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Vorrichtung zum selbsttätigen Ausrichten von mit Bügelverschlüssen
versehenen Flaschen Zusatz zum.Patent 944539
Die Erfindung betrifft eine weitere
Ausbildung und Verbesserung der Vorrichtung zum selbsttätigen Ausrichten von stehend
bewegten, absatzweise weitergeleiteten, mit Bügelverschlüssen versehenen Flaschen
mit zwei in bezug auf die Laufrichtung der Flaschen hintereinander ortsfest angeordneten,
selbsttätig ab und auf bewegten, dabei die Flaschen jeweils um I80° drehenden Ausrichtegliedern,
von denen das nachgeschaltete Ausrichteglied einen Flaschenverschlußfühler bekannter
Art hat, nach dem Patent 944 539.
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Bei den Ausrichtegliedern nach dem Patent 944 539 ist zum Ausgleich
der Unterschiede in den Höhen der zu etikettierenden Flaschen, die erfahrungsgemäß
bis etwa 35 mm betragen, zwischen den Antriebhebel, welcher die Ausgleichsglieder
auf und ab bewegt, und dem Mitnehmer für die Flaschen, welcher die zu etikettierenden
Flaschen in die richtige Etikettierstellung dreht, eine Ausgleichsfeder angeordnet.
Außerdem besteht bei diesen Ausrichtegliedern der Mitnehmer aus zwei Teilen, die
nachgiebig durch zwischengeschaltete Federn miteinander verbunden sind.
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Die beschriebene Ausbildung der Ausrichteglieder ergibt einen etwas
verwickelten und teuren Aufbau. Die Erfindung bezweckt, diesen Aufbau
zu
vereinfachen und zu verbilligen und damit gleichzeitig auch eine höhere Betriebssicherheit
der nach dem Verfahren des Patents 944 539 arbeitenden Etikettiermaschine herbeizuführen.
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Zur Lösung dieser Aufgabe ist eine Vorrichtung vorgesehen zum selbsttätigen
Ausrichten von stehend bewegten, absatzweise weitergeleiteten, mit Bügelverschlüssen
versehenen Flaschen mit zwei in bezug auf die Laufrichtung der Flaschen hintereinander
ortsfest angeordneten, selbsttätig ab und auf bewegten, dabei die Flaschen jeweils
um IsoO drehenden Ausrichtegliedern, von denen das nachgeschaltete Ausrichteglied
einen Flaschenverschluß fühler bekannter Art hat, nach dem Patent 944 539, welche
der Erfindung gemäß dadurch gekennzeichnet ist, daß die gegen Verdrehen gesicherten
Glocken der beiden Ausrichteglieder durch eine Kupplung gleichzeitig ab und auf
bewegbar miteinander verbunden sind und der in bekannter Weise an seiner Antriebswelle
hängend angeordnete Flaschenmitnehmer in seiner Glocke so angetrieben ist, daß er
bei einem Ab- und Aufwärtshub des Ausrichtegliedes eine Drehung von I800 hin und
zurück um seine Längsachse ausführt.
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Ein weiteres Kennzeichen der Erfindung besteht darin, daß die Ab-
und Aufbewegung der beiden Ausrichteglieder durch einen gemeinsamen, schwingbar
angeordneten, mit Zapfen versehenen Antriebshebel geschieht, die in Bohrungen des
Rodens der Glocken der Ausrichteglieder eingreifen.
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Die Erfindung sieht ferner vor, daß der im nachgeschalteten Ausrichteglied
angeordnete, mit dem Flaschenverschluß fühler versehene Flaschenmitnehmer eine Leiste
aufweist, die in einen Längsschlitz der Glocke zur Führung und Sicherung gegen Verdrehen
eingreift und der ein Ringsegment zugeordnet ist, welches in eine Ringnut des Flaschenmitnehmers
eingreift.
