DEP0011936MA - - Google Patents

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DEP0011936MA
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Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 12. Mai 1954 .Bekanntgemacht am 31. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft eine Anlage zur Aufbereitung von Müll und anderen städtischen oder landwirtschaftlichen Abfallstoffen. Solche Anlagen sind mehrfach bekannt. In der Hauptsache bestehen sie aus einer Beschickungseinrichtung, aus Sieb-, Zerkleinerungs- und Mischmaschinen, Auslesetischen, Fördermitteln zwischen den einzelnen Maschinen und Beladeeinrichtungen sowie Aufnahmebehältern für das aufbereitete Gut. Die Siebanlagen sind meistens in einige Stufen unterteilt, damit die Abfallstoffe nach verschiedenen Körnungen getrennt' werden können. Es ist auch bekannt, die aufbereiteten Abfallstoffe, insbesondere Müll, mit' verschiedenen Zusätzen, vor allem mit Klärschlamm, zu mischen, zu kompostieren und dann nach etwa einem halben Jahr wieder aufzubereiten.
Der Kompost kann dann in gelockertem, ausgesiebt tem und gleichmäßig gekörntem Zustande ausgegeben werden. Zur Kompostaufbereitung verwendet man besondere Anlagen, die ebenfalls aus BeschickungSr, Sieb-, Misch-, Zerkleinerungsmaschinen usw. bestehen. Auch eine Verleseeinrichtung· zur Entfernung nicht .kompostfähiger Stoffe ist nötig. Eine komplette Müll- und Kompost- ; aufbereitungsanlage ist daher sehr teuer, und vielfach werden die einzelnen Maschinen gar nicht genügend ausgenutzt, weil sowohl der Müllanfall wie auch der Bedarf an Kompost vielfach stoßartig und unregelmäßig auftreten.
Die Erfindung verbilligt diese Müll- und Kornpostaufbereitungsanlage ganz erheblich dadurch, daß die für die Müllaufbereitung vorhandenen
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Einrichtungen auch zur Kompostaufbereitung verwendet werden, wobei die für den einen Verwendungszweck nicht brauchbaren Maschinen abschalt-
; bar sein können. :
Die für die Erfindung in Betracht kommende
■ ■· ■ Müllaufbereitungsanlage besteht im wesentlichen aus einer Beschickungseinrichtung, einer Siebtrommel mit stufenweise zunehmender Lochweite, einer Ausleseeinrichtung für Abfälle, die für die
ίο Kompostierung ungeeignet sind, sowie einer Mischtrommel für den ausgesiebten Müll und besonders zugeführten Klärschlamm. Bei der Verwendung dieser Anlage zur Kompostaufbereitung werden die Mischtrommel und die Klärschlammzuleitung abgeschaltet, der von der Siebtrommel ausgesiebte Kompost seiher Verwendung zugeführt und die nicht mehr siebbären Grobteile am Auslesetisch sortiert bzw. ohne Sortierung abgeführt. Es ist zweckmäßig, die erste Stufe der Siebtrommel mit einer Einrichtung zu versehen, die das feine ausgesiebte Gut, sowohl bei der Müllaufbereitung als auch bei der Kompostaufbereitung, gesondert abführt. Bei der Müllaufbereitung können dadurch die Bestandteile entfernt werden, die zur Verrottung, also zur Herstellung des Kompostes,
■ie-. ungeeignet sind, wie z. B. im Winter der große Anteil an Brikettasche im Müll. Dieser Feinmüll kann aber auch als Unterlage für die Entwässerung des ausgefaulten Klärschlammes verwendet werden,
d. h. als Unterlage für die Schlammtrockenbeete, wofür sonst Sand als Sickerschicht für die Schlämm-.. entwässerung verwendet wird. Eine andere Möglichkeit der Eindickung dieses Klärschlammes ist die Beimischung von .Feinmüll zum Klärschlamm, so daß der Schlamm pümpfähig, aber nicht mehr flüssig ist. Will man keine Trockenbeete haben, so sind besondere Einrichtungen zur Eindickung nötig. Durch die Beimischung des Feinmülls wird, ohne daß es eines besonderen Leistungsaufwandes bedarf, der Klärschlamm für die Düngerbereitung wertvoller.
