DE93705C - - Google Patents
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- DE93705C DE93705C DENDAT93705D DE93705DA DE93705C DE 93705 C DE93705 C DE 93705C DE NDAT93705 D DENDAT93705 D DE NDAT93705D DE 93705D A DE93705D A DE 93705DA DE 93705 C DE93705 C DE 93705C
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- C—CHEMISTRY; METALLURGY
- C01—INORGANIC CHEMISTRY
- C01C—AMMONIA; CYANOGEN; COMPOUNDS THEREOF
- C01C1/00—Ammonia; Compounds thereof
- C01C1/02—Preparation, purification or separation of ammonia
- C01C1/08—Preparation of ammonia from nitrogenous organic substances
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- Analytical Chemistry (AREA)
- Inorganic Chemistry (AREA)
- Drying Of Solid Materials (AREA)
Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
In dem Patent Nr. 87061 ist ein Verfahren
beschrieben, um aus stickstoffhaltigen Substanzen Ammoniak und aufser anderen Nebenproducten
Koks zu gewinnen.
Zur Ausführung dieses Verfahrens dient ein Apparat, der in der Fig. 1 der beiliegenden
Zeichnung dargestellt ist. Zu diesem Apparat gehören ein Ofen, eine Retorte, in welcher das
Rohmaterial nach einander getrocknet, geschwelt und gedämpft wird, und Vorlagen mit
oder ohne Staubsammler, um die Producte aus dem Schwel- und Dämpfprocefs zu gewinnen.
Um die Wirkungsweise des Verfahrens, wie hier zu beschreiben, an den Zeichnungen darthun
zu können, ist zunächst der Apparat Fig. 1 mit dem darin betriebenen Verfahren zu erklären.
Die in der Grundform cylindrische Retorte A ist innerhalb ihres Ofens B um ihre Achse
drehbar. Das Dampfeinlrittsrohr C und das Ableitungsrohr D für die gasförmigen Producte
treten je von einem Ende her in der Achsrichtung durch Stoffbüchse 1 bezw. 2 in die
Retorte ein. Beide Rohre sind vor Beschmutzung durch den Uebertritt fester Theile
aus der Ladung der Retorte geschützt. Mittelst Laufkränze 7, 7 ist die Retorte an jedem Ende
auf Walzen 8, 8 gelagert, und ein Zahnkranz 9 an einem Ende vermittelt ihre Drehung.
Das Füllen und Entleeren der Retorte geschieht am vortheilhaftesten mittelst einer
Transportschnecke 10, die in dem Gehäuse 11
entlang der Innenwand von A geleitet ist. Wird die Trommel aus der in der Figur dargestellten
Lage um i8o° gedreht gedacht, so schliefst der Stutzen 12 (jenes Gehäuses 11) an
den Rumpf E an, durch den die Retorte gefüllt wird. In der in der Zeichnung dargestellten
Lage erfolgt die Entleerung der Retorte, ,und zwar in ein Transportgefäfs F, wobei
nunmehr die Förderschnecke den umgekehrten Weg gedreht wird.
Der Öfen B besorgt, so weit erforderlich, die äufsere Beheizung der Retorte, und zwar
ist in der Zeichnung angenommen, dafs dies mittelst Gas geschieht, welches aus dem Leitungsrohr
H durch das Absperrorgan h in die Misch- bezw. Entzündungskammer N bezw. b'2
eintritt, in welche gleichzeitig vorgewärmte Luft durch die Leitung G zufliefst. Das Gemisch
aus b3 gelangt durch die Kanäle bi in die
Heizkammer b des Ofens. Die Verbrennungsproducte endlich durchströmen die Kanäle b^
und b6 und gehen in den Fuchs W. In diesen
ist der Anfang des Rohres G eingebaut behufs Vorwärmung der Verbrennungsluft durch die
dem Schornstein zufliefsenden Abgase.
Das Dampfeintrittsrohr C ist durch das Absperrorgan i mit dem Rohr J (für überhitzten
Dampf) verbunden. Die Abflufsleitung D kann mittelst der Absperrorgane klm der Reihe
nach an die Abflufsrohre K für den Wasser dampf (während der Trocknung), L für die
Producte der trocknen Destillation (während der Verkokung) und M für das Gemisch von
Wassergas und Ammoniak (während der Dämpfung) angeschlossen werden.
Insofern die Rohrleitung / nur während der dritten Phase des Gesammtprocesses, die Rohrleitung
K nur während der ersten, L nur während der zweiten und Af nur während der
dritten Phase benutzt wird, ist der Betrieb nicht als ein continuirlicher anzusehen.
Ein wesentlicher Gegenstand des vorliegenden Verfahrens ist, die Producte aus dem
Trocken - bezw. Dämpfprocefs continuirlich auszunutzen, sowie die Anwendung des sogen.
Gegenstromprincips einzuführen. Damit wird eine wesentliche Verbesserung erzielt. In Fig. 2
und 3 der Zeichnungen sind die constructiven Mittel zur Durchführung eines solchen Verfahrens
veranschaulicht.
