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Vorrichtung zum Plätten von Oberhemden od. dgl. Die Erfindung betrifft
eine Vorrichtung zum Plätten von Oberhemden od. dgl. mittels einer gewölbten Platte
für die volle Auflage -der Schulter. Das Wesen der Erfindung besteht in einem in
der Mitte der Vorrichtung fest oder lösbar vorgesehenen Füllstück für den hochgestellten
Kragen und in j e einer vorderen und hinteren Abwölbung für die satte Auflage des
Brust- und des Rückenteils des Oberhemdes od. dgl. bis vorzugsweise Mitte Ärmelansatz.
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Bei den bisher üblichen und in Wäsche-Preß- und -Bügelanstalten und
ähnlichen Betrieben zurAnwendung gelangenden Verfahren bedient man sich meistens
einer Anlage, die im wesentlichen aus einer Dreifachpresse, einer Rumpfpresse und
einer Ärmel-Trocken- bzw. -Preßvorrichtung besteht. Das auf solchen Anlagen durchgeführte
Plättverfahren für Oberhemden arbeitet notwendigerweise mit mindestens sieben Arbeitsgängen.
In jedem Arbeitsgange ist auch je ein Auflegevorgang eingeschlossen: Es würde bereits
einen beträchtlichen Fortschritt für die Praxis bedeuten, wenn nur ein Arbeitsgang
entfiele. Die Erfindung erzielt jedoch die Reduktion von sieben auf höchstens fünf
Arbeitsgänge mit fünf Auflegevorgängen und gestattet deshalb eine sehr stark ins
Gewicht fallende Verbilligung des gesamten Plättvorganges.
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Zur Verdeutlichung der bisher üblichen Arbeitsweise und Anordnungen
sowie Vorrichtungen zeigen
die Fig. A und B der Zeichnung die beiden
wesentlichen bekannten Vorgänge schematisch.
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Bei Fig. A ist der Gesamtvorgang eines üblichen Verfahrens in Einzelphasen
von oben nach- unten verdeutlicht. Die erste Phase, also der erste Arbeitsgang,
ist die Pressung von Kragen und Manschetten links auf einer Dreifachpresse mit zwei
Manschettenteilen und einem Kragenteil; diese Phase ist als Anordnung a gezeichnet,
während ä einen Schnitt senkrecht zur Zeichenebene durch die Anordnung a zeigt.
Der zweite Schritt ist das Pressen des Kragens und der Manschetten rechts; diese
Anordnung b ist ebenfalls schematisch gezeigt. Die dritte Phase ist das Trocknen
und/oder Pressen von Ärmeln in einer schematisch gezeigten Anordnung c. Der nächste
und vierte Vorgang ist die Pressung des Vorderteiles des Oberhemdes in der Anordnung
d; ein Schnitt durch die Anordnung d
senkrecht zur Zeichenebene ist
in der Ansicht d' gezeigt. Der fünfte Arbeitsgang ist die Pressung des Oberhemdrückens
in der Anordnung e. Der sechste Vorgang ist die Pressung des linken Oberhemd-Seitenteiles
in der Anordnung f. Der siebente und letzte Arbeitsvorgang ist die Pressung des
rechten Oberhemd-Seitenteiles in der Anordnung g. -Der Gesamtvorgang gemäß Fig.
A bedingt also eine Dreifachpresse mit zwei Manschetten 'und einen Kragenteil für
die Vorgänge a und b, ferner einen Ärmeltrockner oder eine Ärmelpresse für
den Vorgang c und schließlich eine sogenannte Rumpf-oder Oberhemdpresse für die
Vorgänge d, e, f und g.
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Bei einem solchen Gesamtvorgang gemäß Fig. A werden also der Kragen
und die beiden Manschetten in zwei Pressungen (entsprechend a und b) links
und rechts geplättet. Zum Pressen des Rumpfes sind bei dieser Arbeitsmethode vier
Pressungen (entsprechend d, e, f, g), und zwar für das Hemdenvorderteil,
den Rücken und die beiden Seitenteile, notwendig. Die- Ärmel werden entweder auf
einem Ärmeltrockner oder auf einer Ärmelpresse (entsprechend c) bearbeitet. Insgesamt
werden sieben Auflegezeiten und sieben Preßzeiten für das Plätten des ganzen Hemdes
verbraucht, wozu unter Umständen noch Zwischen- bzw. Wendezeiten kommen.
