DE974979C - Verfahren und Vorrichtung zum Abbau steil gelagerter Steinkohlenfloeze - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zum Abbau steil gelagerter SteinkohlenfloezeInfo
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Description
Die Erfindung befaßt sich mit der Aufgabe, in steil einfallenden Abbauräumen, wo erfahrungsgemäß
der Abbau schwieriger und mit größeren Gefahren verbunden ist als in flach gelagerten
Flözen, die Gewinnungs-, Förder-, Sicherungs-, Ausbau- und Versatzarbeiten als voneinander abhängige
Abbauarbeiten zusammenfassend und weitgehendst maschinell durchzuführen und die durch
das Herabstürzen der anfallenden Kohle erzeugte
ίο Kohlenstaubplage zu beseitigen.
Es ist allgemein bekannt, in steil gelagerten Steinkohlenflözen den im Einfallen des Flözes
oder diagonal-fallend dazu angelegten Abbaustoß maschinell hereinzugewinnen und die dabei gelöste
Kohle in ein zwischen der Abbausohle und der Abbaufirste fest eingebautes, mit Abzapfverschluß
versehenes Speichertrum fallen zu lassen, dessen durch Holzstempel gehaltene Verschlagswände parallel
zur Längsrichtung des Abbaustoßes verlaufen. Diese Verschlagswände sind nicht verschiebbar; sie
müssen jeweils von Hand neu errichtet werden und können nicht zur Führung von Gewinnungsmaschinen
dienen. Das Trum, welches sie einschließen, ist nicht so eingerichtet, daß es das gesamte Kohlenhaufwerk
aus dem zugehörigen Gewinnungsabschnitt aufnehmen kann, besonders nicht so, daß ein Herabstürzen der gewonnenen Kohle und damit
die Staubbildung vermieden wird.
Zum Abbau von steilen Steifen mächtiger, flach gelagerter Steinkohlenflöze wurde vorgeschlagen
109 601/1
(vgl. deutsche Patentschrift 733 963 und die Zeitschrift »Glückauf« v. 18. 10. 1941, S. 594), die
maschinell gelöste Kohle in verschiebbaren, von muldenförmigen Blechen und Flächenteilen des
Abbaustoßes umgrenzten Hohlsäulen aufzufangen, deren Muldenränder auf dem Abbaustoß aufliegen
und sich dort abstützen. Diese starren Hohlsäulen können sich jedoch dem welligen Verlauf der steil
gelagerten, meist geringmächtigen, deutschen Steinkohlenflöze nicht anpassen. Die Aufgabe, den Hohlraum
der Hohlsäule mit einem Zuge der Abbaumaschine zu füllen und dadurch den Sturz der
Kohle zu vermeiden, ist nicht gelöst und im übrigen im Rahmen des Veröffentlichten unlösbar, weil
zwecks Vortriebes einer Hohlsäule zum mindesten deren Muldenränder und -schenkel sehr genau
unterschnitten und freigeschnitten werden müßten, was in den scharfen Ecken für die Muldenränder
nur durch Herausfräsen der Kohle und nicht durch Stücke abreißende Gewinnungsmaschinen möglich
wäre. Das aber würde mehr Staub als ein Kohlestürzen erzeugen und zudem auch den benachbarten
Muldenrändern den Halt nehmen und zu einseitigem Vorsenken, Schiefstellen und Klemmungen der
Hohlsäulen führen.
Für den Braunkohlenbergbau sind verfahrbare, mit hydraulischen Stempeln verbundene Abbaukammern
mit Rückwandungen bekanntgeworden (vgl. deutsche Patentschrift 512 214), deren starr
miteinander verbundene Oberteile zwangläufig in gleicher Weise und Höhe auf und ab gehen. Sie
sind für lange Abbaustöße nicht geeignet, weil sie sich in der Längsrichtung weder der wechselnden
Mächtigkeit noch dem wellenförmigen Verlaufe eines Flözes anpassen können, noch können sie in
ihrer Anordnung zum Aufstauen der anfallenden Kohle oder zur Führung eines Gewinnungsgerätes
benutzt werden.
