DE951845C - Kopereinrichtung fuer Werkzeugmaschinen, insbesondere fuer Nachformdrehbaenke - Google Patents
Kopereinrichtung fuer Werkzeugmaschinen, insbesondere fuer NachformdrehbaenkeInfo
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Description
AUSGEGEBEN AM 8. NOVEMBER 1956
C 6998 Ib 14P a
Die Erfindung betrifft eine Kopiereinrdchtung
für eirie Werkzeugmaschine, insbesondere Nachformdrehbank, mit einem schräg zur Vorschubrichtung
verschwenkbaren Werkzeugschlitten, an dem der Taster der Kopiereinrichtung mit seiner Halterung
in einer Führung verschiebbar ist. Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß die bei
aufeinanderfolgenden Kopierarbeiten mit verschiedenen Schnittiefen von derselben Musterschablone
notwendige Zustellung des Tasters, die bisher in der gleichen SchrägsteHung, welche der Werkzeugschlitten
zur Vorschubrichtung einnimmt, gegenüber der Musterschablone erfolgte, sehr umständlich
ist, weil sie nicht der tatsächlich gewünschten Schnittiefe entsprechen darf, sondern die zum
Tiefenlot jeweils vorhandene Neigung berücksichtigen mußte. Die Erfindung besteht darin, daß die
Führung zium Verschieben des Tasters und seiner Halterung um eine parallel zur Achse des auf den
Bettschlitten aufgesetzten Drehteiles liegende Achse schwenkbar und feststellbar ist. Damit ist es möglich,
den Taster um einen der Schräglage des Werkzeugschlitten« zur Vonschuibrichtung entsprechenden
Winkel in entgegengesetzter Richtung zurückzuschwenken, so daß seine Zustellung genau in
Richtung der Schndttiefeneinstellung erfolgen und deren Wert genau entsprechen kann.
Die Erfindung kann an Kopiereinrichtungen für Werkzeugmaschinen verschiedener Art, z. B. zum
Drehen, Räumen, Reiben, Fräsen, Hobeln, Stoßen,
Schleifen usw., verwendet werden. Bei Werkzeugmaschinen mit bekannter hydraulischer WerkzeugzusteJliung
und einem von dem Taster beeinflußten Steuerstift liegt der Steuerstift der Hydraulik gemaß
der Erfindung in der Schwenkachse der Führung zum Verschieben des Tasters; damit wird
sichergestellt, daß durch die Schwenkbewegung die Impulsübertragung unverändert bleibt.
Eine weitere Erleichterung in der Handhabung ίο der Kopiereinrichtung gemäß der Erfindung besteht
darin, daß der Taster senkrecht zu sedner Tastrichtung in der Abtastebene in seinem Halter verstellbar
ist. Diese Einstellung ist genau übersehbar, nachdem die Zustellung senkrecht zur Vorschubrichtung
erfolgen kann; sie läßt die viel umständlichere entsprechende Einstellung an der Musterschaiblone
vermeiden.
In der Führung zum Verschieben des Tasters ist gemäß der Erfindung ein den Taster mit seiner
Halterung aufnehmender Schlitten verschiebbar, auf dem der Taster in einer zur Verschieberichtung
des Tasterschlittens nach der Vorschubrichtung ■hin geneigten Richtung unter dem Tastdruck ausweicht.
Damit wird die bekannte, zum Abtasten auch steiler Stufen an der Musterschablone verwendete
Schräganstellung des· Tasters in einer Weise ermöglicht, welche einerseits die Einstellung
des Tasters senkrecht zu seiner Tastricfatung zuläßt,
andererseits beim Auswechseln des Tasters z. B. für Vorschruppen auf Feinschlichten jede neue
Einjustierung überflüssig macht.
Alle diese wünschenswerten und vorteilhaften Eigenschaften vereinigt in besonders einfacher und
zweckmäßiger Art die von der Erfindung bevorzugte Kopiereinrichtung, bei welcher der Taster an
einem einarmigen, an dem Steuerstift der Hydraulik anliegenden und auf seiner Schwenkachse längs
verstellbaren Hebel angebracht ist, die Schwenkachse in einem einen Teil der Tasterhalterung bildenden
gabelförmigen Ausleger gelagert ist und dieser Ausleger eine in Vorschubrdehtung abgekröpfte
Verlängerung des Schlittens bildet, der in einer seine Führung aufnehmenden Drehkonsole
verschiebbar ist.
Andere Einzelmerkmale und Einzelheiten der Erfindung ergeben sich aus der Zeichnung und aus
der Beschreibung; die gezeigten Ausführungsbeispiele stellen jedoch lediglich vorteilhafte Ausführungsformen
der Erfindung dar, die nicht auf diese Beispiele beschränkt ist.
Fig. ι zeigt eine schematische Seitenansicht eines
Kopiergerätes gemäß der Erfindung;
Fig. 2 zeigt einen Schnitt H-II gemäß Fig. 1 in
vergrößerter Darstellung;
Fig. 3 zeigt einen Schnitt eines Werkstückes, bearbeitet mit dem Gerät gemäß der Erfindung;
Fig. 4 zeigt dagegen den Schnitt eines gleichen Werkstückes, bearbeitet mit bekannten Kopiergeräten.
