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Fördergutaüfgabe für Luftförderanlagen Die Erfindung betrifft eine
Verbesserung und weitere Ausgestaltung der durch Patent 626 285 geschützten Druckluftförderung,
insbesondere zu deren Verwendung für fahrbare Anlagen, bei welchen die Schnecke
das zu fördernde Material von Zuführungsscheiben entnimmt. Derartige gegen die Horizontale
nach vorn schwach geneigte Zuführungsscheiben sind in der Fördertechnik seit langem
bekannt. Meist werden zwei in der Vorschubrichtung nebeneinanderliegende Scheiben
mit entgegengesetztem, über vorn zur Mitte gerichtetem Drehsinn verwendet.
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Es ist auch bereits bekannt, über solchen Tellern geneigte Förderschnecken
anzuordnen, welche das Fördergut von den Tellern aufnehmen und nun anderen Fördermitteln,
beispielsweise einer Luftförderanlage, zuführen.
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Wenn bei solchen fahrbaren Anlagen die an sich bekannte Schnecke erfindungsgemäß
als Aufgabe- und Wirbelschnecke im Sinne des Hauptpatentes ausgebildet wird, ergibt
sich eine Schwierigkeit, weil nunmehr die Schneckenwelle nach rückwärts durch den
Platz hindurchgeführt werden muß, in welchem nach dem Hauptpatent der Luftstrahl
mit dem ihn umgebenden Ringraum angeordnet werden soll und weil ein Verlauf der
Luftförderleitung quer zur Schneckenachse die Beweglichkeit der ganzen Anordnung
hindert.
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Es wurde nun gefunden, daß die Strahldüse mit dem Luftstrahl und dem
ihn umgebenden Ringraum auch neben der Wirbelschnecke angeordnet werden können.
Der den Luftstrahl umgebende Ringraum neben der Wirbelschnecke wird dabei mit dem
Schnekkenaustritt durch einen den Wirbelzustand des aus der Schnecke austretenden
Gutes erhaltenden Raum (Wirbelraum) entsprechend weiten OOuerschnittes verbunden.
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Es sind Vorrichtungen bekannt, bei welchen das Fördergut durch eine
gewöhnliche Förderschnecke einem langen Fallrohr zugeführt wird, welches sich nach
unten verjüngt und vor der Düsenmündung in eine Strah.lfördervorrichtung mündet.
Bei diesen Vorrichtungen findet jedoch keine mechanische Auseinanderwirbelung und
Beschleunigung des Fördergutes statt, welches sein Eindringen in den Luftstrahl
begünstigt, wie dies bei der vorliegenden Erfindung der Fall ist. Ebenso sind Vorrichtungen
bekannt, bei welchen das durch eine gewöhnliche Förderschnecke aus einem Bunker
geförderte Gut
zunächst durch ein mit der Schnecke umlaufendes Sieb
mit der durch die Welle in das Siebinnere eingeführten Luft zu einer Staubwolle
gemischt wird, welche dann durch eine sich nach unten@verjüngende Fallvorrichtung
in den die Düse selbst umgebenden Ringrauen gelangt. Auch bei dieser bekannten Vorrichtung
findet keine mechanische Beschleunigung des Fördergutes zur Herbeiführung seines
Eintritts in den Luftstrahl statt; vielmehr muß mit dem Fördergut auch die ganze
zur Bildung der Staubwolke benötigte Luftmenge zunächst von der Strahlvorrichtung
angesaugt werden, ehe eine weitere Förderung erfolgen kann.
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Bei der erfundenen Vorrichtung reicht die Wirbelwirkung der mit hoher
Drehzahl, beispielsweise c95o Umdrehungen, laufenden, nur teilweise gefüllten Schnecke
noch aus, um dem auseinander- gewirbelten Fördergut die hinreichende Beschleunigung
zu verleihen, welche erforderlich ist, um es in den Luftstrahl einzuführen. Dieser
Luftstrahl ist, da der ganze in der Förderleitung zu überwindende Druck von nicht
selten 1,5 atm. und mehr in Geschwindigkeitsdruck umgesetzt worden sein muß, sehr
hart.
