DE925356C - Schaltungsanordnung in Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen zur Stillsetzung eines Motorwaehlers - Google Patents
Schaltungsanordnung in Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen zur Stillsetzung eines MotorwaehlersInfo
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Description
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist eine Schaltungsanordnung in Fernmelde-, insbesondere
Fernsprechanlagen mit einem Motorwähler, der durch wechsel weises Erregen zweier Statorspulen
angetrieben wird. Die Stillsetzung eines solchen Wählers erfolgt üblicherweise durch gleichzeitige
Erregung der beiden Statorspulen. Bisher wurde dies vorzugsweise durch einen Kontakt eines Prüfrelais
bewerkstelligt, das durch ein an einem Bankkontakt angelegtes Markierpotential erregt wurde.
An dieses Prüf relais wurden in bezug auf kurze Ansprechzeit sehr hohe Anforderungen gestellt, damit
die hohe Drehgeschwindigkeit des Motorwählers voll ausgenutzt werden konnte. Die Erfindung sucht
nun diese Schnellprüfrelais zu vermeiden. Sie ist dadurch gekennzeichnet, daß eine zu dem das Markierpotential
suchenden Wählerarm führende Stoppader abwechslungsweise über je einen von einer auf
dem Rotor sitzenden Nockenscheibe im Gegentakt zu den Lauf kontakten $m 1, m 2) gesteuerten
Bremskontakt (61, &2) an die beiden Lauf wicklungen
(Mi, Mz) angeschlossen wird, wobei sich die
Schließzeiten der einander entsprechenden Laufund Bremskontakte (mi und bi,m2 und &2) überlappen.
Zur Erklärung der Erfindung sind in der Zeichnung (Fig. ι bis 4) vier Schaltungsanordnungen als
Ausführungsbeispiele der Erfindung dargestellt.
In Fig. ι bedeuten M1 und M 2. die Lauf wicklungen
eines Motorwählers, die mit ihrem einen Wick-
lungsende an die Batterie Ba angeschlossen sind
Über die Lauf kontakte m ι und m 2, die von einer
auf dem Rotor sitzenden Nockenscheibe gesteuert werden, kann abwechslungsweise Erdpotential an
die anderen Wicklungsenden angelegt werden, sofern der Kontakt w geschlossen ist. Dieser Startkontakt
wird von einem (nicht dargestellten) Relais gesteuert, das von einem vorangehenden Stromkreis
dann erregt wird, wenn der Motorwähler drehen und den genannten Stromkreis suchen soll. Weitere
schaltungstechnische Maßnahmen, die für das Verständnis der Erfindung nicht notwendig sind, wurden
ebenfalls nicht dargestellt, so 2. B. die Verhütung von weiteren Bewegungen des Wählers nach
erfolgter Stillsetzung, wenn das antreibende und das stoppende Erdpotential nicht gleichzeitig - abgeschaltet
werden. Gleichzeitig mit .der Erregung des i^-Relais wird über den Kontakt r Erdpotential
als Markierpotential an einen dem Stromkreis zugeordneten Bankkontakt des Motorwählers angelegt.
Ebenfalls von einer auf dem Rotor sitzenden Nockenscheibe werden nun im Gegentakt zu den
Laufkontakten die Bremskontakte b 1 und b 2 gesteuert,
so daß sie die zu dem das Markierpotential suchenden Wählerarm führende Stoppader d abwechslungsweise
an die beiden Lauf wicklungen M r und M2 anschalten. Bei richtiger Einstellung des
Wählerlaufwerkes überlappen sich-die Schließzeiten der Lauf kontakte m 1 und w2 um einen bestimmten
Betrag, so daß die beiden Statorspulen M ι und M2
jeweils für kurze Zeit gemeinsam erregt sind. Dies führt jedoch nicht zum Stillstand des Rotors, da der
eine Laufkontakt rechtzeitig wieder geöffnet wird. Erfindungsgemäß überlappen sich auch die Schließzeiten
der einander entsprechenden Lauf- und Bremskontakte, also mi und bi und »2 und"&2.
