DE99666C - - Google Patents
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- G08—SIGNALLING
- G08C—TRANSMISSION SYSTEMS FOR MEASURED VALUES, CONTROL OR SIMILAR SIGNALS
- G08C19/00—Electric signal transmission systems
- G08C19/16—Electric signal transmission systems in which transmission is by pulses
-
- G—PHYSICS
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 74: Signalwesen.
FRANZ HOCHEDER in MÜNCHEN. Elektrische Signal-Einrichtung.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 22. April 1897 ab.
Das Princip der algebraischen Variationen giebt ein geeignetes Mittel an die Hand, mit
einer geringen Anzahl von Drähten eine grofse Anzahl von Zeichen in die Ferne zu übertragen,
indem man, entsprechend der Variation der Zeichengruppe +, — und o, elektrische,
durch die Richtung unterschiedene Ströme in mannigfaltiger Verbindung durch die Drähte
schickt. Es ergeben sich auch hier wie bei der Variation von a, b und c bei Annahme
von zwei Gliedern 3 s oder bei Annahme von
drei neben einander stehenden Gliedern 3s
oder bei η Gliedern allgemein 3" Combinationen.
Vorliegende Erfindung hat nun einen elektrischen Signal-Apparat zum Gegenstande, bei
welchem die Zeichengebung durch ein nach diesem System gebautes Contactwerk bewirkt
wird.
Die Fig. 10 (Oberansicht) und 24 (Seitenansicht) zeigen ein solches Werk mit zweigliedrigen
Gruppen, die Fig. 11 und 36 ein solches mit dreigliedrigen Gruppen.
Hierbei sind sämmtliche mit + bezeichneten Flächen mit dem + Pol einer hinter einander
geschalteten Doppelbatterie und sämmtliche — Flächen mit dem —Pol dieser Doppelbatterie
leitend verbunden. Sämmtliche leitenden Metal !flächen + und — sind in Isolirmaterial
0 eingesetzt. Die Zuleitung der elektrischen Ströme zu den Plättchen + und —
erfolgt dabei über die Klemmen a (Fig. 10 und 24). Die Verbindung der Plättchen unter
einander erfolgt durch auf der Unterseite angeordnete Drähte S.
Die verschiedenen durch die Zeichen -)-, —
und ο gebildeten Variationsgruppen sind radial angeordnet. Aufserdem bilden die Zeichen der
verschiedenen Gruppen zwei bezw. drei concentrische Reihen. Die Anordnung ist dabei
derart getroffen, dafs die Gruppen für sämmtliche Zeichen, welche gegeben werden können,
innerhalb eines Sectors angeordnet sind, so dafs der Einstellhebel sowie der Contacthebel
nur hin und her bewegt werden können. In der Ruhe stehen der Einstellhebel e sowie der
federnde, mit den Contactschneiden i versehene Contacthebel vertical. In Fig. 10 ist der Hebel e
nur deshalb auf die Horizontallage eingestellt, damit die Theilung nicht verdeckt wird; die
richtige Lage desselben wäre bei Ziffer 5. Die Bewegung des Hebels e wird zweckmäfsig
durch ein Zahngetriebe q auf den Contacthebel übertragen.
Der Contacthebel ist zweitheilig und beide Theile sind von einander isolirt.
Von den Contactflächen -f- und —- nimmt
der elektrische Strom seinen Weg über die Schneiden i des Contacthebels, sowie die
Schleifcontacte und Klemmenb in die Leitungsdrähte,
welche zu den Zeiger- oder Scheibenwerken des Signal-Apparates führen. Ein
solches Zeigerwerk ist in den Fig. 25 und 26 für zwei Leitungsdrähte schematisch dargestellt.
Die Leitungsdrähte sind dabei zu je einer Magnetspule geführt und vereinigen sich hinter
den Spulen zur Erdleitung, wie aus dem Leitungsschema für zwei Drähte (Fig. 1) ersichtlich
ist.
Vor den Magnetspulen sind gabelförmige, durch Ausbalanciren in der Mittellage gehaltene
permanente Magnete m gelagert, welche durch ein horizontales Gestänge mit einem Führungs-
rahmen c c° c1 verbunden sind (Fig. 25 und 26).