In den verschiedenen Figuren bezeichnen die gleichen Bezugszeichen jeweils identische Teile.
Das Gerät gemäß der Erfindung in seiner Ausführungsform nach Fig. 1 und 2 besitzt einen Drehteil
i, der beispielsweise auf dem Bettschlitten einer Horizontaldrehbank montiert ist. Dieser
Drehteil 1 trägt einen Querschlitten 2, in oder an dem ein Werkzeugträger 3 bzw. eine das Werkzeug
4 haltende und hydraulisch bewegende Vorrichtung beweglich -—· etwa in einer Kulisse geführt
— angeordnet ist; auf dem Werkzeugträger 3 ist das Werkzeug 4 mittels Verschraubung
5 oder in anderer zweckentsprechender Weise befestigt. Das Werkzeug 4 dient zur Bearbeitung
des Werkstücks 28.
Aus Gründen der Vereinfachung der Zeichnung sind die Einzelheiten des Zuführungs- und Verteilungssystems
für die Druckflüssigkeit, also Rohrleitungen ü. dgl., nicht dargestellt; die Druckflüssigkeit
beaufscMagt also beispielsweise die eine oder andere Seite eines festen Kolbens, der in dem
beweglichen — den zugehörigen Zylinder darstellenden — Werkzeugträger 3 montiert ist, oder umgekehrt.
Das Leitungs- und Verteilungssystem für die Druckflüssigkeit, also für den Zu- und Abfluß
sowie für die jeweils richtige Menge der Druckflüssigkeit, .wird gesteuert durch ein Steuerventil 6,
an dessen Fuß 7 eine einstellbare Konsole 8 sitzt, die um den Fuß 7 verdrehbar ist und die in der
gewünschten Stellung etwa mit Feststellschrauben 25 festgelegt werden kann. Die Konsole 8 trägt in
ihrem inneren Bereich eine Führung, in der ein Schlitten 9 z. B. mittels einer Schraube 10 verschieblich
ist, die mit Hilfe eines Betätigungsknopfes, etwa eines Rändelknopf es 11, verdrehbar
ist; der Betätigungsknopf 11 ist mit einer Skala 12, beispielsweise mit Nonius, versehen; die Skala
12 sitzt etwa, wie gezeichnet, auf einer konischen, nach innen gerichteten Abfasung. Der Schlitten 9
läuft in seinem unteren Teil in einen gabelförmigen Ausleger 13 aus, dessen Gabelenden Lager bilden
und zur Aufnahme einer Welle 14 durchbohrt sind. Die Welle 14 ist axial verschieblich und einstellbar
angeordnet, und zwar etwa mittels einer Einstellschraube 15, die einen gerändelten Drehgriff
und, beispielsweise an einem inneren abgefasten Teil, eine Skala 16, etwa mit Nonius, besitzen
kann. Eine lösbare Mutter 17 auf dem anderen Ende der Welle 14 dient zur Festlegung der Welle
14. Die Schraube 15 und die Mutter 17 arbeiten
mit entsprechenden Gewinden der Welle 14 zusammen.
Ein HelbeL 18 ist mit einer Hülse 19 versehen,
die auf der Welle 14 drehbar sitzt. Dieser Hebel 18 ist in seinem unteren Teil mit einem Ansatz 26
versehen, in dem der Taster 20 vorzugsweise in beliebige Winkelstellung einstellbar befestigt ist; jedoch
ist der Taster 20 in befestigter Stellung nicht axial verschiebldoh; seine Funktion ist also diejenige
einer Fühlrolle. Eine Stellschraube (nicht dargestellt) erlaubt es, den Taster 20 in der ge- lao
wünschten Winkelstellung gegenüber dem Hebel 18
festzuhalten. Ein Verlängerungszapfen 21 des Kolbens des Steuerventils 6 durchtritt eine Ausnehmung
22 — etwa ein Langloch — des Schlittens 9, und zwar so, daß das Ende 23 des Hebels 18
auf den Zapfen 21 wirkt, daß also der Hebel 18
über diesen Zapfen 21 das Steuerventil 6 betätigen kann.
Auf der Werkzeugmaschine ist eine Schablone 24 befestigt. Durch die Verschiebung des Schlittens. 9
in der drehbaren Konsole 8 kann man den Taster 20 gegen die Kante der Schablone 24 führen, nachdem
man zuvor der Konsole 8 eine solche Winkelstellung gegeben hat, daß die Gleitrichtung des
Schlittens 9 parallel zur Richtung x-y (Fig. 3) ist;
.10 in dieser Richtung x-y erstreckt sich die Tiefe des Schnittes des Werkzeuges, und zwar gleichgültig,
wie die Neigung des das Werkzeug tragenden und bewegenden Aggregates zur Drehspindel ist. Man
kann dieses Aggregat um die Achse 27 des Drehtei'les 1 auf dem Bettschlitten etwa einer Horizontaldrehbank
schwenken.