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Die andere bekannte und übliche Methode ist in der Fig. B gezeigt.
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Hierbei sind ebenfalls sieben Arbeitsgänge erforderlich. Die Anordnung
selbst besteht hier aus einer Dreifachpresse mit zwei Manschettenteilen und einem
Schulter- bzw. Nackenteil, ferner einem Ärmeltrockner bzw. einer Ärmelpresse und
schließlich einer Rumpf- oder Oberhemdenpresse. Die ersten drei Arbeitsgänge werden
mittels der Dreifachpresse vorgenommen. Der erste Arbeitsgang h ist das Pressen
von Kragen und Manschetten links; ein Schnitt h' durch diese Anordnung h senkrecht
zur Zeichenebene ist gezeigt. Der nächste Vorgang i ist das Pressen von Kragen und
Manschetten rechts. Als dritter Vorgang h folgt das Pressen des Schulter-Ärmelteiles.
Es schließt alsdann im Ärmeltrockner oder auf der Ärmelpresse der Vorgang e- an,
also das Pressen der Ärmel oder auch deren. Trocknen. Nunmehr vollzieht sich der
fünfte Vorgang m, und zwar das Pressen des Vorderteiles des Oberhemdes. Ein senkrecht
zur Zeichenebene durch m gelegter Schnitt W verdeutlicht das Schema. Der nächste
und sechste Vorgang ia betrifft das Pressen des linken Seitenteiles und des halben
Rükkens des Oberhemdes. Der siebente und letzte Vorgang ist das Pressen des rechten
Seitenteiles und des anderen halben Rückens des Oberhemdes.
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Die Erfindung erzielt demgegenüber eine wesentliche Leistungssteigerung
mittels einer neuen Anordnung. Es istf eine Erfahrungstatsache, daß von der Gesamtarbeitszeit
beim Plätten von Oberhemden nahezu vier Fünftel allein für das Legen des Hemdes
auf den Preßtischen usw. verbraucht werden. Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde,
daß es für den Erfolg wesentlich ist, diesen Hauptanteil an Arbeitszeit herabzusetzen,
wobei die gleichfalls erzielte Herabminderung der reinen Preßzeiten bzw. der Summe
der Preßzeiten zusätzliche und nicht unwesentliche Fortschritte bringt.
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Bei Anwendung der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind nur fünf Arbeitsgänge
erforderlich, die vorzugsweise in der folgenden Reihenfolge erfolgen: a) Pressen
der Schulter und der Brust sowie gleichzeitig Pressen der Manschetten links des
Oberhemdes (und gegebenenfalls auch ganz oder teilweise eines am Hemd festen Kragens
links bzw. rechts), b) Pressen der Manschetten rechts (und gegebenenfalls auch des
Kragens), c) Pressen und/oder Trocknen der Ärmel, d) Pressen des Vorderteiles des
Oberhemdes (unter Umständen zugleich mit dem festen oder losen Kragen oder der entsprechenden
Kragenseite), e)- Pressen .des Rückens- (unter Umständen zugleich mit dem festen-
oder losen Kragen oder der entsprechenden Kragenseite), Pressen und Plätten sind
im Sinne der Erfindung im wesentlichen die gleichen Begriffe.
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Bei der Erfindung wird eine Dreifachpresse mit zwei Manschettenteilen
und einem Schulter- und Brustteil mit oder ohne Kragenstück, ferner ein Ärmeltrockner
oder eine Ärmelpresse und schließlich eine Rumpf- bzw. Oberhemdenpresse ohne oder
mit Kragenstück benutzt. Unterschiedlich gegenüber dem Bekannten ist vor allem,
daß auf der Dreifachpresse nicht nur die Schulter, sondern zugleich mit der Schulter
auch ein Teil des Rückens und/oder der Brust, unter Umständen auch der feste Kragen,
geplättet bzw. gepreßt werden, und zwar vorzugsweise in einem Bereiche bis über
die Mitte des Ärmelansatzes. Hierbei kann die Kragenplättung entfallen, die in die
beiden letzten oder einen der beiden letzten Arbeitsgänge verlegt sein kann.