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Ein weiteres Kennzeichen der Erfindung besteht darin, daß die Antriebswelle
für den Flaschenmitnehmer eine Axialbohrung mit zwei einander gegenüberliegenden
Führungsschlitzen hat und der Flaschenmitnehmer einen der Bohrung entsprechenden
Ansatz mit in die Schlitze passenden Führungskeilen aufweist.
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In der Zeichnung ist die Erfindung in einer Ausführungsform beispielsweise
dargestellt, und zwar in den für sie wichtigen Ausrichtegliedern, welche die Flaschen
in zwei aufeinanderfolgenden Betriebsstellungen ausrichten.
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Fig. I zeigt in einem Längsschnitt das Ausrichteglied für die erste
Verfahrensstufe in seiner Grundstellung; Fig. 2 zeigt das in der zweiten Verfahrensstufe
wirksame Ausrichteglied in seiner Grundstellung von der Etikettierseite her gesehen,
also in Vprderansicht, während Fig. 3 die um 900 nach rechts gedrehte Seitenansicht
der Darstellung dieses Ausrichtegliedes nach Fig. 2 ist; in Fig. 3 - und nur in
dieser -ist auch schematisch die Betätigungsvorrichtung gezeigt, welche dieses Ausrichteglied
und auch das in der ersten Verfahrensstufe wirksame Ausrichteglied nach Fig. I auf-
und abwärts bewegt.
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Die in den Fig. g bis 11 gezeigten Darstellungen unterhalb der Fig.
I und 2 sollen eine Vorstellung von der Wirkungsweise der beiden Ausrichteglieder
und der dabei durch sie herbeigeführten Stellung der Flaschen und ihres Verschlusses
gegenüber der Etikettierseite geben. Bei diesen Darstellungen blickt man von oben
auf den Kopf der Flaschen und den am Flaschenhals quer liegenden Teil des Verschlusses.
In den Fig. 4 bis 6 ist das in den Fig. 2 und 3 in Ansicht gezeigte Ausrichteglied
der zweiten Verfahrensstufe in der Länge geschnitten und in verschiedenen Betriebsstellungen
gezeigt; Fig. 7 ist ein Schnitt nach der Linie A-B der Fig. 4; Fig. 8 ist ein Schnitt
nach der Linie C-D der Fig. 5.
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Das Ausrichteglied für die erste Verfahrensstufe nach Fig. I. Mit
I ist ein glockenförmiger Körper bezeichnet, dessen Inneres eine zylindrische Aussparung
2 ist. In dem Boden 3 dieser Glocke I ist ein Kugellager 4 üblicher Bauart eingelassen.
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Den Boden 3 der Glocke I durchdringt eine Antriebswelle 5, die in
dem Kugellager 4 drehbar gelagert ist. In den Boden 3 der Glocke I greift ein Zapfen
6 eines zweiarmigen Hebels 7 ein (s. Fig. 3), der bei 8 schwingbar am Maschinengestell
gelagert ist. Der Antrieb dieses Hebels 7 erfolgt durch eine Stange 9, die mit einer
Kurvenscheibe in Verbindung steht, so daß beim Hin- und Herschwingen des Hebels
7 die Glocke I sich auf und ab bewegt.
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Die Antriebswelle 5 hat eine Axialbohrung 10 und zwei einander gegenüberliegende
Führungsschlitze II, die oben bei 12 und unten bei I3 begrenzt sind.
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In der zylindrischen Aussparung 2 der Glocke 1-ist ein aus einem
kolbenartigen Teil 14 und einer Kolbenstange I5, die oben bei I6 abgesetzt ist,
bestehendes Element angeordnet. Der kolbenartige Teil 14 hat eine Aussparung I7
zur Aufnahme des Verschlußkopfes I8 der zu etikettierenden Flasche 19 und zwei seitliche
Schlitze 20 zur Aufnahme der Bügelenden 2I des Verschlußkopfes. Auf dem abgesetzten
Teil I6 der Kolbenstange 15 sind zwei Keile 22 befestigt.
