DE95321C - - Google Patents
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- DE95321C DE95321C DE189895321D DE95321DA DE95321C DE 95321 C DE95321 C DE 95321C DE 189895321 D DE189895321 D DE 189895321D DE 95321D A DE95321D A DE 95321DA DE 95321 C DE95321 C DE 95321C
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- B41—PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
- B41B—MACHINES OR ACCESSORIES FOR MAKING, SETTING, OR DISTRIBUTING TYPE; TYPE; PHOTOGRAPHIC OR PHOTOELECTRIC COMPOSING DEVICES
- B41B3/00—Apparatus for mechanical composition using prefabricated type, i.e. without casting equipment
- B41B3/06—Justifying means
Landscapes
- Engineering & Computer Science (AREA)
- Mechanical Engineering (AREA)
- Moulds For Moulding Plastics Or The Like (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 15: Drückerei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. Juli 1895 ab.
Um die Neuheit und Eigenartigkeit des vorliegenden Verfahrens in vollem Umfang zu
kennzeichnen, ist es erforderlich, die Vorarbeiten für das Ausschliefsen nach dem Handverfahren
und dieses selbst, sowie die bisher bekannten mechanischen Ausschliefsmethoden kurz zu beschreiben.
Das Handverfahren beruht in seiner Gesammtheit darauf, dafs
ι. die Ausschlufsstücke im Vorrath erzeugt werden,
2. der Setzer diese Ausschlufsstücke nach der Dicke sondert und nach Sorten getrennt
in Fächern eines Kastens unterbringt,
3. beim Setzen der Zeile aus diesem Vorrath Ausschlufsstücke von mittlerer Dicke provisorisch
in die Zeile einfügt,
4. nach dem Setzen der provisorischen Zeile je nach Bedarf die provisorischen Ausschlufsstücke
durch dickere oder dünnere ersetzt,
5. beim Ablegen die Ausschlufsstücke wieder nach der Dicke sortirt und in ihre bezüglichen
Fächer zurücklegt.
Alle bisher bekannten mechanischen Aus-. schliefsmethoden, z.B. die nachPatentNr.87006,
verbleiben ganz und gar im Rahmen des Handverfahrens, bilden mithin überhaupt nicht neue
Verfahren, sondern unterscheiden sich vom' Handverfahren nur theilweise durch die Mittel
zur Ausführung desselben, indem sie die unter 3. und 4. genannten Handhabungen mechanisch
ausführen. Dabei bleiben sie bezüglich der Leistung hinter dem Handverfahren zurück,
indem sie ausnahmslos darauf; beschränkt sind, dafs die provisorische Zeile entweder stets
langer oder stets kürzer als die normale Zeilenlänge gehalten werden mufs, während beim
Handverfahren die Zeilen ohne Unterschied zu kurz oder- zu lang sein können.
Das übliche Hand verfahren benutzt wenige in der Dicke abgestufte Sorten vorräthiger
Ausschlufsstücke und liefert daher nothwendigerweise verschiedene Wortabstände innerhalb einer
und derselben Zeile, da es naturgemäfs nicht möglich ist, mit einer beschränkten Anzahl von
Dicken-Sorten jede Differenz auszugleichen. Die mechanischen Ausschliefsmethoden zeigen denselben
Mangel, da sie dasselbe Ausschliefsmaterial benutzen. Da sie aber noch darauf beschränkt sind, dafs die provisorische Zeile
stets zu lang oder stets zu kurz sein mufs, so sind die Unterschiede in den Wortabständen
von Zeile zu Zeile üngleichmäfsiger als beim Handverfahren.
Dem gegenüber kennzeichnet sich die vorliegende Erfindung als ein neues Ausschliefsverfahren,
insofern als es nur das Einfügen von Ausschlufsstücken in die provisorische Zeile beibehält (eine Arbeitsweise, die natürlich
bei jedem Ausschliefsverfahren vorkommen mufs), dagegen in allen anderen Punkten.vom Handverfahren
abweicht, und namentlich
a) keine vorräthigen Ausschlufsstücke benutzt, sondern diese für jede Zeile in der erforderlichen
gemeinsamen Stärke jeweilig erst herstellt, und
b) die Wortabstände der ausgeschlossenen Zeile bei diesem Verfahren genau gleich ausfallen.
