DE95321C - - Google Patents

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DE95321C
DE95321C DE189895321D DE95321DA DE95321C DE 95321 C DE95321 C DE 95321C DE 189895321 D DE189895321 D DE 189895321D DE 95321D A DE95321D A DE 95321DA DE 95321 C DE95321 C DE 95321C
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    • BPERFORMING OPERATIONS; TRANSPORTING
    • B41PRINTING; LINING MACHINES; TYPEWRITERS; STAMPS
    • B41BMACHINES OR ACCESSORIES FOR MAKING, SETTING, OR DISTRIBUTING TYPE; TYPE; PHOTOGRAPHIC OR PHOTOELECTRIC COMPOSING DEVICES
    • B41B3/00Apparatus for mechanical composition using prefabricated type, i.e. without casting equipment
    • B41B3/06Justifying means

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  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Mechanical Engineering (AREA)
  • Moulds For Moulding Plastics Or The Like (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 15: Drückerei.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 10. Juli 1895 ab.
Um die Neuheit und Eigenartigkeit des vorliegenden Verfahrens in vollem Umfang zu kennzeichnen, ist es erforderlich, die Vorarbeiten für das Ausschliefsen nach dem Handverfahren und dieses selbst, sowie die bisher bekannten mechanischen Ausschliefsmethoden kurz zu beschreiben.
Das Handverfahren beruht in seiner Gesammtheit darauf, dafs
ι. die Ausschlufsstücke im Vorrath erzeugt werden,
2. der Setzer diese Ausschlufsstücke nach der Dicke sondert und nach Sorten getrennt in Fächern eines Kastens unterbringt,
3. beim Setzen der Zeile aus diesem Vorrath Ausschlufsstücke von mittlerer Dicke provisorisch in die Zeile einfügt,
4. nach dem Setzen der provisorischen Zeile je nach Bedarf die provisorischen Ausschlufsstücke durch dickere oder dünnere ersetzt,
5. beim Ablegen die Ausschlufsstücke wieder nach der Dicke sortirt und in ihre bezüglichen Fächer zurücklegt.
Alle bisher bekannten mechanischen Aus-. schliefsmethoden, z.B. die nachPatentNr.87006, verbleiben ganz und gar im Rahmen des Handverfahrens, bilden mithin überhaupt nicht neue Verfahren, sondern unterscheiden sich vom' Handverfahren nur theilweise durch die Mittel zur Ausführung desselben, indem sie die unter 3. und 4. genannten Handhabungen mechanisch ausführen. Dabei bleiben sie bezüglich der Leistung hinter dem Handverfahren zurück, indem sie ausnahmslos darauf; beschränkt sind, dafs die provisorische Zeile entweder stets langer oder stets kürzer als die normale Zeilenlänge gehalten werden mufs, während beim Handverfahren die Zeilen ohne Unterschied zu kurz oder- zu lang sein können.
Das übliche Hand verfahren benutzt wenige in der Dicke abgestufte Sorten vorräthiger Ausschlufsstücke und liefert daher nothwendigerweise verschiedene Wortabstände innerhalb einer und derselben Zeile, da es naturgemäfs nicht möglich ist, mit einer beschränkten Anzahl von Dicken-Sorten jede Differenz auszugleichen. Die mechanischen Ausschliefsmethoden zeigen denselben Mangel, da sie dasselbe Ausschliefsmaterial benutzen. Da sie aber noch darauf beschränkt sind, dafs die provisorische Zeile stets zu lang oder stets zu kurz sein mufs, so sind die Unterschiede in den Wortabständen von Zeile zu Zeile üngleichmäfsiger als beim Handverfahren.
Dem gegenüber kennzeichnet sich die vorliegende Erfindung als ein neues Ausschliefsverfahren, insofern als es nur das Einfügen von Ausschlufsstücken in die provisorische Zeile beibehält (eine Arbeitsweise, die natürlich bei jedem Ausschliefsverfahren vorkommen mufs), dagegen in allen anderen Punkten.vom Handverfahren abweicht, und namentlich
a) keine vorräthigen Ausschlufsstücke benutzt, sondern diese für jede Zeile in der erforderlichen gemeinsamen Stärke jeweilig erst herstellt, und
b) die Wortabstände der ausgeschlossenen Zeile bei diesem Verfahren genau gleich ausfallen.