Letzterer nimmt bei der zweigliedrigen Einrichtung je nach Einstellung des Contacthebels
auf eine Variationsgruppe und die dadurch bedingte Lage der Magnete m die in Fig. 3
angedeuteten neun Stellungen ein. Bei c° ist an dem Führungsrahmen ein Zapfen gelagert,
mit welchem derselbe an einem Pendel d aufgehängt ist und mit welchem die Nadel bezw.
der Zeiger bewegt wird. Aus den Fig. 3 und 10 läfst sich deutlich erkennen, welche Nadelstellung
einer bestimmten Contacthebelstellung entspricht.
Für die zweidrä'htige Einrichtung ist d"ie Einschaltung einer Glocke (Fig. 1) vorgesehen,
welche stets eingeschaltet ist, während die Erdleitung für gewöhnlich durch Ausschalter
unterbrochen ist. Gehen nun gleichgerichtete Ströme durch beide Drähte oder nur durch
einen Draht ein Strom, so geht der Nadelapparat nur. an, wenn die Erdleitung eingeschaltet
wird. Gehen entgegengesetzte Ströme durch beide Drähte, so gehen Glockenzeichen und Nadelapparat zugleich an.
Bei dem Nadelwerk Fig. 25 und 26 ist die Nadel beweglich und die Scala fest. Die Fig. 27
und 28 stellen einen zweidrähtigen Nadelapparat mit beweglicher Scala dar. Hierbei ist
mit dem oberen permanenten Magnet die Nadel, mit dem unteren die Scala verbunden; Fig. 9
zeigt die Mittelstellung der Scala und des Zeigers. Die Fig. 5 bis 8 zeigen die Stellung
derselben beim Anzeigen verschiedener Zeichen.
Fig. 2 zeigt das Leitungsschema für drei Drähte. Es können hier maximal drei
Glocken eingeschaltet werden und diese können sich durch verschiedene Tonart unterscheiden,
so dafs, je nachdem nur irgend eine der drei Glocken, oder zwei davon, oder alle drei angehen,
sieben verschiedene Signale erzeugt werden können. Die Umschalter sind getrennt
gezeichnet, können aber vereinigt ausgeführt werden in der Weise, dafs das Glockenzeichen
ausgeschaltet wird, wenn die Erdleitung eingeschaltet wird.
Die Construction der Contacthebel für die zwei- und dreigliedrigen Einrichtungen ist
folgende: Diese Hebel sind um einen Drehpunkt beweglich und tragen nach unten zu
Schneiden i, welche federnd an die Contactflächen
angedrückt werden. Diese Schneiden sind durch Schleifcontacte, welche an den Achsbüchsen der Hebel anliegen, mit den
Fernleitungsdrähten leitend verbunden.
Die Hebel sind in Fig. 10 und 3 6 in der
Draufsicht dargestellt, während die Fig. 12
bis 23 die einzelnen Theile derselben in Ansicht und Schnitt vorführen. Der Contacthebel
für zwei Drähte ist aus zwei sichelförmigen Metallstreifen zusammengesetzt (Fig. 10),
welche ähnlich wie bei der Ausführungsform Fig. 16 bezw. Fig. 14 und 19 an der Innenseite
der Sichel je einen Metallhohlcylinder tragen. Letztere sind in einander geschoben
und durch einen Isolircylinder von einander isolirt. Ueber den Isolirring kommt sodann
eine getheilte Deckscheibe, welche mit Isolirung und Sichel verschraubt oder vernietet wird.
Der zweitheilige Contacthebel ist aus Fig. 10 und 18 in Schnitt und Ansicht ersichtlich; in
letzterer sind die Isolirungen schwarz angedeutet.
Der Contacthebel für drei Drähte ist nach gleichem Princip zusammengesetzt. Es umschliefsen
hier nur die beiden sichelförmigen Metallstreifen (Fig. 14 und 19) einen Mittelstreifen·
(Fig. 12) mit hohlcylindrischem Ansatz. Die Hohlcylinder der Scbneidcontactträger
(Fig. 12, 14 und 19) werden in einander
gesteckt und durch Isolirungen 21, 22 und 23 von einander isolirt. Auf die Isolirungen 23
wird sodann ein dreitheiliger Deckring aufgelegt, worauf die einzelnen Ringtheile vernietet oder verschraubt werden.