Das neue Verfahren beruht sonach auf einem neuen Grundgedanken und liefert eine gänzlich
neue technische Wirkung. Es besteht darin, dafs unter Benutzung der Länge und der Zahl der
Wortfolgen einer provisorisch ausgeschlossenen Zeile eine Form zur Erzeugung der Ausschlüfsstücke
derartig auf eine Weite eingestellt wird, dafs die bei dieser Weite erzeugten Ausschlufsstücke
alle die gleiche und gerade diejenige Dicke erhalten, welche zum Ausschliefsen dieser
Zeile erforderlich ist, so dafs durch nachherige Einfügung der so erzeugten Ausschlufsstücke
in die Zeile diese genau die vorgeschriebene Länge annimmt.
In welcher Weise dies geschieht, ergiebt sich aus Folgendem, wobei als Apparat zur
Erzeugung eine Giefsform von veränderlicher Weite vorausgesetzt werden mag.
Das Verfahren besteht dann darin, dafs die Zeile durchweg oder theilweise mit provisorischen
Aüsschlufsstücken gleicher Dicke von annähernd richtiger Länge gesetzt, dafs die bei
normaler Zeilenlänge mit der Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke übereinstimmende
Weite einer Giefsform um eine der Abweichung der Länge der gesetzten Zeile von der normalen
Zeilenlänge direct proportionale und der Anzahl der provisorischen Ausschlufsstücke umgekehrt
proportionale Strecke verändert wird, und dafs endlich beim Vorbeigehen der Zeile
vor der Giefsform die bei der. vorher eingestellten Giefsformweite gegossenen Ausschlufsstücke
unter gleichzeitiger Ausstofsung der provisorischen in die Zeile eingefügt werden.
Sei / die normale Zeilenlänge und η die Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke, so
wird sich nach obigem Verfahren beim Setzen einer Zeile, die mit provisorischen Aüsschlufsstücken
genau die normale Länge erhält, die Giefsform auf die Weite η einstellen. Die
nachträglich bei dieser Weite gegossenen definitiven Ausschlufsstücke werden somit die
Dicke η erhalten, d. h. dieselbe Dicke wie die provisorischen. Beim Einfügen der definitiven
Ausschlufsstücke wird demnach die Zeile ihre Länge nicht ändern, wie erforderlich.
Bleibt dagegen eine z. B. mit fünf provisorischen Aüsschlufsstücken gesetzte Zeile um
6 mm zu kurz, so wird sich nach obigem Verfahren beim Setzen dieser Zeile die Weite
der Giefsform um — mm verändern, und zwar
vergröfsern; es werden demnach bei diesem
Kernhub der Giefsform Ausschlufsstücke von
der Dicke I η -f 1 mm gegossen werden.
Diese fünf nachträglich eingefügten Ausschlufsstücke würden somit die Zeile um 5 I η -)
= 5 n-f 6 mm verlängern; da aber die fünf
provisorischen von der Dicke η gleichzeitig ausgestofsen werden, so verlängert sich die
Zeile nur um 6 mm, wie erforderlich.
Sei eine mit acht provisorischen Aüsschlufsstücken von der Dicke η gesetzte Zeile um
5 mm zu lang, so wird sich nach obigem Verfahren beim Setzen dieser Zeile die Weite der
Giefsform um -^- mm verändern, und zwar nun
verringern. Es werden somit nachträglich Ausschlufsstücke von der Dicke η —- mm ge-
gössen werden. Beim Einfügen dieser und gleichzeitigem Ausstofsen der provisorischen wird
sich die Zeilenlänge somit um 8 I η — -—
\ 8. — 8m = — 5 mm verändern, d. h. um 5 mm
kürzer werden, wie erforderlich.
Die Erfindung besteht vornehmlich in dem gekennzeichneten Verfahren, während sehr verschiedenartig
construirte Apparate zur Ausführung dieses Verfahrens dienen können.
Es konnte daher die Erfindung nicht auf einen bestimmten Apparat beschränkt werden.
Zur besseren Erläuterung des Verfahrens seien hier jedoch zwei zu seiner Ausführung geeignete
Apparate in ihren wesentlichen Theilen beschrieben.
