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Aufblasbares Kleinboot od. dgl. Die Erfindung bezieht sich auf aufblasbare
kleine Ruderboote, Kanus und ähnliche Wasserfahrzeuge.
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Es ist bekannt, bei derartigen Wasserfahrzeugen mehrere gesonderte
und gegeneinander abgedichtete Tragzellen vorzusehen, die durch eine der Anzahl
der Tragzellen entsprechende Zahl von Känälen mit einer gemeinsamen Aufblasventileinrichtung
verbunden sind.
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Ziel der Erfindung ist es, alle diese Kanäle zur Vereinfachung der
Bedienung und Bauweise bei Gewährleistung gleicher Sicherheit gleichzeitig mit einem
einzigen Dichtungselement zu verschließen, das erfindungsgemäß mit nur einer Durchgangsöffnung
versehen ist und mit einem an sich bekannten, napfartig vertieften Ventilsitz zusammenwirkt.
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In dem in der Beschreibung veranschaulichten Ausführungsbeispiel eines
die Erfindung enthaltenden Wasserfahrzeugs sind vorzugsweise vier Tragzellen, also
auch vier biegsame Schlauch- oder Rohrleitungen vorgesehen, die an einen napfartig
vertieften Ventilsitz mit vier Kanälen angeschlossen sind.
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Das erfindungsgemäße Dichtungselement besteht vorzugsweise aus einem
Ring oder einer Scheibe aüs elastischem Stoff, z. B: Gummi, die beim Schließen des
Ventils verformt wird, um sich fest auf ihren vertieften Sitz aufzusetzen: wenn
also
die Tragzellen aufgeblasen sind; so werden alle Kanäle durch
das eine Dichtungselement verschlossen. Selbst wenn daher eine der Tragzellen ein
Loch bekommt oder sonst undicht wird, bleibt der Rest der Zellen gegen Leckwerden
abgedichtet.
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Ein erfindungsgemäß konstruiertes Kanu ist in den Zeichnungen erläutert;
in diesen ist Fig. I eine perspektivische Ansicht des aufgeblasenen Kanus, Fig.
2 ein Schnitt nach der Linie 2-2 von Fig. I, und Fig.3 und 4 sind zwei vergrößerte
Schnittansichten der Ventileinrichtung im geschlossenen und geöffneten Zustand.
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Wie aus den Zeichnungen hervorgeht, enthält das Kanu vier gesondert
aufblasbare; miteinander nicht in Verbindung stehende Tragzellen I, 2, 3, 4. Die
Zellen sind paarweise angeordnet und liegen bei jedem Paar eine über der anderen.
So bilden die Zellen I und 2 das Steuerbordpaar und die Zellen 3 und 4 das Backbordpaar.
Die Zellen I und 2 hängen zusammen, wie Fig.2 erkennen läßt, da sie aus einem Stück
Stoff hergestellt sind, sie stehen aber im Innern nicht miteinander in Verbindung,
da, sie durch Dichtungsstreifen 5 gegeneinander abgedichtet sind; die Zellen 3 und
4 sind ähnlich gebaut und durch Streifen 6 gegeneinander abgedichtet. Jede Zelle
I, 2, 3, 4 hat eine Aufblaseöffnung, die über eine biegsame Rohrleitung, z. B. einen
Gummischlauch, mit einer gemeinsamen Ventileinrichtung verbunden ist. Die Rohrleitungen
bzw. Gummischläuche sind bei 7, 8, 9, Io gezeigt. Die Ventileinrichtung, die in
Fig. 3 und 4 im einzelnen dargestellt ist, enthält eine Ventilspindel I I, die sich
in Richtung gegen einen napfartig vertieften Ventilsitz I2 in einem Ventilkörper
I3 bewegen läßt, und ein ringförmiges Dichtungselement I4 aus elastischem Stoff,
das zwischen. Ventilspindel I I und Ventilsitz I2 eingeführt ist. Der Ventilkörper
I3 enthält. eine Nut zur Aufnahme eines Stückes Stoff derselben Art, wie er für
die Tragzellen verwendet ist; dieses dient, wie Fig. I zeigt, als Spritzschutzdecke
I5 und ist an der Anschlußstelle für das Ventil durch eine obere und eine untere
Platte I6 verstärkt.
