Methyl-4-amino-5-methoxy-4'-oxyi, i'-azobenzol^'-carbonsäure-S'-sulfonsäure und 4-Amino - 4' - oxybenzol -1' - azo -1 - naphthalin - 3' - carbonsäure-6- oder -7-sulfonsäure erwähnt.
Die Farbstoffe der Formel (2) eignen sich zum Färben und Bedrucken der verschiedensten Materialien, insbesondere cellulosehaltiger Fasern. Sie können mit. kupferabgebenden Mitteln behandelt werden, und diese Behandlung kann nach den üblichen, an sich bekannten Methoden erfolgen. Auch bei genügender Löslichkeit, insbesondere aber wenn die Farbstoffe nicht genügend löslichmachende Gruppen besitzen, so daß ihre komplexen Kupferverbindungen zum Färben nach den gewöhnlichen Direktfärbemethoden weniger gut geeignet sind, kann die Behandlung mit kupferabgebenden Mitteln vorteilhaft auf der Faser oder einbadig zum Teil im Färbebad und zum Teil auf der Faser erfolgen. Eine weitere zweckmäßige Färbemethode für diese Farbstoffe der Formel (2), die schwerlösliche Kupferkomplexverbindüngen ergeben, ist dadurch gekennzeichnet, daß man Färbebäder benutzt, zu deren Herstellung der Farbstoff, ein Oxyalkylamin, ein alkalibeständiges, kupferabgebendes Mittel und vorteilhaft eine Verbindung, welche Anionen einer Phosphorsäure enthält, verwendet werden. Solche Methoden sind in den französischen Patentschriften 1 066 588 und 1 066 589 beschrieben.
Besonders wertvolle Ergebnisse werden aber mit den durch Behandlung der Farbstoffe der Formel (2) mit kupferabgebenden Mitteln bzw. den aus den gekupferten Zwischenfarbstoffen erhältlichen, kupferhaltigen Farbstoffen der Formel (3) erzielt.
Die Behandlung der Farbstoffe der Formel (2) oder der Zwischenfarbstoffe der Formel (5) mit den kupferabgebenden Mitteln kann nach an sich gebräuchlichen Methoden erfolgen. Die Kupferung läßt sich z. B. mit Salzen des zweiwertigen Kupfers in schwach saurem, wässerigem Mittel durchführen. Man kann die Farbstoffe aber auch nach dem an sich bekannten Verfahren kupfern, gemäß welchem unter Verwendung von Kupfertetramminkomplexen in Gegenwart oder in Abwesenheit von überschüssigem Amin bzw. Ammoniak die Kupferung in wässerigem Mittel bei erhöhter Temperatur erfolgt.
Da die Farbstoffe der Formel (2) im Rest R1 —N = N — R2 — eine o-Oxycarbonsäuregruppe enthalten, so kann auch hier eine Kupferung erfolgen. Es kann
HOOC
HO
erwünscht sein, die Behandlung mit dem kupferabgebenden Mittel so durchzuführen, daß in diesem Rest des Farbstoffes ebenfalls eine Kupferkomplexbildung stattfindet. Im allgemeinen ist es aber zweckmäßig, wenn an der o-Oxycarbonsäuregruppierung keine Kupferung erfolgt.
Bezüglich der Formulierung der kupferhaltigen Farbstoffe ist zu bemerken, daß die Formeln zweifellos die richtigen stöchiometrischen Mengen Kupfer und die richtige Stellung des Kupferatoms im Komplex wiedergeben, daß dagegen die Verteilung von Haupt- und Nebenvalenzen in der komplexen Bindung des Metalls heute noch nicht eindeutig feststeht.
Die neuen, der allgemeinen Formel (3) entsprechenden, kupferhaltigen Farbstoffe können zum Färben und Bedrucken der verschiedensten Materialien, wie Wolle, Seide, Leder, insbesondere aber cellulosehaltiger Fasern, wie Baumwolle, Leinen sowie Kunstseide und Zellwolle aus regenerierter Cellulose verwendet werden, wobei gewünschtenfalls bei denjenigen Farbstoffen, die eine ungekupferte o-Oxycarbonsäuregruppierung aufweisen, eine Behandlung mit kupferabgebenden Mitteln auf der Faser oder im Färbebad erfolgen kann.