Ferner wurde zum Abbau dünner, steil gelagerter Flöze oder von steilen Streifen mächtiger, flach
gelagerter Flöze vorgeschlagen (deutsche Patentschrift 607429), die Kohle mittels einer an einem
parallel zum Abbaustoß angeordneten Trägergestell geführten Maschine hereinzugewinnen, sie
in einen über der unteren Strecke angeordneten Trichter fallen zu lassen und den Versatz mittels
einer von der oberen bis zur unteren Strecke sich erstreckenden, gekröpften, auf Rollen hängenden
und verschiebbaren Böschungswand zurückzuhalten. Diese Böschungshängewand kann sich der wechselnden
Mächtigkeit und dem welligen Verlaufe dünner Flöze nicht anpassen und würde daher an
der Sohle und Firste nicht abschließen. Sie könnte deshalb und ihrer Böschungsaufgabe wegen nicht
zur Führung einer Abbaumaschine dienen.
Sodann sind in Reihen angeordnete Stempel bekanntgeworden (deutsche Patentschrift 278881),
die mittels auf der Abbausohle laufenden Rädern verschoben werden und dabei ein Gerüst zum Führen
der Gewinnungs-, Förder- und Fahreinrichtungen vorrücken sollen. Die Länge dieser starr miteinander
verbundenen Stempel wird durch Transmissionswellen, Schnecken vorgelegen und Schraubengewinden
für alle Stempel zwangläufig gleichmäßig geändert, so daß sie sich der im Abbauraume
ständig nach allen Richtungen hin etwas wechselnden Mächtigkeit nicht anpassen können. Wird an
einer Stelle der Abstand zwischen Abbaufirste und -sohle größer, würde der dort stehende Stempel
nicht eingespannt sein. Wird der Abstand geringer, würde der Stempel bei seiner Dorthinbewegung
steckenbleiben.
Die aufgeführten Nachteile werden durch die vorliegende Erfindung vermieden. Nach ihr wird
eine höhenverstellbare Verschlagswand, an der das Gewinnungsgerät geführt wird, durch maschinell
bewegbare, mit der Wand verbundene Verschiebestempel vor jedem Gewinnungszuge in einem entsprechend
der zu erwartenden Kohlenanfallsmenge bemessenen Abstand dem Abbaustoß folgend nachgeschoben
und sodann der Abbaustoß in einem solchen Ausmaß hereingewonnen, daß sich die anfallende
Kohle bei möglichst geringem Fallweg bis nahe an oder in das arbeitende Gewinnungsgerät
aufstaut, wobei bei zu reichlichem Kohlenanfall die Aufstauhöhe der angefallenen Kohle im Speichertrum
durch Teilabförderung durch die Austragsvorrichtung geregelt und das Gewinnungsgerät nach
Beendigung seines Gewinnungszuges anschließend an das Leerfördern des Trums herabgelassen wird.
Dieses Gewinnungsverfahren hat die Vorteile
1., daß die hereinbrechende Kohle keinen oder keinen nennenswerten Fallweg hat, also nicht
zu Staub zertrümmert werden kann, und
2., daß im Abbauraum am Abbaustoß entlang ein neuartiges, in seinem Fassungsvermögen
maschinell leicht änderbares Speichertrum gebildet wird, das auf der im Abstand vom
Abbaustoß gelegenen Seite eine maschinell leicht verschiebbare, mittels Preßluftdruck
unter nachdrängender Spannung gehaltene Stempelreihe aufweist, wodurch sie sich und
die mit ihr verbundene zweiteilige Verschlagswand den üblichen Abstandsänderungen zwisehen
Abbausohle und -firste selbsttätig sicher anpaßt, gut an diesen Begrenzungsflächen anschließt
und den Reaktionsdruck der Gewinnungsmaschinen, besonders den starken Seitendruck
eines Kohlenhobels aufnehmen kann, und
3. werden die im Fahrtrum arbeitenden Bergleute vor Kohlenfall und -staub geschützt.