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Der Ventilkörper I3 enthält vier Kanäle I7 (von denen in der Schnittzeichnung
der Fig.3 und nur zwei angedeutet sind); jeder von diesen steht mit einer der biegsamen
Rohrleitungen 7, 8, 9, 10 und dadurch mit einer der Tragzellen I, 2, 3, 4 in Verbindung.
Die Ventilspindel II ist bei I8 zentrisch durchbohrt, so daß sich ihre Bohrung mit
einem Mittelloch I9 in dem Dichtungselement I4 deckt; das obere Ende der Bohrung
I8 kann durch eine Gummischeibe od. dgl. 2o abgedichtet werden; diese wird durch
eine mit der Ventilspindel I I zu verschraubende Kappe 2I in ihrer Lage gehalten.
Um die Schraubkappe 2I nach dem Abnehmen von der Ventilspindel nicht zufällig verlorengehen
zu lassen, ist sie durch ein biegsames Band 22 festgemacht.
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Die unteren Tragzellen 2 und 4 sind durch eine Stoffbahn 23 aus ähnlichem
Material miteinander verbunden, die den Boden des Kanus bildet; dieser ist mit Bug-
und Achtersteven 24, 25 ausgestattet, die bis unter den Boden des Kanus reichen,
um ihn zu schützen, wenn es sich an Land befindet. Das Kanu kann zweckmäßig mit
einem Sitz 26, etwa aus Schwammgummi, und einer elastischen Rückenlehne 27 ausgestattet
sein, während an den Tragzellen I und 3 Verstärkungsstreifen 28 und 29 angebracht
sein können, um zu verhindern, daß die Zellen durch die Reibung eines Paddels, Riemens
od.,dgl. beschäftigt werden. Griffstricke 3o können angebracht sein, um das Tragen
des Kanus zu erleichtern.
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Wenn man das Kanu aufblasen will, so nimmt man die Schraubkappe 2I
zusammen mit der Dichtscheibe 2o am oberen Ende der Ventilspindel I I ab. Diese
Spindel kann nun an irgendeine passende Druckluftquelle angeschlossen werden. Das
Dichtungselement I4, das von der Ventilspindel her keinerlei Druck empfängt, läßt
die Kanäle I7 in dem vertieften Ventilsitz I2 offen, so daß die Druckluft durch
die Bohrung I8 und das Loch I9 in dem Dichtungselement I4 zu jedem der vier Kanäle
I7 und von da über die Schlauchleitungen 7, 8, 9, Io zu jeder der Tragzellen I,
2, 3, 4 hinströmen kann. Nach dem Aufblasen des Kanus dreht man die Spindel II,
so daß sie das Dichtungselement I4 gegen den vertieften Ventilsitz I2 drückt und
es verformt; damit nimmt das Dichtungselement I4 die in Fig. 3 gezeigte Stellung
ein und verschließt die zu den Tragzellen führenden Kanäle I7 im Ventilkörper I3.
Danach kann man durch Wiederaufsetzen der Gummischeibe 2o und der Schraubkappe 2I
die Ventilspindel II oben. abdichten, und es kann auf diese Weise offensichtlich
die Luft aus irgendeiner der Tragzellen normalerweise nicht entweichen.
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Um die Luft aus dem Kanu abzulassen, führt man die umgekehrten Handgriffe
aus; man dreht die Spindel II in entgegengesetztem Sinn, um den Druck auf das Dichtungselement
I4 zu verringern; dann wird infolge des Drucks der Luft in den Tragzellen I, 2,
3, 4 und den zugehörigen Schlauchleitungen 7, 8, 9, Io das Dichtungselement I4 von
seinem Sitz abgedrückt, und die Luft kann entweichen.
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Angesichts des Umstandes, daß vier einzelne Tragzellen vorgesehen
sind, die alle gegeneinander abgedichtet sind, kann selbst bei Beschädigung oder
beim Leckwerden einer oder zweier Tragzellen die Luft aus einer heil gebliebenen
Zelle nicht durch eine oder mehrere andere Zellen entweichen; somit ist ein unerwünschtes
völliges Leerwerden des Kanus verhindert.