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Anlage zur Aufbereitung von Abfallstoffen Die Erfindung betrifft eine
Anlage zur Aufbereitung von Müll und anderen städtischen oder landwirtschaftlichen
Abfallstoffen. Solche Anlagen sind mehrfach bekannt. In der Hauptsache bestehen
sie aus einer Beschickungseinrichtung, aus Sieb-, Zerkleinerungs- und Mischmaschinen,
Auslesetischen, Fördermitteln zwischen den einzelnen Maschinen und Beladeeinrichtungen
sowie Aufnahmebehältern für das aufbereitete Gut. Die Siebanlagen sind meistens
in einige Stufen unterteilt, damit die Abfallstoffe nach verschiedenen Körnungen
getrennt werden können. Es ist auch bekannt, die aufbereiteten Abfallstoffe, insbesondere
Müll, mit verschiedenen Zusätzen, vor allem mit Klärschlamm, zu mischen, zu kompostieren
und dann nach etwa einem halben Jahr wieder aufzubereiten. Der Kompost kann dann
in gelockertem, ausgesiebtem und gleichmäßig gekörntem Zustande ausgegeben werden.
Zur Kompostaufbereitung verwendet man besondere Anlagen, die ebenfalls aus Beschickungs-,
Sieb-, Misch-, Zerkleinerungsmaschinen usw. bestehen. Auch eine Verleseeinriehtung
zur Entfernung nicht kompostfähiger Stoffe ist nötig. Eine komplette Müll- und Kompostaufbereitungsanlage
ist daher sehr teuer, und vielfach werden die einzelnen Maschinen gar nicht genügend
ausgenutzt, weil sowohl der Müllanfall wie auch der Bedarf an Kompost vielfach stoßartig
und unregelmäßig auftreten.
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Die Erfindung verbilligt diese Müll- und Kompostaufbereitungsanlage
ganz erheblich dadurch, daß die für . die Müllaufbereitung vorhandenen
Einrichtungen
auch zur Kompostaufbereitung verwendet werden, wobei die für den einen Verwendungszweck
nicht brauchbaren Maschinen abschaltbar sein können.
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Die für die Erfindung in Betracht kommende Müllaufbereitungsanlage
besteht im wesentlichen aus einer Beschickungseinrichtung, einer Siebtrommel mit
stufenweise zunehmender Lochweite, einer Ausleseeinrichtung für Abfälle, die für
die Kompostierung ungeeignet sind, sowie einer Mischtrommel für den ausgesiebten
Müll und besonders zugeführten Klärschlamm. Bei der Verwendung dieser Anlage zur
Kompostaufbereitung werden die Mischtrommel und die Klärschlammzuleitung abgeschaltet,
der von der Siebtrommel ausgesiebte Kompost seiner Verwendung zugeführt und die
nicht mehr siebbaren Grobteile am Auslesetisch sortiert bzw. ohne Sortierung abgeführt.
Es ist zweckmäßig, die erste Stufe der Siebtrommel mit einer Einrichtung zu versehen,
die das feine ausgesiebte Gut, sowohl bei der Müllaufbereitung als auch bei der
Kompostaufbereitung, gesondert abführt. Bei, der Müllaufbereitung können dadurch
die Bestandteile entfernt werden, die zur Verrottung, also zur Herstellung des Kompostes,
ungeeignet sind, wie z. B. im Winter der große Anteil an Brikettasche im Müll. Dieser
Feinmüll kann aber auch als Unterlage für die Entwässerung des ausgefaulten Klärschlammes
verwendet werden, d. h. als Unterlage für die Schlammtrockenbeete, wofür sonst Sand
als Sickerschicht für die Schlammentwässerung verwendet wird. Eine andere Möglichkeit
der Eindickung dieses Klärschlammes ist die Beimischung von Feinmüll zum Klärschlamm,
so daß der Schlamm pumpfähig, aber nicht mehr flüssig ist. Will man keime Trockenbeete
haben, so sind besondere Einrichtungen zur Eindickung nötig. Durch die Beimischung
des Feinmülls wird, ohne daß es eines besonderen Leistungsaufwandes bedarf, der
Klärschlamm für die Düngerbereitung wertvoller.
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Bei der Kompostaufbereitung wird durch die erste Siebstufe, die zweckmäßig
eine. Lochweite von 8 bis 1a mm hat, der Feinkompost ausgesiebt. @r kann ohne jede
weitere Aufbereitung verwendet werden und ist besonders für Gärtnereien geeignet.
Der Hauptvorteil der ersten Siebstufen liegt aber darin, daß ein sehr großer Teil
des Gesamtmülls bzw. des Kompostes vor der Auslese ausgeschieden wird, d-aß also
die Auslesearbeit vereinfacht und erleichtert wird. Sowohl der Feinmüll als auch
der Feinkompost enthalten j a nahezu keine Bestandteile, die schädlich wären und
ausgelesen werden müßten, wie z. B. Glas, kleinere Eisenteile u. dgl. Für den Kompost,
der aus den gröberen Siebstufen kommt, ist eine Weiterbehandlung durch Schwingsiebe
und Zerkleinerungsanlagen zweckmäßig. Die erfindungsgemäße Müllaufbereitungsanlage
wird durch solche zusätzliche Maschinen wertvoll ergänzt.
