DE98341C - - Google Patents

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DE98341C
DE98341C DENDAT98341D DE98341DA DE98341C DE 98341 C DE98341 C DE 98341C DE NDAT98341 D DENDAT98341 D DE NDAT98341D DE 98341D A DE98341D A DE 98341DA DE 98341 C DE98341 C DE 98341C
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    • C—CHEMISTRY; METALLURGY
    • C09—DYES; PAINTS; POLISHES; NATURAL RESINS; ADHESIVES; COMPOSITIONS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR; APPLICATIONS OF MATERIALS NOT OTHERWISE PROVIDED FOR
    • C09C—TREATMENT OF INORGANIC MATERIALS, OTHER THAN FIBROUS FILLERS, TO ENHANCE THEIR PIGMENTING OR FILLING PROPERTIES ; PREPARATION OF CARBON BLACK  ; PREPARATION OF INORGANIC MATERIALS WHICH ARE NO SINGLE CHEMICAL COMPOUNDS AND WHICH ARE MAINLY USED AS PIGMENTS OR FILLERS
    • C09C1/00—Treatment of specific inorganic materials other than fibrous fillers; Preparation of carbon black
    • C09C1/14—Compounds of lead

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Cosmetics (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)
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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Die Erfindung bezweckt die Herstellung eines, einfach darstellbaren Ersatzmittels für Bleiweifs (basisch kohlensaures Bleioxyd).
Als Ausgangsmaterial für die Herstellung des Ersatzmittels dient das Bleichlorid Pb Cl2, welches durch Magnesia oder dessen Hydrat zunächst in das Bleioxychlorid PbO-PbCl2 bezw. Pb (OH)1 Pb Cl2 übergeführt wird. Diese Anwendung von Magnesia zur Bildung basischer Bleisalze ist neu.
Es ist hierbei ohne Einflufs, ob die Menge der anzuwendenden Magnesia mehr oder weniger als die Hälfte des Aequivalentes des Bleichlorides beträgt. In welchen Mengen auch immer die genannten Körper zur Reaction gebracht werden, stets bildet sich dasselbe Endproduct
PbO-Pb Cl2 bezw. Pb (OH)2 Pb Cl2.
Kommt nämlich ein Ueberschufs von Magnesia zur Verwendung, d. h. mehr als die Hälfte des Aequivalentes des Bleichlorides, so bleibt die überschüssige Magnesia unverändert zurück. Beträgt andererseits die Menge des Bleisalzes mehr als das Doppelte des Aequivalentes der Magnesia, so bleibt das überschüssige Bleisalz ünangegriffen.
Zur Ausführung wird 1 Mol. Bleichlorid mit Y2 Mol. Magnesia bezw. dessen Hydrat innig vermischt und dieses Gemisch mit so viel Wasser angerührt, dafs sich ein Brei bildet; bei weiterem Zusatz von Wasser tritt folgende Reaction ein:
2PbCl2 + MgO = Pb O- Pb Cl2 + Mg Cl2 bezw. 2 Pb Cl2 -f Mg(OH)2 =
Pb (OH)2 - Pb Cl2 + Mg Cl2.
Bleioxychlorid kann auch aus Bleivitriol erhalten werden, indem man dieses in gepulvertem Zustande mit Bleioxyd Pb O und einem Alkalichlorid mischt und dieses Gemenge dann mit Wasser zu' einem Brei anrührt. Die Umsetzung verläuft hierbei in zwei Phasen:
Zuerst reagirt das Bleioxyd auf das Alkalisalz wie folgt:
2 Pb O + 2NaCl + H2 O — Pb O- Pb Cl2 + 2Na OH.
Das hierbei entstehende Alkalihydrat wirkt nun weiter auf das schwefelsaure Bleioxyd ein nach folgender Gleichung:
2 Pb SOi + 2 Na OH + 2 Na Cl = PbO-Pb Cl2 + 2 Na2 SOi + H2 O.
Die Gesammtreaction läfst sich durch folgende Gleichung ausdrücken:
2 Pb SO1 + 2 Pb O + 4NaCl = 2 (Pb O ■ Pb Cl2) + 2 JVa2 SO4.
Dies so erhaltene Bleioxychlorid
PbO-Pb Cl2 bezw. Pb (OH)2 - Pb Cl2,
welches unter dem Namen Pattinson's Bleiweifs bekannt, aber nach anderer Methode dargestellt ist, dient nun als Ausgangsmaterial zur Herstellung meines neuen Bleiweifsersatzes, wobei in folgender Weise verfahren wird:
Bleioxychlorid Pb O ■ Pb Cl2 oder dessen Hydrat Pb(OH)2 ■ Pb Cl2, wie es nach Obigem erhalten wird, wird mit Alkalicarbonat oder Bicarbonat, oder einem Gemenge beider in

