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Gefäßförderer zum pneumatisdien Fördern pulverförmigen und körnigen
Gutes
Die Erfindung betrifft einen Gefäß förderer nach dem Patent 862 429, bei welchem
das gegen seinen Gutzulauf fest abschließbare, an eine pneumatische Fördervorrichtung
angeschlossene Druckgefäß mittels einer Steuervorrichtuing mit einer bestimmten,
vom Fördergut abgeteilten Menge beschickbar ist.
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Sie bezweckt, einen Gefäß förderer nach dem Hauptpatent so zu verbessern,
daß ein kontifnuierlicher Betrieb mit einfachen Mitteln und für längere Betriebsdtauer
ungestört und außerdem gegen Entweichen des staubförmigen Gutes aus der Förderanlage
in die sie umgebende Atmosphäre gesichert aufrechterhalten werden kann.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein Gefäß förderer zum pneamatischen
Fördern pulverförmigen und körnigen Gutes nach Patent 862429 vorgesehen, bei welchem
das gegen seinen Gutzulauf fest abschließbare, an eine pneumatische Fördervorrichtung
angeschlossene Druckgefäß mittels einer Steuervorrichtung mit einer bestimmten,
vom Fördergut abgeteilten Menge beschickbar ist, welcher der Erfindung gemäß dadurch
gekennzeichnet ist, daß bei Anordnung von zwei Druck-
gefäßen mit
je einer steuerbaren, luftdicht abschließbaren Ein- und Auslaßöffnung je eine Wirbeischnecke
für jedes Druckgefäß zwecks ttberführung des Gutes in die Druckförderleitung derart
vorgesehen ist, daß beide Wirbeischnecken gleichachsig, jedoch in entgegengesetztem
Drehsinn arbeitende, in einem gemeinsamen, mit je einer Guteinlaß öffnung und einer
gemeinsamen Gutauslaßöffnung versehenen Gehäuse angeordnet sind, wobei die Guteinlaßöffnungen
gegenüber dem zugehörigen Druckgefäß und die Gutauslaßöffnung gegenüber dem mit
einer Druckluftdüse versehenen Mischkopf der pneumatischen Förderleitung in an sich
bekannter Weise luftdicht abschließbar sind.
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Ein gemäß der Erfindung durchgebildeter Gefäßförderer ist insbesondere
dazu geeignet, im Bergbau Feinkohle, d. h. Kohle, die mit einer Korngröße bis zu
etwa 5 mm unter Tage anfällt, mehrere hundert Meter von unter Tage nach über Tage
auf pneumatischem Wege zw fördern. Die Anlage erfüllt insbesondere die dabei höchst
wichtige Forderung, es auf jeden Fall zu verhindern, daß sich bei ihrem Betriebe
in der sie umgebenden Luft Staub entwickelt, der zu den gefiirchteten Staubexplosionen
führen würde.
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In der Zeichnung ist ein Gefäßförderer in zwei Ausführungsformen
beispielsweise dargestellt.
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Fig. I zeigt eine Ausführungsform in Vorderansicht und in Fig. 2
in Seitenansicht in Richtiang des in Fig. I eingezeichneten Richtungspfeiles I;
Fig. 3, die eine der Fig. 2 entsprechende Seitenansicht ist, zeigt eine andere Ausführungsform.
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Beschreibung des Ausführungsbeispiels nach den Fig. I und 2 Mit I
und 2 sind zwei nebeneinanderliegende Druckgefäße gleicher Bauart bezeichnet. Die
Druckgefäße haben oben je einen Einlaßdom 3, an welchen Einlaufleitungen 4 angeschlossen
sind. Die Gefäße I und 2 sind über die Einlaufleitungen 4 von einem gemeinsamen
Behälter, £. B.. emem Vorratsbunker, beschickbar. Sie können aber auchdurch jegliche
andere bekannte Aufgabevorrichtungen, z. B. einen Gurtförderer, mit Gut beliefert
werden. Die Druckgefäße I und 2 haben oben im Dom je eine Einlaßöffnung 5 und in
ihrem unteren konisch zulaufenden Teil je eine Auslaßöffnung 6.