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Die Kolbenstange 15 ragt in die Axialbohrung 10 der Antriebswelle
hinein und greift mit ihren beiden Führungskeilen 22 in die Führungsschlitze II
der Antriebswelle.
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Die Antriebswelle 5 ist in zwei Lagern 23 und 24 des als Bruchstück
angedeuteten Gestelles 25 einer Etikettiermaschine drehbar gelagert.
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Ihren Antrieb erhält die Welle 5 durch ein zwischen den beiden Lagern
23 und 24 angeordnetes Ritzel 26. Hierzu ist in der Welle ein Keil 27 angebracht,
der in eine entsprechende Nut des Ritzels eingreift.
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Der Antrieb des Ritzels 26 erfolgt durch ein in dieses eingreifendes
Zahnrad, das über einen be-
liebigen Antrieb über eine Kurvenscheibe
absatzweise jeweils um I800 in Richtung des in Fig. I eingezeichneten Pfeiles hin-
und zurückgedreht wird.
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Infolge dieser Anordnung führt der Mitnehmer I4, I5 in der Glocke
I eine Schwingbewegung um jeweils 1800 hin und zurück aus. An dieser Schwingbewegung.nimmt
jedoch die Glocke I nicht teil. Sie kann lediglich eine Auf- und Abwärtshewegung
ausführen, wenn ihr Antriebshebel 7 in Tätigkeit gesetzt ist. In diesem Fall nimmt
die Glocke auch den Mitnehmer 14. I5 mit nach unten.
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Wirkungsweise des beschriebenen Ausrichtegliedes nach Fig. I. Angenommen,
die zu etikettierende Flasche kommt mit der in Fig. 9 gezeigten Stellung des quer
liegenden Teiles 28 des Flaschenverschlusses unter das Ausrichteglied der Fig. I,
wo sie durch einen nicht weiter dargestellten Stern festgehalten wird. Das gesamte
Ausrichtungsglied bewegt sich nun nach unten und setzt sich über den Flaschenkopf.
Wenn das Ausrichteglied seine unterste Stellung erreicht hat, wird das Ritzel 26
in Tätigkeit gesetzt und dreht sich in Richtung des in Fig. I eingezeichneten Pfeiles.
Dabei wird der Mitnehmer I4, I5 mitgenommen, ergreift den Teil 21 des Flaschenverschlusses
und dreht die Flasche in die in Fig. 10 gezeigte Stellung, wobei der quer liegende
Teil 28 des Flaschenverschlusses jedoch von der Etikettierseite abgewendet ist,
also die Flasche für das Etikettieren falsch steht.
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Angenommen, der quer liegende Teil 28 des Flaschenverschlusses hätte
eine gegenüber der Darstellung in Fig. g um I800 verdrehte Stellung. dann würde
der Mitnehmer I4, I5 die zu etikettierende Flasche gleich in die richtige Etikettierstellung
gebracht haben, in welcher der quer liegende Teil 28 des Flaschenverschlusses um
I800 verdreht gegenüber der in Fig. in gezeigten Stellung liegt.
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Das Ausrichteglied für die zweite Verfahrensstufe nach den Fig. 2
bis 8. Dieses Ausrichteglied unterscheidet sich gegenüber dem nach Fig. I beschriebenen
lediglich in folgendem: Die Glocke I hat einen Längsschnitt 29. Der kolbenartige
Teil 14 des Flaschenmitnehmers ist mit einer Ringnut 30 versehen. In den Längsschnitt
29 ist eine Leiste 3I geführt und an ihr ein in die Ringnut 30 passendes Ringsegment
32 in beliebiger Weise befestigt, beispielsweise durch Verschraubung 33. In dem
unteren Teil der Leiste ist in einem Lager 34 schwingbar bei 35 ein Fühler 36 befestigt,
der durch eine sich gegen den unteren Leistenteil einerseits und gegen den Fühler
36 abstützende Feder 37 nach außen gedrückt wird.
