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Hydraulisch betätigte Steuervorrichtung, insbesondere zum Lenken eines
Flugzeugbugrades Die Erfindung bezieht sich auf eine hydraulisch betätigte Steuervorrichtung,
die aus einem Zylinder mit einem beidseitig beaufschlagten Kolben besteht, welcher
nach dem gesteuerten Ausweichen aus seiner Mittelstellung wieder in diese auf hydraulischem
Wege zurückgeführt wird. Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Steuervorrichtung
der vorgenannten Art zu schaffen, die konstruktiv einfach, betriebssicher und billiger
als die bisher bekannten hydraulisch betätigten Steuervorrichtungen ist.
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Die erfindungsgemäße Lösung dieser Aufgabe ist durch die Vereinigung
folgender Merkmale gekennzeichnet: a) Der Hauptzylinder, aus dem zu beiden Seiten
die Kolbenstange des beidseitig hydraulisch beaufschlagbaren Kolbens - durch Stopfbüchsen
abgedichtet - herausragt, ist auf der einen Seite durch eine in der Zylinderbohrung
und auf der Kolbenstange verschiebbare Stirnwand abgeschlossen, deren äußerste Stellungen
:einerseits durch den Kolben und andererseits durch einen am offenen Ende des Zylinders
angeordneten Anschlagring begrenzt sind; b) auf die durch, die verschiebbare Stirnwand
abgeschlossene Seite des Hauptzylinders ist ein mit einer größeren Bohrung, aber
mit der Hälfte der effektiven Länge des Hauptzylinders ausgestatteter
zusätzlicher
Zylinder aufgeschraubt, dessen äußere Stirnseite durch einen in der Zylinderbohrung
und auf der Kolbenstange verschiebbaren, gegen beide Teile durch Stopfbüchsen abgedichteten
Kolben abgeschlossen ist; c) in das den Zusatzzylinder durchragende Ende der Kolbenstange
des beidseitig hydraulisch beaufschlagbaren Kolbens des Hauptzylinders ist eine
mit ihrem Kopf an der Außenseite des Kolbens anliegende Kopfschraube eingeschraubt,
so daß bei Bewegung der Kolbenstange auch der Kolben. des Zusatzzylinders mitgenommen
wird.
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Der zwischen der Wandung des Hauptzylinders und einem Absatz der Wandung
des Zusatzzylinders eingeklemmte Anschlagring ist als Zuführungsorgan für die in
den Zusatzzylinder einströmende Druckflüssigkeit ausgebildet. In eine der beiden
durch den doppelt beaufschlagten Kolben gebildeten Kammern des Hauptzylinders wird
die Druckflüssigkeit durch eine Bohrung der Kolbenstänge geführt.
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In der Zeichnung .ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt, welches
eine Vorrichtung zum Lenken eines Flugzeugbugrades veranschaulicht. Aus der nachfolgenden
Beschreibung dieses Beispiels sind weitere Einzelheiten der Erfindung zu entnehmen.
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Der Hauptzylinder I ist an der einen Seite durch eine feste Stirnwand
2 abgeschlossen, die mit einer zentralen Öffnung versehen ist. In der letzteren
ist eine Stopfbüchsenpackung 3 und ein Abstreifring 4 angeordnet. Ein Zusatzzylinder
5 ist auf der von der Stirnwand :2 abgewandten Seite des Hauptzylinders I auf diesen
aufgeschraubt. Ein Anschlagring 6 ist zwischen dem Ende des Hauptzylinders I und
einer Schulter 7 des Zusatzzylinders 5 eingeklemmt. Dieser Anschlagring 6 dient
als Anschlag für eine verschiebbare Stirnwand 8 des Hauptzylinders I, welche innerhalb
der Bohrung I2 des letztgenannten Zylinders verschiebbar und auf ihrem äußeren Umfang
mit einer Stopfbüchsenpackung 9 zur Abdichtung gegenüber der Bohrung I2 des Zylinders
I versehen ist. Ein Kolben Io mit einer Stopfbüchsenpackung II an seinem äußeren
Umfang ist gleitend innerhalb der Bohrung 12 des Hauptzylinders I angeordnet. Seine
sich nach beiden Seiten erstreckende Kolbenstange 13 ragt einerseits durch die Stirnwand
2 des Zylinders I und andererseits durch die verschiebbare Stirnwand 8 des gleichen
Zylinders. Die letztgenannte Stirnwand ist mittels einer Stopfbüchsenpackung 14
gegenüber der Kolbenstange 13 abgedichtet.
