DE928027C - Verfahren zur Gewinnung von Faserstoffen - Google Patents
Verfahren zur Gewinnung von FaserstoffenInfo
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Classifications
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- D21C—PRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
- D21C5/00—Other processes for obtaining cellulose, e.g. cooking cotton linters ; Processes characterised by the choice of cellulose-containing starting materials
-
- D—TEXTILES; PAPER
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- D01C—CHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
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Description
- Verfahren zur iGewinnurig von Faserstoffen Man hat schon versucht, aus den verschiedensten Pflanzen die Fasern für industrielle Zwecke zu benutzen. Bei . den meisten Pflanzen blieb aber der Erfolg versagt oder stellte sich nur .in geringem Maße ein.
- Es wurde nun festgestellt, daß eine gewöhnlich als Unkraut bezeichnete und wild wachsende Pflanze sich besonders gut für die Ausnutzung ihrer Fasern für industrielle Zwecke eignet. Es ist dies eine Klettenart, ,die in zwei verschiedenen Arten auftritt und den botanischen Namen Lappa mayor bzw. Lappa minor trägt. Die Fasern dieser Lappa können auf Spinnstoffe und Papier verarbeitet werden, aber auch in gröberer Form unter Benutzung geeigneter Bindemittel für Baustoffe u. dgl. Verwendung finden.
- Obwohl die unter natürlichen Bedingungen wachsende Pflanze hierfür schon besonders gut geeignet ist, hat sich doch herausgestellt, da@ß die Pflanze bezüglich ihrer Keimfähigkeit und ihres Wachstums noch besonders verbessertwerden kann, wenn der zur Aussaat benutzte Samen der Pflanze einer vorherigen Behandlung unterwarfen wird. Diese Behandlung besteht erfindungsgemäß darin, ,daß die Samen mit einem Auszug aus den Wurzeln der Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) übergossen werden. Dabei erfolgt dann zweckmäßig noch eineNachbehandlurng mitKaliumpermanganat, um schädliche Keime zu beseitigen.
- Die Herstellung des. Bades für die Samen erfolgt in der Weise, daß die Zwiebeln der Herbstzeitlose gemahlen und auf etwa 45'°erwärmt werden, worauf ein Auspressen des Saftes erfolgt und dieser Saft dann mit Wasser iim Verhältnis r zu ioo verdünnt wird. Will man den Saft auf Vorrat legen, so wird man ihn zweckmäßig eindicken.
- In dieser Lösung werden die Samen der Lappa etwa 5 Minuten lang gebadet und dann getrocknet. Die Nachbehandlung mit einer etwa, zo/oigen Kaliumpermanganatlös.ung schützt dann vor schädlichen Pilzen und sonstigen Keimen. Auch nach dieser Nachbehandlung muß noch .ein Trocknen erfolgen. _ Es .hat sich herausgestellt, daß mit dieser Behandlung der Samen die Keimfähigkeit außerordentlich .erhöht wird, also viel mehr Samen einer Aussaat aufgehen als unter normalenVerhältnissen, so daß eine landwirtschaftliche Anpflanzung der Pflanze sich in jedem Falle lohnt. Auch wird das Wachstum der Pflanze sowohl,der Höhe als auch der Dicke der Stengel nach wesentlich gefördert. In der Auswahl gerade dieser Klettenart für die Fasergewinnung liegt die Erfindung. Diese besondere Pflanze läßt sich nämlich durch geeignete Züchtung als einstämmige Staude heranziehen, im Gegensatz zu allen anderen Klettenarten, die Büsche darstellen mit Stengelm, :deren Verwertung- kaum möglich ist. Bei der Benutzung von Klettenpflanzen zur Herstellung von Faserstoff mußten etwa 45 %° Lumpen aus Leinen oder Baumwolle den Klettenstengeln zugesetzt werden.
- Die hoch- und einstämmige Staude der Lappa mayor bzw. Lappa minor gestattet eine -Faserstoffmasse zu erzielen, bei der reichlich 5o o/o vom Gewicht .des Stengels ausgenutzt werden 'können. Darin liegt eine außerordentlich große wirtschaftliche Bedeutung. Gerade die Ausnutzung ohne jeden Zusatz ist von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung.
- Dazu kommt noch als weiterer Vorteil der Benutzung gerade dieser Pflanze für die Faserstoffgewinnung, daß die Kochzeit der Stengel, um brauchbaren Stoff zu erhalten, höchstens 3 Stunden beträgt, im Gegensatz zur Gewinnung von Fasern aus Fichten- oder Buchenholz, wo 14 bis 16 Stunden lang gekocht werden muß. Der Zeitgewinn und dementsprechend die Ersparnis an Brennstoff ergeben sich ohne weiteres hieraus. Schließlich ist auch der Bedarf an Sulfitlau!ge oder Natronlauge viel geringer als bei den bisherigen Verfahren .der Benutzung von Holz. Etwa 2o °/o der früher benötigten Lauge werden für die Durchführung der vorliegenden Erfindung gebraucht, also auch hier ein erheblicher wirtschaftlicher Fortschritt.
- Wenn die Samen, aus denen die Pflanze gezogen wird, in dieser Weise behandelt werden, so entsteht eben eine einstämmige Staude, deren Stengel so beschaffen ist, daß aus ihm unmittelbar ohne große Schwierigkeit und unter 5oo/oiger Ausnutzung des Stengelgewichtes- die Fasern gewonnen werden können.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE: r.-Verfahren zur Gewinnung von Faserstoffen, insbesondere für Papier, Spinnfäden und Baustoffe, aus Kletten, .dadurch gekennzeichnet, da.ß Klettenpflanzen der Familien Lappa mayor und Lappä minor als Rohstoff verwendet werden.
- 2. Verfahren nach Anspruch z, gekennzeichnet durch die Verwendung von Klettenpflanzen aus Samen, die zur Verbesserung der Keimfähigkeit und des Wachstums mit ein-cm Auszug aus den Zwiebeln von Colchicum autumn.ale behandelt -und gegebenen:fa;lls mit Kaliumpermanganatlösung nachbehandelt wurden. Angezogene- Druckschriften: Mitteilungen aus den Königlich technischen Versuchsanstalten zu Berlin, Jg. 1898, S. 156; Das Papier, Jg. 1948, S.45 und 46 und 95 bis ro5; Cossmann: Deutsche Flora, S.245 und 246; deutsche Patentschrift Nr. 607 o38.
Priority Applications (1)
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| DEP53289A DE928027C (de) | 1949-08-30 | 1949-08-30 | Verfahren zur Gewinnung von Faserstoffen |
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Citations (1)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE607038C (de) * | 1933-01-10 | 1934-12-15 | Carl Leyst Kuechenmeister | Verfahren zur Herstellung von Zellstoff |
-
1949
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