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Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich bei der Erfindung dadurch, daß
das Nacharbeiten von Hand nach dem Gesamtvorgang, das bisher beträchtliche Zeiten
in Anspruch nahm; vollständig oder doch fast vollständig ausgeschaltet wird, so
daß die Gesamtzeit sich gegenüber bisher üblicher Arbeitsweise ganz wesentlich herabmindert
und verbesserte Wirtschaftlichkeit gewährleistet.
Eine wichtige
Besonderheit der Erfindung ist ferner die Ausbildung des Querschnittprofils der
Rumpfplatte. Dieses Profil stellt vorzugsweise ein Segment od. dgl., zweckmäßig
ein Kreissegment, dar, und sein wesentliches Kennzeichen ist eine gekrümmte, z.
B. kreisbogenförmig konvex gebogene Oberkontur - also des O_uerschnitts der Preßfläche
oder Wirkfläche -, wobei die Abwicklungslänge dieser oberen Fläche größer als der
halbe Gesamtumfang des größten aufzuziehenden Hemdes ist und der Gesamtumfang kleiner
ist als das kleinste aufzuziehende Hemd. Dies erreicht man durch relativ starke
Krümmung, so daß der Quotient, gebildet aus Länge der gebogenen, oberen Fläche,
geteilt durch die Länge der unteren, vornehmlich ebenen Fläche, wesentlich größer
als der Zahlenwert i ist, wobei die Summe dieser beiden Längen gleich oder kleiner
ist als der Gesamtumfang des kleinsten aufzuziehenden Hemdes. Es ist dies besonders
wichtig dafür, daß eine solche Rumpfplatte oder Preßplatte universell verwendbar
für viele oder alle praktisch vorkommenden Hemdengrößen wird, ferner auch dafür,
daß die Pressung von Hemd-Vorder- und Rückseite tatsächlich in nur zwei Arbeitsgängen
erfolgen kann. Wenn man die genannten Bedingungen nicht einhielte, so müßte bei
größeren Hemden bei nur zwei Pressungen des Rumpfes ein ungepreßter Streifen verbleiben,
oder aber kleinere Hemden würden sich nicht mehr aufziehen lassen.
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In der Zeichnung ist in Fig. i der Gesamtvorgang gemäß der Erfindung
in beispielsweise gewählter Aufeinanderfolge gezeigt; in den Fig.2 und 3 sind schematische
Ansichten der Platte von vorn und von oben für das Plätten des oberen Teiles - Rücken,
Schulter, Brust - des Oberhemdes dargestellt, während in den Fig. ¢ und 5 in einem
Schnitt und in einer Draufsicht die Rumpfplatte für das Plätten des Rumpfteiles
des Oberhemdes schematisch verdeutlicht ist.
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Gemäß Fig. i wird in der Anordnung i der erste Arbeitsvorgang vorgenommen;
es werden der Schulter-, Brust- und Rückenteil des Hemdes geplättet und die Manschetten
links gepreßt. Ein senkrecht zur Bildebene durch die, Anordnung i gelegter Schnitt
i' verdeutlicht die Anordnung i. In der Mitte der Anordnung i sind die Rücken-Schulter-Brust-Platte
und zu deren beiden Seiten die beiden Manschettenplatten angeordnet.
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Der nächste Arbeitsgang geschieht gemäß Anordnung 2; er betrifft das
Rechtsplätten der Manschetten.
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Es erfolgt dann in der schematisch angedeuteten Anordnung 3 als dritter
Vorgang die Trocknung und Pressung der Ärmel.
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In der Anordnung 4 wird der Vorderteil des Hemdrumpfes gepreßt; der
Schnitt 4' ist ein senkrecht zur Bildebene der Anordnung 4 gelegter Schnitt.