Der Apparat, der, wie vorbeschrieben, zur Ausführung , eines Verfahrens gemäfs Patent
Nr. 87061 dient, ist in diesem Falle sechsfach in Colonne angeordnet, und zwar auf der
Zeichnung kreisförmig, um den Ueberblick der Verbindung der einzelnen Apparate zu erleichtern.
Das verbesserte Verfahren bei colonnenweiser Verwendung der Apparate schafft die
Sicherheit: A. eine Parallelschaltung oder B. eine Hintereinanderschaltung zu betreiben, durch
welche die Producte des Trockenprocesses für den Dä'mpfungsprocefs und bezw. die Producte
der begonnenen Dämpfung für die Stadien des vorgeschrittenen Dämpfprocesses in nächstfolgenden
Apparaten zur Verwendung kommen.
Um die Apparate übersichtlicher zu machen und damit das Verfahren deutlicher zu beschreiben
, sind in Fig. 2 diejenigen Verbindungen der Apparate, welche zur inneren und äufseren Beheizung der Retorte dienen,
und andererseits auch die Schaltungsmethoden der Apparate dargestellt, während in Fig. 3
diejenigen Verbindungen (Kanäle) dargestellt sind, welche die Verbrennungsluft erwärmt zuführen
bezw. die Abgase circuliren lassen und zum Schornstein S leiten.
Die Dauer der einzelnen vorzunehmenden Processe, das ist Trocknung, Schwelung und
Dämpfung, ist erheblich verschieden, so zwar, dafs das Trocknen für sich und das Schwelen
für sich je im Vergleich mit dem Dämpfprocefs nur einen kürzeren Theil der Zeit beansprucht.
Bei der colonnenweisen Anordnung ist der Fortgang des Verfahrens so zu verstehen,
dafs — zu derselben Zeit gedacht — in einem Apparat das Trocknen, in einem zweiten
Apparat das Schwelen, in drei folgenden Apparaten das Dämpfen in seinen verschiedenen
Stadien stattfindet, der sechste Apparat aber endlich in dem Stadium der Entleerung bezw.
Neufüllung sich befindet.
Nehmen wir hiernach an, dafs der in Fig. 2 mit A1 gekennzeichnete Apparat in der Neufüllung
begriffen ist, der Apparat A11 im Trockenverfahren, der Apparat Aln im Schwelverfahren,
die Apparate A1V Av Avl im Dämpfprocefs
(je nach dem vorgeschrittenen Stadium), so ist der Gang des neuen Verfahrens für das
unter A. als Parallelschaltung gedachte
Princip mit Rücksicht auf die Ausnutzung der aus dem Trocken- und Dämpfprocefs gewonnenen
Producte wie folgt:
Der Dampf geht aus A11 durch das Rohr K
in der Richtung der einmal gestrichenen Pfeile zum Ueberhitzer R und von hier durch J in
der Richtung der zweimal gestrichenen Pfeile gleichzeitig nach AVI, Av und Alv.
Im FaIIeB. der Hintereinanderschaltung,
geht der Dampf auf demselben Wege aus A11 in 'der Richtung der einmal gestrichenen Pfeile durch
K und von da durch den Ueberhitzer R, sodann in der Richtung der zweigestrichenen
Pfeile durch das ringförmige Rohr J, aber ungetheilt zunächst nur in den Apparat Alv,
danach, da er die Verbindung dieses Apparates mit dem Rohr K abgeschlossen findet, in der
Richtung der dreigestrichenen Pfeile durch das Rohr Qv nach dem Apparat Av und von dort
durch das Rohr Qvl in den Apparat Avl.
Diese anscheinend verschiedenen Schaltungen verhindern nicht, dafs im Betriebe bei jedem
einzelnen der im Dämpfprocefs befindlichen Apparate das Gegenstromprincip in Anwendung
komme, weil ohne alle Gefahr die Umschaltung der Wege geschehen kann. Der bei
der Hintereinanderschaltung beschriebene Weg wird in der Praxis so lange in Anwendung
kommen, als es erwünscht ist, den Apparat Alv
möglichst schnell auf die geeignete Dämpftemperatur zu bringen und, die Producte des
Dämpfprocesses von Apparat zu Apparat anzureichern. Nach Herstellung der erforderlichen
Temperatur kann der Dampf aus dem Trockenprocefs in den Lauf des ersten Systems, das
ist wie in der Parallelschaltung beschrieben, geleitet werden und sich mit den Producten
des Dämpfprocesses anreichern, um endlich in die Leitung M zur weiteren Verwendung abzufliefsen.
Aus dieser Beschreibung des Verfahrens ist ersichtlich, dafs bei der colonnenweisen Anordnung
ein Apparat, im beschriebenen Falle AIÜ, von der Verbindung mit "den Producten des
Trocken- und Dämpfprocesses ausgeschlossen ist. Diese Einrichtung ist getroffen, um ein
anderwärts beschriebenes Verfahren zur gesonderten Behandlung der gasförmigen Producte
ausführbar zu machen.