Bei der Kompostaufbereitung wird durch die erste Siebstufe, die zweckmäßig eine Lochweite von 8 bis 12 mm hat, der Feinkompost ausgesiebt.
Er kann ohne jede weitere Aufbereitung verwendet werden und ist besonders für Gärtnereien geeignet. Der Hauptvorteil der ersten Siebstufen liegt aber darin, daß ein sehr großer Teil des Gesamtmülls bzw. des Kompostes vor der Auslese ausgeschieden wird, daß also die Auslesearbeit vereinfacht und ./ erleichtert wird. Sowohl der Feinmüll als auch der Feinkompost enthalten ja nahezu keine Bestandteile, die schädlich wären, und ausgelesen werden müßten, wie z. B. Glas, kleinere Eisenteile u. dgl. Für den Kompost, der aus den gröberen Siebstufen kommt, ist eine Weiterbehandlung durch Schwingsiebe und Zerkleinerungsanlagen zweckmäßig. Dieerfindungsgemäße Müllaufbereitungsanlage wird durch solche zusätzliche Maschinen wertvoll ergänzt.
Die Müllaufbereitungsanlage wird nur selten den ganzen Tag in Betrieb sein können, weil sie so groß bemessen sein muß, daß sie auch in Zeiten größten Müllanfalles das angefahrene Gut sofort verarbeiten kann, weil sonst üble Gerüche auftreten, würden. Die, Anlage wäre also nahezu das ganze Jahr hindurch jeden Tag einige Stunden unausgenutzt. Diese Stunden werden erfindungsgemäß zur Kompostaufbereitung verwendet. Sollte aber der Müllanfall immer so groß sein, daß für die Kompostaufbereitung zu wenig Zeit bliebe, so ist es wesentlich billiger, die Aufbereitungsanlage entsprechend größer zu bauen, als eine besondere Anlage zur Kompostaufbereitung vorzusehen. Die Erfindung bringt also auf jeden Fall eine große Verbilligung der Gesamtanlagekosten. -
Müll- und Kompostaufbereitungsanlagen werden vorteilhaft auf dem Gelände der Abwasserkläranlage einer Stadt untergebracht. Der bei der Müllauf bereitung der Mischtrommel zuzuführende Klärschlamm kann aus den Faulräumen ohne Verwendung von Trockenbeeten der Mischtrommel zugeführt, z. B. zugepumpt werden, was eine erhebliche Platz- und Arbeitsersparnis mit sich bringt.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemäßen Müll- Und Kompostaufbereitungsanlage dargestellt.
Fig. ι zeigt die Anlage in Seitenansicht,
Fig. 2 in Draufsicht.
Mittels eines Greiferkrans α wird der von den Müllwagen in den Silo b geschüttete Müll dem Beschickungstrichter b zugeführt. Die Förderschnecke d bringt ihn in die Siebtrommel e, die eine stufenweise steigende Lochweite aufweist. Besonders zweckmäßig ist als Lochweite der ersten Siebstufe das Maß von etwa 10 mm, für die zweite Stufe von 40 mm und für eine weitere Stufe von 100 mm. Das Gut zwischen 40 und 100 mm stellt den Hauptanteil am sogenannten Kompostmüll dar. Die dritte Stufe bis ipo mm wird vorzugsweise nicht als Loch-, sondern als Stangensieb ausgeführt, das hat den Vorteil, daß mit Schmutz gefüllte Dosen durch das Herumpoltern auf dem Stangensieb entleert werden. Das Gut über 100 mm ist für die Kompostierung mengen- und qualitätsmäßig ohne Bedeutung. Das Auslesen dieses Gutes auf der Ausleseeinrichtung ist daher leicht zu bewältigen.