Sofern die kupferhaltigen Farbstoffe der Formel (3) für die üblichen Direktfärbeverfahren zu schwer löslich sind, eignen sie sich doch für solche Verfahren mittels neutraler bis alkalischer Färbebäder, zu deren Herstellung an sich schwerlösliche, komplexe Kupferverbindungen von direktziehenden Farbstoffen, bestimmte aliphatische Amine, die mindestens eine von einer OH-Gruppe durch zwei Kohlenstoffatome getrennte Aminogruppe aufweisen, z. B. 1,2-Di-(/?-oxyäthylamino)-äthan und Phosphorverbindungen, welche sich von Phosphorsäuren der Zusammensetzung
ableiten, worin m eine ganze Zahl bedeutet, verwendet wurden (s. ebenfalls die obenerwähnten französischen Patentschriften).
Mit den kupferhaltigen Farbstoffen der Formel (3) und den Farbstoffen der Formel (2), sofern bei den letzteren eine Kupferung auf der Faser erfolgt, erhält man Färbungen, die sich durch besonders wertvolle Farbtöne und im allgemeinen durch überraschend gute Echtheitseigenschaften, vor allem durch gute Lichtechtheit, auszeichnen.
Gegenüber dem bekannten Farbstoff, dessen Herstellung im Beispiel 1 der französischen Patentschrift 692 694 beschrieben ist und der durch Kupplung von tetrazotiertem 3, 3'-Diaminodiphenylharnstoff mit i-Oxybenzol-2-carbonsäure und 2-Phenylamino-8-oxynaphthalin-6-sulfonsäure erhalten wird, zeichnet sich der neue, nach dem vorliegenden Verfahren erhältliche Farbstoff der Formel
COOH
HO
N=N—<
-NH-C —HN
N=N-HO3S-
NH
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dadurch aus, daß seine ungekupferten «der gekupferlen !''UrI)UiIgCH auf -Baumwolle eine bessere Lichteclitlieil l)esitzen.
In den liaclifolgcnden Beispielen bedeuten die Teile, sofern nichts anderes angegeben wird, Gewichtsteile und die Prozente Gewichtsprozente.
J> ei spiel ι
55>N Teile des ]\lonoazofarbstoffes, der erhalten wird durch Kupplung von diazotierter 4-Acetylaminoi -aminobenzol - 2-carbonsäure mit 2 - Phenylamino-8-oxynaphthalin-6, 3' - disulfonsäure in alkalischem Mittel und nachfolgende Abspaltung (Ut Acetylgruppe durch lirwünncii in 4°/(liger Natriumhydroxydlösung, werden zusainmen mit 25,7 Teilen 4-Amino-4'-oxy-I, i'-azobenzol-^'-carbonsüure unter Zusatz von Natriumcarbonat in 2000 'Teilen Wasser gelöst. In diese Lf'isuiig wird bei 35 bis 400 so lange Phosgen eingeleitet,
ao bis keine freie Aniinoverbindung mehr nachweisbar ist. Durch Zusatz von Natriumcarbonat wird das Reaküonsgemiseh fortwährend schwach alkalisch gehalten. Sobald die Reaktion beendet ist, werden pro loo Kaiimtcile Reaktionsgemisch 10 Teile Nat riumchlorid zugesetzt, und hierauf wird der Farbstoff ablill ricrl.
Die st) erhaltene Farbstoffpaste wird mit 2000 Teilen Wasser verrührt und Schwefelsäure bis zur schwach kongosaiiren Reaktion zugegeben. Nach Zusatz von 25 Teilen kristallisiertem Kupfersulfat wird das Ganze etwa ι Stunde bei 80 bis 90" behandelt. Dann wird der Farbstoff abliltriert, mit io°/„iger Natriumchloridlösung gewaschen, zweckmäßig mittels Natriumcarbonat in das Natriumsalz übergeführt und getrock-
.35 net. ICr bildet ein schwarzbraunes Pulver, das Baumwolle in lichtechten braunen Tönen färbt.
Verwendet man an Stelle der 4-Amino-4'-oxy-T1 j'-azobenzf)l-3'-carboiisäure die 2-Chlor-4-amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-^'-carbonsäurc, so erhält man einen ähnlichen Farbstoff.
