DE952630C - Verfahren zur Abtrennung von wasserunloeslichen aliphatischen Dicarbonsaeuren aus ihren Gemischen mit anderen wasserunloeslichen Stoffen - Google Patents

Verfahren zur Abtrennung von wasserunloeslichen aliphatischen Dicarbonsaeuren aus ihren Gemischen mit anderen wasserunloeslichen Stoffen

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DE952630C
DE952630C DEH20134A DEH0020134A DE952630C DE 952630 C DE952630 C DE 952630C DE H20134 A DEH20134 A DE H20134A DE H0020134 A DEH0020134 A DE H0020134A DE 952630 C DE952630 C DE 952630C
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Dr Werner Stein
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Henkel AG and Co KGaA
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C51/00Preparation of carboxylic acids or their salts, halides or anhydrides
    • C07C51/42Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives
    • C07C51/48Separation; Purification; Stabilisation; Use of additives by liquid-liquid treatment

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  • Organic Chemistry (AREA)
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  • Oil, Petroleum & Natural Gas (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

  • Verfahren zur Abtrennung von wasserunlöslichen aliphatischen Dicarbonsauren aus ihren Gemischen mit anderen wasserunlöslichen Stoffen Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Abtrennung von wasserunlöslichen Dicarbonsäuren aus ihren Gemischen mit anderen wasserunlöslichen Bestandteilen, wobei diese wasserunlöslichen Bestandteile in besonderen Fällen auch andere Dicarbonsäuren sein können. Die erfindungsgemäß abzutrennenden Dicarbonsäuren besitzen die allgemeine Zusammensetzung: Rx (C O O H)2, wobei R einen organischen Rest vorzugsweise einen Kohlenwasserstoffrest, mit x Kohlenstoffatomen und x eine ganze Zahl von 4 bis 35 bedeutet.
  • Es wurde gefunden, daß man Dicarbonsäuren aus derartigen Gemischen abtrennen kann, wenn man die Dicarbonsäuren mit heißen wäßrigen Lösungen von polycarbonsauren Salzen, in denen die Carboxylgruppen der Polycarbonsäuren weitgehend, vorzugsweise vollständig, neutralisiert sind, extrahiert und die Dicarbonsäuren aus der Lösung abscheidet. Das Abscheiden kann mit besonderem Vorteil durch Abkühlen der Lösung vorgenommen werden; dabei kristallisieren die freien Dicarbonsäuren aus.
  • Bei den als Ausgangsmaterial dienenden Gemischen handelt es sich um Gemische aus Dicarbon- säuren mit Monocarbonsäuren oder anderen, insbesondere nicht verseifbaren wasserunlöslichen Stoffen, wie z. B. Kohlenwasserstoffen, Alkoholen, Aldehyden, Ketonen, aber auch mit Estern. Diese Gemische können in beliebiger Weise erhalten sein, z. B. aus ungesättigten Fettsäuren bzw. deren funktionellen Derivaten, die nach beliebigen Verfahren oxydativ zu Gemischen aus Mono- und Dicarbonsäuren gespalten wurden. Die Spaltung kann dabei in einer Operation erfolgt sein, z. B. durch Behandeln von ungesättigten Fettsäuren mit Salpetersäure, Chromsäure oder Ozon. Man kann aber auch über Zwischenprodukte gehen, z. B. über die Epoxy-, Dioxy- oder Halogenoxyderivate ungesättigter Fettsäuren, die man dann in bekannter Weise, z. B. durch Alkalischmelze, in die entsprechenden Gemische von Mono- und Dicarbonsäuren spaltet. Die zu verarbeitenden Gemische können aber auch nach anderen Verfahren gewonnen sein, beispielsweise durch Oxydation von Kohlenwasserstoffen. Gemische aus Mono- und Dicarbonsäuren sind auch durch katalytische Anlagerung von Kohlenoxyd und Wasserstoff an Polyolefine sowie an ungesättigte Alkohole, Aldehyde oder Carbonsäuren zugänglich. Die bei dieser Anlagerung gebildeten Aldehyde oder ihre Reduktionsprodukte werden oxydiert und liefern so die genannten Gemische. Derartige Gemische können außer Monocarbonsäuren oder an Stelle sron Monocarbonsäuren auch andere Stoffe, wie z. B. Alkohole, Aldehyde, Ketone und Kohlen tsserstoffe, enthalten.
