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Durch Kolben steuerbare Stellvorrichtung für Schiebefenster, insbesondere
von Fahrzeugen Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen zum Öffnen und Schließen
von Fenstern an Kraftwagen, und zwar insbesondere auf durch Druckmittel betriebene
Vorrichtungen. Derartige Vorrichtungen zum Heben und Senken :der Schiebefenster
von Wagen sind an sich bereits bekanntgewoi-den, manchmal auch mit Verriegelungen,
die das Fenster in der vollgeschlossenen Lage halten. Jedoch dienen diese bekannten
Einrichtungen dazu, das Fenster ausschließlich in vollständig geschlossener Lage
zu verriegeln. Wenn daher der Kraftwagen mit zum Zweck der Lüftung teilweise geöffnetem
Fenster parkt, so kann .das Fenster von außen leicht geöffnet werden, indem es einfach
niedergedrückt wird.
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Das Ziel der Erfindung ist, eine Fensterbetätigungsvorrichtung zu
schaffen, die das Fenster selbsttätig in jeder beliebigen Stellung gegen ein Bewegen
von außen oder gegen ein unberechtigtes oder unbeabsichtigtes Verschieben sichert.
Die Erfindung strebt ferner an, eine derartige Vorrichtung zu schaffen, die gleichzeitig
einfach und praktisch konstruiert ist und die stets arbeitsbereit ist, wenn das
Fenster irgendwie aus irgendeiner Lage weiter geöffnet werden soll. Ein weiteres
Ziel der Erfindung ist, eine durch Luftdruck betätigte Vorrichtung
zu
schaffen, bei der das Fenster gegen jegliches Zurückprallen gesichert ist, wenn
es sehr schnell in geschlossene Lage gebracht wird.
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Die Zeichnung veranschaulicht Ausführungsbeispiele nach der Erfindung.
Es zeigt Fig. i eine Teilansicht einer Tür eines Kraftwagens, die mit einer Vorrichtung
gemäß der Erfindung ausgerüstet ist, Fig. 2 eine Teilansicht dieser Vorrichtung,
bei der zur besseren Anschaulichkeit der Kolben in vergrößertem Maßstab wiedergegeben
eist, Fig. 3 und 4 Querschnitte entsprechend den Linien 3-3, 4-4 in Fig. 2, Fig.5
eine Kraftwagentür mit einer .abgeänderten Ausführung der Vorrichtung gemäß der
Erfindung, Fig.6 einen Längsschnitt durch die Tür nach Fig. 5, Fig.7 die Betätigungsvorrichtung
zu der Ausführung nach Fig. 5 und 6, Fig. 8 einen Seitenriß zu Fig. 7 und die Fig.
9 und io Querschnitte entsprechend den Linien 9-9 und io-io in Fig. 7.
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Die in der Zeichnung schematisch dargestellte Tür i sei z. B. die
:hintere Tür eines viertürigen geschlossenen Kraftwagens. In den Führungsschienen
2 gleitet die lotrecht schiebbare Fensterscheibe 3. Die Abwärtsbewegung der,Scheibe
wird durch einen Anschlag 4 begrenzt. Die Glasscheibe ist mit einer gebräuchlichen
Randleiste 5 versehen; an der Randleiste ist ein Auge- 6 angeschlossen, das mit
der Kolbenstange 7 des Zylinders 8 verbunden ist. Sein Gehäuse .ist am Türrahmen
mit dem Auge 9 angelenkt. Der Zylinder ist an irgendeine Druck- oder Saugmittelquelle,
z. B. an die Ansaugleitung des Fahrzeugmotors mit einer Leitung io angeschlossen
(dargestellt durch die gestrichelten Linien in Pig. i), welche über ein Steuerventil
i i und Zweigleitungen 12 und 13 in die entsprechenden Enden der Motorkammer 14
mündet. Die Kolbenstange 7 ist in einer Stopfbüchse 15 an einem Ende des in den
Darstellungen zylindrisch ausgebildeten Zylinders geführt. Gemäß der Erfindung ist
an dem Kolben eine Kupplungs- oder Bremsvorrichtung angebracht, um das offene Fenster
zu verriegeln.