Die Producte der trockenen Destillation aus A111 gelangen nach Abschlufs der übrigen Verbindungen
zunächst in das Rohr L und von da (aufserhalb des Apparates) in die geeigneten
Vorlagen , während die Producte aus den Apparaten A11, AIV, Av und AVI bei Abschlufs
aller übrigen Verbindungen in das Rohr M zur weiteren Behandlung abfliefsen.
Noch sind die Sufseren1 Beheizungswege der
.Apparate zu erklären.
Zu dieser Beheizung dienen die beim Schwelprocefs (im vorliegenden Fall in AIU) und die
im Dämpfprocefs (Apparate AIV, Av, AVI) gewonnenen
hochcalorischen Gase, und zwar soweit sie aus dem sogen. Schwelprocefs (A111J
herrühren, nach vollkommener Reinigung derselben von - allen theerigen und ammoniakhaltigen
Producten, während aus den Apparaten Alv, Av , Avl die vom Ammoniak befreiten Gase
direct zu verwenden sind. Alle diese brennbaren Gase gelängen aus einem Gasometer
durch die Leitung H nach Oeffnung von Hähnen h h in den Mischraum η der Oefen
(s. Fig. 2) bezw. auch in den Ofen für den Ueberhitzer R. In jenen Oefen werden sie
mit der nöthigen Luftmenge, die. aus G (Fig. 3) vorgewärmt zufliefst, gemischt, verbrannt und
ziehen durch den Rauchkanal P nach dem Schornstein S, der bei dieser Anordnung in
der Mitte liegt. Sollen die Heizgase z. B. vom ersten Ofen zum dritten unter Ueberspringung
des zweiten geleitet werden, so hält man Ventile, welche vor den mit η und ρ in der Zeichnung
(Fig. 2) angegebenen Orten liegön, geschlossen und öffnet ein Ventil, das mit dem Raum 0
in Verbindung steht. Im zweiten Ofen bleibt alsdann das Ventil bei ρ geschlossen und die
Ventile bei 0 und η offen, so dafs die Gase von dem Ventil bei 0 des ersten Ofens aus
durch den Umgehungskanal O und die Ventile bei 0 und η des zweiten Ofens in den
Ueberführungskanal N gehen und damit zum dritten Ofen gelangen. Dabei ist selbstverständlich
dafür Sorge zu tragen, dafs die Luftzufuhr aus . dem Kanal G zum zweiten Ofen abgesperrt
wird, wie das ja auch bei dem mit den Abgasen des ersten beheizten, das ist dem dritten
Ofen, mehr oder weniger vollständig zu geschehen hat.
T (Fig. 3) ist ein Wärmekanal, durch welchen die Abgase vom Ueberhitzer R ringsum
laufen, um in den in1 ihm eingeschlossenen Staubfängern d der Einzelapparate jede Condensation
zu vermeiden.
Die Abgase aus den Kanälen 7" und P passiren gemeinsam auf dem Wege nach dem
Schornstein 5 den Lufterhitzer. Die in G vorzuwärmende Verbrennungsluft wird durch
die Kanäle G1 G" G111 u. s. w. nach den
einzelnen Apparaten geführt. Bei G0 tritt Luft in den Kanal G ein.
Claims (2)
1. Die Anwendung des Verfahrens zur Gewinnung von Ammoniak aus stickstoffhaltigen
Substanzen, Patent Nr. 87061, für continuirlichen Grofsbetrieb derart, dafs der
beim Trockenprocefs gewonnene Dampf in mehreren fortschreitenden Dämpfprocessen gleichzeitig oder nach einander, in letzterem
Falle zuzüglich der Producte der Dämpf-' processe zu deren Anreicherung benutzt wird, während die Producte der Schwelung
für sich behandelt, aber die Beheizung der ganzen Colonne auch hier im Gegenstrom
geschieht.
2. Bei der colonnenweisen Anwendung von Destillationsapparaten, in denen das unter 1.
gekennzeichnete Verfahren ausgeübt wird, die Verbindung der gleichgestalteten Apparate
in der Art, dafs die zur äufserlichen Beheizung dienenden Gase aus einer continuirlichen
Leitung H, die zur Verbrennung der Gase erforderliche Luft aus einer centralen
Leitung G für alle Apparate entnommen wird, während die Verbindungen für die innere Beheizung der Apparate von einem
Rohr J aus so bewerkstelligt ist, dafs beispielsweise drei Apparate (A1, A11, A111J ganz
ausgeschaltet, den übrigen aber gleichzeitig bei Oeffnung der Hähne Hi oder nach einander
bei Benutzung der Verbindungen Qv und QVI die Beheizungsmittel zugeführt
werden, wobei der fractionell zu vollziehende Procefs in jedem der Apparate begonnen und beendet werden kann.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE93705C true DE93705C (de) |
Family
ID=365113
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT93705D Active DE93705C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE93705C (de) |
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0
- DE DENDAT93705D patent/DE93705C/de active Active
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