  • Dies ist nur eine Aufzählung beliebiger Beispiele für den Ursprung von Ausgangsmaterialien, die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren verarbeitet werden können; darüber hinaus sind aber auch alle anderen Gemische brauchbar, die aliphatische Dicarbonsäuren enthalten.
  • Das erfindungsgemäße Verfahren wird der Einfachheit halber zunächst für das Arbeiten mit Lösungen von dicarbonsauren Salzen als Extraktionsmittel beschrieben.
  • Die neue. technische Lehre stützt sich auf die Kenntnis, daß wäßrige Lösungen der Disalze von Dicarbonsäuren in der Hitze freie Dicarbonsäuren aus ihren Gemischen unter Bildung von Lösungen der Monosalze von Dicarbonsäuren herauslösen.
  • Als Extraktionsmittel sind auch wäßrige Lösungen der Disalze von aromatischen Dicarbonsäuren brauchbar. Gleichzeitig vorhandene wasserunlösliche Monocarbonsäuren werden dabei praktisch nicht gelöst. Kühlt man die heißen Lösungen ab, so scheiden sich nicht Salze, sondern freie Dicarbonsäuren aus, wobei in der- Mutterlauge Disalze von Dicarbonsäuren zurückgebildet werden. Scheiden sich die gelösten freien Dicarbonsäuren nicht vollständig ab, dann enthält die Mutterlauge teilweise neutralisierte Dicarbonsäuren. Trotzdem kann die Mutterlauge als Extraktionsmittel in das Verfahren zurückgeführt werden.
  • Wasserlösliche Salze von Dicarbonsäuren sind die Salze einsäuriger Basen, wie z. B. der Alkalien, insbesondere des Natriums oder Kaliums, die Salze des Ammoniums und die Salze von Aminen. Als solche kommen bevorzugt Amine und Alkylolamine in Frage, die organische Reste mit höchstens 3 Kohlenstoffatomen enthalten. Derartige Verbindungen sind beispielsweise Mono-. Di- oder Trimethylamin, Mono-, Di- oder Triäthylamin, Mono-, Di- oder Triäthanolamin, Propanolamine und außerdem quaternäre Ammoniumbasen, wie z. B.
  • Tetramethylammoniumhydroxyd oder Tetraäfflylolammoniumhydroxyd. Es können auch Gemische aus Salzen verschiedener Basen angewandt werden.
  • Die Extraktion der Dicarbonsäuren wird in an sich bekannter Weise durchgeführt, indem man das zu extrahierende Gemisch mit dem Extraktionsmittel bei erhöhter Temperatur in innige Berührung bringt und die beiden hierbei erhaltenen Phasen voneinander trennt. In einfacher Weise läßt sich dies durch Mischen der wäßrigen Lösung der Disalze von Dicarbonsäuren mit dem zu extrahierenden Gemisch, Absitzenlassen des Extrakts und Trennen der Phasen durchführen. Die Schichtentrennung kann durch Zentrifugieren des Gemisches oder andere geeignete Maßnahmen unterstützt werden. Bei einer kontinuierlichen Durchführung des Verfahrens arbeitet man zweckmäßigerweise unter Verwendung von Extraktionsapparaturen, beispielsweise von Kolonnen, Zentrifugen u. dgl.
  • Nach allen diesen Verfahren erhält man zunächst eine heiße Lösung von Monosalzen der Dicarbonsäuren und einen von Dicarbonsäuren freien oder an Dicarbonsäuren ärmeren Extraktionsrückstand.
  • Die bei der Extraktion bevorzugt anzuwendenden Temperaturen liegen im Bereich von 50 bis 1000.
  • Sie können aber nach Bedarf auch über I00° hinaus, z. B. bis auf 2500 gesteigert werden. In allen Fällen ist im Extraktionsgefäß ein Druck aufrechtzuerhalten, der ein Sieden des Gefäßinhaltes verhindert. Die zu wählenden Temperaturen richten sich nach der Löslichkeit der dicarbonsauren Salze, insbesondere der dicarbonsauren Monosalze, die wiederum von der Kettenlänge der zu verarbeitenden Säuren abhängig ist.
