KAISERLICHES
PATENTAMT.
Den Gegenstand der vorliegenden Erfindung bildet ein in der Breite verstellbarer Brettchenvorhang,
bei welchem die Einrichtung getroffen ist, dafs die einzelnen Stäbe sowohl, als auch die als Aufzugsrolle dienende obere
Befestigungsstange aus mehreren Theilen besteht, welche, über oder in einander greifend,
sich ihrer Länge nach beliebig verstellen lassen.
Diese Einrichtung bezweckt, dafs der Vorhang ohne Umstände in jeden beliebig breiten
Fensterrahmen eingehakt werden kann; es wird auch, da jeder Theil des Vorhanges für sich
verstellbar ist, die Möglichkeit geschaffen, dafs bei schräg nach aufsen gerichteter Stellung der
über den Fensterrahmen ragende untere Theil so weit aus einander gezogen werden kann,
dafs es den Lichtstrahlen nicht mehr möglich ist, seitlich neben den Kanten in den Raum
hinter dem Vorhang zu dringen.
Auf der beiliegenden Zeichnung wird die Einrichtung in Fig. 1 als Vorderansicht, in
Fig. 2 dagegen als Querschnitt dargestellt, während die Fig. 3 bis 5 einen einzelnen Vorhangstab
in verschiedenen Ansichten darstellen; durch die punktirten Linien werden die Stellungen
der aus einander gezogenen Stäbe gekennzeichnet.
Der Vorhang, welcher sich im Princip an die bisher gebräuchlichen Vorhangarten
anschliefst, besteht im Wesentlichen aus
der in sich verschiebbaren, als Querstange dienenden Aufzugsrolle α, über welche sich
die Aufzugsschnuren b wickeln; die seitlichen Rollenzapfen führen sich in den Lagern c, an
welchen auch das oberste Vorhangbrett gelagert ist, welches gleichzeitig als Aufhänger
der als Führung für die übrigen Vorhangbrettchen d benöthigten Stangen e dient. Letztere
tragen an ihren unteren Enden je einen Haken f, welche bei gerade (senkrecht) herabfallenden
Vorhängen, kreuzweise über einander liegend, lose in die Oesen g eingeführt werden,
während sie eine Stütze für die Stangen e abgeben, wenn der Vorhang nach Art einer
Marquise über den Fensterrahmen schräg hinausgestellt ist (Fig. 2).
In letzterer Stellung tritt nun bei den gewöhnlichen Vorhängen der Uebelstand auf,
dafs Lichtstrahlen seitlich einfallen können, da eine keilförmige Oeffnung, entsprechend dem
Neigungswinkel des Vorhanges, frei wird. Dieser Nachtheil wird jedoch sofort durch die entsprechend
aus einander gezogenen getheilten Vorhangstäbe beseitigt; letztere werden aus
diesem Grunde am besten mit ihren inneren Enden flach über einander gelegt und mittelst
Klammern h zusammengehalten. Die aus einander gezogenen Stäbe werden einestheils durch
ihre Spannung, anderntheils auch durch die schrägstehenden Stützhaken f in ihrer Lage
gehalten; es bleibt jedoch unbenommen, für bestimmte Zwecke irgend eine Feststellvorrichtung
für die Stäbe bezw. an denselben selbst anzubringen.
Patenτ-Anspruch:
In der Breite einstellbarer Brettchenvorhang, dadurch gekennzeichnet, dafs die einzelnen
Stäbe (d) desselben getheilt und über bezw. in einander greifend verschiebbar angeordnet
sind, zum Zweck, bei herausgestelltem Vorhang gegen seitlich einfallende Lichtstrahlen Schutz
zu bieten.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.