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Verfahren und Einrichtung zum Zusammenschließen von Sprungfedern zu
Federeinlagen für Polstersitz- oder Liegemöbel Die Erfindung bezieht sich auf die
Herstellung von aus Sprungfedern zusammengesetzten Federeinlagen für die Polstersitz-
oder Liegemöbel und betrifft in erster Linie ein neues Verbindungsglied zum Aneinanderschließen
der Endwindungen einander benachbarter Federn, ein Verfahren zur Herstellung von
Federeinlagen und eine zu dessen Durchführung geeignete Einrichtung nebst einem
Werkzeug zum Anlegen der neuen Verbindungsglieder, durch deren Anwendung eine Mehrzahl
von Federn gleichzeitig in einfacher Weise und schnell aneinandergeschlossen werden
können. Hieraus ergibt sich ein weiterer Erfindungsgedanke einer neuen und verbesserten
Arbeitsweise zur Herstellung von Federeinlagen für Matratzen, Federkissen od. dgl.
Polstergegenstände. Gemäß der Erfindung umklammern bei einer Sprungfedereinlage
für Polstersitz- und Liegemöbel aus mehreren Reihen untereinander verbundener Sprungfedern,
deren Endwindungen durch aus einem Verbindungsdraht herausgeformt@en Abbiegungen
aneinandergeschloss-en sind, die S-förmigen Abbiegungen des Verbindungsdrahtes mit
ihren öffnungen die übereinanderliegenden Endwindungen zweier benachbarter Sprungfedern,
wobei die Abbiegungen aus einem hakenförmig geformten Schenkel mit zwei entgegengesetzt
gerichteten Schenkelöffnungen gebildet sind.
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Zweckmäßig sind die hakenförmig geformten Schenkel aus gleichgerichteten
U-Schleifen des Verbindungsdrahtes gebogen. Die Federn einer Reihe werden dabei
mit vorgesehenem Abstand in eine
nach oben offene U-förmige Federhalterung
eingelegt, sodann an ihrem über die Federhalterung vorstehenden Endwindungsabschnitten
mit einem Verbindungsdraht, beispielsweise einer Schraubenfeder, aneinandergeschlossen,
dann auf Zapfen einer gleichfalls U-förmigen, nach unten offenen und höhenverstellbaren
Federhalterung gehängt, um annähernd den Betrag eines Federendwindu°ngsdurchmesseTs
angehoben ,und anschließend mit der nächsten, in die- Federhalterung :neu eingelegten
Federreihe durch den mit den S-förmigen Abblegungen versehenen. Verbindungsdraht
aneinandergeschlossen.
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Das für die Durchführung des Verfahrens erforderliche Werkzeug weist
eine U-förmige Federhalterung mit Aufhängezapfen auf, die. m einer Führung gegen
die untere festliegende Federhalterung leicht verschiebbar angeordnet ist. Hierbei
liegt die Federhalterung auf einer Grundplatte auf, während die obere Federhalterung
an. von der Grundplatte aufragenden Ständern mittels Flanschaugen geführt und über
Seilzüge mit Umlenkrollen höhenverstellbar angeordnet ist. -Der Gegenstand der Erfindung
ist nachstehend an Hand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
näher erläutert. Es zeigt Fig. i -eine Draufsicht auf eine Ecke einer Federeinlage,
Fig. 2 einen Schnitt nach Linie X-X der Fig. i in größerem Maßstab, Fig. 3 im Schaubild
einen Teil des Verbindungsdrahtes, Fig. q. bis 6 in drei einander folgenden Stufen
die Bildung der S-förmigen Nasen, Fg.7 bis 9 die Werkzeuge für das Abbiegen nach
den Fig. q. bis 6, Fig. io meinem schematisch gehaltenen Schaubild eine Einrichtung
zum Zusammensetzen einer Federeinlage, Fig. i i ein von einem Druckmittel betätigtes
Werkzeug zum Zusammenpressen der S-förmigen Abbiegungen des Verbindungsdrahtes an
den Federn, Fig. i,- bis i q. in zwei um 9o° verdrehten Seitenansichten. und einer
Draufsicht einen der Profilköpfe für das Werkzeug, Fig. 15 bis
17 in gleicher Darstellung den anderen Profilkopf, Fig. 18 ein Schaubild
einer zweiten Z.usammensetzeinrichtumg, in welcher eine Mehrzahl von Federeinlagen.
in nahe benachbarter Stellung zusammengesetzt werden kann und Fig. i 9 in einer
Einzelheit die Art des Anlegens der Verbindungsdrahtabbiegungen an die dnander übergreifenden
Federendwindungen.