Beispiel 2
Zu einer feinen Suspension von K) Teilen Cyanurchlorid in 400 Teilen Fiswasser gibt man eine neutrale Lösung fies Natriumsalzes von 55,8 Teilen des Monoazofarbstolfes, den man erhält durch Kuppeln von dia/.otierter .|-Nilro-i-aminf)benzol-2-carbonsäure mit 2- Phenylaniino-8-oxynaphthalin-i>, 3'-disulfonsäure und anschließende Reduktion der Nitrogruppe zur Anünogruppe. Man rührt bei etwa 50 und neutralisiert das Keaktionsgemisch durch Zutropfen von 50 Teilen io°/0iger Natriunicarbonatlösung. Nach 1 Stunde gibt man zum primären Koiidensationsprodukt eine neutrale Lösung des Natriumsalzes von 26 Teilen 4-Λ1111110-4'-oxy-1, ι '-azoben zol -3'- carbonsäure und rührt unter allmählicher Zugabe von 40 Teilen io"/(liger Natriumcarbonatlösung 4 Stunden bei 25 bis 30". Dann versetzt man mit 20 'Teilen Anilin und 15 'Teilen kristallisiertem Natriumacetat und erwärmt 2 Stunden auf 80". Das Reaktionsgemisch wird mit Natriumcarbonat alkalisch gemacht und der Farbstoff mit Natriumchlorid gefällt und filtriert.
Zur Überführung in die Kupferkomplexverbindimg wird der Farbstoff in 2000 Teilen warmem Wasser gelöst und die Lösung mit verdünnter Schwefelsäure versetzt, bis eine schwach kongosaure Reaktion auftritt. Dann gibt man 25 Teile kristallisiertes Kupfersulfat hinzu und erwärmt 1 Stunde auf 8o°, worauf die entstandene Kupferkomplexvcrbindung abfiltriert und nach bekannter Methode in das Natriumsalz übergeführt wird. Nach dem Aufarbeiten und 'Trocknen erhält man ein braunschwarzes Pulver, welches sich in Wasser mit rotoranger Farbe löst und Baumwolle in lichtechten braunen Tönen färbt.
Beispiel 3
29,2 Teile 2-Chlor-4-amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure werden unter Zusatz der zur Neutralisation benötigten Menge Natriumcarbonat in 1000 Teilen Wasser gelöst. Diese Lösung wird mit 15,6 Teilen Chlorameisensäurcphenylester gerührt, bis der Geruch des Esters verschwindet. Dann wird wieder Natriumcarbonat zugegeben, bis die Lösung nur noch schwach sauer ist (pH = 6), und es wird weiterhin Chlorameisensäurephenylcster zugetropft, bis das Produkt nicht mehr diazotierbar ist. Das gebildete Urethan wird abgesaugt und in eine neutrale Lösung von 55.8 Teilen des Farbstoffes eingetragen, den man erhält durch Kuppeln von diazotierter 4-Acetylamino -1 - aminobenzol - 2 - carbonsäure mit 2 - Phcnylamino-8-oxynaphthalin-6, 3'-disulfonsäure und anschließende Abspaltung der Acetylgruppe. Nach Zugäbe von t6,S Teilen Natriumbicarbonat wird die Suspension bei 50 bis 6o° gerührt, bis eine herausgenommene Probe nicht mehr diazotierbar ist und auch bei kurzem Erliitzen mit Natriumcarbonatlösung nicht mehr diazotierbar wird. Der Farbstoff wird in üblicher Weise aufgearbeitet. Er färbt cellulosehaltige Fasern nach dem ein- oder zweibadigen Nachkupferungsverfahren in gleichmäßigen braunen Tönen; die Färbungen zeichnen sich durch gute Echtheitseigenschaften aus.
Der so erhaltene Farbstoff kann, vorteilhaft ohne Zwischentrocknung, in schwach saurer Lösung in üblicher Weise in die komplexe Kupferverbindung übergeführt und diese in das Natriumsalz umgewandelt werden. Der kupferfreie und der kupferhaltige Farbstoff zeichnen sich durch besondere Einheitlichkeit aus. Die Farbstoffe sind identisch mit der Hauptfraktion der entsprechenden, gemäß 13eispiel 1 erhältlichen Farbstoffe.