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D:c Müllaufbereitungsanlagc wird nur selten den ganzen Tag in Betrieb
sein können, weil sie so groß bemessen sein muß, daß sie auch in Zeiten größten
Müllanfalles das angefahrene Gut sofort verarbeiten kann, weil sonst üble Gerüche
auftreten würden. Die Anlage wäre also nahezu das ganze Jahr hindurch jeden Tag
einige Stunden unausgenutzt. Diese Stunden werden erfindungsgemäß zur Kompostaufbereitung
verwendet. Sollte aber der Müllanfall immer so groß sein, daß für die Kompostaufbereitung
zu wenig Zeit bliebe, so ist es wesentlich billiger, die Aufbereitungsanlage entsprechend
größer zu bauen, als eine besondere Anlage zur Kompostaufbereitung vorzusehen. Die
Erfindung bringt also auf jeden Fall eine große Verbilligung der Gesamtanlagekosten.
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Müll- und Kompostaufbereitungsanlagen werden vorteilhaft auf dem Gelände
der Abwasserkläranlage einer Stadt untergebracht. Der bei der Müllaufbereitung der
Mischtrommel zuzuführende Klärschlamm kann aus den Faulräumen ohne Verwendung von
Trockenbeeten der Mischtrommel zugeführt, z. B. zugepumpt werden, was eine erhebliche
Platz- und Arbeitsersparnis mit sich bringt.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen
Müll- und Kompostaufbereitungsanlage dargestellt.
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Fig. z zeigt die Anlage in Seitenansicht, Fig. -, in Draufsicht.
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Mittels eines Greiferkrans a wird der von den Müllwagen in den Silo
b geschüttete Müll dem Beschickungstrichter b zugeführt. Die Förderschnecke
d bringt ihn in die Siebtrommel e, die eine stufenweise steigende
Lochweite aufweist. Besonders zweckmäßig ist als Lochweite der ersten Siebstufe
das Maß von etwa ro mm, für die zweite Stufe von 4o mm und für eine weitere Stufe
von roo mm. Das Gut zwischen 4o und zoo mm stellt den Hauptanteil am sogenannten
Kompostmüll dar. Die dritte Stufe bis roo mm wird vorzugsweise nicht als Loch-,
sondern als Stangensieb ausgeführt, das hat den Vorteil, daß mit Schmutz gefüllte
Dosen durch das Herumpoltern auf dem Stangensieb entleert werden. Das Gut über zoo
mm ist für die Kompostierung mengen- und qualitätsmäßig ohne Bedeutung. Das Auslesen
dieses Gutes auf. der Ausleseeinrichtung ist daher leicht zu bewältigen.
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Das Auslesegut fällt aus der Siebtrommel e rückwärts auf den ringförmigen,
umlaufenden Verlesetisch f, von dem weg wertvollere Altstoffe, nach Qualität getrennt,
von Hand entfernt werden. Eisenteile können durch ein Magnetband g1 herausgeholt
werden, größere Steine, Flaschen und andere wertlose Dinge werden durch den Abstreifer
gQ entfernt.
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Aus der ersten Stufe der Siebtrommel e wird der Feinmüll, der in der
Hauptsache Asche enthält, durch ein Förderband h auf einen Wagen i abgeleitet
und weggefahren. Dieses Gut, das für die Düngerbereitung wertlos ist, kann vernichtet
werden. Die Entfernung des Siebgutes der ersten Stufe ist auch dann ein wertvoller
Erfindungsgedanke, wenn die erfindungsgemäße Anlage nur zur Müll-oder nur zur Kompostaufbereitung
verwendet wird, denn durch sie wird die Anlage weitgehend entlastet und die Weiterverarbeitung
des Siebgutes der zweiten und folgenden Stufen vereinfacht.
Der
ausgesiebte Müll der zweiten und dritten Stufe wird durch Rutschen oder Förderbänder
der Mischtrommel j zugeführt, die gleichzeitig aus der Leitung k ausgefaulten Abwasserklärschlamm
erhält. Dabei kann man das Gut der dritten Stufe noch einer Sonderbehandlung unterziehen,
z. B. könnte ein Magnetband die Eisenteile aus diesem Gut herausholen. Die nun fertig
aufbereitete Mischung aus ausgesiebtem Müll- und Klärschlamm, die. eine gut angefeuchtete
Masse darstellt, wird auf einen Wagen I entleert und zu den Kompostmieten gefahren.
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Nach etwa einem halben Jahr ist der Müll dann fertig verrottet. Dieser
Rohkompost wird in den Silo m gefahren und von dort in den Stunden, in denen die
Müllaufbereitung ruht, durch den Greiferkran a der Siebtrommel e zugeführt.
Der in der ersten Siebstufe anfallende Feinkompost wird durch das Förderband
h auf einen Wagen i entleert und zum Kompostlagerplatz oder zum Verbraucher
gefahren. Dieser Feinkompost ist besonders für Gärtnereien wertvoll. Der gröbere
Kompost der zweiten und gegebenenfalls weiteren Siebstufen wird zweckmäßig über
Schwingsieb- und Zerkleinerungsmaschinen, die in der Zeichnung nicht dargestellt
sind, weiterverarbeitet und dem Fertigkompostlager zugeführt. Nicht kompostierte
oder nicht kompostierbare gröbere Bestandteile fallen rückwärts aus der Siebtrommel
e auf den Verlesetisch f, von dem sie von Hand oder durch einen Abstreifer n entfernt
und auf einen Schuttabladeplatz weggefahren werden. Bei der Kompostaufbereitung
sind die Mischtrommel j und die Klärschlammzuleitung k abgeschaltet.