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Wie Fig. 3 zeigt, hat die Glocke I den gleichen Antrieb für ihre
Auf- und Abwärtsbewegung wie das Ausrichteglied nach Fig. I.
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Erfindungsgemäß sind nun die beiden Glocken I der Ausrichteglieder
nach Fig. I und den Fig. 2, 3, 4 bis 8 miteinander gekuppelt, d. h., der dem Zapfen
6 (Fig. I) gegenüberliegende Zapfen 38 greift in ein entsprechendes Zapfenloch 39
im Boden der Glocke I (s. Fig. 2) ein. Auf diese Weise werden die beiden Ausrichteglieder,
wenn der Antriebshebel 7 auf- und abwärts schwingt, gleichzeitig auf- und abwärts
bewegt, d. h., die beiden Ausrichteglieder der ersten und zweiten Verfahrensstufe
arbeiten in gleichem Rhythmus.
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Wirkungsweise des Ausrichtegliedes der zweiten Verfahrensstufe nach
Fig. 2, 3 und ß bis 8. Die zu etikettierende Flasche kommt mit der in Fig. 10 gezeigten
Stellung unter dieses Ausrichteglied.
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Weil aber der Bügel in der falschen Stellung steht, d. h. von der
richtigen Etikettierstellung um I80° verdreht, gleitet der Fühler 36, wie dies in
Fig. 6 gezeigt ist, an dem Flaschenhals beim Abwärtsgehen des Ausrichtegliedes ungehindert
nach unten.
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Dabei setzt sich, wie dieses ebenfalls aus Fig. 6 ersichtlich ist,
der kolbenartige Teil 14 des Mitnehmers mit seinen Mituehmerschlitzen 20 auf den
Verschlußkopf. Da jetzt der Abwärtsgaug des Ausrichtegliedes beendet ist und, wie
vorher- beschrieben, nunmehr das Antriebsritzel 26 betätigt wird, dreht sich der
Mitnehmer I4, 15 in der Glocke I um I800 und nimmt dabei die Flasche mit und stellt
sie in die in Fig. 11 gezeigte richtige Etikettierstellung.
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Kommt aber die zu etikettierende Flasche unter das Ausrichteglied
der zweiten Verfahrensstufe in richtiger Etikettierstellung an, d. h. steht der
quer liegende Teil 28 des Flaschenverschlusses nach vorn, dann setzt sich der Fühler
36, wie dies in Fig. 5 dargestellt ist, beim Abwärtsgang des Ausrichtegliedes auf
den quer liegenden Teil 28 des Verschlusses, d. h., der Flaschenmitnehmer I4, 15
ist in seinem weiteren Abwärtsgang hlockiert und kommt nicht mehr mit seinen Schlitzen
20 in Eingriff mit dem Flaschenbügel, wie dies Fig. 5 zeigt, die Glocke I geht aber
noch bis zum unteren Totpunkt ungehindert abwärts. Wenn nunmehr, wie vorher beschrieben,
das Antriebsritzel 26 in Tätigkeit gesetzt wird, so dreht sich der Mitnehmer 14,
15 ungehindert in der Glocke I, ohne irgendwie die Flasche zu beeinflussen.
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Wenn das Ritzel 26 seine Drehung um I80° in Richtung des .in Fig.
2 eingezeichneten Pfeiles ausgeführt hat, d. h. also die Drehbewegung beendet ist,
dann geht das Ausrichteglied wieder nach oben, wobei der Flaschenmitnehmer I4, 15
infolge seiner eigenen Schwere wieder in seine in Fig. 4 gezeigte Grundstellung
zurückgeht. Dann erfolgt die Rückwärtsbewegung des Mitnehmers 14, I5 im entgegengesetzten
Sinne um 1800.