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Verfahren zur Herstellung neuer kobalthaltiger Azofarbstoffe Gemäß
Patent 9221 767 werden neue wertvolle Azofarbstoffe erhalten, wenn man kobaltabgebende
Mittel auf sulfonsäure- und carboxyl.gruppenfreie Monoazofarbstoffe einwirken läßt,
die der allgemeinen Formel
entsprechen, worin R einen in o-Stellung zu einer Oxygruppe an die Azogruppe gebundenen
Oxybenzolrest, der eine Methylsulfongruppe enthält, und A einen Naphth,alinrest
bedeutet, der in Nachbarstellung zur Aminogruppe an die Azogruppe gebunden ist.
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Es wurde nun gefunden, daß man ebenfalls zu neuen wertvollen Azofarbstoffen
gelangt, wenn man an Stelle der im Hauptpatent angegebenen Mono@azofarbstoffe, die
eine Methylsulfongruppe im Rest der Diazokomponente aufweisen, solche
Monoazofarbstoffe
der im Hauptpatent angegebenen allgemeinen Konstitution, die aber eine Methylsulfongruppe
nicht im Rest der Diazo-, sondern. im Rest der Azokomponente enthalten, der Behandlung
mit koballtabgebernden Mittzlh unterwirft.
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Die beim vorliegenden Verfahren als Ausgangsstoffe dienenden Monoazofarbstoffe
entsprechen der allgemeinen Formel .
worin R einen in o-Stellung zu einer Oxygruppe an die Azogruppe gebundenen Oxybenzolrest
und A einen in Nachbarstellung zurr Aminogruppe an die Azogruppe gebundenen Naphthalinres.t
bedeutet, der wie der Oxybenzolres,t R von Sulfonsäure- und Carboxylgruppen frei
ist. Diese Ausgangsfarbstoffe können durch Kupplung diazotierter o-Oxyaminobenzole,
die von Sulfons:äure- und Carboxylgruppen frei sind, wie 4-Chlor- oder 4-Methyl-2-amino-i-oxybenzol,
vor allem aber solcher o-Oxyaminobenzole, die eine Nitrogruppe aufweisen, wie 4-,
5- oder 6-Nitro-2-amino-i-oxybenzol,6-Nitro-4-acetylamino-2-amino-i-oxybenzol, 4-Chlor-5-
oder -6-nitro-2-amino-i-axybenzol, 6-Chlor-4-nitro-2-amino-i-oxyhenzol, 4-Methyl-5-
oder -6-nitro-2-amino-i-oxybenzol und 4, 6-Dinitro-2-amino-i-oxybenzol mit in Nachbarstellung
zur N H2 Gruppe kuppelnden Aminonaphthalinmethylsulfonen hergestellt werden, .die
ebenfalls von Sulfonsäure- und Carboxylgruppen frei sind. Als Beispiele solcher
Aminonaphthalin-methylsulfone sind z. B. i -Aminonaphthalin-4- oder -5-methylsulfon,
2-Aminonaphthalin-3-, -4-, -5-# -7-oder vorzugsweise -6-methylsulfon zu erwähnen.
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Die Kupplung der in üblicher Weise aus den erwähnten o-Oxyaminobenzolen
erhaltenen Diazoverbindungen mit den Aminonaphthalin-methylsulfonen kann ebenfalls
in üblicher Weise, z. B. in neutralem biss saurem Mittel erfolgen; Nach beendeter
Kupplungs.realir..tion können die Farbstoffe aus dem Kupplungsgemisch leicht durch
Abfiltrieren getrennt werden, da sie im allgemeinen wenig wasserlöslich sind.
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Die Behandlung der nach obigen Angaben erhaltenen Monoazofarbstoffe
mit kobaltabgebenden Mitteln erfolgt gemäß vorliegendem Verfahren zweckmäßig in
schwach saurem, neutralem oder insbesondere alkalischem Mittel. Es empfiehlt sich
im allgemeinen, auf ein Molekül eines Farbstoffes weniger als i Atom Kobalt zu verwenden.
Als kobaltabgebende Mittel können komplexe Kobaltverbindungen ali.phatischer Oxycarbonsäuren
oder Dicarbonsäuren sowie einfache Kobalksalze, wie Kobaltacetat, gegebenenfalls
auch Kobalthydroxyd, -#, erwendet werden.
