DE965041C - Verfahren zur Herstellung hochwertiger Staehle mit basischen Herdofen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung hochwertiger Staehle mit basischen Herdofen

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DE965041C
DE965041C DEK14540D DEK0014540D DE965041C DE 965041 C DE965041 C DE 965041C DE K14540 D DEK14540 D DE K14540D DE K0014540 D DEK0014540 D DE K0014540D DE 965041 C DE965041 C DE 965041C
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manganese
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DEK14540D
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Inventor
Dipl-Ing Paul Kuehn
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MARIA KAEMMERER GEB KUEHN
Original Assignee
MARIA KAEMMERER GEB KUEHN
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C21METALLURGY OF IRON
    • C21CPROCESSING OF PIG-IRON, e.g. REFINING, MANUFACTURE OF WROUGHT-IRON OR STEEL; TREATMENT IN MOLTEN STATE OF FERROUS ALLOYS
    • C21C5/00Manufacture of carbon-steel, e.g. plain mild steel, medium carbon steel or cast steel or stainless steel
    • C21C5/04Manufacture of hearth-furnace steel, e.g. Siemens-Martin steel

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Manufacturing & Machinery (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Metallurgy (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Manufacture And Refinement Of Metals (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung hochwertiger Stähle im basischen Herdofen Bei bekannten zweistufigen Verfahren zur Herstellung von Stählen im basischen Herdofen wird das Bad in beiden Arbeitsstufen ausschließlich oxydierend behandelt. Dabei entfallen, insbesondere bei hohem Roheiseneinsatz, verhältnismäßig eisenreiche Schlacken, die sich nur mit Schwierigkeiten, beispielsweise auf Ferromangan, verarbeiten lassen. Bei hohen Roheiseneinsätzen gelingt in der ersten Arbeitsstufe die Kohlenstoffverbrennung nur ungenügend, so daß das Bad mit einem noch verhältnismäßig hohen Kohlenstoffgehalt in die zweite Stufe übergeführt werden muß. Schließlich erfordert die reine Oxydationsbehandlung eine energische Desoxydation des Fertigstahls, die wiederum die Gefahr von Einschlüssen od. dgl. in sich birgt. Nach einem bekannten einstufigen Schmelzverfahren wird ein Stahl hoher Zähigkeit und geringer Empfindlichkeit gegen Kaltsprödigkeit, Alterung und Blaubruch unter Vermeidung einer Zugabe von Desaxydationsmitteln dadurch hergestellt, daß zunächst ein kalkarmer man,ganreicher Einsatz eingeschmolzen und daß dann durch Anwendung gleichförmiger hoher Temperaturen und Kalkzugabe fortlaufend der MnO- und Fe 0-Gehalt der Schlacke verringert und der Mangangehalt des Stahlbades fortlaufend gesteigert wird. Daß sich am Ende der Frischbehandlung und nach dem Verbrauch des zum Frischen verwendeten Erz= sauerstoffs der Mangangehalt einer Siemens-Martin-Charge durch Reduktion der Manganoxyde der Schlacke erhöht, hat man auch bei einem bekannten Herdvorfrischverfahren festgestellt, ohne diese Erscheinung jedoch planmäßig auszunutzen zur Herstellung hochwertiger Stähle ohne zusätzliches Desoxydationsmangan, Gewinnung einer für die Verarbeitung auf Ferromangan in besonderem Maße geeigneten eisenarmen und manganreichen Zwischenschlacke und merklichen Abkürzung der Frischbehandlung in der Fertigstufe. Diese Aufgaben hat sich die Erfindung gestellt und gelöst durch ein Verfahren zur Herstellung hochwertiger Stähle im basischen Herdofen in zweistufiger Arbeitsweise durch Oxydation der Eisenbegleiter mit anschließender Reduktion des Mangans aus basischen Endschlacken in beiden Stufen, bei dem der aus manganreichem Roheisen bestehende Einsatz des Vorfrischofens durch eine zunächst oxydierend und dann kräftig reduzierend wirkende Behandlung auf einen solchen Mangangehalt gebracht wird, daß das Vormetall im Fertigofen durch ein gleiches zunächst oxydierend und dann reduzierend verlaufendes Schmelzen ohne zusätzlichen Manganaufwand zu Stahl verarbeitet werden kann.