Wenn nun der drehende, mit der Stoppader d verbundene Wählerarm auf das "markierende Erdpotential stößt, so wird dadurch über einen der
Bremskontakte die Erregung derjenigen Lauf wicklung aufrechterhalten, die im" nächsten Moment
durch den Lauf kontakt vom startenden Erdpotential abgetrennt wird. Der Wähler .wird daher gestoppt.
Die Bremsströme fließen z. B. einerseits von· Erde über die Kontakte w und m 1, die Wicklung M1 und
die Batterie und anderseits von Erde über Kontaktr,
den Wähler arm, S topp ader d, Kontakt &2, Wicklung M2 und Batterie.
Der durch die Laufwicklungen fließende Bremsstrom ist verhältnismäßig hoch und könnte unter
Umständen die Wählerbürste, die Bankkontakte und die Markierkontakte r in der d-Äder gefährden.
Dieser Nachteil kann aber durch geeignete Modifizierung der erfindungsgemäßen Schaltungsanordnung
behoben werden. Das Kennzeichen dieser Verbesserung besteht darin, daß jede der beiden Statorspulen
neben der Lauf wicklung Mi, M 2 eine Bremswicklung B1, B 2 enthält, welche beiden
Wicklungen M1 und Bi, M2 und B2 durch den
Bremskontakt b ι bzw. b 2 in Serie an die Stoppader
angeschaltet werden. Diese Schaltung zeigt Fig. 2. Der Antrieb erfolgt wie bei Fig, r durch' wechselweise
Erregung der Laufwicklungen M ι und M 2
über die Laufkontakte mi und »2. Im Bremsmomeiit,
kurz vor dem öffnen z. B. des Kontaktes
m i, führt die Stoppader d das markierende Erd-
- potential über die Bremswicklung Bi und den
Bremskontakt bi an die Lauf wicklung Mi. In
diesem Moment sind infolge der Überlappung der Schließzeiten der Laufkontakte die magnetischen
Felder in beiden Statorspulen aufgebaut. Beim Öffnen von Kontakt m ι wird die Erregung der betreffenden
Statorspule über die Stoppader und die bisher kurzgeschlossene Bremswicklung Bi aufrechterhalten.
Vorzugsweise sind Widerstand und Windungszahl der Bremswicklungen so dimensioniert,
daß die von der Serienschaltung einer Laufund einer Bremswicklung erzeugte magnetische
Durchfldtung· mindestens annähernd gleich der von einer Laufwicklung allein erzeugten Durchflutung
ist. Auf diese Weise wird mit stark reduziertem Strom der gleiche magnetische Fluß aufrechterhalten.
Die Stromänderung erfolgt bei der Kontaktumschaltung sprunghaft, da ja das magnetische Feld
bereits aufgebaut ist und daher nur der ohmsche Widerstand der Wicklungen, nicht aber deren Induktivität
wirksam ist. Der andere Pol wird von der Lauf wicklung M 2 allein und mit dem vollen
Bremsstrom magnetisiert, der aber nicht über einen Wählerkontakt fließt und daher nicht stört.