Fig. ι stellt einen solchen Apparat schematisch im Grundrifs dar. Die Lettern 1 sammeln
sich, wie gewöhnlich bei Setzmaschinen, in einer Sammelrinne 2 zur Zeile, indem sie von
einem Stöfser 3 allmälig vorgeschoben und durch Klinken 4, 4 am Zurückfallen gehindert
werden. Mit 5 sind die beim Setzen in die Zeile eingefügten provisorischen Ausschlufsstücke,
hier 7 an der Zahl, bezeichnet, welche aus Stiften bestehen können, die oben und unten
aus der Zeile hervorragen, wie in der Patentschrift Nr. 95592 näher beschrieben ist. Gleichzeitig
sei angenommen, dafs die dargestellte, vom Stöfser 3 bis zur Liniey reichende Zeile
gerade die normale Länge habe.
Sobald die Zeile beim Setzen bis zur Linie \ vorgeschritten ist, legt sie sich mit ihrem Anfang
gegen einen Riegel 6, der in dem Arm .7 eines um 8 schwingenden Winkelhebels verschiebbar
ist und durch einen Schlitz der Seitenwand 2 der Rinne in dieselbe hineinragt, indem eine Feder 9 den Riegel ständig nach
vorn preist. Der andere Arm 10 des Winkelhebels bildet einen Rahmen, in dem ein Gleitstück
11 geführt ist, welches unten eine Rolle 12
trägt. Der Hebel 7, 10 steht unter dem ständigen Zug einer Feder 13 und wird dadurch mit
seinem Arm 7 in Anlage gegen einen Stift 14 gehalten, bis ihn die vorschreitende Zeile mitnimmt.
Das unter dem Druck einer Feder 15 stehende Gleitstück 11 wird, wie unten näher erläutert,
beim Setzen der Zeile in dem Rahmen verschoben und befindet sich beim provisorischen
Abschlufs der Zeile, je nach der Zahl der in dieselbe eingefügten provisorischen Ausschlufsstücke,
an einer der Stellen 5', 6', 7', 8', 9'. Im vorliegenden Beispiel enthält die Zeile sieben
provisorische Ausschlüsse, und Rolle 12 befindet sich dementsprechend an der Stelle 7', während sie bei 5, 6, 8 und 9 Ausschlufsstücken
sich bezw. an den Stellen 5', 6', 8', 9' befinden würde. Rolle 12 wirkt beim Ausschlag des
Hebels 7, 10 auf das Querstück 16 eines gerade
geführten Schiebers 17, dessen Keilstück 18 den Hub des Kernes 19 der Giefsform '20, 21 beeinflufst,
indem dieser Kern durch eine Feder 22 mit seinem abgeschrägten Ende ständig in Anlage
gegen Keilstück 18 gehalten wird. Indem nun der Rahmen 10 des Hebels bei normaler Zeilenlänge
, wie ersichtlich, senkrecht zur Verschiebungsrichtung des Schiebers 17 steht, so
wird der letztere in einem solchen Falle unabhängig von der Stellung der Rolle 12 in
dem Rahmen, d. h. unabhängig von der Anzahl der provisorischen Ausschlufsstücke, stets dieselbe
Lage, d. i. die Normallage, einnehmen, in welcher die Weite der Oeffnung 23 der Giefsform gleich der Dicke der provisorischen
Ausschlufsstücke ist. Bei jeder anderen Zeilenlänge dagegen wird die Einstellung des Schiebers
17 vermittelst Rolle 12 und demnach auch
die Hubeinstellung des Kernes 19 sowohl von dem Ausschlag des Hebels 7, 10, als auch von
der Stellung der Rolle in dem Rahmen abhängen. Die Abstände der Linien 5', 6', 7', 8', 9' vom
Drehpunkt 8 bezw. der Linie ο sind nun, wenn die Steigung des Keiles 18 1J1 beträgt
und mit I die Länge des Hebelarmes 7 vom •Drehpunkt bis zur Mitte des Kanales 2-2 bezeichnet
wird, so gewählt, dafs diese Linien
4/4/4/4/4/
bezw. nun , -~—i ■, ~—, —— vom Dreh-
56789
punkt des Hebels abstehen.