Claims (3)

solchen Mengen vermischt, dafs das Carbonat bezw. Bicarbonat zur völligen Umsetzung mit dem Bleichlorid nicht ausreicht, und das Gemisch sodann mit Wasser zu einem dünnen Brei angerührt. Es bildet sich hierbei neben dem löslichen Alkalisalz eine unlösliche Verbindung von Bleioxychlorid mitBleioxycarbonat, die man als Bleioxychlorocarbonat bezeichnen könnte. Den Vorgang der Umsetzung mögen, wenn man von dem hydratischen Oxychloride ausgeht, folgende Gleichungen veranschaulichen :
1. 3 Pb (OH) ■ Cl + Na.2 CO3 = Pb (OH).-, ■ Pb CO3 ■ Pb (OH) ■ Cl + 2 Na Cl,
2. 2 Pb (OH) ■ Cl + Na HCO3 = Pb CO3 ■ Pb (OH) ■ Cl + Na Cl + H2 O,
3. 4 Pb (OH) ■ Cl + Na2 CO3 + Na HCO3 =
Pb (OH)2 ■ Pb CO3 ■ Pb (OH) Cl ■ Pb CO3 +3 Na Cl + Hs O.
Nach einiger Zeit, wenn das neugebildete Product sich abzusetzen beginnt, woran man das Ende· der Umsetzung erkennt, wird es abfiltrirt, gut ausgewaschen, um das Alkalisalz zu entfernen, und getrocknet. Es bildet ein lockeres, schneeweifses Pulver, das entsprechend den angewendeten Ausgangsstoffen — ob Oxychlorid oder dessen Hydrat, ob Garbonat oder Bicarbonat bezw. Gemenge beider ■— als Bleioxychlorocarbonat von wechselnder Zusammensetzung aufzufassen ist und den fertigen Bleiweifsersatz reprä'sentirt.
Mehrere Thatsachen sprechen dafür, dafs dieses Bleioxychlorocarbonat eine chemische Verbindung und nicht etwa ein mechanisches Gemenge von BJeioxychlorid mit Bleicarbonat ist. Die Verbindung ist nämlich in Wasser so gut wie unlöslich, auch dann, wenn sie mit überschüssigem Wasser digerirt wird; aus einem Gemische hingegen würde sich das Oxychlorid zum gröfsten Theile mit Wasser ausziehen lassen. Ferner zeigt Oxychlorocarbonat gleiche werthvolle Eigenschaften wie Bleiweifs, die dieses zu einer so wichtigen Anstrichfarbe machen; ein blofses Gemisch von Oxychlorid und Carbonat zeigt bei Weitem nicht die Deckkraft und Reinheit der Farbe wie Bleiweifs oder der vorliegende Bleiweifsersatz.
Dieser ist bezüglich der Streichfähigkeit und des Deckvermögens dem Bleiweifs vollkommen gleichwerthig und besitzt abgesehen von seiner billigeren Herstellungsweise noch den Vorzug, dafs seine Bereitungsweise für den Arbeiter weniger gesundheitsschädlich ist, als dies bei den Methoden der Bleiweifsfabrikation der Fall ist. Bleichlorid und Bleivitriol bilden nämlich, im Gegensatz zu Bleiglätte und Bleizucker, relativ ungiftige Substanzen. Die Gewinnung des Bleiweifsersatzes auf nassem Wege hat aus demselben Grunde einen grofsen Vorzug vor den bisherigen Darstellungsverfahren von Bleiweifs, und besonders vor dem holländischen, bei welchem das Ausnehmen des fertigen Bleiweifses und das Abtrennen von dem noch unzersetzten Blei die Gesundheit gefährdende Operationen bilden. Pattinson's Bleiweifs, welches ebenfalls auf nassem Wege, aber in umständlicherer Weise gewonnen wird, deckt zwar als Farbe sehr gut, hat aber stets einen bräunlichen Schein.
Pa te νt-A ν spruch:
Verfahren zur Herstellung eines Ersatzes für Bleiweifs, Bleioxychlorocarbonat, darin bestehend, dafs Bleioxychlorid, welches entweder durch Vermischen von Bleivitriol mit. Bleioxyd und Alkalichlorid in Gegenwart von Wasser oder durch Vermischen von Bleichlorid mit Magnesiumoxyd oder -Hydroxyd in Gegenwart von Wasser dargestellt worden ist, mit einem Alkalicarbonat oder -Bicarbonat in Gegenwart von Wrasser in solcher Menge behandelt wird, die nicht hinreicht, um den gesammten Chlorgehalt des Bleioxychlorids zu entfernen, worauf der lösliche Theil von dem unlöslichen getrennt wird.
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