Die Fig. 29 und 30 sowie 31 und 32 veranschaulichen zwei andere Ausführungsformen
von Nadelwerken. Die in den Fig. 29 und 30 gezeichnete Ausführungsform bildet eine Anpassung
des Nadelwerkes Fig. 25 für drei Drähte. Der für die zweidrähtige Einrichtung als fest angenommene Drehzapfen des Zeigers
wird hier durch einen dritten Elektromagneten so verstellt, dafs die Bewegung der Zeigerspitze
ungefähr Y3 der Theilung, beispielsweise zwischen
zwei Ziffern in Fig. 3 beträgt. Es kommen dadurch die in Fig.»4 gezeigten Nadelstellungen
heraus, welche mit den in Fig. 35 dargestellten verglichen werden können.
In Fig. 4 sind die Zeigerstellungen der Einfachheit halber etwas abweichend von der
Wirklichkeit so dargestellt, als ob nur ein Drehpunkt vorhanden wäre, während thatsächlich
die neun Hauptstellungen ihren Drehpunkt wie Fig. 3 haben, die 18 Nebenstellungen aber
durch Drehung um den Zapfen des Führungsrahmens entstehen. Aus den Zeichen und Zahlen der, Fig. 4 ist der Zusammenhang der
hier dargestellten Nadelstellungen mit den Contacthebelstellungen in Fig. 11 und 36 erkennbar.
Fig. 31 und, 32 stellen eine" andere gleichmäfsigere
Bewegungsart der Nadel, durch den dritten genannten Magneten dar. Der obere
Theil der Nadel trägt den permanenten Magneten m, welcher den Elektromagneten im
Halbkreise umschliefst. Je nachdem nun letzterer -)- oder — elektrischen Strom erhält,
schlägt die Nadel nach links oder rechts von der Mittelstellung aus. Dieselbe wird hier
durch eine Feder stets wieder in die Vertical- oder Normalstellung zurückbewegt.
Fig. 33 und 34 zeigen ein Nadel- oder Scheibenwerk mit Zahnradgetriebe. Es ist hier
Claims (6)
1. Die Anwendung auf Wasserstandsanzeiger in der Weise, dafs die Bewegung des Contacthebels
durch den Schwimmer mittelst Rollenübertragung bewirkt wird und dafs in die Drahtleitungen Glocken eingeschaltet werden,
welche bei bestimmten Stellungen des Contacthebels bezw. des Schwimmers angehen,
während eine Anzeige durch den Apparat, abgesehen von den mit den Glockensignalen verbundenen
Anzeigen, nur dann erfolgt, wenn die Erdleitung eingeschaltet wird.
2. Die Anwendung auf Wächtercontroluhren, wobei der Contacthebel mit einem Zeiger, der
Plattencontact mit dem Zifferblatt verbunden wird und dem Wächter die Pflicht obliegt,
das Glockensignal, durch Ausschaltung zu bestimmter Zeit zu verhüten.
3. Die Anwendung auf Manometer und Temperaturmeldungen in ähnlicher Weise wie
unter 2.
4. Die Anwendung insbesondere des Räderapparates auf das Telegraphenwesen in der
Weise, dafs mit der Planetenradachse zwei Scheiben mit Buchstaben, Zahlen und Interpunktionszeichen
verschiebbar, aber mit dieser Achse drehbar angeordnet werden und diese Scheiben je nach Bedarf über eine mit dem
zum Planetenrade gehörigen Drehhebel verbundene Druckrolle geschoben werden können.