Sei nun eine Zeile mit fünf provisorischen Ausschlufsstücken um das Stück χ länger als
die normale Zeilenlänge, so wird Rolle 12 in der Stellung 5' auf Schiene 16 einwirken und
den Schieber 17 um ein Stück α über die gezeichnete normale Stellung verschieben, welches
sich aus der Proportion a : χ = -^—: /
ergiebt, d.h. α = Kern 19 wird infolge
dessen sich aus der gezeichneten, der Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke entsprechenden
Normallage nach links vorschieben und die Oeffnung der Giefsform entsprechend verkleinern,
und zwar um ein Stück β = —5 d.h.,
χ wenn man den Werth von α einsetzt, β = — ·
Die Hubänderung ist demnach direct proportional der Abweichung der Zeilenlänge von der normalen Zeilenlänge und umgekehrt proportional
der Anzahl der eingefügten provisorischen Ausschlufsstücke, und es ist ferner klar, dafs, wenn
eine mit fünf provisorischen Ausschlufsstücken gleicher Dicke gesetzte Zeile um ein Stück χ
zu lang gesetzt ist, diese Zeile die, normale Länge erhalten wird, wenn die fünf 'definitiven
χ
Ausschlufsstücke je. um — dünner sind als die
Ausschlufsstücke je. um — dünner sind als die
OC
provisorischen. Solche um -— dünneren Ausschlufsstücke
werden aber bei der veränderten Hubeinstellung des Kernes gegossen. Die Zeile erhält daher durch Einfügen dieser Ausschlufsstücke
nicht nur die normale Länge, sondern durchweg auch Ausschlufsstücke von genau gleicher Dicke, was bei Letternzeilen mit festen
Ausschlufsstücken nicht erreicht werden konnte. Es folgt aus dem Gesagten, dafs die Hub-
XXXX
änderung des Kernes bezw. -—1 —> -77-5 —
6789
für eine um χ zu lange Zeile mit bezw. 6, 7, 8, 9 provisorischen Ausschlufsstücken betragen
wird. Auch ist ohne Weiteres klar, dafs, wenn eine Zeile um die Gröfse k zu kurz bleibt,
die Hubeinstellung des Kernes nach der an-
k k k k k
deren Richtung um bezw. —1 —■>
—> -^j —
56789
verändert wird, so dafs Ausschlufsstücke gegossen werden, welche um die entsprechenden
Gröfsen dicker sind als die provisorischen und daher zum genauen Ausschliefsen der Zeilen
dienen.
Die Einstellung der Rolle 12 geschieht etwa in folgender Weise: Die Taste zur Förderung
der provisorischen Ausschlufsstücke wirkt durch eine Stange 24, Schalthebel 25 und Schalthebel
26 auf ein Schaltrad 27 mit ungleicher, den ungleichen Abständen der Linie 5', 6', 7', 8', 9'
von einander entsprechender Theilung derart, dafs bei der gezeichneten Stellung Zahn 7"
von der Halteklinke 28 gefafst ist und bei der nächsten Schaltung Zahn 8" an dessen Stelle
rücken würde, während bei der voraufgegangenen Schaltung Zahn 6" diese Stellung
eingenommen hatte. Mit dem Schaltrad 27 ist! eine Schnurscheibe 29 verbunden, deren
Schnur 30 an das Gleitstück 11 angreift. Auf diese Weise wird Rolle 12 derartig verschoben,
dafs sie sich bezw. in den Stellungen 5', 6', 7', 8', 9' befindet, wenn bezw. die Zähne 5", 6",
7", 8", 9" des Schaltwerkes in Eingriff mit
Klinke 28 sind. Ueber den Zahn 9" hinaus läfst sich das Schaitrad nicht schalten, indem
sich sein Arm 31 dann gegen einen Stift 32 legt, so dafs auch die in Zahn 10" eintretende
Klinke gehemmt wird und die Taste für die provisorischen Ausschlüsse sich nicht nieder-
drücken lä'fst. Der Setzer wird dadurch gezwungen, für den Rest der Zeile eine zweite
Ausschlufstaste anzuschlagen, welche nicht provisorische, sondern definitive Ausschlüsse liefert.
Es ist nämlich nicht erforderlich, lange Zeilen, bei denen mehr als neun Ausschlufsstellen
vorkommen, nun auch thatsä'chlich an allen diesen Stellen auszuschliefsen. Es genügt, wenn
das Ausschliefsen bei solchen Zeilen, also z. B. bei einer Zeile mit 15 Ausschlufsstellen auf
8 bis 9 Stellen beschränkt wird. Desgleichen kann nach der anderen Seite eine untere Grenze
festgesetzt werden, die hier auf 5 Ausschlufsstellen als Minimum einer Zeile angenommen
ist. Dementsprechend ist die Schnur 30 so lang gewählt, dafs sie bei den ersten 4 Schaltungen
der Scheibe 27 vermittelst der Zähne 1", 2", 3", 4" locker bleibt und erst nach vollendeter 5. Schaltung
mittelst Zahnes 5" angespannt ist. Bei der 6. Schaltung rückt dann Rolle 12 aus ihrer
untersten Einstellung 5' nach 6' und dann nach 7', 8', 9' bei der 7., 8. und 9. Schaltung.