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Bei dem in Fig. I gezeigten Betriebszustand der Anlage ist bei dem
Druckgefäß I die Einlaßöffnung 5 geöffnet und bei dem Druckgefäß 2 die Auslaßöffnung
6 geöffnet. Die Druckgefäße I und 2 setzen sich unten in ein konisches Zwischengefäß
7 fort.
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Die Einlaßöffnungen 5 der Druckgefäße I und 2 sind durch Kegelventile
8 und die Auslaßöffnungen 6 durch ähnliche Kegelventileg luftdicht abschließbar.
Die Ventile 8 und 9 werden durch Druckluft gesteuert. Hierzu befinden sich in den
Druckgefäßen I und 2 je zwei voneinander unabhängige Druckluftzylinder I2, in weichen
druckluftbeaufschlagte Kolben II auf und ab beweglich angeordnet sind. Die Ventile
8 und 9 sind jeweils auf einer Kolbenstange IO angebracht. Eine beliebige, nicht
weiter dargestellte Druckl,ufterzeugungsanlage bekannter Art versorgt die einzelnen
Zylinder I2 mit Druckluft.
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Die Steuerung der Kolben II und damit der Ventile 8 und 9 kann in
beliebiger bekannter Weise geschehen, beispielsweise von Hand aus oder auch selbsttätig
durch einen Zeitregulator oder auf sonstige Weise.
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I3 ist ein luftdicht nach außen gesichertes Schneckengehäuse mit
je einem Einlaß trichter 14 an den beiden Enden des Gehäuses. Die Einlaßtrichter
sind luftdicht an die Zwischenbehälter 7 der Druckgefäße I und 2 angeschlossen.
In dem Schneckengehäuse I3 sind zwei Schnecken 15 mit gegenläufiger Steigung gemeinsam
auf einer Welle I6 angeordnet, die in Lagern I7 gelagert ist. Die Schneckenwelle
I6 ist bei I8 nach außen hin luftdicht abgeschlossen, beispielsweise durch Stopfbuchsen.
Die beiden Schnecken 15 erstrecken sich bis zu einem von Schneckenwindungen freien
Raum 19 des Schneckengehäuses, an welchen der Mischkopf 20 einer pnelmatischen Förderleitung
21 angeschlossen ist (S. Fig. 2). Im Mischkopf 20 ist, wie Fig. 2 zeigt, eine Druckdüse
22 vorgesehen, aus welcher der Druckluftstrahl der bei 23 eingeführten, durch einen
Hahn 24 regulierbaren Druckluft austritt und sich in Richtung des eingezeichneten
Pfeiles A der Fig. 2 aufwärts bewegt.
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Die beiden Schnecken 15 sind. sogenannte »Wirbelschnecken«, d. h.,
sie werden durch einen in Fig. 1 schematisch bei 25 gezeigten Elektromotor in schnellen
Umlauf versetzt und wirbeln oder schleudern in bekannter Weise das ihnen zufließende
Fördergut in den Mischkopf 20 in feinverteiltem Zustand hinein.
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Erfindungsgemäß ist auch dafür gesorgt. daß der Durch-faufquers ehnitt
der Auslaßöffnungen 6 veränderlich ist. Dies ist nötig, damit die Wirbelschnecken
15 immer nur soviel Fördergut erhalten, daß sie das Gut einwandfrei in den Mischkopf
hineinwirbeln können. Die Veränderung des Durchlaufquerschnittes geschieht in bekannter
Weise, etwa durch in den Deckeln der Zylinder I2 der Auslaßventileg angeordnete
Stellschrauben. Diese ermöglichen, den Hub der Kolben II zu verändern und damit
den Hub der Auslaßventile 9.
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Beschreibung der Wirkungsweise des Ausführungsbeispiels nach Fig.
1 und 2, das eine in einem Bergwerk unter Tage arbeitende, für Kohle über Tage fördernde
Anlage sei Es sei angenommen, daß das Druckgefäß 2 gefüllt und das Druckgefäß I
leer ist. Der Elektromotor 25 und die Förderdruckluft werden angestellt und die
Ventile 8 und 9 in der aus Fig. 1 ersichtlichen Weise gesteuert, d.h., die einzelnen
Zylinder 12 werden entsprechend mit Druckluft beliefert.