Das neue Verfahren beruht sonach auf einem neuen Grundgedanken und liefert eine gänzlich neue technische Wirkung. Es besteht darin, dafs unter Benutzung der Länge und der Zahl der Wortfolgen einer provisorisch ausgeschlossenen Zeile eine Form zur Erzeugung der Ausschlüfsstücke derartig auf eine Weite eingestellt wird, dafs die bei dieser Weite erzeugten Ausschlufsstücke alle die gleiche und gerade diejenige Dicke erhalten, welche zum Ausschliefsen dieser Zeile erforderlich ist, so dafs durch nachherige Einfügung der so erzeugten Ausschlufsstücke in die Zeile diese genau die vorgeschriebene Länge annimmt.
In welcher Weise dies geschieht, ergiebt sich aus Folgendem, wobei als Apparat zur Erzeugung eine Giefsform von veränderlicher Weite vorausgesetzt werden mag.
Das Verfahren besteht dann darin, dafs die Zeile durchweg oder theilweise mit provisorischen Aüsschlufsstücken gleicher Dicke von annähernd richtiger Länge gesetzt, dafs die bei normaler Zeilenlänge mit der Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke übereinstimmende Weite einer Giefsform um eine der Abweichung der Länge der gesetzten Zeile von der normalen Zeilenlänge direct proportionale und der Anzahl der provisorischen Ausschlufsstücke umgekehrt proportionale Strecke verändert wird, und dafs endlich beim Vorbeigehen der Zeile vor der Giefsform die bei der. vorher eingestellten Giefsformweite gegossenen Ausschlufsstücke unter gleichzeitiger Ausstofsung der provisorischen in die Zeile eingefügt werden.
Sei / die normale Zeilenlänge und η die Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke, so wird sich nach obigem Verfahren beim Setzen einer Zeile, die mit provisorischen Aüsschlufsstücken genau die normale Länge erhält, die Giefsform auf die Weite η einstellen. Die nachträglich bei dieser Weite gegossenen definitiven Ausschlufsstücke werden somit die Dicke η erhalten, d. h. dieselbe Dicke wie die provisorischen. Beim Einfügen der definitiven Ausschlufsstücke wird demnach die Zeile ihre Länge nicht ändern, wie erforderlich.
Bleibt dagegen eine z. B. mit fünf provisorischen Aüsschlufsstücken gesetzte Zeile um 6 mm zu kurz, so wird sich nach obigem Verfahren beim Setzen dieser Zeile die Weite
der Giefsform um — mm verändern, und zwar
vergröfsern; es werden demnach bei diesem Kernhub der Giefsform Ausschlufsstücke von
der Dicke I η -f 1 mm gegossen werden.
Diese fünf nachträglich eingefügten Ausschlufsstücke würden somit die Zeile um 5 I η -)
= 5 n-f 6 mm verlängern; da aber die fünf provisorischen von der Dicke η gleichzeitig ausgestofsen werden, so verlängert sich die Zeile nur um 6 mm, wie erforderlich.
Sei eine mit acht provisorischen Aüsschlufsstücken von der Dicke η gesetzte Zeile um 5 mm zu lang, so wird sich nach obigem Verfahren beim Setzen dieser Zeile die Weite der
Giefsform um -^- mm verändern, und zwar nun
verringern. Es werden somit nachträglich Ausschlufsstücke von der Dicke η —- mm ge-
gössen werden. Beim Einfügen dieser und gleichzeitigem Ausstofsen der provisorischen wird
sich die Zeilenlänge somit um 8 I η — -—
\ 8. — 8m = — 5 mm verändern, d. h. um 5 mm kürzer werden, wie erforderlich.
Die Erfindung besteht vornehmlich in dem gekennzeichneten Verfahren, während sehr verschiedenartig construirte Apparate zur Ausführung dieses Verfahrens dienen können.
Es konnte daher die Erfindung nicht auf einen bestimmten Apparat beschränkt werden. Zur besseren Erläuterung des Verfahrens seien hier jedoch zwei zu seiner Ausführung geeignete Apparate in ihren wesentlichen Theilen beschrieben.