Beispiel 4
Wenn man die im Beispiel 2 angegebene Reihenfolge ändert, indem man das Cyanurchlorid zunächst mit der Aminooxyazobenzolcarbonsäurc und dann 1OQ erst mit dem Azofarbstoff aus 2-Phcnylamino-8-oxynaphthalin-6,3'-disulfonsäure kondensiert und im übrigen in der angegebenen Weise verfährt, so erhält man denselben Farbstoff.
Farbstoffe mit ähnlichen Eigenschaften werden erhalten, wenn man im zweiten Aminoazofarbstoff
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die 2 - Phenylamino - 8 - oxynaphthalin -6, 3' - disulf onsäure durch die 2 - Phenylamino - 8 - oxynaphthalin-6-sulfonsäure~3'-carbonsäure oder die 2-Phenylamino-8 - oxynaphthalin - 6 - sulf onsäure - 4' - carbonsäure ersetzt.
Wenn man 2-Chlor-4-amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure als Ausgangsstoff verwendet, so erhält man ebenfalls einen ähnlichen Farbstoff.
N=N-<
c Beispiel 5
28 Teile 4-amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol^'-carbonsaures Natrium werden in einem Gemisch von 150 Teilen Aceton und 50 Teilen Wasser gelöst. Diese Lösung wird bei 0° zu einer Lösung von 20 Teilen Cyanurchlorid in 140 Teilen Aceton gefügt. Nach 20 Minuten wird abfiltriert und mit Benzol und Wasser gewaschen. Man erhält so die Verbindung der Formel
Cl
NH
,N =
'N — C
/■N.
Cl in vorzüglicher Reinheit. 41 Teile dieses Produktes werden mit 55 Teilen des Farbstoffes der Formel
COO— Cu—
SO3H
in 5oö/0igem wäßrigem Aceton verrührt; die Suspension wird mit Triäthylamin neutralisiert und bei 400 so lange gerührt und durch Zugabe weiterer Mengen Triäthylamin neutral gehalten, bis im Papierchromatogramm einer herausgenommenen Probe keine violetten Begleitstoffe mehr erkennbar sind. Dann wird der gebildete Farbstoff durch Zugabe von mehr Aceton ausgefällt, wobei etwa vorhandene gelbe Begleitstoffe in Lösung bleiben. Man nitriert und wäscht mit Aceton. Der Rückstand ist ein lockeres, dunkelbraunes Pulver, dessen Lösung Baumwolle in lichtechten braunen Tönen färbt. Der Farbstoff ist identisch mit einem Farbstoff, den man erhält, wenn man wie im Beispiel 2 verfährt, jedoch die Erwärmung des dort beschriebenen Zwischenproduktes mit Anilin und Natriumacetat wegläßt.
COOH
HO
45
hinzu, rührt 6 Stunden bei 30 bis 400 und neutralisiert das Reaktionsgemisch mit einer io°/0igen Natriumcarbonatlösung. Hierauf wird der Farbstoff isoliert und getrocknet. Er färbt Baumwolle nach dem ein- oder zweibadigen Nachkupferungsverfahren in gelbbraunen Tönen von sehr guter Licht- und Waschechtheit.
Wird in obigem Farbstoff das dritte Chloratom des Cyanurrestes durch Anilin ersetzt, dann erhält man einen Farbstoff mit ähnlichen Eigenschaften.
NH
COOH
HO
60
H9N-
-N=N-
HO3S
NH-<
Zu einem ähnlichen Farbstoff gelangt man, wenn man an Stelle von 4-Amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure von 2-Chlor-4-amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure ausgeht.
Beispiel 6
18,4 Teile Cyanurchlorid werden in bekannter Weise mit 26 Teilen 4-Amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure in wäßriger Lösung kondensiert. Zu der mit verdünnter Natriumcarbonatlösung neutralisierten Suspension des primären Kondensationsproduktes gibt man eine neutrale Lösung von 48 Teilen des Aminoazofarbstoffes der Formel
Verwendet' man in dem Beispiel an Stelle der 4-Amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbonsäure die entsprechende Menge 2-Chlor-4-amino-4'-oxy-1,1 '-azobenzol-3'-carbonsäure, so erhält man einen Farbstoff, der Baumwolle ebenfalls in gelbbraunen Tönen färbt.