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Die Verbindung für die Sprungfedern bestehen aus einem Verbindungsdraht
i, der .in regelmäßigen Abständen mit U-förmigen, nach einer Seite gerichteten Abbiegungen
versehen ist, deren Schenkel zu einer S-Form gebogen sind. Diese S-förmigen Schenke12
werden etwa dadurch erhalten, daß ein von einer Spule abgezogener Draht zwischen-
zwei Formstempel 3, q. (Fig. 7) geführt wird, die die U-förmige Schleife 5 (Fig.
q.) ausbiegen. Diese Schleife 5@ wird dann durch zwei wei. tere Formstempel 6, 7
(Fig.8) derart abgebogen; daß die sich an die geraden Abschnitte des Verbindungsdrahtes
i anschließenden Schenkelteile 5" in .einer den Verbindungsdraht aufnehmenden SenkrecItebene
verbleiben, während die Schenkelteile 51 aus dieser Ebene im rechten Winkel herausgebogen
werden (Fig. 5). In einer dritten Blegestufe (Fig. 9) werden die Schenkelteile 5b
zur S-Form abgebogen.
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Jede Sprungfedereinlage besteht aus einer Mehrzahl von Sprungfederreihen
(Fig. i), die an den sich einander etwas übergreifenden Endwindungen der einander
benachbarten. Federn 9 durch die S-förnvgen Abbiegungen 2 zusammengehalten sind,
wobei der dem geraden Abschnitt des Verbindungsdrahtes i benachbarte S,Bogen 2"
die die Federendwim;dung 9 überdeckende Federendwindung i o übergreift, während
der andere S-Bogen 2b um die von der Endwindung io überdeckte Endwindung 9 herumgebogen
ist und der Mittelschenkel der S-Form zwischen den beiden Federn hindurchgeht, so
daß durch einen Verbindungsdraht mit mehreren Abbiegungen 2 alle Federn zweier benachbarter
Reihen miteinander verbunden werden.
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Der Verbindungsdraht gemäß der Erfindung hat den Vorteil,, daß ein
Arbeiter in wenigen Sekunden die Abbiegungen an zwei Reihen von Sprungfedern cinschlingen
kann, insbesondere wenn diese nach einem weiteren Erfindungsgedanken als in ,einer
Reihe in bestimmten Abständen gehaltene lose Federn in einem Trag- oder Zusammenbaugesitell
unter der gerade zusammengeschlossenen Reihe bereitgestellt werden.
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Dieses Gestell besteht in der einfachsten Ausführung aus einer Grundplatte
i i mit einer längs deren Mitte sich erstreckenden nach oben offenen, U-förmigen
Federhalterung 12, deren nach oben gerichtete Schenkel etwas niedriger sind als
der größte Durchmesser der zur Verwendung gelangenden Sprungfeder üblicher Bauart
mit in der Mitte geringerem Durchmesser. Die Breite der Federhalterumg 12 ist gleich
oder etwas kleiner als die Achsenhöhe der unigespannten Feder, so daß der Handwerker
eine Anzahl von Federn in dem für die betreffende Federeinlage entsprechenden Abstand
in der Führung verteilen kann.
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Die etwas aus der Führung vorstehenden Endwindungsab.schnitte der
Federn können nun an einen Verbindmigsdraht angeschlossen werden. Sofern es sich
um die erste Federreihe handelt, kann hierzu auch ein schraubenförmiger Draht 9"
(Fig. i ) benutzt-werden, insbesondere dann, wenn die Federeinlage, weiche und abgerundete
Ecken aufweisen soll, wie auch jede andere Randverbindung angebracht werden kann.