Fig. ι stellt einen solchen Apparat schematisch im Grundrifs dar. Die Lettern 1 sammeln sich, wie gewöhnlich bei Setzmaschinen, in einer Sammelrinne 2 zur Zeile, indem sie von einem Stöfser 3 allmälig vorgeschoben und durch Klinken 4, 4 am Zurückfallen gehindert werden. Mit 5 sind die beim Setzen in die Zeile eingefügten provisorischen Ausschlufsstücke, hier 7 an der Zahl, bezeichnet, welche aus Stiften bestehen können, die oben und unten aus der Zeile hervorragen, wie in der Patentschrift Nr. 95592 näher beschrieben ist. Gleichzeitig sei angenommen, dafs die dargestellte, vom Stöfser 3 bis zur Liniey reichende Zeile gerade die normale Länge habe.
Sobald die Zeile beim Setzen bis zur Linie \ vorgeschritten ist, legt sie sich mit ihrem Anfang gegen einen Riegel 6, der in dem Arm .7 eines um 8 schwingenden Winkelhebels verschiebbar ist und durch einen Schlitz der Seitenwand 2 der Rinne in dieselbe hineinragt, indem eine Feder 9 den Riegel ständig nach vorn preist. Der andere Arm 10 des Winkelhebels bildet einen Rahmen, in dem ein Gleitstück 11 geführt ist, welches unten eine Rolle 12 trägt. Der Hebel 7, 10 steht unter dem ständigen Zug einer Feder 13 und wird dadurch mit seinem Arm 7 in Anlage gegen einen Stift 14 gehalten, bis ihn die vorschreitende Zeile mitnimmt.
Das unter dem Druck einer Feder 15 stehende Gleitstück 11 wird, wie unten näher erläutert,
beim Setzen der Zeile in dem Rahmen verschoben und befindet sich beim provisorischen Abschlufs der Zeile, je nach der Zahl der in dieselbe eingefügten provisorischen Ausschlufsstücke, an einer der Stellen 5', 6', 7', 8', 9'. Im vorliegenden Beispiel enthält die Zeile sieben provisorische Ausschlüsse, und Rolle 12 befindet sich dementsprechend an der Stelle 7', während sie bei 5, 6, 8 und 9 Ausschlufsstücken sich bezw. an den Stellen 5', 6', 8', 9' befinden würde. Rolle 12 wirkt beim Ausschlag des Hebels 7, 10 auf das Querstück 16 eines gerade geführten Schiebers 17, dessen Keilstück 18 den Hub des Kernes 19 der Giefsform '20, 21 beeinflufst, indem dieser Kern durch eine Feder 22 mit seinem abgeschrägten Ende ständig in Anlage gegen Keilstück 18 gehalten wird. Indem nun der Rahmen 10 des Hebels bei normaler Zeilenlänge , wie ersichtlich, senkrecht zur Verschiebungsrichtung des Schiebers 17 steht, so wird der letztere in einem solchen Falle unabhängig von der Stellung der Rolle 12 in dem Rahmen, d. h. unabhängig von der Anzahl der provisorischen Ausschlufsstücke, stets dieselbe Lage, d. i. die Normallage, einnehmen, in welcher die Weite der Oeffnung 23 der Giefsform gleich der Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke ist. Bei jeder anderen Zeilenlänge dagegen wird die Einstellung des Schiebers 17 vermittelst Rolle 12 und demnach auch die Hubeinstellung des Kernes 19 sowohl von dem Ausschlag des Hebels 7, 10, als auch von der Stellung der Rolle in dem Rahmen abhängen. Die Abstände der Linien 5', 6', 7', 8', 9' vom Drehpunkt 8 bezw. der Linie ο sind nun, wenn die Steigung des Keiles 18 1J1 beträgt und mit I die Länge des Hebelarmes 7 vom •Drehpunkt bis zur Mitte des Kanales 2-2 bezeichnet wird, so gewählt, dafs diese Linien
4/4/4/4/4/
bezw. nun , -~—i ■, ~—, —— vom Dreh-
56789
punkt des Hebels abstehen.