  • Das Abtrennen der freien Dicarbonsäuren aus dem Gemisch kann durch Ausfällen mit Säure erfolgen. Zweckmäßiger ist es, den heißen Extrakt abzukühlen. Dabei scheiden sich, sofern man weit genug abkühlt, so viel Dicarbonsäuren aus der Lösung aus, bis die noch in der Lösung vorhandenen Dicarbonsäuren praktisch vollständig als Disalze vorliegen. Hierbei ist das Temperaturintervall, um das abgekühlt wird, von der Löslichkeit der verschiedenen, in der Lösung befindlichen Salze und von der Konzentration der angewandten Disalzlösung abhängig. In dem Maße, wie beim Abkühlen der Lösung die Konzentration an Monosalzen durch Ausscheiden von freien Dicarbonsäuren sinkt, steigt auch die Konzentration des Disalzes an. Je nach der angewandten Dicarbonsäure, der Konzentration der Disalzlösung und den Temperaturbedingungen kann nun der Fall eintreten, daß die Löslichkeitsgrenze der Disalze unterschritten wird und daß außer freien Dicarbonsäuren auch Disalze von Dicarbonsäuren abgeschie- den werden. Diese Salze lassen sich zwar aus der verunreinigten Dicarbonsäure durch Auswaschen mit Wasser entfernen, jedoch ist es vorteilhaft, die Abscheidung von Disalzen aus der Lösung durch Wahl entsprechender Arbeitsbedingungen von vornherein zu verhindern. Hierzu gehört das Arbeiten in einem entsprechend geringeren Konzentrationsbereich, die Verwendung leichter wasserlöslicher Dicarbonsäuren als Extraktionsmittel und bzw. oder das Arbeiten mit Disalzlösungen, die verschiedene Kationen enthalten.
  • Verwendet man als Extraktionsmittel Lösungen der Salze von Polycarbonsäuren, die drei und mehr Carboxylgruppen im Molekül enthalten, sind die für das Arbeiten mit Salzen von Dicarbonsäuren gültigen Angaben sinngemäß åuf Polycarbonsäuren mit drei und mehr Carboxylgruppen im Molekül zu übertragen. Es ist daher in keinem Fall erforderlich, als Extraktionsmittel die Salze der gleichen Dicarbonsäuren zu verwenden, die man aus ihren Gemischen extrahieren will. Die in Form ihrer Salzlösungen als Extraktionsmittel verwandten Polycarbonsäuren können eine andere Molekulargröße und auch eine andere Zahl von Carboxylgruppen im Molekül besitzen. Ein Abweichen von den für Salze von Dicarbonsäuren gemachten Angaben ist insofern möglich, als man nicht immer vollständig neutralisierte Salze der Polycarbonsäuren zu verwenden braucht; es genügt, wenn man die Polycarbonsäuren so weit neutralisiert, daß eine ausreichende Wasserlöslichkeit erzielt wird.
  • Dies ist meist der Fall, wenn wenigstens zwei der im Molekül vorhandenen Carboxylgruppen neutralisiert sind. Auch hier stellt sich der Gehalt an nicht vollständig neutralisierten Polycarbonsäuren meist beim Ausscheiden der gelösten Polycarbonsäuren nach den gewählten Konzentrations- und Temperaturbedingungen zwangläufig ein.
  • In einem vorliegenden Fall kann man sich leicht durch Aufnahme der beschriebenen Löslichkeitsdiagramme die erforderliche Kenntnis über die Löslichkeitsverhältnisse verschaffen.
  • Die als Extraktionsmittel dienenden Lösungen der Salze von Polycarbonsäuren reagieren etwa neutral bis schwach sauer. Mit steigendem Gehalt der in diesen Extraktionsmitteln gelösten Dicarbonsäuren reagieren die Lösungen saurer; beim Ausscheiden der gelösten Säuren durch Abkühlen nähert sich der p-Wert wieder dem ursprünglichen Wert. Die pn-Werte derartiger Lösungen liegen im Bereich von 7,5 bis 4-; überschüssige freie Basen sollen nicht vorhanden sein.