Zur Ausübung des angeführten Gewinnungsverfahrens ist erfindungsgemäß vorgesehen, daß längs
neben der Verschlagswand eine mit ihr zusammen verschiebbare Vorrichtung zum Fahren und, gegebenenfalls
neben letzterer, eine mit den genannten Vorrichtungen zusammen verschiebbare Versatzzuführungsvorrichtung
angeordnet ist. Hierdurch ergibt sich der Vorteil großer Ersparnis an menschlicher
Arbeit und der Ausscheidung von Gefahren, die sonst beim stückweisen Umlegen der Fahr- und
Versatzvorrichtungen auftreten.
Die mit Laufrädern versehenen Verschiebetempel der Verschlagswand werden erfindungs-
gemäß mit sich gegen das Hangende und Liegende verspreizenden Sperrklinken, Ratschen und Vorgelegen
zum Antrieb der Stempellaufräder versehen. Dadurch wird der Vorteil erreicht, daß die
Verschiebestempel neben der Einspannung durch Preßluftdruck zusätzlich an Standfestigkeit gegen
unerwünschte Verschiebedrücke gewinnen.
Zweckmäßig werden diese Ratschen durch Zugseile oder Zugstangen miteinander verbunden.
ίο Die Erfindung ist in den Zeichnungen beispielsweise
dargestellt.
Abb. ι zeigt einen streichend verlaufenden, rechtwinklig
zum steilfallenden Liegenden stehenden Schnitt durch das Abbauort nach der Linie A-A der
Abb. 2;
Abb. 2 zeigt eine auf die Einfallsebene des Liegenden projizierte Draufsicht des» Abbauraumes
nach Abb. ι ;
Abb. 3 zeigt in kleinerem Maßstab die Übersicht
einer Abbauanlage nach Abb. ι und 2;
Abb. 4 zeigt in kleinerem Maßstab ähnlich Abb. 3
den oberen Teil einer Abbauanlage mit diagonal angelegtem Abbaustoß und hydraulischen Stempelwagen
;
Abb. 5 und 6 zeigen in größerem Maßstab und in gleicher Art wie Abb. 1 Abbauorte, die mit hydraulischen
Stempelwagen abgesichert sind;
Abb. 7 zeigt in kleinerem Maßstab die Übersicht einer Abbauanlage nach AbI). 6.
Nach Abb. 1, 2 und 3 wird das steil gelagerte Flöz ι durch ein muldenförmiges, mit freiem Längsdurchgang
versehenes Keilgerät 5 gewonnen, das hier z. B. die drei gestaffelten Keilschneiden 2, 3 und 4
trägt. Jede Keilschneide möge hier beispielsweise 33 cm Vorgalx; haben, so daß bei einem Gewinnungszug vom Arbeitsstoß eine etwa i' m dicke Scheibe
herausgewonnen würde. Sollten hierbei noch zu große Stücken anfallen, so würden je nach Bedarf noch
mehr Abkeilstufen mit geringeren Vorgaben vorgesehen werden, wobei dann erfahrungsgemäß die
Größe der anfallenden Kohlenstücke bedeutend nachläßt. Das Keilgerät 5 wird vom Haspel 21 am
Abbaustoß entlanggezogen und dabei von der verschiebbaren Führungswand 8 geführt. Diese erhält
einen solchen Abstand vom Arbeitsstoß, daß das zwischen ihnen gebildete Gewinnungstrum 6 von
den angefallenen Kohlen gerade etwa ausgefüllt wird. Die Führungswand 8 steht auf ihren in das
Fahrtrum F ausladenden Fußträgern 16. Sie besteht aus zwei aneinander verschiebbaren Teilen,