Beispiel 7
Zu einer wäßrigen Lösung, die 20 Teile 4-Amino-4'-oxy-i, i'-azobenzol-3'-carbohsäure und 48 Teile des Aminoazofarbstoffes der Formel
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Claims (5)

C 8645 IVbI'22 a enlhfiH, leitet man so lange Phosgen ein, bis keine freie Aminogruppc mehr nachgewiesen werden kann. Die bei der Reaktion gebildete Mineralsäure wird fortwährend durch Zusatz von Natriumcarbonat neutralisiert. Nach beendeter Phosgenierung wird das entstandene asymmetrische Harnstoffderivat abfiltriert und getrocknet. Der Farbstoff löst sich in Wasser mit brauner Farbe und färbt Baumwolle nachgekupferl in braunen Tönen. Beispiel 8 38,7 Teile des Aminoazofarbstoffes der Formel HO N=N-< NH„ HOOC SO3H werden in 800 Teilen Wasser unter Zusatz der zur Neutralisation notwendigen Menge Natriumcarbonat gelöst und mit 19 Teilen Cyanurchlorid unter Eiskühlung kondensiert, worauf das Reaktionsprodukt mit etwa Teilen io°/0iger Natriumcarbonatlösung neutralisiert wird. Zum so erhaltenen Natriumsalz des primären Kondensationsproduktes gibt man eine neutrale Lösung von 55,8 Teilen des Monoazofarbstoffes der Formel COOII H..N—< >—N=N-SO,H NH 60 70 75 zu und rührt mehrere Stunden bei 35°. Dann erwärmt man mit 20 !'eilen Anilin 3 Stunden auf 90°. Der Disazofarbstolf wird abfiltriert und nach einer der beschriebenen Methoden in die komplexe Kupferverbindung übergeführt. Der neue Farbstoff färbt Baumwolle in rotbraunen Tönen. P λ τ ι·: ν τ λ ν s ι» h (J c in::
1. Verfahren zur Herstellung neuer direktziehender Azofarbstoffe, dadurch gekennzeichnet, daß man zwei Aminoazofarbstoffe der Formeln
R1 N =■--- N -- R2 — N H2
und
COOH
HO
I1..N Κ, Ν=---- Ν
II Ο., S
N IT — Y
worin K1, K., und Y Benzolreste bedeuten, wobei der Kest R1 in p-Stellung zur Azogruppe eine Oxygi'uppe und in o-Stellung zu dieser eine Carbonsäuregnippe aufweist und der Rest R3 in 1, 2, 4-Stellung an die Azogruppe, die Carbonsäuregruppe und die Aminogruppc gebunden ist, und R2 einen aromatischen Rest der Benzol- oder Naphthalinreihe darstellt, in welchem die Azogruppe und die Aminogruppe in p-Stellung zueinander stehen, an ihren Aminogruppen zu den entsprechenden Harnstoff- oder Triazinderivaten verknüpft und gegebenenfalls auf die so erhaltenen Farbstoffe bzw. auf die Ausgangsfarbstoffe der an zweiter Stelle erwähnten Formel kupferabgebende Mittel einwirken läßt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man als Ausgangsstoffe der an zweiter Stelle angegebenen Formel solche der Zusammensetzung
COOH HO
80
>— N = N-1
HO3S-!
Jyf JJ
Angezogene Druckschriften:
Französische Patentschrift Nr. 692 694.
go
verwendet, in welchen Y einen durch eine löslichmachende Gruppe substituierten Bcnzolrcst bedeutet.
3. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verknüpfung der beiden Aminoazofarbstoffe mittels Phosgen durchführt.
4. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man zur Verknüpfung der beiden Aminoazofarbstoffe ein Phenylurethan des einen, vorzugsweise des Farbstoffes der an erster Stelle erwähnten Formel, mit dem anderen Farbstoff umsetzt.
5. Verfahren gemäß Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Verknüpfung der beiden Aminoazofarbstoffe mittels Cyanurchlorid durchführt.
110
O 509 578/131 10.55

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