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Wie aus der Fig. 2 ersichtlich, besteht der Kolben aus einem mit der
Kolbenstange 7 verbundenen Kolbenkörper 16 und einem Kolbenboden 17. Der Kolbenboden
trägt ausdehnbare Kupplungs- oder Bremsschuhe 18 und i9, die gegen die Innenwand
des- Zylinders 14 angedrückt werden können und so durch Klemmen eine Bewegung des
Kolbens unmöglich machen. Wenn sich der mit der Kolbenstange verbundene Kolbenkörper
16 axial zum Zylinder zwischen den Schuhen 18 und i9 bewegt, werden die Bremsschuhe
durch ein oder mehrere Rollen 2o auseinandergestemmt. Diese Rollen liegen auf den
aneinander gegenüber angeordneten Schrägflächen 2-i und 22 auf, befinden si'ich
also zwischen dem Kolbenkörper 16 und dem Kolbenboden 17 bzw. den Schuhen i8 und
i9. Die Schrägflächen auf jeder Seite enden unten in Widerlagern 23 und 24. Diese
bewirken gemeinsam mit den zwischengeschobenen Rollen die mechanische Verbindung
zwischen dem Kolbenkörper 16 und dem dazu beweglichen Kolbenboden 17. Die Schuhe
18 und i9 sind bewegbar mit dem Kolbenboden verbunden, und zwar durch die ineinandergreifenden
Rippen 25 und 26, wobei die von den Schuhen getragenen Rippen 25 unter die überragenden
Rippen 26 am Kolbenboden greifen.
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Das Steuerventil i i ist dazu bestimmt, jeweils ein Ende des Zylinderraumes
14 mit der Saugmittelquelle zu verbinden und gleichzeitig das gegenüberliegende
Ende nach außen zu öffnen bzw. umgekehrt, so daß jeweils an den beiden Seiten des
Kolbens unterschiedliche Drücke entstehen. Wenn daher die obere Seite des Kolbens
unter Saugwirkung und die untere Seite des Kolbens unter atmosphärischem Druck steht,
wie in Fig. 2 dargestellt, wird offenbar der unterschiedliche Druck auf den Kolbenkörper
16 einwirken, so daß die Lederpackungen (Ledermanschetten) 27 und 28 einwärts gegeneinander
gerichtet werden. Dabei wird der atmosphärische Druck gegen die untere _ Manschette
drücken und auf den Kolbenkörper 16 der Unterdruck saugend einwirken. Infolgedessen
wird sich der Kolbenkörper 16 nach oben bewegen, um das Fenster in Schließlage zu
bringen. Während dieser Bewegung wird der Kolbenboden, an den ' Innenwänden des
Zylinders anliegend, gehemmt, so daß sich die beiden Teile des Kolbens auseinanderbewegen
und die Rollen 2o nach unten gegen die Nase 23 in den weiteren Spalt rollen. Sie
kommen dabei in Berührung mit der vorragenden Nase 24 der Gleitschuhe. Der Kolbenboden
wird durch den treibenden Kolbenkörper 16 -mitgenommen. Dabei bleiben die Rollen
in Ruhe zwischen den einander gegenüberliegenden unteren Enden der Schrägflächen
2i und 22 und die nach innen gezogenen Schuhe können frei über die Zylinderwand
gleiten. Eine kleine Spiralfeder 29 kann zwischen den beiden Kolbenteilen, wie in
Fig.2 dargestellt, angeordnet werden, um diese auseinanderz.udrücken. Die Bewegung
der Fensterscheibe durch den Luftdruckmotor erfolgt ziemlich schnell. Wenn daher
die Oberkante des Fensters gegen den Sitz oder Anschlag am oberen Fensterrahmen
anstößt, wird die Neigung zum Rückprallen, wie auch die Trägheitswirkung des Fensters
über die Kolbenstange 7 auf den Kolben übertragen und wird hier sofort von der Bremse
oder Kupplung aufgenommen. Dadurch wird die rückläufige Bewegung, die sonst einen
Zwischenraum zwischen der Oberkante des Fensters und dem darüber befindlichen Rand-
oder Fensterrahmen entstehen läß.t und das Eindringen eines Werkzeuges zum unberechtigten
Eindringen in den Wagen zulassen würde, verhindert. Da aber bei dem Unterd-rückantrieb
das Fenster unverzüglich in seine Lage gebracht wird, wird es in seiner obersten
Stellung gegen ein Zurückbewegen sofort vollständig gesichert.
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Um das Fenster wieder abwärts zu bewegen, wird der untere Teil des
Zylinders an die Saugleitung angeschlossen, während die Atmosphäre auf
die
obere Fläche des Kolbens einwirkt, wobei der Kolbenboden 17 als treibender Teil
den Kolbenkörper nach unten zieht.