Patenτ-Ansprüche:
1. Eine elektrische Signal-Einrichtung, bei
welcher sowohl die Stromschlufsstücke (Fig. 10 und 11) eines Stromschlufswerkes
mit einem Hebel von begrenztem Drehbereich als auch die pendelartigen Ausschläge
an einem Nadel- oder Scheibenwerke nach den Gesetzen der Variation so angeordnet bezw. bemessen sind, dafs bei
η Verbindungsdrähten infolge der eigenartigen Anordnung de'r Stromschlufsflächen
in der Gesammtheit der Drähte 3" verschiedene Gesammtstromzustände erzeugt
werden und dafs diesen 3" Zuständen auch 3n relative Stellungen der Nadel zum
o-Punkte einer Zahlen- oder Zeichenscala entsprechen, wobei der Stromschlufshebel
ohne Einwirkung auf das Zeigerwerk beliebig bewegt werden kann und das der jeweiligen Stromschlufshebelstellung entsprechende
Zeichen erst bei Schliefsung des Stromkreises gegeben wird, wobei die Nadel durch eine gelochte Deckscheibe ersetzt
werden kann.
2. Eine Ausführungsform des unter 1. gekennzeichneten
Stromschlufswerkes (Fig. 10, 11 36), bei welchem je nach Anzahl der Verbindungsdrähte
zwei, drei oder mehrere durch schmale Isolirschicht getrennte Drahtreihen
so angeordnet sind, dafs die zu den Flächenelementen gehörigen Vorzeichen +,
ο und — je nach Anzahl der Reihen (Drähte) in Gruppen zu zwei, drei oder
mehreren Gliedern nach den Gesetzen der Variation mit Wiederholung so geordnet erscheinen, dafs Flächenelemente mit den
entgegengesetzten Vorzeichen -f- und —-in
den Reihen nicht neben einander zu liegen kommen und die Flächenelemente, welche gleiches Vorzeichen haben und
direct neben einander liegen, unter Unterbrechung der schmalen trennenden Isolirschicht
zu einer Fläche vereinigt sind.
3. Eine Ausführungsform des Stromschlufswerkes nach Anspruch 1, gekennzeichnet
durch die Anordnung eines Stromschlufshebels, dessen federnde Arme senkrecht zur
Richtung der Reihen geordnete Stromschlufsschneiden tragen und in hohlcylinrische
Ansätze ausgehen, welche unter Zwischenschaltung von isolirenden Hohlringen
zusammengefügt sind.
4. Bei den unter 1. gekennzeichneten Nadelwerken für zweidrähtige Vorrichtungen die
Uebertragung zweier verschiedener Bewegungen auf ein und dieselbe Nadel durch Anwendung eines Rahmens, welcher durch
einen an die Nadel greifenden Zapfen, ungleich getheilt ist, derart, dafs die Nadel
bei gleicher Ablenkung der Zugstangen gegen den Nullpunkt des Theilkreises ausweicht,
wobei bei dreidrähtigen Einrichtungen aufserdem noch auf den oberen Theil der Nadel derart eingewirkt wird,
dafs bei jeder Nadelstellung eine Ablenkung nach links oder rechts erfolgt und so die
Theilung nochmals in je drei Theile zerlegt wird.
5. Zu einer zwei drähtigen Einrichtung nach Anspruch 1 ein Nadelwerk mit beweglicher
Scala und beweglicher Nadel, bei welchem die nach links und rechts gleich grofsen
Ablenkungen von Nadel und Scala so verschieden bemessen sind, dafs entsprechend
den β2 = 9 Stromzuständen in, den beiden
Drähten neun verschiedene Stellungen der Nadelspitze gegen den ο-Punkt der Scala
möglich sind.
6. Eine Ausführungsform der Einrichtung nach Anspruch i, gekennzeichnet durch die
Verbindung eines Differentialgetriebes mit einem Planetengetriebe in der Weise, dafs
das Wanderrad des Differentialgetriebes in dem Hauptrade des Planetengetriebes gelagert
ist und sowohl die beiden Haupträder des Differentialgetriebes als auch die Achse des Planetenrades um eine gemeinschaftliche
Drehachse durch Einwirkung von Elektromagneten auf permanente Magnete bewegt werden, sowie die Verbindung
der Achse des Planetenrades mit einer mit Zeichen oder Zahlen versehenen Scheibe
oder mit einem Zeiger, der sich längs einer mit dem permanenten Magneten des Planetenrades
fest verbundenen Scala bewegt.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE99666C true DE99666C (de) |
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Family Applications (1)
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