DE97699C - - Google Patents
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 21 :/Slektrische Apparate und Maschinen.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 6. Mai 1897 ab.
- Es ist bekannt, durch den Anker eines Elektromagneten ein Quecksilbergefäfs zu kippen
und dadurch einen Strom zu schliefsen. Es ist ferner bekannt, durch Veränderung der
Höhe des Quecksilberspiegels in geschlossenem, röhrenförmigem Gefäfs Stromschlufsstücke nach
einander aus- und einzuschalten.
Gegenüber diesen durch die deutsche Patentschrift Nr. 82387 und die amerikanischen
Patentschriften Nr. 494477 und 375403 bekannt gewordenen Einrichtungen ist die vorliegende
Erfindung durch die Anordnung eines in horizontaler Richtung ausgedehnten Quecksilbergefäfses
gekennzeichnet, bei welchem infolge geringster Drehung um eine waagerechte Achse
das Quecksilber aus einem Theile des Gefäfses rasch in einen anderen fliefst, wobei eine
rasche Stromunterbrechung zwischen Quecksilber und Quecksilber bewirkt wird. Damit
wird folgenden Bedingungen entsprochen:
1. Unveränderlichkeit der Stromschlufstheile,
2. möglichst geringer Energieverbrauch (Wattverbrauch) zur Erregung des Elektromagneten.
Nachstehend ist eine bauliche Anordnung einer solchen Schaltvorrichtung beschrieben.
In beiliegender Zeichnung (Fig. 1 bis 3) bedeutet ggl ein rechteckig gebogenes und zusammengeschmolzenes
Glasrohr, welches in den Anker k eingebettet ist. Letzterer ist um
die waagrechte Achse χ χ drehbar. In die beiden napfförmig vertieften Ecken e el des
Glasrohrgefäfses sind Platindrähte eingeschmolzen und in dem Glasrohr selbst befindet sich
gerade so viel Quecksilber, dafs in dem tiefer liegenden Theile gl der Glasrohre zwischen
den eingeschmolzenen Platindrähten ein Strorrischlufs hergestellt wird. Ueber den Anker k
sind in der Entfernung von wenigen Millimetern die Pole η s des Elektromagneten m
angeordnet. Es genügt deshalb die Wirksamkeit einer aufserord entlich geringen Anzahl
von Ampere-Windungen auf dem Elektromagneten, um die Lage des Glasbehälters so
weit zu verändern, dafs das Quecksilber aus dem Theile g·1 in den Theil g der Glasrohre
fliefst, wobei die Verbindung zwischen e und e1
unterbrochen wird.
Damit nun die bei diesen Unterbrechungen auftretenden Funken keinerlei nachtheilige Veränderungen
hervorrufen, ist es bekanntlich vor allen Dingen nöthig, dafs die Stromunterbrechungen
nur zwischen Quecksilber und Quecksilber eintreten. Zu diesem Zwecke sind die Ecken e e1 der Glasrohre derart napfförmig
vertieft, dafs stets noch Quecksilber in denselben verbleibt. Ferner mufs die Glasrohre
entweder luftleer oder es darf nur ein solches Gas vorhanden sein, welches bei der durch
die Funkenbildung erhöhten Temperatur ohne chemische Einwirkung auf das Quecksilber
bleibt. Unter diesen Bedingungen hat der Unterbrechungsfunke nur die Verdampfung
einer kleinen Menge Quecksilber zur Folge, welche sich sofort an den Wänden des Glasgefäfses
niederschlägt und in das übrige Quecksilber zurückfliefst.
Um bei höheren Spannungen ein rascheres Auslösen zu bewirken, kann die dynamische
Wirkung der magnetischen Kraftlinien auf den elektrischen Lichtbogen in Anwendung gebracht
werden. In der gezeichneten Anordnung entsteht eine Kraftlinienstreuung zwischen η
und s infolge der Querschnittsverringerung des Ankers k.
Statt der gezeichneten, rechteckig gebogenen Glasrohre kann auch ohne Weiteres eine gerad-'
linige Glasröhre in Anwendung gebracht werden, an deren beiden Enden die napfförmigen
Vertiefungen sich wieder Befinden. Durch eine geringe Lagenveränderung einer solchen
Glasrohre aus ihrer waagrechten Stellung wird das Quecksilber nach dem tiefer liegenden
Ende fliefsen, wodurch die Verbindung zwischen den Stromschlufsenden unterbrochen wird.
Das kennzeichnende Merkmal bei diesen und ähnlichen Ausführungsformen des Quecksilbergefäfses
bleibt die in waagrechter Richtung ausgedehnte Quecksilberbahn zwischen tiefer liegenden Stromschlufsenden.
In der gezeichneten Anordnung wird durch Erhöhung der Elektromagneterregung eine Bewegung
des Ankers k und damit die Unterbrechung der Quecksilberverbindung zwischen
e und e1 erzielt. Selbstverständlich kann aber
auch eine Bewegung des bereits angezogenen Ankers durch Verminderung der Elektromagneterregung
erzielt werden. Auch in diesem Falle wird eine Unterbrechung des Stromkreises
erreicht, wenn man den Glasbehälter derart mit dem Anker verbindet, dafs die Quecksilbernäpfe mit den Anschlüssen in die
Lage von ff1 kommen. Im ersten Falle wirkt
der Apparat bei Maximalstrom, im letzteren Falle bei Minimalstrom,· könnte also, wenn
der Elektromagnet in den auszuschaltenden Stromkreis geschaltet wird, je nach der besonderen
Anordnung des Glasbehälters, als selbsttätiger Minimal- oder Maximalstromschalter
benutzt werden.
Durch geeignete Veränderung ,der Anschlufsstellen kann die Vorrichtung auch als Umschalter
wirken.
Claims (1)
- Patent-Anspruch.:Ein elektromagnetischer Quecksilberschalter, bei welchem die Stromunterbrechung stets, zwischen Quecksilber und Quecksilber erfolgt, gekennzeichnet .durch die Anordnung eines .beweglichen, elektromagnetisch verstellbaren Glasrohrsystems, in dessen Innern mittels einer horizontal ausgedehnten Quecksilberbahn die Verbindung zwischen den in napfförmig versenkten Ecken des Gefäfses liegenden Stromschlufstheilen hergestellt oder unterbrochen wird,, sobald die Lage des Glasgefäfses um ein Geringes relativ zur Horizontalebene verändert wird.Hierzu ι Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE97699C true DE97699C (de) |
Family
ID=368724
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT97699D Active DE97699C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE97699C (de) |
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