Sobald eine Zeile gesetzt ist, wird eine Kurbel umgedreht oder ein Hebel bethätigt. Hierdurch
wird:
ι. Stöfser 3 noch einmal genau eingestellt, so
dafs jede Zeile beim Einstellen des Hebels 7, 10 genau mit Linie t-t abschneidet und Schieber 17,
sowie Kern 19 eine ganz genaue Einstellung erfahren;
2. sodann ein Hebel 33 zum Ausschlag gebracht, welcher vermittelst Stiftes 34 den
Riegel 6 zurückzieht, so dafs das andere Zeilenende frei wird, und Hebel 7, 10 in seine Anfangslage
mit Arm 7 gegen Stift 14 infolge der Feder 13 zurückschwingt; gleichzeitig wird
Halteklinke 28 ausgelöst, und schwingt Schaltrad 27 infolge Feder 37 und Schnur 38 in
seihe Anfangslage mit Arm 31 gegen den Anschlagstift
39 zurück, indem Klinke 26 durch Anlage ihrer Nase 40 gegen Stift 41 vermittelst Feder 42
ausgelöst ist. Rolle 12 geht dabei gleichfalls in ihre Anfangslage 5' zurück;
3. darauf der Stöfser 3 vorgeschoben, um die Zeile vor die in die Rinne 2-2 seitlich hineinragende
Klinke 35 eines Schiebers 36 zu bringen, welcher unmittelbar danach vorgeht und die Zeile weiterschiebt;
4. nun kehrt Stöfser 3 in seine Anfangslage zurück, desgleichen Hebel 33, und Schieber
6 tritt dabei infolge der Feder 9 mit seinem Ende wieder in die Rinne 2-2.
Der Setzer beginnt nun den Satz der nächsten Zeile, ohne sich um die weiteren Vorgänge
bezüglich der vorher gesetzten Zeile zu kümmern, welche selbstthä'tig in folgender Weise erfolgen.
Die vor Klinke 35 gebrachte Zeile wird beim Linksgang des Schiebers 36, der durch
Federdruck erfolgt, wie in der Patentschrift Nr. 95592 näher beschrieben, mitgenommen.
Sie bleibt stehen, sobald das vorderste provisorische Ausschlufsstück (die Ausschlufsstücke
ragen, wie vorher erwähnt, aus der Zeile hervor) sich gegen die Brücke 43 legt, welche
den Eintritt ins Schiff oben abschliefst. Gleichzeitig löst dieses Ausschlufsstück, etwa durch1
Ausrückung eines Hebels oder durch Schliefsung eines elektrischen Contactes (nicht dargestellt,
weil an und für sich verständlich), den Giefsapparat aus, welcher in bekannter Weise bei
einer Umdrehung seiner Hauptwelle Metall in die Oeffnung 23 einpumpt, den Verschlufsschieber
44 zurückzieht, den Kern vermittelst Hebels 45 und Stiftes 46 vorschiebt, dabei das Ausschlufsstück in die Schieberbahn von 44
ausstofsend, und sodann den Verschlufsschieber44 wieder vorschiebt, dabei das gegossene Ausschlufsstück
in die Zeile einfügend und das provisorische in die Sammelrinne 47 ausstofsend. Nun kommt der Ausschliefsapparat
selbstständig zum Stillstand, wird aber sogleich wieder zu einer neuen Umdrehung seiner
Hauptwelle dadurch ausgelöst, dafs die Zeile nach Entfernung des ersten provisorischen
Ausschlufsstückes nunmehr bis zum zweiten vorrückt, worauf sich der Vorgang so oft
wiederholt, bis alle provisorischen Ausschlufsstücke durch definitive ersetzt sind.
Schieber 36 hat dabei seine linke End-, stellung erreicht und eine Auslösevorrichtung
bethätigt, welche den Hebel 48 zum Ausschlag bringt, der vermittelst Stiftes 49 den Schieber 17
in seine Anfangslage zurückführt.