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Jeder Versuch, das Fenster aus einer geschlossenen oder teilweise
geschlossenen Stellung zu öffnen, ergibt, daß der Abwärtsdruck durch die Glasscheibe
über die Kolbenstange 7 auf den Kolbenkörper 16 übertragen wird und eine Bewegung
des Kolbenkörpers gegenüber dem durch Reibung gehaltenen Kolbenboden 17 bewirkt.
Dabei laufen die Rollen auf den Schrägflächen 2i und 22 und drücken die Schuhe nach
außen gegen die Zylinderwand, so daß sie auf diese Weise den Kolben gegen jede Bewegung
sichern. Mit anderen Worten: Jedem Versuch, den Kolben niederzudrücken, wird Widerstand
geleistet, während jede Stoßwirkung, die durch die verschiedenen Strömungsdrücke
auf den Kolben hervorgerufen wird, eine Bewegung des gesamten Kolbens verursacht.
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Wird zwischen den Motor und die Fensterscheibe ein Gestänge bzw. eine
Hebelanordnung eingeschaltet, so ist eine andere Anordnung der Kolbenteile zweckmäßig.
Eine solche wird.in dem abgewandelten Beispiel nach den Fig. 5 bis io veranschaulicht.
Hier ist der Zylinder 8' schwenkbar in der Lagerung g' abgestützt, und die Kolbenstange
7' ist mit einem die Kraft übertragenden Winkelhebel verbunden. Dieser Winkelhebel
ist in dem Bolzen 30 schwenkbar gelagert :und weist einen Arm 31 auf, der gelenkig
an die Kolbenstange 7' angeschlossen ist und einen weiteren Arm 32, der über eine
Rolle 33 und eine Gleitführung 34 am Rahmen 35 der Glasscheibe 3 verbunden ist.
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In Fig. 7 sind am Kolbenkörper 16' und am Kolbenboden 17' die vorragenden
Nasen 23' und 2q.' umgekehrt als bei dem in Abb. 2 gezeigten Beispiel angeordnet.
Die an den Schuhen angebrachten Nasen 2q.' sind enger an der Schuhlagerung angeordnet,
und zwar in umgekehrter Richtung, während die Nasen 23' den Nasen 2q.' gegenüber
auf der anderen Seite und auch in umgekehrter Richtung angebracht sind. Entsprechend
liegen auch die Schrägflächen 21' und 22' in umgekehrter Richtung gegenüber den
Nasen. Weiterhin ragen die Ledermanschetten 27' und 28' nach außen voneinander weg,
so daß der auf einen Kolbenteil einwirkende Unterdruckunterschied dazu dient, den
anderen Kolbenteil mehr von diesem wegzustoßen als ihn zu drücken. Wenn daher das
linke Ende des Zylinderraumes an die Druckleitung angeschlossen ist, wie in Fig.
5 bis 7 gezeigt, und das rechte Ende nach außen geöffnet ist, wirkt der Druckunterschied
auf den Kolbenkörper 16' ein und stößt .ihn nach links, zieht .den Winkelhebel 31,
32 an und bewirkt ein Heben der Fensterscheibe 3. Eine Umkehrung des Druckleitungsanschlusses
erzeugt einen auf den Kolbenboden 17' einwirkenden Druckunterschied, so daß dieser
den festen Kolbenkörper 16' drückt und damit den Arm 32 zum Öffnen des Fensters
nach unten bewegt.
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Jeder Versuch, das Fenster aus einer geschlossenen Stellung oder aus
einer teilweise offenen Stellung weiter zu öffnen, bewirkt, daß dieser Druck über
den Winkelhebel auf den Kolben übertragen wird. Der Kolbenkörper 16' wird einem
Zug unterworfen, durch welchen die Rollen auf die Schrägflächen 2i' und 22' hinaufgedrückt
werden und dabei die Schuhe 18' und i9' nach außen gegen die Innenwand des Zylinders
stemmen, so daß der Kalben durch Klemmen gegen Gleiten gesichert ist.
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Es ist zu erwähnen, .daß :die Vorrichtung gemäß der Erfindung zur
Betätigung .der Fenster einerseits eine wirksame und zweckmäßige Einrichtung zum
(Offnen und Schließen der Fahrzeugfenster darstellt und andererseits Mittel umfaßt,
die ein unberechtigtes Eindringen in das Fahrzeug durch Niederdrücken des Fensters
aus einer ganz oder teilweise offenen Stellung verhindern. Es muß besonders hervorgehoben
werden, daß diese Sperrvorrichtungen in keiner Weise das Wirken der Öffnungs- und
Schließbewegung durch das Druckmittel lehindern.