Das Auslesegut fällt aus der Siebtrommel e rückwärts auf den ringförmigen, umlaufenden Verlesetisch /, von dem weg wertvollere Altstoffe, nach Qualität getrennt, von Hand entfernt werden. Eisenteile können durch ein Magnetband gi herausgeholt werden, größere Steine, Flaschen und andere wertlose Dinge werden durch den Abstreifer g2 entfernt.
Aus der ersten Stufe der Siebtrommel e wird .115 der Feinmüll, der in,der Hauptsache Asche enthält, durch ein Förderband h auf einen Wagen i abgeleitet und weggefahren. Dieses Gut, das für die Düngerbereitung wertlos ist, kann vernichtet werden. Die Entfernung des Siebgutes der ersten Stufe ist auch dann ein wertvoller Erfindungsgedanke, wenn die erfindüngsgemäße Anlage nur zur Mülloder nur zur Kompostaufbereitung verwendet wird, denn durch sie wird die Anlage weitgehend entlastet und-die Weiterverarbeitung des Siebgutes der zweiten und folgenden Stufen vereinfacht.
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Der ausgesiebte Müll der zweiten und dritten
Stufe wird durch Rutschen oder Förderbänder der Mischtrommel; zugeführt, die gleichzeitig aus der
, Leitung fe ausgef aulten Abwasserklärschlamm erhält.
Dabei kann man das Gut der dritten Stufe noch einer Sonderbehandlung unterziehen, z. B. könnte ein Magnetband die Eisenteile aus diesem Gut herausholen. Die nun fertig aufbereitete Mischung aus ausgesiebtem Müll- und Klärschlamm, die eine
ίο gut angefeuchtete Masse darstellt, wird auf einen Wagen / entleert und zu den Kompostmieten gefahren.
Nach etwa einem halben Jahr ist der Müll dann fertig verrottet. Dieser Rohkompost wird in den Silo m gefahren und von dort in den Stunden, in denen die Müllaufbereitung ruht, durch den Greiferkran α der Siebtrommel e zugeführt. Der in der ersten Siebstufe anfallende Feinkompost. wird durch das Förderband h auf einen Wagen i entleert und zum Kompostlagerplatz oder zum Verbraucher gefahren. Dieser Feinkompost ist besonders für Gärtnereien wertvoll. Der gröbere Kompost der zweiten und gegebenenfalls weiteren Siebstufen wird zweckmäßig über Schwingsieb- und Zerkleinerungsmaschinen, die in der Zeichnung nicht dargestellt sind, weiterverarbeitet und dem Fertigkompostlager zugeführt. Nicht kompostierte oder nicht kompostierbare gröbere Bestandteile fallen rückwärts aus der Siebtrommel e auf den Verlesetisch f, von dem sie von Hand oder durch einen Abstreifer η entfernt und auf einen Schuttabladeplatz weggefahren werden. Bei der Kompostaufbereitung sind die Mischtrommel;' und die Klär-. Schlammzuleitung k abgeschaltet.

Claims (3)

PATENTANSPRÜCHE:
1. Anlage zur Aufbereitung städtischer und/oder landwirtschaftlicher Abfallstoffe, bestehend aus einer Beschickungseinrichtung, einer Siebtrommel für stufenweise Körnung, einer Ablegeeinrichtung sowie einer Mischtrommel für Müll und Klärschlamm, dadurch gekennzeichnet, daß die Mischtrommel und die Klärsohlammzuleitung für die Verwendung der Anlage zur Aufbereitung bereits verrotteten Kompostes abschaltbar ausgebildet sind.
2. Anlage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die erste Stufe der Siebtrommel ,50 mit einer Einrichtung versehen ist, die das . Feinstgut gesondert abführt.
3. Anlage nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß sie mit einer zu- und1 abschaltbaren Schwingsieb- und Zerkleinerungsanlage versehen ist, die zur Aufbereitung des Kompostes , der zweiten und gegebenenfalls folgenden Siebstufen zugeschaltet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen

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