  • Bei der Verarbeitung von Dicarbonsäuregemischen hat es sich gezeigt, daß sich Dicarbonsäuren mit der kürzesten Kettenlänge bzw. mit der höchsten Acidität in der als Extraktionsmittel verwandten wäßrigen Lösung anreichern. Dies ist zu beachten, wenn man Extraktionsmiftellösungen von Salzen solcher Polycarbonsäuren verwendet, die eine geringere Acidität besitzen als die zu extrahierenden Dicarbonsäuren. In diesem Fall würden sich die zu extrahierenden Dicarbonsäuren in der Extraktionsmittellösung anreichern und die zunächst als Extraktionsmittel verwendeten Polycarbonsäuren aus der Lösung verdrängen.
  • Die Löslichkeit von Carbonsäuren vergleichbarer Molekülstruktur hängt von der Molekulargröße und von der Zahl der im Molekül vorhandenen Carboxylgruppen ab. Es ist daher möglich, daß eine niedermolekulare Monocarbonsäure in Wasser besser löslich ist als eine Dicarbonsäure. Auf derartige Gemische ist das erfindungsgemäße Verfahren selbstverständlich nicht anwendbar.
  • Das Verfahren kann auch dazu benutzt werden, Dicarbonsäuren fraktioniert zu extrahieren oder abzuscheiden. Die fraktionierte Extraktion der Dicarbonsäuren aus den erfindungsgemäß zu verarbeitenden Gemischen kann durch mehrfache Extraktion der Gemische mit frischem Extraktionsmittel oder durch Änderung der Temperatur wähfend der Extraktion oder andere Maßnahmen erreicht .werden. Die fraktionierte Abscheidung wird z. B. durch langsames Abkühlenlassen der Lösung von Dicarbonsäuren in dem Extraktionsmittel und Abtrennen der jeweils abgeschiedenen Dicarbonsäuren erreicht. Nach diesen oder ähnlichen Verfahren ist es auch möglich, Dicarbonsäuregemische zu trennen, die außer Dicarbonsäuren keine weiteren Gemischbestandteile enthalten.
  • Es ist zwar bekannt, Dicarbonsäuren aus ihren Gemischen mit Monocarbonsäuren mit Hilfe von Lauge auszuwaschen. Dabei ist es aber nicht zu verhindern, daß sich auch Monocarbonsäuren lösen, die nach dem Ausfällen der gelösten Säuren durch Behandeln mit Petroläther oder anderen Lösungsmitteln entfernt werden müssen. Bei der erfindungsgemäßen Verwendung wäßriger Lösungen der Disalze von Dicarbonsäuren ist es nicht erforderlich, die Menge des Disalzes genau auf die Menge der vorhandenen Dicarbonsäure abzustimmen; man kann sogar Überschüsse an Disalzlösung verwenden, ohne daß Monocarbonsäuren neutralisiert und mitgelöst werden, was vor allen Dingen für das Arbeiten mit Gegenstromextraktoren wertvoll ist.
  • Der anzuwendende Überschuß richtet sich nach dem gewünschten Extraktionsgrad und nach der Wirksamkeit der zur Extraktion verwandten Extraktionsapparatur. Es ist ohne weiteres möglich, einen Uberschuß anzuwenden, der beispielsweise bis zum 25fachen des theoretisch Notwendigen geht.
  • Meist wird man aber im Bereich des I- bis Iofachen des theoretisch Notwendigen arbeiten.
  • Will man fraktioniert extrahieren, so kann man bis auf das o,2fache des theoretisch Notwendigen herabgehen. Unter der theoretisch notwendigen Menge wird I Mol vollständig neutralisierter Dicarbonsäure je Mol freier Dicarbonsäure verstanden. Werden Salze von Polycarbonsäuren mit drei oder mehr Carboxylgruppen im Molekül als Extraktionsmittel benutzt, so können in dem als theoretisch notwendig bezeichneten Mengenverhältnis Verschiebungen eintreten, die sich nach der Löslichkeit partieller Neutralisationsstufen. der Polycarbonsäuren richten. Im allgemeinen arbeitet man in diesen Fällen aber so, daß im heißen Extrakt 80 bis 400/0 der insgesamt vorhandenen Carboxyl- gruppen in neutralisiertem Zustand vorliegen.