Nunmehr sind alle Theile in ihrer Anfangslage, so dafs die im Satz begriffene Zeile die
Einstellung des Ausschiiefsapparates von Neuem bewirken kann, während nach Umdrehung der
Kurbel oder Bethätigung des Hebels die vorher geschilderten Vorgänge sich nunmehr auch
für diese Zeile u. s. w. wiederholen.
Bei Letternzeilen gelangen diese so in ausgeschlossenem Zustande ins Schiff am linken
Ende des Apparates und werden durch einen Schieber 50 einzeln zur Seite geschoben. Ein
Schieber 5 1 bildet dabei die bewegliche Rückwand. Bei Matrizenzeilen werden dieselben
nun ausgeschlossen nach dem Zeilengiefsapparat geführt und abgegossen. Beim Ablegen
der Zeilen fallen die Ausschlufsstücke aus denselben heraus, um von Neuem umgegossen
zu werden.
Wenn der beschriebene Apparat sich auch durch Einfachheit auszeichnet und daher praktisch
verwendbar ist, so soll die Erfindung auch bezüglich des Apparates nicht auf die
besondere Ausführungsform im Einzelnen beschränkt sein, sondern bezieht sich nur auf
die wesentliche Einrichtung des Apparates.
Diese aber besteht in der Anordnung einer Giefsform zum Giefsen von Ausschlufsstücken,
deren Weite beim Setzen der Zeile, entsprechend ihrer Abweichung von der normalen
Claims (3)
1. Verfahren zum Ausschliefsen von Typenoder Matrizenzeilen, dadurch gekennzeichnet,
dafs zeilenweise für jede durchweg oder theilweise mit provisorischen Ausschlufsstücken
gleicher Dicke auf annähernd richtige Länge gesetzte Zeile die gemeinsame _
Dicke der zum definitiven Ausschlufs erforderlichen Ausschlufsstücke bestimmt wird,
Ausschlufsstücke dieser Dicke erzeugt und unter Belassung oder Entfernung der provisorischen
Ausschlufsstücke in die Zeile eingefügt werden, zum Zweck, unter Vermeidung eines Vorrathes fertiger Ausschlufsstücke
und des Ablegens derselben Typenbezw. Matrizenzeilen von genau gleicher Länge und genau gleichem Ausschlufs an
beliebig vielen Stellen herzustellen.
2. Ausführungsform des unter 1. gekennzeichneten Verfahrens, bei welcher die gemeinsame
Dicke der zum definitiven Ausschlufs erforderlichen Ausschlufsstücke durch die Einstellung einer auf Weite einstellbaren
Giefsform bestimmt wird und diese Ausschlufsstücke in der eingestellten Giefsform
gegossen werden.
3. Apparat zur Ausführung des unter 1. bezw. 2. gekennzeichneten Verfahrens, bei welchem
die Einstellung des verschiebbaren Kernes einer Giefsform (23) auf die zum Ausschliefsen
einer Zeile orforderliche Weite durch den Ausschlag eines zweiarmigen Hebels (7, 10) erfolgt, der sich mit einem
Arm (7) von unveränderlicher Länge als Widerlager gegen das freie Ende der provisorischen
Zeile legt, während ein die Verschiebung des Giefsformkerns bewirkender Anschlag (12) des anderen Armes längs
desselben verstellbar ist und nach Mafsgabe der Ausschliefsstellen der Zeile verstellt
wird (Fig. i).
Eine Modification des unter 3. gekennzeichneten Apparates, bei welcher der Ausschlag
des den Giefsformkern einstellenden zweiarmigen Hebels (7*, iox) durch den Hub
einer mit ihm verbundenen Schiene (57) bestimmt wird, welche keilförmige, provisorische
Ausschlufsstücke (52,53) seitlich so weit in die Zeile hineintreibt, bis diese infolge der dadurch eintretenden Spreizung
die normale, durch zwei Anschläge (54, 55) bestimmte Länge erreicht hat (Fig. 2).
Hierzu 1 Blatt. Zeichnungen.
Priority Applications (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| AT1613D AT1613B (de) | 1898-07-09 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE95321C true DE95321C (de) |
Family
ID=366575
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE189895321D Expired - Lifetime DE95321C (de) | 1898-07-09 | 1898-07-09 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE95321C (de) |
-
1898
- 1898-07-09 DE DE189895321D patent/DE95321C/de not_active Expired - Lifetime
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