deren unterer mit dem Unterteil und deren oberer mit dem Oberteil des Verschiebestempels 10 verbunden
ist. Ober- und Unterteil des Verschiebestempels 10 sind durch Kolben und Zylinder miteinander
verbunden und werden durch Druckluft auseinandergepreßt. Dadurch werden die Zähne
der an ihnen sitzenden oberen und unteren Räder 7 und 9 in das Nebengestein gepreßt, und die Verschiebestempel
halten damit die Führungswand 8 in einer festen Ortslage. Der Widerstand gegen ein
Wegdrücken der Führungswand 8 durch das Keilgerät s ist noch dadurch gesichert, daß die Sperrklinken
11 und 13 sich gegen das Liegende und Hangende spreizen. Werden die Ratschen 12 aller
Verschiebestempel durch einen Seilzug verbunden und schwenkt man sie damit von einem Punkt der
oberen Flözstrecke aus hin und her, so werden vermittels Schneckenvorgelege die Räder 7 und 9
gleichmäßig und gleichzeitig gedreht. Damit wandert die Führungswand 8 nach vo-rn, wobei sie noch
von den schweren Trägern 19 (Abb. 3) geleitet wird, auf denen sie vermittels der Rollen 20 hängt. An
den Fußträgern 16 werden zweckmäßig auch die Fahrten 15 aufgehängt, die in handliche Längen
unterteilt sind.
Zum Gewinnen wird das Keilgerät 5 vom Haspel 21 langsam bergan gezogen, etwa mit einer Geschwindigkeit
von 3 cm/sec. Dabei fällt die Kohle so an, daß das Gewinnungstrum 6 bis zum und ins
Keilgerät hinauf jeweils gefüllt gehalten wird. Die Kohle rutscht somit in geschlossenem Haufwerksstrom einen sehr kurzen Weg und kommt dicht am
oder im Keilgerät bereits zur Ruhe, wodurch die Staubbildung aufs äußerste beschränkt wird. Man
wird den Abstand der Führungswand 8 und damit die Raumgröße des Gewinnungstrums 6 eher zu
knapp als zu reichlich bemessen, weil man dann die Aufstauhöhe der anfallenden Kohle durch Abziehen
der etwa überschüssigen Kohlenmengen am Verschlußtrichter 23 in der unteren Strecke regeln
kann. Nach dem Gewinnungszug wird das Gewinnungstrum 6 leergefördert und mit dem Absinken
der Kohlenmassen auch zugleich das Keilgerät S bis zur Firste der unteren Strecke heruntergelassen.
Zugleich kann man die Fahrten einstweilen an die zuletzt längs der Führungswand 3 gestellte Stempelreihe
18 aufhängen. Nun wird die Führungswand 8 vermittels der Vorrückstempel 10 um die Dicke der
Gewinnungsscheibe etwa 1 m vorgerückt, wobei sich das Keilgerät in den vorbereiteten Einbruch 22
hineinschiebt, dessen Auszimmerung so fortgenommen oder geführt wird, daß sie nicht hinderlich werden
kann. Sobald das Vorrücken der Führungswand 8 beendet ist, was nur wenige Minuten in
Anspruch nimmt, werden die Fahrten 15 wieder ordnungsgemäß an den Fußträgern 16 aufgehängt
und der neue, ortsübliche Ausbau mit seiner Stempelreihe an der Führungswand 8 entlang aufgestellt.
Gegebenenfalls ist die vorletzte Ausbaureihe mit Drahtgewebe 24 oder Verschalung zu versehen, um
das vormalige Fahrungsfeld zu versetzen oder abzuwerfen.