  • Arbeitet man aber bei Temperaturen oberhalb I00°, so können auch größere Mengen freier Carboxylgruppen vorhanden sein.
  • Beispiel 1 Dieses Beispiel dient zur Demonstration der Löslichkeitsverhältnisse beim Auskristallisieren von Dicarbonsäuren aus den Lösungen ihrer Monosalze. Zu diesem Zweck wurden I00° heiße Lösungen der Mononatriumsalze von Sebacinsäure, Dekandicarbonsäure und Brassylsäure verschiedener Konzentration hergestellt und langsam auf Zimmertemperatur abkühlen gelassen. Die ausgeschiedenen Kristalle wurden scharf abgesaugt und ohne weiteres Nachwaschen getrocknet. Das Nachwaschen des Filterrückstandes unterblieb, um nicht gegebenenfalls mitausgeschiedene Salze ~ zu entfernen und so eine größere Reinheit des Filterrückstandes vorzutäuschen. Aus dem analytisch bestimmten Natriumgehalt der getrockneten Säure wurde der Gehalt an dicarbonsaurem Dinatriumsalz, die Reinheit der erhaltenen freien Säure und der Alkaliverlust der Disalzlösung errechnet. Die für die untersuchten Systeme festgestellten Werte sind in den Fig. I bis 3 (Kurvenblättern) in Abhängigkeit von der Konzentration der angewandten Monosalzlösung, angegeben in Prozent Dicarbonsäure, aufgetragen. Bei allen untersuchten Säuren zeigt sich, daß die Menge der ausgeschiedenen Kristalle über einen mehr oder weniger großen Konzentrationsbereich nahezu konstant bleibt. In diesem Bereich ist auch die ausgeschiedene Dicarbonsäure sehr rein, wobei zu bedenken ist, daß die Dicarbonsäure noch mit den in der Mutterlauge befindlichen Salzen behaftet ist. Die- Reinheit kann wesentlich verbessert werdenj wenn man den Kristallkuchen auf dem Filter nachwäscht, eine bei praktischer Durchführung des Verfahrens selbstverständliche Maßnahme. An dem Punkt, da die Menge der ausgeschiedenen Dicarbonsäure msit steigender Konzentration der Lösung anzusteigen beginnt, sinkt die Reinheit der ausgeschiedenen Kristalle und steigt der Alkaliverlust an. Durch diese einfache Prüfung ist es ohne weiteres möglich, die für ein gegebenes Dicarbonsäuregemisch günstigsten Arbeitsbedingungen festzustellen.
  • Beispiel 2 Es wurden solche Mengen Brassylsäure und Trinatriumzitrat in heißem Wasser gelöst, daß stöchiometrisch Mononatriumbrassylaf und Dinatriumzitrat vorlagen. Die Lösung wurde bis auf Zimmertemperatur abgekühlt und die ausgeschiedene Brassylsäure, wie im Beispiel 1 beschrieben, abgetrennt und auf ihren Reinheitsgrad untersucht.
  • In der Fig. 4 (Kurvenzeichnung) ist der Reinheitsgrad in Abhängigkeit von der Brassylsäurekonzentration der heißen Lösung aufgetragen Bei den geringen Brassylsäurekonzentrationen erklären sich die etwa 4,5 O/o Verunreinigungen durch anhaftende Mutterlauge, die absichtlich nicht ausgewaschen wurde.