Dank der Tatsache, daß die Versohieberichtung des Schlittens 9 parallel zur Richtung x-y (Fig. 3)
gewählt werden kann, trotz beliebiger Schwenkung oder Neigung des das Werkzeug tragenden Aggregates,
ist es nicht mehr notwendig, für den Rohling des Werkstückes zum Ausgleich eine größere
Länge vorzusehen; man kann also einen Teil der Zerspanungsarbeit ersparen; der bislang notwenddge
LängenzuscMag für den Rohling war gleich der Summe der Schnittiefen multipliziert mit dem
Tangens des Neigungswinkels des Werkzeughalters zur Vorschubrichtung. Der Arbeitseffekt gemäß
der Erfindung ist aus Fig. 3 zu ersehen, während Fig. 4 deutlich zeigt, daß man bislang beim Bemessen
des Rohlings der Länge des bearbeiteten Werkstückes die Längehibeträge A1 und A2 zufügen
muß, die den Schnittiefen .S1 und Bz, multipliziert
mit dem Tangens des vorerwähnten Neigungswinkels,
gleich sind.
Durch axiale Verschiebung der Welle 14 ader durch einstellbare Verschiebung des Hebels 18 auf
der dann festen Welle 14 ist man in der Lage, den Taster 20 in die richtige Lage zu bringen, selbst
dann, wenn die Montage der Schablone 24 bezüglich des Werkstückes 28 etwas ungenau ist. Man
kann sich also einer festen Schablone bedienen. Darüber hinaus kann jeder neue Schnitt mit der
Einheit, gebildet aus dem Schlitten 9, der Spindel 10, dem Betätigungsknopf 11 und der Skala 12, eingestellt
werdein, wobei der Taster 20 in die gewünschte Stellung gebracht werden kann, ohne daß
die Lage der Schablone verändert zu werden braucht.
Es ist noch zu bemerken, daß die Achse der Welle 14 zur Gleitrichtung des Schlittens 9 in
einem unter Umständen sogar einstellbaren Winkel geneigt ist; diese Neigung erleichtert beträchtlich
die Verschiebung des Tasters entlang Ab-Sätzen, z. B. treppenartigen Konturgestaltungen
der Schablone.
Dank der dargelegten gegenseitigen Relativanordnung,
insbesondere der räumlichen Zuordnung zueinander, der verschiedenem Bauteile ist der
Abstand zwischen dem Steuerventil und dem das Werkzeug haltenden und bewegenden Aggregat auf
ein Mindestmaß verkleinert; dies hat ©ine Verminderung der Leckverluste in den Rohrleitungen zur
Folge, ferner eine Reduzierung des Druckabfalls, Verminderung oder Verhinderung von Druckschlagen
und plötzlichen Druckabfällen u. dgl.; insgesamt ergibt sich eine wesentlich verbesserte Genauigkeit
des Kopiervorganges, d. h. also, die angestrebte hohe Fertigungspräzision ist tatsächlich
erreichbar geworden.
Claims (5)
1. Kopiereinrichtung für eine Werkzeugmaschine, insbesondere Nachformdrehbank, mit
einem schräg zur Vorschubrichtung verschwenkbaren Werkzeugschlitten, an dem der Taster der Kopiereinrichtung mit seiner Halterung
in einer Führung verschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Führung zum Verschieben des Tasters (20) und seiner Hallterung
um eine parallel zur Achse (27) des auf dem Bettschlitten aufgesetzten Drehteils (1)
liegende Achse schwenkbar und feststellbar ist.
2. Kopiereinrichtung nach Anspruch 1 für eine Werkzeugmaschine mit hydraulischer
Werkzeugzustellung und einem von dem Taster beeinflußten Steuerstift, dadurch gekennzeichnet,
daß der Steuerstift (21) der" Hydraulik in der Schwenkachse der Führung zum Verschieben
des Tasters liegt.
3. Kopiereinrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Taster (20) senkrecht
zu seiner Tastrichtung in der Abtastebene ■in seinem Halter verstellbar ist.
4. Kopiereinrichtung nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der Führung
zum Verschieben des Tasters ein den Taster mit seiner Halterung aufnehmender Schlitten (9)
verschiebbar ist, auf dem der Taster in einer zur Verschieberichtung des Tasterschlittens
nach der Vorschubrichtung hin geneigten- Richtung unter dem Tastdruck ausweicht.
5. Kopiereinrichtung nach Anspruch 2, 3 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Taster
(20) an einem einarmigen·, an dem Steuerstift
(21) der Hydraulik anliegenden und auf seiner Schwenkachse (14) längs verstellbaren Hebel
(18) angebracht ist, daß die Schwenkachse in einem einen Teil der Tasterhalterung bildenden
gabelförmigen Ausleger (13) gelagert ist und daß dieser Ausleger eine in Vorschubrichtung
abgekröpfte Verlängerung des Schlittens (9) bildet, der in einer seine Führung aufnehmenden
Drehkonsole (8) verschiebbar ist.
"5
In Betracht gezogene Druckschriften:
Schweizerische Patentschriften Nr. 243 521, 283 159.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
© 609514/281 5.56 (609 677 11.56)
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