Für gewisse Betriebsfälle; z, B. für die freie Wahl
eines Gruppenwählers, wird eine reduzierte Drehgeschwindigkeit des Wählers verlangt. Dies wurde
bisher oft durch auf die Statörspulen gewickelte Dämpfungswicklungen erreicht, die dann wirksam 95"
wurden, wenn sie zu einem geschlossenen Stromkreis zusammengeschaltet wurden. Bei der erfindungsgemäßen
Schaltungsanordnung kann die gestellte Bedingung auf andere, sehr einfache Weise
erfüllt werden, indem zwischen die für die beiden Laufwicklungen gemeinsame Speiseleitung und die
Stoppader ein Widerstand eingeschaltet wird. Dies ist im Ausführungsbeispiel nach Fig. 3 gezeigt. Solange
der Kontakt k geöffnet ist, tritt keine Bremsung ein. Wird er aber geschlossen, z. B. bei einem
Gruppenwähler nach Aufnahme der Wahlziffer, dann fließt über den sogenannten Längswiderstand
R ι ein Teilstrom über die der jeweils erregten Laufspule entgegengesetzte Statorspule. Ist also
z. B. der Laufkontakt »2 geschlossen und somit die no
Laufwicklung M2 erregt, so fließt ein Teilstrom über R1, k, B1, b ι und Mi. Dieser Teilstrom wird
auf dem Rotor bremsend, und durch geeignete Wahl des Wertes von R1 wird die gewünschte Herabsetzung der Wähler drehzahl erreicht. In bestimmten
Fällen kann R ι durch den Wicklungswiderstand eines Relais gebildet werden, das während der freien
Wahl erregt sein soll.
Es lassen sich_ auch die Bremswicklungen B ι
und B 2 zur Herabsetzung der Wähler drehzahl verwenden, indem zwischen die der Stoppader entgegengesetzten
Enden der beiden Bremswicklungen in Widerstand eingeschaltet wird. Fig..4 zeigt diese Schaltungsanordnung. Der sogenannte Querwiderstand
ist mit Rq bezeichnet. In dem im vorliegenden Beispiel dauernd geschlossenen Strom-
kreis Stoppader, Bremswicklung B i, Widerstand
Rq, Bremswicklung B 2, Stoppader d wird bei jeder Feldänderung in den Statorwicklungen ein
Strom induziert, der dieser Feldänderung entgegenwirkt und somit die Schrittzahl des Wählers herabsetzt.
Der Widerstand ist im dargestellten Fall variabel ausgeführt.
An sich ist sowohl die Anwendung des Längswiderstandes (Fig. 3) als auch des Querwiderstandes
(Fig. 4) zur Herabsetzung der Wählerdrehzahl geeignet. Für jede der beiden Maßnahmen ergibt
sich jedoch in der Praxis ein günstiger Anwendungsbereich. Die Drehzahlreduktion bei der Anordnung
mit dem Längswiderstand kommt dadurch zustande, daß jeweils durch diejenige Statorspule,
die beim Betrieb mit voller Drehzahl ganz entregt würde, ein Reststrom fließt. Dabei wird der Aufbau
der magnetischen Felder nicht verzögert, so daß sie immer den vollen Endwert erreichen, und somit ist
im Bremsmoment immer die volle Kraft auf den Rotor wirksam. Wird die für die freie Wahl eines
Gruppenwählers verlangte, verhältnismäßig starke Drehzahlreduktion mit Hilfe von Dämpfungswicklungen
erzeugt, so wird der Aufbau des magnetisehen Feldes verzögert, so daß es sich in der Zeit
zwischen der Anschaltung und der Abschaltung einer Spule nicht voll ausbilden kann. Darunter
leidet die Bremssicherheit, da im Moment der Stillsetzung gegenüber der kinetischen Energie des Rotors
nicht die volle Verzögerungskraft zur Verfügung steht.
Die Methode mit dem Querwiderstand weist an sich die geschilderten Nachteile der Dämpfungswicklungen auf. Mit Widerstandwerten für Rq, die
nicht allzu hoch liegen und als Regulierwiderstände noch einfach zu fabrizieren sind, kann jedoch die
Wirkung des dämpfenden Stromkreises gering gehalten werden. Mit dem variablen Querwiderstand
läßt sich dann auf einfache Weise die obere Grenze der Wählerdrehzahl einregulieren. Wollte man umgekehrt
die Methode nach Fig. 3 für diesen Zweck anwenden, so müßte R1 Werte annehmen, die, als
variable Widerstände gebaut, in der Fabrikation erhöhte Schwierigkeiten bieten würden.