  • Beispiel 3 Die im Beispiel 2 beschriebenen Versuche wurden mit Brassylsäure und dem Disalz aus Brassylsäure und Dimethylammoniumhydroxyd wiederholt. Die freie Säure und das Salz wurden in solcher Menge in heißem Wasser gelöst, daß in der Lösung stöchiometrisch das Monosalz aus Brassylsäure und Dimethylammoniumhydroxyd vorlag. Fig. 5 (Kurvenzeichnung) zeigt die Abhängigkeit der Reinheit der ausgeschiedenen Brassylsäure von der Brassylsäurekonzentration in der heißen Lösung. Auch hier zeigt sich, daß die Brassylsäure bei niedrigen Konzentrationen, bis zu etwa 70/0 in der heißen Lösung, in einer hohen Reinheit von etwa 970/0 ausgeschieden wird. Steigt die Konzentration der Brassylsäure in der heißen Lösung an, so fällt die Reinheit auf etwa 85°/o ab, um über einen langen Konzentrationsbereich konstant zu bleiben. Bei einer technischen Arbeitsweise könnte man beispielsweise die Brassylsäure bei hoher Konzentration extrahieren und dann durch Behandeln mit heißem Wasser oder auf andere Weise reinigen.
  • Beispiel 4 Dieses Beispiel zeigt die Brauchbarkeit der Lösungen von Salzen verschiedener Dicarbonsäuren als Extraktionsmittel. Es wurden heiße wäßrige Lösungen von freier Sebacinsäure und von Dinatriumsalzen der in der Tabelle angegebenen Dicarbonsäuren hergestellt, wobei die Sebacinsäure und die Dinatriumsalze der Dicarbonsäuren in äquivalenter Menge angewandt wurden.
    Konzentration Reinheit
    der der freien PH der heißen der
    Dinatriumsalze Sebacinsäure Lösungen der Sebacin-
    in in Gewichts- Monosalze säure
    prozent (in °i'O)
    Oxalsäure.... 3,8 4,6 bis 4,9 97
    Bernsteinsäure 4,3 4,6 bis 4,9 97
    Adipinsäure . . 4,5 4,9 97
    Phthalsäure . . 5,5 nicht gemessen 99
    Sebacinsäure . 4,5 5,5 95
    Beispiel 5 Als Ausgangsmaterial dienten 5500 g eines Dicarbonsäure - Fettsäure --Gemisches, das durch Ghromsäureoxydation ungesättigter Fettsäuren hergestellt worden war und aus dem-kürzerkettige Monocarbonsäuren bis zu einer Siedetemperatur von I300/2 mm Hg abgetrennt worden waren. Der Dicarbonsäuregehalt betrug etwa 80°/o; die vorhandenen Dicarbonsäuren bestanden im wesentlichen aus Brassylsäure.
  • Zur Herstellung der wäßrigen Lösungen der Dialkalisalze wurden I000 g des Ausgangscarbonsäuregemisches bei 950 mit einer Lösung von I60 g Natriumhydroxyd in 301 Wasser verrührt. Diese Maßnahme wurde sofort mit der ersten Extraktion verburden, indem die Dispersion noch I5 Minuten lang weitergerührt wurde. Nach Abstellen des Rührers und Trennen der Schichten durch Absitzenlassen wurde die wäßrige Phase von der öligen getrennt. Beim Abkühlen auf Zimmertemperatur kristallisierten freie Dicarbonsäuren aus. Diese wurden abgenutscht, auf- der Nutsche einmal mit Wasser aufgeschlämmt und wiederum abgesaugt. Das Filtrat des Waschwassers wurde von der Mutterlauge getrennt aufgefangen.
  • Die so erhaltene Lösung von dinatriumcarbonsauren Salzen diente als Extraktionsmittel für die weiteren Extraktionen. Es wurden zunächst 2000 g des Ausgangscarbonsäuregemisches in Portionen zu 500 g in der Weise -extrahiert, daß je 500 g mit der gesamten Menge an Mutterlauge zusammengebracht und wie oben beschrieben verarbeitet wurden. Die Extraktionsrückstände der bisherigen Extraktionen wurden vereinigt und wiederum in Portionen zu etwa 500 g unter Verwendung der angefallenen Mutterlauge extrahiert. Dann wurden weitere 2500 g des Ausgangsfettsäuregemisches in Portionen von je 500 g in der beschriebenen Weise verarbeitet. Auch die Restöle der zweiten Extraktionsserie wurden vereinigt und in Portionen von etwa 500 g in beschriebener Weise extrahiert. Die in den zahlreichen Extraktionen ausgeschiedenen Dicarbonsäuren wurden vereinigt und hatten nach dem Trocknen einen Reinheitsgrad von 97 bis 98 O/o.