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Es ist zwar bekannt, bei Speisevorrichtungen für Kohlenstaubfeuerungen
das aus langsam laufenden, ganz gefüllten Förderschnekken kommende :Material mittels
Siebvorrichtungen am Ende der Schnecke zu zerstreuen und durch einen sich stark
verengenden Fallraum der aus einer weiten Düse austretenden großen Verbrennungsluftmengebeizumischen.
Dabei findet aber keine erhebliche mechanische Beschleunigung des Gutes statt, da
keine Wirbelschnecken verwendet werden, und die Luftmenge ist im Verhältnis zum
Gut so außerordentlich viel größer, der zu überwindende Gegendruck der Luftleitung
so viel geringer als bei der pneumatischen Förderung, daß deren Schwierigkeiten
gar nicht in Erscheinung treten.
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Um das von der Schnecke an die Wandungen des Wirbelraumes geschleuderte
Material, welches dadurch etwa zu viel Eigenenergie verloren hat, trotzdem noch
hinreichend dem Luftstrahl zuzuschleudern, kann, wo dies erforderlich ist, Druckluft
in feinen Strahlen noch auf den Ringraum gerichtet, in den Wirbelraum eingeblasen
werden. Dabei müssen diese Düsen und die aus ihnen tretenden Luftstrahlen so bemessen
werden, daß der von dem Förderluftstralil erzeugte geringe Unterdruck gegenüber
dem Außendruck nicht zerstört wird. Auch bei der Bemessung der Hauptstrahlvorrichtung
muß diesem Umstand Rechnung getragen werden.
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Die Anordnung von Hilfsstrahlen erschließt die Möglichkeit, die Förderleitung
auch oberhalb :des Wirbelraumes, überhaupt in beliebiger Lage und Richtung neben
demselben anzuordnen. Sie gibt damit dem Konstrukteur eine viel größere Freiheit
in der Wahl der ganzen Anordnung, ohne daß dadurch die besondere Wirkungsweise der
Vorrichtung beeinträchtigt würde. Die Luftstrahlen der Hilfsstrahldüsen bewirken
zugleich eine erwünschte Wärmeabfuhr von der Schneckenwelle, die in der Stopfbuchse
am Austritt aus dem Wirbelraum sich erwärmt. Zweckmäßig wird die Luft der Hilfsdüse
vorher durch einen in der Stopfbucbse um die Welle herum angeordneten Ringraum geführt.
Diese 'Maßnahme könnte überflüssig erscheinen insofern, als infolge des Unterdruckes
1n1 Wirbelraum keine Gefahr besteht, daß etwa Staul) in die Stopfbuchse eintritt.
Sie bewirkt jedoch eine erwünschte weitere, sehr intensive Kühlung der Welle.
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Zur Sicherung einer möglichst gleichmäßigen Beschickung der Schnecke
durch die Zuführungsteller, insbesondere zur Vermeidung einer Überfüllung der Schnecke,
kann das aus dem Gehäuse vorstehende Vorderteil der Schnecke mit einer Haube überdeckt
werden, welche nur den unteren Teil der Schnecke dein Materialzutritt frei läßt.
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Eine unterhalb der Schnecke, zweckmäflig dicht hinter den Zuführungstellern
angeordciete verstellbare Hubrolle dient zur Sicherung der gewünschten Höhenlage
der Zufiihrungsteller über dem Boden.
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Die Anordnung des ersten Förderleitungsstranges dicht über dem Boden
bietet den Vorteil, daß der Übergang zu der üblicherweise auf dem Boden liegenden
weiteren Förderleitung ohne erheblichen Bogen erfolgen kann. Abgesehen von den für
die Förderleitung schädlichen Widerständen derartiger Bogen besitzen sie bei vorliegender
Anordnung den besonderen Nachteil, ciaß sie <las Gleichgewicht der ganzen Vorrichtung
nachteilig beeinflussen und selbst sehr stark beanspruchte Teile darstellen. Die
Erfindung besitzt auch für feststehende Anlagen wesentliche Vorteile, so daß sie
nicht auf fahrbare Anordnungen beschränkt ist.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt:
Fig. t zeigt im Aufriß, teilweise im Schnitt. eine fahrbare Fördervorrichtung.