Diese erste wird dann in eine, umgekehrt angeordnete U-förmig-e Federhalterung Beingehängt,
die über der Federhalterumg 12 in der Höhenlage verstellbar aufgehängt ist. So kann
nach Fig. i o die obere Haltereg 13 an zwei oder vier Ständern i q. mit Flanschaugen
15 geführt sein, um seitliches Ausschwingen zu verhindern, wie sie auch frei an
Zugseilen 16 aufgehängt sein kann, die über Umlenkrollen 17
nach
einer der Bedienungsperson leicht zugänglichen Stelle geführt sind.. Der oberen
Federhalterung 13 wird nach jedem Arbeitsgang eine Aufwärtsbewegung um ein Maß erteilt,
das etwa dem größten Durchmesser der zusammenzusietzenden Federn entspricht. Zur
Einhaltung dieses Maßes können zwischen jedem Ständerpaar 14 eingekerbte oder gelochte
Stäbe angeordnet sein, in die sich in den -erforderlichen Abständen an den Zugseilen
angeordnete Anschlagglieder einlegen. Auch können die Ständer 14 mit Kennmarken
versehen sein, denen an der oberen Halterung 13 Zeiger od. dgl. zugeordnet sind.
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Die Befestigung der Federreihe in der oberen Federhalterung erfolgt
durch Einhängen deir Federn in vorspringende Zapfen 18, wie auch an deren Stelle
in Löcher der Schenkel der Federhalterung einsteckhare Bolzen vorgesehen sein können.
Auch kann einer der Schenkel aufklappbar oder abnehmbar und mit Einhängehaken für
die Federn versehen sein.
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Auf der beschriebenen Einrichtung kann eine ganze Federeinlage, beispielsweise
für, ein Matratzenpolster, zusammengesetzt werden, wobei der Arbeiter stets in der
gleichen und günstigen Höhe arbeitet. Sobald der Verbindungsdraht auf der einen
Seite. zwischen die zu verbindenden Federn eingehängt ist, kann ein Arbeiter die
S-förmigen Abbiegungen in dieser Reihe zusammenbiegen, während ein zweiter Arbeiter
den Verbindungsdraht auf der anderen Seite einlegt.
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Das Zusammenpressen der Abbiegungen erfolgt zweckmäßig mittels eines
Preßluftwerkzeuges i 9 (Fig. i i). Das Werkzeug hat zwei Klemmbacken 20, 21, die
durch den Preßluftantrieb 22 geschlossen werden können, und Profilköpfe zum Zusammenpressen
der Abblegungen des Verbindungsdrahtes. Der Profilkopf 23 (Fig. 12 bis 14) weist
eine T-förmige Aussparung 24, 24" auf, wobei der Schenkel24a die Achse des Werkzeuges
schneidet und die sich an die Abbiegungen anschließenden geraden Längen des Verbindungsdrahtes
aufnimmt (Fig. 19), während sich die hieran anschließenden Schenkelteile 5" in den
Steg der T-Aussparung einlegen. Die Oberseite des Profilkopfes 23 ist nach einer
Zylinderfläche 25 gewölbt, wobei der Schenke@124a der Aussparung in dem Scheitel
der Wölbung liegt.
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Der Profilkopf 26 besteht aus einer zylindrischen Metallscheibe mit
nach einer Seite ansteigender, ,ebener Arbeitsfläche 27. In dieser Arbeitsfläche
ist eine U-förmige Aussparung 28, 29 angeordnet, deren Zwischenrippe 30 kurz
hinter der Achse der Scheibe in einem Halbkreis 31 endet, so daß sich das
Ende des Schenkels 5b der Abbiegung einlegen kann, wobei jedoch diese Aussparung
nach beiden Seiten hin offen ist, um die Aufnahme des U-förmigen .Endes 5b zu erleichtern.
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An Stelle der auf einer festen Grundplatte angeordneten Federhalterung
mit aufragenden Ständern, kann auch eine Anzahl von Federhalterungsvorrichtungeri
(Fig. 18) in einem Gestell um eine senkrecht stehende Achse 33 angeordnet sein,
so daß sie um diese verschwenkt werden können und der Arbeiter schnell jede Federhalterung
erreichen kann. Das Gestell kann aus einer Grundplatte z i" mit Streben 14a und
oberen "Trägern 32 sowie unteren und oberen Federhalferungen 12a, 13" bestehen,
unter Anordnung von Mitteln zum Heben und Senken der oberen Federhalterungen. Gegebenenfalls
kann auch jede Federhalterungsvorrichtung mit dem zugehörigen Gestellteil um eine
senkrechte Achse zwischen von, der Achse 33 ausgehenden Armen drehbar gelagert sein,
so daß jede Federhalterung für sich in der Winkelstellung zu der Säule eingestellt
werden kann.