  • Beim Verfahren nach der Erfindung kommt dem Mangangehalt des aus, dem manganhaltigen Roheisen hergestellten Vormetalls eine besondere Rolle zu. Er soll durch ein oxydierend und reduzierend wirkendes Schmelzen am Schluß der ersten Arbeitsstufe und beim Übergang in den Fertigofen so eingestellt sein, daß auch im Fertigofen wiederum ein zunächst oxydierend und dann kräftig reduzierend wirkendes Schmelzen und das Fertigmachen des Stahles ohne zusätzlichen Manganaufwand, d. h. ohne zusätzliches Ferromangan, möglich ist. Zu diesem Zweck arbeitet man im Vorschmelzofen nach vorheriger Oxydation des Bades und damit auch eines großen Teiles des Mangans unten basischer Schlacke und bei hohen und gleichmäßigen Temperaturen auf eine kräftige Reduktion der Metalloxyde der Schlacke und damit auf eine merkliche Steigerung des Mangangehaltes des Vormetalls hin und erzielt dann am Ende der ersten Arbeitsstufe eine praktisch eisenfreie Schlacke und ein Vormetall mit niedrigst möglichem Kohlenstoffgehalt durch dessen Teilnahme am Sauerstoffabbau der Mangan- und Eisenoxyde. Je eisenfreier die Manganschlacke der ersten Stufe wird, je hochwertiger wird sie als Ausgangsstoff für die Ferromangangewinnung, und je tiefer der Kohlenstoffgehalt liegt, mit dem das Vormetall in den Fertigofen kommt, je eher kann dort die Reduktionsarbeit beginnen und je kürzer die Schmelzdauer -im Fertigofen selbst sein. Nur ein Vormetall mit vergleichsweise hohem Mangan- und niedrigem Kohlenstoffgehalt ermöglicht schließlich eine vereinigte Oxydations- und Reduktionsbehandlung des Bades auch im Fertigofen, und zwar eine Reduktionsbehandlung dergestalt, daß das Fertigmachen der Schmelze ohne zusätzlichen Manganaufwand geschehen kann.
  • Im einzelnen arbeitet das Verfahren gemäß der Erfindung wie folgt: Ein basischer Siemens-Martin-Ofen wird fest oder flüssig mit Roheisen beispielsweise folgender Zusammensetzung beschickt: etwa 3,8% Kohlenstoff, etwa q.0/0 Mangan, etwa o,2% Phosphor, etwa o,oq.% Schwefel.
  • Nach dem Aufschmelzen des Einsatzes oder nachdem sich das Bad auf Temperatur befindet, beginnt dessen oxydierende Behandlung unter gleichzeitiger Zugabe von Erz und Zuschlägen. Dabei wird mit einer schwachbasischen Schlacke und mit solchen Temperaturen gearbeitet, daß sich der Mangangehalt des Roheisens nach einem gewissen Zeitraum von etwa 4% auf 1,5 % erniedrigt. Um nun aber ein besonders kräftiges Arbeiten des Mangans am Bad zu erzielen und um schon ein Vormetall besonders guter Eigenschaften herzustellen, soll sich an die oxydierende Behandlung des Vormetalls erfindungsgemäß eine reduzierende anschließen, in deren Verlauf das sich in der Schlacke befindliche Mangan so weit in das Bad zurückgeholt wird, daß sich der Mangangehalt des Vormetalls auf 2% erhöht. Außer einer intensiven Bearbeitung des Vormetalls mit Mangan hat man bei der gekennzeichneten Arbeitsweise eine Schlacke erreicht, die hochmanganhaltig und eisenarm ist, gleichzeitig aber nur einen geringen Teil des im Bad enthaltenen Phosphors und Eisens aufgenommen hat, weil ja der Kohlenstoffgehalt des Vormetalls in der ersten Arbeitsstufe noch verhältnismäßig hoch ist und etwa bei 2% liegt.
  • Am Ende der ersten Arbeitsstufe werden Schlacke und Vormetall voneinander getrennt, was bei einem kippbaren Siemens-Martin-Ofen durch einfaches Abkippen der Schlacke, bei einem feststehenden Siemens-Martin-Ofen durch Abstechen der gesamten Schmelze und Rückfüllen des Vormetalls erreicht wird.
  • Das in der ersten Arbeitsstufe erzeugte Vormetall, dessen Mangangehalt, wie beschrieben, etwa 2% beträgt, wird nun in einer zweiten Stufe wiederum wechselnd oxydierend und reduzierend behandelt. Bei der oxydierenden Behandlung, die unter einer nicht sehr kalkreichen Schlacke stattfindet und die gegebenenfalls nach vorherigem Zusatz von Schrott und Erz erfolgt, soll der Mangangehalt auch in der zweiten Arbeitsstufe erfindungsgemäß zunächst auf einen Grad gesenkt werden, der unter demjenigen des Fertigmetalls liegt. An die oxydierende Behandlung schließt sich die reduzierende an, in deren Verlauf aus der manganhaltigen Schlacke durch Steigerung der Basizität derselben und der Temperatur der dem fertigen Stahl noch fehlende Mangangehalt , zurückgeholt wird. So kann man beispielsweise, wenn der fertige Stahl einen Mangangehalt von o,85% besitzen soll, das Vormetall, das in der zweiten Arbeitsstufe mit einem Mangangehalt von 2% einläuft, zuerst auf einen Mangangehalt von 0,3 0/0 oxydierend behandeln und in der reduzierenden Stufe die dem Stahl dann noch fehlenden 0,55'10 Mn aus der Schlacke zurückholen.