Abb. 5 zeigt den Abbau eines etwa 90 cm mächtigen, steil gelagerten Steinkohlenflözes, das hauptsächlich
unter Bruchbau gewonnen werden soll. Da hier vorausgesetzt sein möge, daß die Kohle
beim Hereinkeilen sich gut zerstückele, soll das Keilgerät nur zwei Keilstellen gestaffelt tragen und
mit diesen insgesamt eine Gewinnungsscheibe von 0,8 m Dicke bei einem Gewinnungszug lösen. Der
Abbauraum wird hier vermittels hydraulischer Stempelwagen 30 gesichert, an denen sich vorn die
Führungswand 32 und hinten die Schutzwand 41 befindet.- Gegen letztere staut sich das hereingebrochene
Hangende auf. Es ließe sich auch Versatz dagegen aufstauen. Die Stempelwagen bestehen aus
zwei hydraulischen Stempeln 37 und 40, die in dem auf Raupen laufenden Unterwagen 38 stehen und
oben gelenkig die Firstenraupen 33 tragen. Der Stempelwagen besitzt in der Regel zwei Motore.
Einer hält vermittels Pumpwerk die Druckflüssigkeit unter den Druckkolben der hydraulischen Stempel
37 und 40 stets auf eine maximale Höhe und wird dabei von einer Minimal- und Maximaldruckschaltvorrichtung
gesteuert. Übersteigt der Druck des Hangenden auf die Stempelwagen das zugemessene
Maximum (z. B. 150 bis 200 t je Wagen), dann läßt ein Überdruckventil Flüssigkeit in den
Vorratskessel des Pumpwerkes ab, und die Firstenraupen 33 senken sich ein wenig. Gleichwohl trägt
der Stempelwagen in jedem Augenblick mit hoch- - ster Tragkraft. Wandert der Stempelwagen an eine
Abbaustelle mit höheren Ausmaßen, so· erleiden die Firstenraupen 33 und damit die Druckflüssigkeit
unter den Kolben weniger Druck, so daß die Minimalschaltung den Motor mit der Flüssigkeitspumpe
in Gang setzt, bis der Maximaldruck ihn wieder ausschaltet. Das Hangende ist also stets mit
höchster Tragkraft abgestützt. Unmittelbar hinter der Führungswand 32 befindet sich das Fahrtrum F.
Die Fahrten 35 sind auf den von den Stempelwagen getragenen Fußträgern 34 befestigt. Alle hydrau-■
- lischen Stempel wagen sind zur Regelung des gegenseitigen Abstandes an zwei starken Seilen 36 und 42
befestigt, womit sie gegebenenfalls getragen und freihängend gehalten werden können, wenn z. B.
der Oberteil des Stempelwagens eingezogen oder irgendein Teil ausgewechselt werden müßte. Die
Seile 36 und 42 hängen vermittels verschiebbarer Tragerollen an starken Trägern in der oberen Flözstrecke.
Der Betrieb gestaltet sich unter hohem Leistungs- und Wirtschaftserfolg sehr einfach: Das
Keilgerät wird an der Führungswand und am Abbaustoß entlanggezogen und die anfallende Kohle
dabei im Gewinnungstrum 31 aufgestaut. Mit dem Leerfördern des Gewinnungstrums wird das Keilgerät
bis zur Firste der Förderstrecke hinabgelassen (es könnte auch bis in die Förderstrecke
hineingenommen werden) und danach die Reihe der hydraulischen Stempelwagen durch gleichzeitiges
Einschalten aller Marschmotoren um das Maß der Gewinnungsdicke gemeinsam vorgerückt, und zwar
mit etwa 1 mm/sec Geschwindigkeit, was bei 800 mm Gewinnungsdicke nur etwa 14 Minuten dauern
würde. Das gleichzeitige Einschalten der Motoren geschieht am besten von einem Punkt der
Flözstrecken aus. Nach dem Vorwandern kann sofort wieder mit einem neuen Gewinnungszug begonnen
werden. Hinter den hydraulischen Stempelwagen kann das freigelegte Hangende hereinbrechen.