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Der Kolben Io unterteilt den Zylinder I in zwei Kammern, nämlich in
die Kammer A und die Kammer B. Der Kammer A wird die Druckflüssigkeit
durch einen Kanal 15 zugeführt, dessen Öffnung in einer Gewindemuffe 16 mündet,
welche in der Stirnwand 2 des Hauptzylinders I untergebracht ist. In die Kammer
B wird die Druckflüssigkeit durch eine zentrale Bohrung 17 der Kolbenstange
13 eingeführt. Die letztgenannte Bohrung setzt sich bis zu einem Kopfstück 18 fort,
das am äußeren linken Ende der Kolbenstange I3' eingeschraubt ist. Das Kopfstück
18 ist mit einer ringförmigen Eindrehung I9 und einer dazu senkrechten Bohrung versehen.
Es ist als Drehlager eines Steuerkurbelhebels 2o ausgebildet. Der letztere ist in
der Zeichnung nur abgebrochen dargestellt. Er weist eine zentrale Bohrung 21 auf,
welche über radiale Bohrungen 22 mit der ringförmigen Ausnehmung I9 des Kopfstücks
18 in Verbindung steht. Stopfbüchsenpackungen 23 sind zwischen dem Kopfstück 18
und dem Steuerkurbelhebe1 2o auf beiden Seiten der ringförmigen Eindrehung I9 angeordnet,
so daß der Steuerhebel 2o innerhalb des Kopfstücks 18 gedreht werden kann, ohne
daß ein Flüssigkeitsverlust eintritt.
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Der Zusatzzylinder 5 hat eine Bohrung 24, die einen größeren Durchmesser
als die Bohrung I2 des Hauptzylinders I aufweist. Die Bohrung 24 hat jedoch nur
die halbe effektive Länge als die Bohrung I2 und ist am rechten, äußeren Ende des
Zusatzzylinders 5 durch einen Flanschring 25 begrenzt. Ein ringförmiger Kalben 26
ist innerhalb der Bohrung 24 des Zusatzzylinders 5 .in Achsrichtung verschiebbar
angeordnet. Auf seinem äußeren Umfang ist der Ringkolben 26 mit einer Stopfbüchsenpackung
27 ausgerüstet. Gegenüber der Kolbenstange 13 ist der Ringkolben 26 durch eine Stopfbüchsenpackung
28 abgedichtet. In das äußere rechte Ende der Kolbenstange 13 ist eine Kopfschraube
29 eingeschraubt, welche einen Anschlag für den ringförmigen Kolben 26 bildet.
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Die Druckflüssigkeit tritt in die Kammer C des Zylinders 5 durch einen
Gewinderohrstutzen 30 ein. Dieser Stutzen steht mit einer ringförmigen Ausnehmung
31 am äußeren Umfang des Anschlagringes 6 in Verbindung. Von dieser ringförmigen
Ausnehmung aus führen radiale Bohrungen 32 im Anschlagring 6 in das Innere der Kammer
C des Zylinders 5. Eine Stopfbüchsenpackung 33 am äußeren rechten Ende der Wandung
des Hauptzylinders i dichtet die Kammer C des Zylinders.5 nach außen ab. ' Der Kolben
io wird innerhalb der Bohrung des Hauptzylinders i dadurch verschoben, daß entweder
in die Kammer A oder in die Kammer B
Druckflüssigkeit eingelassen wird.
Wenn eine der beiden Kammern unter Druck steht, ist in der anderen Kammer kein Flüssigkeitsdruck
vorhanden. Steht eine der beiden Kammern A oder B
unter Druck, dann
kommt die bewegliche Stirnwand 8 auf dem Anschlagring 6 zur Anlage. Soll der Kolben
i i wieder in seine in der Zeichnung dargestellte Mittelstellung zurückgeführt werden,
darf kein Flüssigkeitsdruck @in den Kammern A und B wirksam sein. Die Kammer C des
Zusatzzylinders 5 wird dann unter Flüssigkeitsdruck gesetzt. Der letztere bewirkt,
da$ die verschiebbare Stirnwand 8 gegen die rechte Seite des Kolbens 1o und der
ringförmige Kolben 26 des. Zylinders 5 gegen den Ringflansch 25 gedrückt werden.
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Die Kammer C wird ihr Volumen so lange vergrößern, bis der Kopf der
Gewindeschraube 29 an dem Ringkolben 26 zur Anlage kommt. Da die wirksame Fläche
des Ringkolbens 26 größer als die
wirksame Fläche der verschiebbaren
Stirnwand 8 ist, hält der Ringkolben 26 den Kolben Io in seiner in der Zeichnung
dargestellten Mittelstellung fest. Der Kolben Io kann wegen des Flüssigkeitsdruckes
in der Kammer C des Zusatzzylinders 5 auch nicht nach rechts ausweichen. So ist
auf jeden Fall Gewähr dafür gegeben, daß sich der Kolben Io automatisch in seine
Mittelstellung innerhalb des Hauptzylinders I einstellt; wenn man die Kammer C des
Zusatzzylinders 5 unter Flüssigkeitsdruck setzt.