Sei nun eine Zeile mit fünf provisorischen Ausschlufsstücken um das Stück χ länger als die normale Zeilenlänge, so wird Rolle 12 in der Stellung 5' auf Schiene 16 einwirken und den Schieber 17 um ein Stück α über die gezeichnete normale Stellung verschieben, welches sich aus der Proportion a : χ = -^—: /
ergiebt, d.h. α = Kern 19 wird infolge
dessen sich aus der gezeichneten, der Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke entsprechenden Normallage nach links vorschieben und die Oeffnung der Giefsform entsprechend verkleinern, und zwar um ein Stück β = —5 d.h.,
χ wenn man den Werth von α einsetzt, β = — · Die Hubänderung ist demnach direct proportional der Abweichung der Zeilenlänge von der normalen Zeilenlänge und umgekehrt proportional der Anzahl der eingefügten provisorischen Ausschlufsstücke, und es ist ferner klar, dafs, wenn eine mit fünf provisorischen Ausschlufsstücken gleicher Dicke gesetzte Zeile um ein Stück χ zu lang gesetzt ist, diese Zeile die, normale Länge erhalten wird, wenn die fünf 'definitiven
χ
Ausschlufsstücke je. um — dünner sind als die
OC
provisorischen. Solche um -— dünneren Ausschlufsstücke werden aber bei der veränderten Hubeinstellung des Kernes gegossen. Die Zeile erhält daher durch Einfügen dieser Ausschlufsstücke nicht nur die normale Länge, sondern durchweg auch Ausschlufsstücke von genau gleicher Dicke, was bei Letternzeilen mit festen Ausschlufsstücken nicht erreicht werden konnte. Es folgt aus dem Gesagten, dafs die Hub-
XXXX
änderung des Kernes bezw. -—1 —> -77-5 —
6789
für eine um χ zu lange Zeile mit bezw. 6, 7, 8, 9 provisorischen Ausschlufsstücken betragen wird. Auch ist ohne Weiteres klar, dafs, wenn eine Zeile um die Gröfse k zu kurz bleibt, die Hubeinstellung des Kernes nach der an-
k k k k k
deren Richtung um bezw. —1 —■> —> -^j —
56789
verändert wird, so dafs Ausschlufsstücke gegossen werden, welche um die entsprechenden Gröfsen dicker sind als die provisorischen und daher zum genauen Ausschliefsen der Zeilen dienen.
Die Einstellung der Rolle 12 geschieht etwa in folgender Weise: Die Taste zur Förderung der provisorischen Ausschlufsstücke wirkt durch eine Stange 24, Schalthebel 25 und Schalthebel 26 auf ein Schaltrad 27 mit ungleicher, den ungleichen Abständen der Linie 5', 6', 7', 8', 9' von einander entsprechender Theilung derart, dafs bei der gezeichneten Stellung Zahn 7" von der Halteklinke 28 gefafst ist und bei der nächsten Schaltung Zahn 8" an dessen Stelle rücken würde, während bei der voraufgegangenen Schaltung Zahn 6" diese Stellung eingenommen hatte. Mit dem Schaltrad 27 ist! eine Schnurscheibe 29 verbunden, deren Schnur 30 an das Gleitstück 11 angreift. Auf diese Weise wird Rolle 12 derartig verschoben, dafs sie sich bezw. in den Stellungen 5', 6', 7', 8', 9' befindet, wenn bezw. die Zähne 5", 6", 7", 8", 9" des Schaltwerkes in Eingriff mit Klinke 28 sind. Ueber den Zahn 9" hinaus läfst sich das Schaitrad nicht schalten, indem sich sein Arm 31 dann gegen einen Stift 32 legt, so dafs auch die in Zahn 10" eintretende Klinke gehemmt wird und die Taste für die provisorischen Ausschlüsse sich nicht nieder-
drücken lä'fst. Der Setzer wird dadurch gezwungen, für den Rest der Zeile eine zweite Ausschlufstaste anzuschlagen, welche nicht provisorische, sondern definitive Ausschlüsse liefert. Es ist nämlich nicht erforderlich, lange Zeilen, bei denen mehr als neun Ausschlufsstellen vorkommen, nun auch thatsä'chlich an allen diesen Stellen auszuschliefsen. Es genügt, wenn das Ausschliefsen bei solchen Zeilen, also z. B. bei einer Zeile mit 15 Ausschlufsstellen auf 8 bis 9 Stellen beschränkt wird. Desgleichen kann nach der anderen Seite eine untere Grenze festgesetzt werden, die hier auf 5 Ausschlufsstellen als Minimum einer Zeile angenommen ist. Dementsprechend ist die Schnur 30 so lang gewählt, dafs sie bei den ersten 4 Schaltungen der Scheibe 27 vermittelst der Zähne 1", 2", 3", 4" locker bleibt und erst nach vollendeter 5. Schaltung mittelst Zahnes 5" angespannt ist. Bei der 6. Schaltung rückt dann Rolle 12 aus ihrer untersten Einstellung 5' nach 6' und dann nach 7', 8', 9' bei der 7., 8. und 9. Schaltung.