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Die Umwandlung der Farbstoffe in die komplexen Kobaltverbindungen
geschieht mit Vorteil in der Wärme, offen oder unter Druck, gegebenenfalls in Anwesenheit
geeigneter Zusätze, z. B. in Anwesenheit von Salzen organischer Säuren, von Basen,
organischen Lösungsmitteln oder weiteren die Komplexbildung fördernden Mitteln.
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Die nach dem vorliegenden Verfahren erhältlichen neuen Produkte sind
komplexe Kobaltverbindungen sulfonsäure- und carboxylgruppenfreier Monoazofarbstoffe,
welche .der allgemeinen Formel
entsprechen, worin R einen in o-Stellung zu einer Oxygruppe an die Azogruppe gebundenen
Oxybenzolrest und A einen in Nachbarstellung zur Aminogruppe an die Azogruppe gebundenen
Naphthalinrest bedeuten.
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Im Gegensatz zu den unbrauchbaren, auf Seite 3, Zeile 48 bis 52 der
deutschen Patentschrift &q2 o89 erwähnten, schwerlöslichen Chromverbindungen
von o Amino-ö -oxyazofarbstoffen, sind die neuen kobalthalttigen Farbstoffe in Wasser
löslich, und zwar besser löslich als die zu ihrer Herstellung verwendeten Ausgangsfarbstoffe,
und sie eignen sich zum Färben und Bedrucken verschiedenster Stoffe, vor allem aber
zum Färben tierischer Materialien-, wie Seide, Leder und insbesondere Wolle, aber
auch zum Färben und Bedrucken synthetischer Fasern aus Superpolyamiden und, Superpolyurethanen.
Sie eignen sich vor allem zum Färben aus schwach alkalischem, neutralem bis schwach
saurem, z. B. essigsaurem Bade. Die so erhältlichen Wollfärbungen zeichnen sich
durch Gleichmäßigkeit, gute Licht-, sehr gute Wasch-, Walk-, Carbonisier- und Dekaturechtheit
aus.
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In den nachfolgenden Beispielen bedeuten die Teile Gewichtsteile und
die Prozente Gewichtsprozente.
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Beispiel Der in üblicher Weise durch Diazotierung von 22,i Teilen
5-Nitro-2-amino-i-oxybenzo'l und saure Kupplung mit 2o,3 Teilen = 2-Aminonaphthalin-6,methylsulfon
erhaltene Monoazofarbstoff wird: in 5oo Teilen Wasser bei 8o bis 85° verrührt und
durch Zugabe von 4o Teilen 3oo/oiger Natriumhydr'oxydlösung gelöst. Man gibt eine
Lösung von i5,4 Teilen kristallisiertem Kobaltsulfat in3oTeilen Wasser zu und rührt
30 Minuten bei 8o bis 85o. Nach dieser Zeit ist die Komplexbildung beendet.
Der- Farbstoff wird durch Zugabe von Natriumchlorid abgeschieden, filtriert und
getrocknet. Er stellt ein wasserlösliches, schwarzes Pulver dar, welches Wolle aus
neutralem oder schwach saurem Bade in grünblauen Tönen färbt.
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In Kolonne III der folgenden Tabelle sind die Farbtöne angegeben,
die man beim Färben von Wolle mit den gemäß obigem Verfahren erhaltenen Kobaltkomplexen
der .aus den in Kolonne I und II aufgeführten Farbstoffkomponenten erhältlichen
Monoazofarbstoffe erhält.
| I II III |
| z OH NH2 Oliv |
| 02N - - NI-12 |
| NO, |
| S02CH3 |
| 2 desgl. N H, Gelbstichigoliv |
| S02CH3 |
| 3 O H desgl. Dunkelgrün |
| @_- N H2 |
| 02N - |
| q. OH -#N H2 Grau |
| @. Ij II |
| 02N-/ #-NH2 S02CH3 |
| I |
| y |
| C1 |
| 0 H desgl. Blau |
| /!'\1-NH2 |
| N02- |
| Cl |
| 6 0 H desgl. Grau |
| 02N- -NH2 |
| CH, |