  • Der Mangangehalt des Vormetalls richtet sich in jedem Falle nach dem Mangangehalt des herzustellenden Stahles. Stets soll aus einem hochmanganhaltigen Roheiseneinsatz der ersten Stufe ein Vormetall mit einem Mangangehalt erzeugt werden, der eine merkliche Oxydation und eine fühlbare Reduktion des Mangans auch in der zweiten Arbeitsstufe gestattet.
  • Soll nach dem Verfahren der Erfindung beispielsweise ein weicher Stahl mit o,5 % Mangap und o,1% Kohlenstoff hergestellt werden, wobei von einem Roheisen von 40/0 Mangangehalt ausgegangen wird, so wird in der ersten Arbeitsstufe das Roheisen in einer oxydierenden Behandlung auf einen Mangangehalt von 1% verarbeitet und anschließend reduzierend der Mangangehalt auf 1,219/o erhöht.
  • In der zweiten Arbeitsstufe wird dann in einer anfänglich oxydierenden Behandlung der Mangangehalt auf etwa o,2519/o gesenkt und in der anschließenden reduzierenden Behandlung auf o,5% Mangan des fertigen Stahles erhöht, indem 0,25% Mangan aus der Schlacke zurückgeholt wird. Handelt es sich hingegen beispielsweise bei einem Ausgangsmaterial mit wiederum 4% Mangan um die Herstellung eines Stahles mit 1,45% Mangan und 0,319/o Kohlenstoff, so kann in der ersten Arbeitsstufe der Einsatz in der anfänglichen oxydierenden Behandlung vorab auf 2,5% Mangangehalt gesenkt und in der folgenden reduzierenden Behandlung auf a,75 % Mangan erhöht und mit diesem Mangangehalt in die zweite Arbeitsstufe übergeführt werden.
  • In der zweiten Arbeitsstufe wird das Vormetall von :2,75010 Mangan zunächst oxydierend auf o,750/19 Mangan gesenkt und, anschließend durch reduzierende Behandlung 0,7% Mangan aus der Schlacke zurückgeholt, so daß der fertige Stahl den verlangten Gehalt von 1,4519/o =Mangan aufweist.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ermöglicht es zunächst, die hochwertigsten Stähle aus einem Einsatz herzustellen, der zum überwiegenden Teil aus Roheisen besteht. Dabei entfallen sehr eisenarme Schlacken, von denen sich diejenige der ersten Arbeitsstufe deshalb besonders vorteilhaft auf Ferromangan verarbeiten läßt. Die wiederholte Behandlung der Schmelze mit Mangan führt zu einer praktisch vollständigen Desoxydation, so daß sich die Verwendung zusätzlicher Desoxydationsmittel, insbesondere von Ferromangan, erübrigt. Dadurch wird der Stahl ganz erheblich verbessert, er wird kerbzäh und von höchster Güteziffer.
  • Anstatt in zwei Stufen kann das erfindungsgemäße Verfahren auch in drei oder mehr Stufen durchgeführt werden, wobei sich dann in jeder einzelnen Stufe an eine oxydierende Behandlung des Bades eine wenn auch zeitlich nur kurze reduzierende Behandlung anschließt.
  • Das Verfahren gemäß der Erfindung ist in jedem Herdofen durchführbar und hier wiederum insbesondere im basisch zugestellten Siemens-Martin-Ofen, daneben aber auch in den bekannten Elektroöfen, beispielsweise in Heroult-Öfen od. dgl.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung hochwertiger Stähle im basischen Herdofen in zweistufiger Arbeitsweise durch Oxydation der Eisenbegleiter mit anschließender Reduktion des Mangans aus basischen Endschlacken in beiden Stufen, dadurch gekennzeichnet, daß der aus manganreichem Roheisen bestehende Einsatz des Vorfrischofens durch eine zunächst oxydierend und dann kräftig reduzierend wirkende Behandlung auf einen solchen Mangangehalt gebracht wird, daß das Vormetall im Fertigofen durch ein gleiches zunächst oxydierend und dann reduzierend verlaufendes Schmelzen ohne zusätzlichen Manganaufwand zu Stahl verarbeitet werden kann.
DEK14540D 1938-09-06 1938-09-06 Verfahren zur Herstellung hochwertiger Staehle mit basischen Herdofen Expired DE965041C (de)

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