Sobald eine Zeile gesetzt ist, wird eine Kurbel umgedreht oder ein Hebel bethätigt. Hierdurch wird:
ι. Stöfser 3 noch einmal genau eingestellt, so dafs jede Zeile beim Einstellen des Hebels 7, 10 genau mit Linie t-t abschneidet und Schieber 17, sowie Kern 19 eine ganz genaue Einstellung erfahren;
2. sodann ein Hebel 33 zum Ausschlag gebracht, welcher vermittelst Stiftes 34 den Riegel 6 zurückzieht, so dafs das andere Zeilenende frei wird, und Hebel 7, 10 in seine Anfangslage mit Arm 7 gegen Stift 14 infolge der Feder 13 zurückschwingt; gleichzeitig wird Halteklinke 28 ausgelöst, und schwingt Schaltrad 27 infolge Feder 37 und Schnur 38 in seihe Anfangslage mit Arm 31 gegen den Anschlagstift 39 zurück, indem Klinke 26 durch Anlage ihrer Nase 40 gegen Stift 41 vermittelst Feder 42 ausgelöst ist. Rolle 12 geht dabei gleichfalls in ihre Anfangslage 5' zurück;
3. darauf der Stöfser 3 vorgeschoben, um die Zeile vor die in die Rinne 2-2 seitlich hineinragende Klinke 35 eines Schiebers 36 zu bringen, welcher unmittelbar danach vorgeht und die Zeile weiterschiebt;
4. nun kehrt Stöfser 3 in seine Anfangslage zurück, desgleichen Hebel 33, und Schieber 6 tritt dabei infolge der Feder 9 mit seinem Ende wieder in die Rinne 2-2.
Der Setzer beginnt nun den Satz der nächsten Zeile, ohne sich um die weiteren Vorgänge bezüglich der vorher gesetzten Zeile zu kümmern, welche selbstthä'tig in folgender Weise erfolgen.
Die vor Klinke 35 gebrachte Zeile wird beim Linksgang des Schiebers 36, der durch Federdruck erfolgt, wie in der Patentschrift Nr. 95592 näher beschrieben, mitgenommen. Sie bleibt stehen, sobald das vorderste provisorische Ausschlufsstück (die Ausschlufsstücke ragen, wie vorher erwähnt, aus der Zeile hervor) sich gegen die Brücke 43 legt, welche den Eintritt ins Schiff oben abschliefst. Gleichzeitig löst dieses Ausschlufsstück, etwa durch1 Ausrückung eines Hebels oder durch Schliefsung eines elektrischen Contactes (nicht dargestellt, weil an und für sich verständlich), den Giefsapparat aus, welcher in bekannter Weise bei einer Umdrehung seiner Hauptwelle Metall in die Oeffnung 23 einpumpt, den Verschlufsschieber 44 zurückzieht, den Kern vermittelst Hebels 45 und Stiftes 46 vorschiebt, dabei das Ausschlufsstück in die Schieberbahn von 44 ausstofsend, und sodann den Verschlufsschieber44 wieder vorschiebt, dabei das gegossene Ausschlufsstück in die Zeile einfügend und das provisorische in die Sammelrinne 47 ausstofsend. Nun kommt der Ausschliefsapparat selbstständig zum Stillstand, wird aber sogleich wieder zu einer neuen Umdrehung seiner Hauptwelle dadurch ausgelöst, dafs die Zeile nach Entfernung des ersten provisorischen Ausschlufsstückes nunmehr bis zum zweiten vorrückt, worauf sich der Vorgang so oft wiederholt, bis alle provisorischen Ausschlufsstücke durch definitive ersetzt sind.