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Bei dem in Fig. I gezeigten Betriebszustand der Anlage ist also die
Einlaßöffnung 5 des Druckgefäßes I geöffnet und seine Auslaßöffnung 6 geschlossen,
beim Druckgefäß 2- hingegen die Einlaß-
öffnung 5 geschflossen und
die Auslaßöffnung 6 geöffnet. In diesem Betriebszustand, wobei beide Wirbelsehnecken
15 mit hoher Geschwindigkeit umlaufen, läuft das Druckgefäß 2 leer, und das Druckgefäß
I füllt sich von neuem auf.
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Ans dem geöffneten Dort gefäß 2 fließt also die Feinkohle aus und
durch den Einlauftrichter 14 der Schnecke zu. Diese fördert das Gut weiter und wirbelt
es in den Mischkopf 20 und den dort wirksamen, aus der Düse 22 ausströmenden Druckstrahl
hinein. Die auseinandergewirbelten Gutteilchen werden vom Druckstrahl erfaßt und
in der Förderleitung 2I in Richtung des Pfeiles A (Fig. 2) aufwärts getrieben.
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Während sich das Druckgefäß 2 leert, füllt sich das Druckgefäß I.
Ist das Druckgefäß 2 leergelaufen, dann wird zunächst das Ventil 9 der uslaßöffnung
6 geschlossen und erst dann das Ventil 8 der Einlaß öffnung 5 dieses Gefäßes geöffnet,
so daß der leere Behälter 2 sich von neuem mit Fördergut anfüllt. Gleichzeitig aber
wird bei dem Druckgefäß I das Ventil 8 der Einlaßöffnung geschlossen und dann erst
das Ventil 9 der Anslaßöffnung dieses Gefäßes geöffnet, so daß das in diesem Behälter
befindliche Fördergut seiner Wirbelschnecke zulaufen kann. Diese Schnecke wirkt
dann in der gleichen beschriebenen Weise wie die Wirbelschnecke des Druckgefäßes.
2.
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In diesem Arbeitsspiel wechseln sich die beiden Druckgefäße ab, so
aaß ein ununterbrochener Betrieb der Anlage gesichert und durchführbar ist.
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Durch die gemäß der Erfindung zwischengeschaltexten und steu,erbaren
beiden Druckgefäße ist dafür gesorX,t, daß die Förderdruckluft kein staubförmiges
oder feinkörniges. Gut rückwärts in den umgebenden Raum bläst, wenn infolge einer
Betriebsstörung in der Anlage Druckluft rückwärts in das Schneckengehäuse schlagen
sollte.
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Die Erfindung schafft ein Verfahren, welches gewährleistet, daß zur
Staubentwicklung neigendes Fördergut einwandfrei auf pneumatischem Wege gefördert
werden kann, ohne dabei den umgebenden Raum durch Staubbildung zu verunreinigen
und zu gefährden.
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Ein besonderer Vorteil der Erfindung besteht noch darin, daß die
jeweils leerlaufende Wirbelschnecke mithilft, das von der anderen arbeitenden Wirbeischnecke
zum Mittelraum 19 gebrachte Gut in den Mischkopf 20 zu schleudern.
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Beschreibung des Ausführungsbeitspiels nach Fig. 3 Gleiche Bezugszeichen
bedeuten gleiche Teile der Anlage nach Fig. I und 2.
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Dieses Ausführungsbeispiel, das ebenso wie die Anlage nach Fig. I
und 2 zwei wechselseitig arbeitende Druckgefäße I und 2 umfaßt, unterscheidet sich
von dem vorher beschriebenen Ausführu,ngsbeispiel nur dadurch, daß die Druck- und
Steuerzylinder I2 für die Einlaß- und Auslaßventile 8, 9 außerhalb der Druckgefäße
angeordnet sind. Sonst aber arbeitet die Anlage genauso wie die vorher beschriebene.