  • Durch nochmaliges Auswaschen mit Wasser konnten hieraus praktisch reine Dicarbonsäuren hergestellt werden.
  • Aus 5500 g Dicarbonsäure-Fettsäure-Gemisch wurden 3850 g Brassylsäure und 850 g Fettsäure erhalten. In der verbliebenen Mutterlauge, die für weitere Extraktionen Verwendung finden kann, waren 680 g Dicarbonsäure in Form des SE)inatriumsalzes enthalten. Der Verlust ist zum größten Teil auf wiederholt entnommene Proben zurückzuführen.
  • Beispiel 6 30 1 einer technischen Ölsäure, die 7 Gewichtsprozent Dicarbonsäuren, vorzugsweise Sebacinsäure enthielt, wurde bei go0 mit 30 1 einer 7,50/oigen Dinatriumadipatlösung kräftig verrührt.
  • Aus dem Rührgefäß lief das Gemisch heiß in eine Vollmantelzentrifuge (Tellerseparator). In dieser wurde das Gemisch in eine ölige Phase und eine wäßrige Phase getrennt, die neben einem Überschuß von Dinatriumadipat das Mononatriumsalz der Dicarbonsäuren enthielt. Nach langsamem Abkühlen der Lösung auf Zimmertemperatur wurde die dabei ausgeschiedene Sebacinsäure abfiltriert, wobei I560 g Dicarbonsäuren mit einer Reinheit von 98% erhalten wurden. Die beim Abtrennen der ausgeschiedenen Dicarbonsäuren angefallene Mutterlauge wurde erneut zur Extraktion der in der Ölsäure noch zurückgebliebenen Dicarbonsäuren verwandt. Nach Ausscheiden der Dicarbonsäuren wurde die Mutterlauge noch dreimal in der beschriebenen Weise verarbeitet, und es gelang, go0/a der in der säure enthaltenen Dicarbonsäuren zu gewinnen.
  • Beispiel 7 40 1 eines technischen Oleins, das 7 Gewichtsprozent Dicarbonsäuren, hauptsächlich Sebacinsäure, gelöst enthielt, wurden bei go0 mit einer bei 200 gesättigten wäßrigen Natriumoxalatlösung im Gegenstrom extrahiert. Hierzu wurde eine Podbielniakextraktionszentrifuge benutzt. Das Extraktionsmittel wurde in der 4- bis 5fachen Gewichtsmenge des zu extrahierenden Oleins angewandt. Der aus der Zentrifuge austretende wäßrige Extrakt wurde abgekühlt und die ausgeschiedenen Dicarbonsäuren in beschriebener Weise gewonnen.
  • Dabei fielen 2 7IO g Dicarbonsäuren an, die nach einmaliger Wäsche mit I 1 Wasser einen Reinheitsgrad von über 98 0/o hatten. Die extrahierten Fettsäuren waren praktisch frei von Dicarbonsäuren.
  • Beispiel 8 Die im vorigen Beispiel beschriebene Lösung von Dicarbonsäuren in Olein wurde in einer Podbielniakzentrifuge mit der 3fachen Menge einer 9,20/oigen wäßrigen Lösung von Dinatriumsebacat bei 80 bis go0 extrahiert. Bei einem einmaligen Durchgang wurden etwa 80°/o der in der Ölsäure gelösten Sebacinsäure gewonnen.

Claims (1)

  1. PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Abtrennung von wasserunlöslichen aliphatischen Dicarbonsäuren aus ihren Gemischen mit anderen wasserunlöslichen Stoffen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Dicarbonsäuren mit heißen wäßrigen Lösungen der Salze von Polycarbonsäuren, deren Carboxylgruppen weitgehend, vorzugsweise vollständig neutralisiert sind, extrahiert und die gelösten Dicarbonsäuren in an sich bekannter Weise, vorzugsweise durch Abkühlen der heißen wäßrigen Extrakte, aus der Lösung abscheidet.
DEH20134A 1954-04-30 1954-04-30 Verfahren zur Abtrennung von wasserunloeslichen aliphatischen Dicarbonsaeuren aus ihren Gemischen mit anderen wasserunloeslichen Stoffen Expired DE952630C (de)

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