Schieber 36 hat dabei seine linke End-, stellung erreicht und eine Auslösevorrichtung bethätigt, welche den Hebel 48 zum Ausschlag bringt, der vermittelst Stiftes 49 den Schieber 17 in seine Anfangslage zurückführt.
Nunmehr sind alle Theile in ihrer Anfangslage, so dafs die im Satz begriffene Zeile die Einstellung des Ausschiiefsapparates von Neuem bewirken kann, während nach Umdrehung der Kurbel oder Bethätigung des Hebels die vorher geschilderten Vorgänge sich nunmehr auch für diese Zeile u. s. w. wiederholen.
Bei Letternzeilen gelangen diese so in ausgeschlossenem Zustande ins Schiff am linken Ende des Apparates und werden durch einen Schieber 50 einzeln zur Seite geschoben. Ein Schieber 5 1 bildet dabei die bewegliche Rückwand. Bei Matrizenzeilen werden dieselben nun ausgeschlossen nach dem Zeilengiefsapparat geführt und abgegossen. Beim Ablegen der Zeilen fallen die Ausschlufsstücke aus denselben heraus, um von Neuem umgegossen zu werden.
Wenn der beschriebene Apparat sich auch durch Einfachheit auszeichnet und daher praktisch verwendbar ist, so soll die Erfindung auch bezüglich des Apparates nicht auf die besondere Ausführungsform im Einzelnen beschränkt sein, sondern bezieht sich nur auf die wesentliche Einrichtung des Apparates.
Diese aber besteht in der Anordnung einer Giefsform zum Giefsen von Ausschlufsstücken, deren Weite beim Setzen der Zeile, entsprechend ihrer Abweichung von der normalen

Claims (3)

Zeilenlänge und der Anzahl der eingefügten provisorischen Ausschlufsstücke, derart eingestellt wird, dafs beim darauf folgenden Gufs Ausschlufsstücke gegossen werden, welche die Zeile auf richtige Länge ausschliefsen. Für den Fall, dafs man die Zeile stets kürzer halten will, als die normale Zeilenlänge beträgt, brauchen die provisorischen Ausschlufsstücke nicht ausgestoßen zu werden. Die zu giefsenden Ausschlufsstücke sind dann Zusatzausschlufsstücke, die hinzugefügt werden. Das Verfahren ändert sich dadurch nicht wesentlich, sondern nur insofern, als der Hub des beweglichen Kernes der Giefsform bei normaler Zeilenlänge nicht mit der Dicke der provisorischen Ausschlufsstücke übereinstimmt, sondern dann gleich »Null« ist. Auch der zur Ausführung des ebengenannten Verfahrens dienende Apparat ist im Wesentlichen derselbe wie in Fig. i. Wenn auch solche provisorische Ausschlufsstücke, welche in der Zeile verbleiben sollen, über dieselbe nicht hervorragen dürfen, sondern niedriger sein müssen als Buchstabenhöhe, so ist dieses Merkmal in gleicher Weise geeignet, einen schrittweisen Vorübergang an der Giefsform zu gestatten, wie aus anderen Ausschliefsapparaten bekannt ist, z. B. demjenigen von Mc. Millan, indem ein Schieber in die so zwischen zwei Wörtern gebildete Kerbe einschnappt, der die Zeile in ihrer Bewegung hemmt und durch Einfügung des Zusatzausschlufsstückes ausgelöst wird. Für den Fall, dafs man die Zeilen stets unter normaler Zeilenlange halten will, kann der Apparat auch in der in Fig. 2 dargestellten Weise ausgeführt werden, indem man die bekannten Doppelkeilspatien der Linotype-Maschinen anwendet. Diese, aus zwei an einander geführten Keilen 52, 53 bestehend, werden in aus einander gezogenem Zustand geringster Dicke als provisorische Ausschlufsstücke eingefügt. Die gesetzte Zeile wird sodann zwischen zwei Backen 54,55 gebracht, deren Abstand gleich der normalen Zeilenlänge ist. Darauf bewegt sich eine vermittelst eines Schiebers 56 parallel geführte Schiene 57 unter dem Zug der Feder 13X gegen