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Im fünften und letzten Vorgang in der Anordnung 5 wird der Rücken
des Hemdrumpfes gepreßt. Das gesamte Oberhemd ist nun geplättet. Die Plättung des
Kragens kann ganz oder vorzugsweise in Teilschritten während der genannten fünf
Arbeitsgänge erfolgen. Es kann beispielsweise ein fester Kragen im Arbeitsgang i
ganz oder teilweise rechts oder links gepreßt werden; es kann im zweiten Arbeitsgang
ein noch nicht geplätteter Kragenteil beispielsweise links gepreßt werden; ferner
kann nach Umlegen des festen Kragens (und nach dessen vorheriger gesamter Linksplättung)
die Rechtspläitung ganz oder in Teilen während des vierten und/oder des-fünften
Arbeitsvorganges vorgenommen werden. Außerdem können lose Kragen während des vierten
und fünften Arbeitsvorganges links und rechts mitgeplättet werden.
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Für die Durchführung des ersten und des zweiten Arbeitsvorganges dient
die in Fig. 2 und 3 schematisch verdeutlichte Schulter-Brust-Rücken-Preßplatte 6.
Diese ist so geformt, daß der gesamte Schulterbereich und ein wesentlicher, vorzugsweise
bis über die Mitte des Ärmelansatzes 7 des Hemdes 8 hinausgehender Bereich des Brust-
und Rückenteiles in diesem Vorgang mitgepreßt werden. Die Schulter-Brust-Rücken-Preßplatte
6 besitzt ein Füllstück 9 für den festen Kragen io des Hemdes 8; dieses Füllstück
9 kann ebenfalls Preßstück sein, so daß sich beispielsweise im ersten Arbeitsvorgang
ein Linksplätten des Kragens io und in einem späteren Arbeitsvorgang, etwa im zweiten,
eine Rechtsplättung des dann umgelegten Kragens io ermöglichen läßt.
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Für die Durchführung des vierten und fünften Arbeitsvorganges dient
die in Fig. 4 und 5 dargestellte Rumpfplatte ii. Auf ihr wird der bei der Pressung
im ersten und zweiten Arbeitsgang noch nicht erfaßte Brustteil und Rückenteil des
Rumpfes, also etwa unterhalb von der Mitte des Ärmelansatzes 7 des Hemdes 8, gepreßt.
Der in Fig. 4 gezeigte Querschnitt der Rumpfplatte i i, über die das Hemd 8 gezogen
wird, ist beispielsweise ein Segment mit einer gekrümmten Kontur der Preßfläche,
also mit einer Oberkontur 12, und einer vorzugsweise geradlinigen Unterkontur 13.
Die Pfeile in der Fig. 4 verdeutlichen die von oben erfolgende Pressung mittels
eines entsprechend angepaßten, im übrigen aber bekannten Preßelementes.
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Wichtig ist nun bei einer solchen Rumpfplatte bzw. bei deren Ouerschnittsprofil
gemäß Fig. 4 und 5, daß das Längenmaß p der Oberkontur 12 und das Längenmaß q der
geraden oder nicht geraden Unterkontur 13 bestimmten Bedingungen genügen. Diese
Bedingungen lassen sich wie folgt ausdrücken:
Hierbei sind U.1" die Streckenlänge des Umfangs des kleinsten aufzuziehenden Hemdes
und U.", die Streckenlänge des Umfangs des größten aufzuziehenden Hemdes, in üblicher
Fachspi#ache auch Hemdenweite genannt. Man wählt vorzugsweise ein Verhältnis p wesentlich
größer als der Zahlenwert i.
Es ist hervorzuheben, daß die gezeigten
Anordnungen und Vorrichtungen nicht notwendigerweise, wenn allerdings auch mit besonderem
Erfolg, zur Durchführung des vorgeschlagenen Verfahrens dienen müssen; auch eine
von diesem Verfahren losgelöste und auch gesonderte Verwendung der Vorrichtungen
bzw. derAnordnungen ist möglich. Ebenso ist es möglich, die einzelnen Verfahrensschritte
in ihrer Reihenfolge zu verändern, wenn sich auch die erwähnte Reihenfolge als für
die praktischen Bedürfnisse im allgemeinen als besonders günstig erweist.