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Fig. 2 zeigt teilweise im Schnitt eine Aufsicht der gleichen Vorrichtung.
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Fig.3 zeigt einen Querschnitt durch den Ringrauen der Stopfbuchse.
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Fig..1 zeigt das vordere Schneckenende mit Haube.
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Fig. ; -neigt einen Schnitt durch den Wirbelraum der Fig. i senkrecht
zur Schneckenachse.
Die beiden gegenläufigen Zuführungsteller i',
i" werden über ihre Wellen ein Getriebe 3 und ein Vorgelege 4. von dem Antriebsmotor
5 angetrieben. Der gleiche Motor 5 wirkt über ein steuerbares Differentialgetriebe
6 auf die beiden Fahrräder 7', 7". Hierdurch wird ein einfacher wendiger Fahrantrieb
erzielt. Etwa an der Stelle, an welcher sich die beiden Zuführungsteller 1', i"
einander nähern, liegt das freie Eintrittsende der Förder- -und Wirbelschnecke B.
Das vordere Ende der Schnecke liegt frei dicht über den Zuführungstellern. Der weitere
Teil der Schnecke ist ganz von dem Schneckengehäuse 9 umschlossen, an welches sich
am Austrittsende der Wirbelraum io anschließt.
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Die Antriebswelle i i führt durch diesen Wirbelraum und durch die
Stopfbuchse 12 zu dem Antriebsmotor 5. Unter dem Austrittsende der Wirbelschnecke
ä ist die Strahldüse 13, zu welcher die Druckluftzuleitung 14 führt, derart angeordnet,
daß der um den austretenden Luftstrahl 15 vorhandene Ringraum 16 neben dem Wirbelraum
io liegt, mit dem er in freier Verbindung steht. Gegenüber der- Strahldüse 13 ist
die Förderleitung 17 gelegen, in der erforderlichenfalls in bekannter Weise ein
nicht dargestellter Zerstreuer angeordnet sein kann. Das mit der fahrbaren Vorrichtung
dauernd verbundene Stück der Förderleitung liegt dicht über dem Boden und trägt
am Ende eine Kupplung 18 zum Anschluß der weiteren Förderleitungsstränge.
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In der Stopfbuchse ist, zweckmäßig zwischen zwei durch einen Abstandring
ig oder in sonstiger Weise voneinander getrennten Teilen 2o', 2o" der Packung ein
freier Ringraum 21 angeordnet, in den durch die Stopfbuchsenwand 22 hindurch zwei
Bohrungen 23', 23" münden. Zwischen diesen beiden Bohrungen ist der Ringraum 21
durch eine Wand 24. derart unterteilt, daß die bei 23' eintretende Luft - die Welle
umspülen muß, ehe sie bei 23" austreten kann.
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Die zur Kühlung der Stopfbuchse erforderliche Luft wird durch das
Rohr 24 der Druckluftleitung 1.4 entnommen und durch Rohr 25 den in der oberen Wand
des Wirbelraumes io gelegenen Hilfsdüsen 26 zugeführt. Diese blasen das aus der
Schnecke austretende Fördergut in den Ringraum 16. Über dem vorderen freien Ende
der Schnecke 8 kann, wie in Fig. q. dargestellt, eine Haube 27 derart angeordnet
sein, daß die Schnecke im Höchstfalle stets nur eine durch den freien Raum unter
der Haube bestimmte Menge Fördergut aufnehmen kann. Dadurch wird einer zu Betriebsstörung
führenden Verstopfung durch zu starke Beschickung der Schnecke vorgebeugt. Eine
unter der Schnecke S hinter den Zuführungstellern i', i" angeordnete, in der Höhe
verstellbare Rolle 28 erleichtert die Einhaltung und Einstellung eines gleichbleibenden
Abstandes zwischen Zuführungstellern und Boden. Gleichzeitig entlastet sie den Bedienungsmann
von dem nach vorn unten wirkenden Zug der Zuführungsteller.