Kraft-, Licht-, Signal- und Fernsprechleitungen sind im Fahrtrum an der Führungswand
aufgehängt und werden selbsttätig mitgenommen. Abb. 4 zeigt gleichfalls eine Abbauanlage für ein
steiles Flöz, die ähnlich Abb. 6 eingerichtet ist. Doch soll hier vorausgesetzt sein, daß der Arbeitsstoß zum Ausbrechen und Auslaufen neigt, weshalb
er diagonal gestellt ist. Vor ihm erstreckt sich gleichfalls diagonal die mit Führungszargen versehene
Führungswand 32, die von den hydraulischen Stempelwagen 30 getragen wird. Letztere wandern
in streichender Richtung. Hinter der Schutzwand 41 kann der Versatz eingebracht oder das Hangende
abgeworfen werden.
Wo man in steil gelagerten Flözen den abgebauten Raum versetzen muß, wird die Abbauanlage
nach Abb. 6 und 7 eingerichtet. In Abb. 6 wird die Führungswand 52 von den hydraulischen Stempelwagen
50 getragen. Die Firstenraupen 33 ragen nach hinten über. Darunter befindet sich das Fahrtrum F,
in welchem die Fahrten 54 durch die Fußträger 55 von den Stempelwagen getragen werden. Dahinter
steht die Versatzschutzstempelreihe 57, welche mit einem Drahtgewebe 58 oder einer Verschalung
versehen ist, woran sich der Versatz aufstaut. Die Führungswanc#52 wird wieder in solcher Entfernung
vom Abbaustoß gehalten, daß sich ein Gewinnungstrum 51 zum bereits geschilderten Aufstauen
der angefallenen Kohlen bildet. Die Führungswand 52 besteht aus zwei Teilen, die sich gemäß der
Aufundabbewegung der Firstenraupen verschieben, also das Gewinnungstrum dicht halten bei unregelmäßigem
Hangenden. Der Abbaubetrieb geht wie folgt vonstatten: An der Führungswand 52 wird das
Keilgerät 59 in der Zarge 53 geführt. Das Abkeilen geschieht gleichzeitig in drei Stufen, wodurch eine
Gewinnungsscheibe von insgesamt 1 m Dicke hereingewonnen wird. Die Maße können geändert werden.
Die gelöste Kohle hat nur einen sehr geringen Anfallsweg, nämlich sie rutscht in geschlossenem
Haufwerksstrom zumeist nur bis zur letzten Keilstufe, bis wohin sie aufgestaut wird. Nach Beendigung
eines Gewinnungszuges wird sämtliche Kohle aus dem Gewinnungstrum 51 unten am Verschlußtrichter
62 in der Förderstrecke abgezogen und das Keilgerät mit dem Absinken der Förderkohle im
Gewinnungstrum 51 bis zur Firste der Förderstrecke hinabgelassen. Schon zu Beginn des Gewinnungszuges
— oder sobald die Reihe der hydraulischen Stempelwagen vorgerückt worden war —
beginnt man, von unten beginnend, die \?ersatzschutzstempelreihe
57 zu stellen und mit Drahtgewebe 58 oder Verschalung zu versehen. Sobald dies für die unteren Meter über der Förderstrecke
geschehen ist, kann bereits mit dem Einbringen des Versatzes vermittels des Versatzrohres 56 be- no
gönnen werden. Dies Versatzrohr ist hier z. B. wendelrutschenartig ausgebildet und besitzt in verschiedenen
Höhenlagen Abzapf klappen 60, so daß die freie Fall- oder Sturzhöhe des Versatzgutes beliebig
geregelt werden kann. Der Versatz wird von der oberen Flözstrecke aus in das Versatzrohr gekippt
und rutscht nach unten, bis er auf eine Klappe stößt, die ihn zur Rohröffnung hinausgleiten läßt.