Aus diesen Überlegungen geht hervor, daß sich die Anwendung des Längswiderstandes besser für
eine stärkere und die Anwendung des Querwiderstandes eher für eine geringe Drehzahlreduktion
eignet.
Claims (5)
1. Schaltungsanordnung in Fernmelde-, insbesondere
Fernsprechanlagen zur Stillsetzung eines durch wechselweise Erregung zweier Statorspulen
angetriebenen Motorwählers auf einer an einem Bankkontakt durch ein Markierpotential
bestimmten Stellung durch gleichzeitige Erregung der beiden Statorspulen, dadurch
gekennzeichnet, daß eine zu dem das Markierpotential suchenden Wählerarm führende
Stoppader abwechslungsweise über je einen von einer auf dem Rotor sitzenden Nockenscheibe im
Gegentakt zu den Lauf kontakten (wi, «2) gesteuerten
Bremskontakt (61, b2) an die beiden
Lauf wicklungen (Mi, M 2) angeschlossen wird,
wobei sich die Schließzeiten der einander entsprechenden Lauf- und Bremskontakte (m 1 und
h,»2 und δ 2) überlappen.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jede der beiden Statorspulen
neben der Lauf wicklung (Mi, M 2) eine Bremswicklung (Bi, B2) enthält, welche
beiden Wicklungen (Mi und Bi, M2 und B2)
durch den Bremskontakt (b 1 bzw. b 2) in Serie an die Stoppader angeschaltet werden.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die von der Serienschaltung
einer Lauf- und einer Bremswicklung erzeugte magnetische Durchflutung mindestens
annähernd gleich der von einer Laufwicklung allein erzeugten Durchflutung ist.
4. Schaltungsanordnung nach Anspruch 3 mit einer Einrichtung zur Herabsetzung der Wählerdrehzahl,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen die für die beiden Laufwicklungen gemeinsame
Speiseleitung und die Stoppader ein Widerstand eingeschaltet wird.
5. Schaltungsanordnung nach Anspruch 3 mit einer Einrichtung zur Herabsetzung der Wählerdrehzahl,
dadurch gekennzeichnet, daß zwischen die der Stoppader entgegengesetzten Enden der
beiden Bremswicklungen ein Widerstand eingeschaltet wird.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
1 9605 3.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH731651X | 1952-11-22 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE925356C true DE925356C (de) | 1955-03-21 |
Family
ID=4532413
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEA18741A Expired DE925356C (de) | 1952-11-22 | 1953-09-08 | Schaltungsanordnung in Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen zur Stillsetzung eines Motorwaehlers |
Country Status (3)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE925356C (de) |
| GB (1) | GB731651A (de) |
| NL (1) | NL93570C (de) |
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1012651B (de) * | 1955-06-07 | 1957-07-25 | Siemens Ag | Schaltungsanordnung zum Stillsetzen von durch Einzelmotore angetriebenen schnell laufenden Waehlern in Fernmeldeanlagen, insbesondere in Fernsprechanlagen |
| DE1013700B (de) * | 1955-07-28 | 1957-08-14 | Siemens Ag Albis | Motorwaehler in Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen |
-
0
- NL NL93570D patent/NL93570C/xx active
-
1953
- 1953-09-08 DE DEA18741A patent/DE925356C/de not_active Expired
- 1953-10-09 GB GB27888/53A patent/GB731651A/en not_active Expired
Cited By (2)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE1012651B (de) * | 1955-06-07 | 1957-07-25 | Siemens Ag | Schaltungsanordnung zum Stillsetzen von durch Einzelmotore angetriebenen schnell laufenden Waehlern in Fernmeldeanlagen, insbesondere in Fernsprechanlagen |
| DE1013700B (de) * | 1955-07-28 | 1957-08-14 | Siemens Ag Albis | Motorwaehler in Fernmelde-, insbesondere Fernsprechanlagen |
Also Published As
| Publication number | Publication date |
|---|---|
| GB731651A (en) | 1955-06-08 |
| NL93570C (de) | 1900-01-01 |
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