die. Keile 53, während die Keile 52 sich gegen einen festen Anschlag 58 stützen, die Doppelkeile so weit zusammenschiebend, bis die Zeile auf die richtige Länge gespreizt ist. Diese Bewegung wird durch den Hebel 7*, iox auf den Schieber 17 mit Keilstück 18 übertragen, wodurch der. Kern 19 der Giefsform seine Einstellung erfährt. Die weiter dargestellten Theile der Fig. 2 entsprechen den in Fig. ι mit denselben Buchstaben bezeichneten Theilen. Macht man, wie dargestellt, die Steigung der Keile 52 und 53 gleich derjenigen des Keiles 18, so wird Hebel 7*, iox gleicharmig, und es ist klar, dafs die Giefsform um ebenso viel erweitert wird, wie die Dickenzunahme des Doppelkeilausschlufsstückes beträgt. Wählt man die Steigungen der Keile 52, 53 und 18 verschieden, so wird danach das Längenverhältnifs der Hebelarme 7X, iox zu bemessen sein. Hebel 59 dient zur jeweiligen Zurückführung des Schiebers 56 und der Schiene 57 in ihre Anfangslage. Die Backen führen die Zeile sodann an der Giefsform vorbei, wobei die seitlich aus der Zeile herausragenden provisorischen Ausschlufsstücke den schrittweisen Vorübergang bewirken. Sie werden beim Einfügen der definitiven Ausschlüsse durch den Verschlufsschieber 44 in den Sammelkanal 47 ausgestofsen. nachdem sie durch einen Schlitz 60 in die Bahn dieses Schiebers eingetreten sind. Patενt-Ansprüche:
1. Verfahren zum Ausschliefsen von Typenoder Matrizenzeilen, dadurch gekennzeichnet, dafs zeilenweise für jede durchweg oder theilweise mit provisorischen Ausschlufsstücken gleicher Dicke auf annähernd richtige Länge gesetzte Zeile die gemeinsame _ Dicke der zum definitiven Ausschlufs erforderlichen Ausschlufsstücke bestimmt wird, Ausschlufsstücke dieser Dicke erzeugt und unter Belassung oder Entfernung der provisorischen Ausschlufsstücke in die Zeile eingefügt werden, zum Zweck, unter Vermeidung eines Vorrathes fertiger Ausschlufsstücke und des Ablegens derselben Typenbezw. Matrizenzeilen von genau gleicher Länge und genau gleichem Ausschlufs an beliebig vielen Stellen herzustellen.
2. Ausführungsform des unter 1. gekennzeichneten Verfahrens, bei welcher die gemeinsame Dicke der zum definitiven Ausschlufs erforderlichen Ausschlufsstücke durch die Einstellung einer auf Weite einstellbaren Giefsform bestimmt wird und diese Ausschlufsstücke in der eingestellten Giefsform gegossen werden.
3. Apparat zur Ausführung des unter 1. bezw. 2. gekennzeichneten Verfahrens, bei welchem die Einstellung des verschiebbaren Kernes einer Giefsform (23) auf die zum Ausschliefsen einer Zeile orforderliche Weite durch den Ausschlag eines zweiarmigen Hebels (7, 10) erfolgt, der sich mit einem Arm (7) von unveränderlicher Länge als Widerlager gegen das freie Ende der provisorischen Zeile legt, während ein die Verschiebung des Giefsformkerns bewirkender Anschlag (12) des anderen Armes längs
desselben verstellbar ist und nach Mafsgabe der Ausschliefsstellen der Zeile verstellt wird (Fig. i).
Eine Modification des unter 3. gekennzeichneten Apparates, bei welcher der Ausschlag des den Giefsformkern einstellenden zweiarmigen Hebels (7*, iox) durch den Hub einer mit ihm verbundenen Schiene (57) bestimmt wird, welche keilförmige, provisorische Ausschlufsstücke (52,53) seitlich so weit in die Zeile hineintreibt, bis diese infolge der dadurch eintretenden Spreizung die normale, durch zwei Anschläge (54, 55) bestimmte Länge erreicht hat (Fig. 2).
Hierzu 1 Blatt. Zeichnungen.
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