Ist das Versatzfeld V bis oben versetzt, das Gewinnungstrum leergefördert und der Einbruch 61 zum
Einsetzen des Keilgerätes vorbereitet, wird die Reihe der hydraulischen Stempelwagen mit Führungswand,
Fahrung und Versatzrohr (somit fast die gesamte Abbaueinrichtung) gleichzeitig um
Gewinnungsscheibendicke vorgerückt, und ein neuer Gewinnungszug kann beginnen.
Claims (4)
- PATENTANSPRÜCHE:.ι. Verfahren zur Gewinnung steil gelagerter Steinkohlenflöze, bei dem ein Gewinnungsgerät an dem im Einfallen des Flözes oder diagonalfallend dazu angelegten Abbaustoß maschinell entlangbewegt wird und die gewonnene Kohle in ein mit Austragsvorrichtung versehenes Speichertrum herabfällt, dessen Verschlagswand von der unteren bis zur oberen Strecke parallel zur Längserstreckung des Abbaustoßes verläuft und entsprechend dem Arbeitsfortschritt im Abstand vom Stoß verschoben wird, gekennzeidinet durch die Kombination folgender Merkmale:a) diese höhenverstellbare Versehlagswand (8, 32, 52), an der das Gewinnungsgerät geführt wird, wird durch maschinell bewegbare, mit der Wand verbundene Verschiebestempel (10, 30, 50) vor jedem Gewinnungszuge in einem entsprechend der zu erwartenden Kohlenanfallmenge bemessenen Abstand dem Abbaustoß folgend nachgeschoben,b) sodann wird der Abbaustoß in einem solchen Ausmaß hereingewonnen, daß sich die anfallende Kohle bei möglichst geringem Fallweg bis nahe an oder in das arbeitende Gewinnungsgerät (s) aufstaut, wobei bei zu reichlichem Kohlenanfall die Aufstauhöhe der angefallenen Kohle im Speichertrum durch Teilabförderung durch die Austragsvorrichtung (23,62) geregelt und das Gewinnungsgerät nach Beendigung seines Gewinnungszuges anschließend an das Leerfördern des Trums (6, 31, 51) herabgelassen wird.
- 2. Vorrichtung zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß längs neben der Versehlagswand (8, 32, 52) eine mit ihr zusammen verschiebbare Vorrichtung zum Fahren (15, 35, 54) und gegebenenfalls neben letzterer eine mit den genannten Vorrichtungen zusammen verschiebbare Versatzzuführungsvorrichtung (56) angeordnet ist.
- 3. Vorrichtung mit Verschiebestempel-Laufrädern zur Ausübung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet daß die Verschiebestempel (10) mit sich gegen das Hangende und Liegende verspreizenden Sperrklinken (11, 13), Ratschen (12) und Vorgelegen zum Antrieb der Stempellaufräder (7, 9) versehen sind.
- 4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Ratschen (12) durch ZugseileoderZugstangen miteinander verbunden sind.In Betracht gezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 733 963, 741 475, 278881, 512214, 487 101, 607429, 611 738, 678589, 141; USA.-Patentschrift Nr. 1 561 481;»Lehrbuch d. Bergbaukunde« von Heise— Herbst—Fritzsche, 1942, Bd. I, S. 428;Zeitschrift »Glückauf«, 1941, S. 594.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 509 599/6 12.55 (109 601/1 6. 61)
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DEH4298D DE974979C (de) | 1944-03-08 | 1944-03-08 | Verfahren und Vorrichtung zum Abbau steil gelagerter Steinkohlenfloeze |
Applications Claiming Priority (1)
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|---|---|---|---|
| DEH4298D DE974979C (de) | 1944-03-08 | 1944-03-08 | Verfahren und Vorrichtung zum Abbau steil gelagerter Steinkohlenfloeze |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE974979C true DE974979C (de) | 1961-06-22 |
Family
ID=7143922
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEH4298D Expired DE974979C (de) | 1944-03-08 | 1944-03-08 | Verfahren und Vorrichtung zum Abbau steil gelagerter Steinkohlenfloeze |
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