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Geschlossenfach-Schaftmaschine Die Erfindung bezieht sich auf eine
Geschlossenfach-Schaftmaschine, bei der die Kupplung der Webschäfte mit den Messern
mittels von einer Musterkarte gesteuerten Elektromagneten erfolgt.
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Schaftantriebe für Webstühle, bei denen die Auslösung des Antriebes
der einzelnen Schäfte elektromagnetisch erfolgt, sind bereits mehrfach bekanntgeworden.
Auch die Anwendung gittergesteuerter Gasentladungsröhren zur Stromgabe für Elektromagnete
zum mustergemäßen Heben der Kettenfäden bei Webmaschinen ist nicht mehr neu.
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Das Wesen der Erfindung besteht demgegenüber darin, daß jedem Schaftfuß
zwei axial verschiebbare und wechselweise mit dem Hoch- oder Tieffachschieber kuppelbare
Kupplungsstifte und ein diese Stifte betätigendes Magnetpaar mit zwei Steuerschaltern
zugeordnet sind und daß für die gesamte Einrichtung eine gemeinsame gittergesteuerte
Gasentladungsröhre vorgesehen ist, die nach dem Schließen eines Hauptschalters die
Stromzufuhr zu den ausgewählten Elektromagneten veranlaßt.
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Gegenüber den bekannten Einrichtungen, bei denen zum Kuppeln und Entkuppeln
der Schäfte mit den Fachschiebern schwenkbare Hebel vorgesehen sind, die nur in
einer Richtung, und zwar nur für die Aufwärtsbewegung der Schäfte kuppelnd wirken
können, hat die erfindungsgemäße Anordnung den Vorteil, daß die Kupplungsstifte
eine geradlinige Bewegung ausführen und so die Schäfte auch in Abwärtsrichtung formschlüssig
mitnehmen. Sie gewähren dadurch in beiden Bewegungsrichtungen
eine
zwangläufige Bewegung. Dadurch, daß in weiterer Ausbildung der Erfindung die Elektromagnete
in oder an vor den außenliegenden Stirnseiten der Kupplungsstifte verschwenkbaren
Leisten sitzen, ergibt sich der zusätzliche Vorteil, daß die Elektromagnete sehr
klein gehalten werden können, wodurch äußerst geringe Baukosten entstehen. Hinzu
kommt noch der Vorteil einer größeren Betriebssicherheit.
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In den Fig. i bis 9 ist die Erfindung beispielsweise im Zusammenhang
mit einer im Innern des Webstuhles angeordneten Schaftmaschine dargestellt. Jedoch
ist die Anwendung der elektrischen Steuerung nicht daran gebunden, sondern kann
ebensogut bei den bekannten Außenschaf tmaschinen an Stelle der mechanischen Steuerung
angewendet werden.
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Fig. i zeigt in Ansicht, teilweise im Schnitt, die linke Hälfte eines
Schaftes in Geschlossenfachstellung mit den linksseitigen Antriebsorganen; Fig.
2 zeigt einen Schnitt durch den Hochfachschieber, den Schaftfuß und teilweise durch
den Tief fachschieber ; Fig. 3 zeigt einen Schnitt nach der Linie A-A in Fig. 2;
Fig. 4 zeigt den Durchbruch im Schaftfuß im Querschnitt; Fig.5 zeigt eine besondere
Ausbildung des Schaftfußes im Längsschnitt; Fig. 6 zeigt das Schema der elektrischen
Grundschaltung; Fig.7 zeigt schematisch eine besondere Ausbildung der Steuerung
der Magnete; Fig.8 zeigt schematisch die Anordnung des Steuermittels und eines Steuerkontaktes;
Fig.9 zeigt schematisch eine Kombinationssteuerung ; Fig. io zeigt einen Längsschnitt
durch eine andere Form der Fachschieber; Fig. i i ist ein Längsschnitt durch eine
weitere Ausführungsform der Fachschieber.
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Fig. i zeigt den Schaft i in Geschlossenfachstellung. Der fest oder
gelenkig mit dem Schaft i verbundene Schaftfuß 2 wird gehalten von dem Kupplungsbolzen
5, welcher in dem Hochfachschieber 3 längs beweglich angeordnet ist.
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Der Hochfachschieber 3 kann sich nur aus der Geschlossenfachstellung
nach oben in die Hochfachstellung und wieder zurückbewegen, der Tieffachschieber
4 entsprechend nur nach unten in die Tief -fachstellung und zurück. Bewegungen und
Stillstand des Hoch- und Tieffachschiebers erfolgen gleichzeitig und in Abhängigkeit
von der Kurbelwellendrehung des Webstuhls. Die Stellung des Kupplungsbolzens 5 bzw.
6 entscheidet darüber, ob der Schaft i ins Hochfach oder ins Tieffach mitgenommen
wird.
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Nach Fig. i ragt der Kupplungsbolzen 5 in den Schaftfuß :2 hinein
und nimmt den Schaft i mit ins Hochfach. Soll der Schaft i ins Tieffach befördert
werden, so muß zuvor der Kupplungsbolzen 6 in den Schaftfuß 2 eindringen und dabei
den Kupplungsbolzen 5 zurückschieben. Die Steuerung der Kupplungsstifte 5 bzw. 6
erfolgt auf elektromagnetischem Wege, wie dies nachstehend näher erläutert ist.
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Fig.2 zeigt die Kupplungsvorrichtung in der Stellung, in der der aus
den Hauptteilen 7, 8 und 9 bestehende Elektromagnet unter Strom steht. Der um die
Achse io drehbare Klappanker 7 wird von dem Magnetkörper 8, der durch die Spule
9 magnetisiert ist, angezogen und bringt dabei den Kupplungsbolzen 5 in Eingriff
mit dem Schaftfuß 2. Dabei wird gleichzeitig der vorher im Eingriff befindliche
Kupplungsbolzen 6 außer Eingriff gebracht. Um ein störungsfreies Eintreten der Kupplungsbolzen
5 bzw. 6 in den Durchbruch i i des Schaftfußes 2 sicherzustellen, besitzt der Durchbruch
i i gegenüber den Kupplungsbolzen allseitig Spielraum. Die gleichmäßige Verteilung
dieses Spieles wird durch die Anschläge 12 und 13 des Schaftfußes 2 sichergestellt.
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Wie aus Fig. 3 ersichtlich ist, greifen die Anschläge 12 und 13. bei
Geschlossenfachstellung der Fachschieber 3 und 4 in die Mulden 14 und 15 derselben
ein, wodurch der Durchbruch i i vollständig zum Kupplungsbolzen 5 zentriert wird.
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Fig. 4 stellt eine andere Ausbildung des Durchbruches i i dar, die
einerseits allseitiges Spiel gegenüber dem Kupplungsbolzen, andererseits Flächenberührung
bei der Kraftübertragung ermöglicht.
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In Fig. 2 ist noch eine Schleppfeder 16 gezeigt, die willkürliche
Bewegungen der Kupplungsbolzen 5 bzw. 6 verhindern soll. Eine Druckfeder 17 sorgt
für die Rückbeförderung des Klappankers 7, sobald die Spule 9 stromlos wird. Der
Öffnungsweg des Klappankers 7 wird begrenzt durch Anschlag an den Deckel 18.
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Eine nach oben und unten versetzte Anordnung der Elektromagnete benachbarter
Kupplungsbolzen, wie in Fig.2 mit 7, bis 9" dargestellt, ist bei enger Schaftstellung
aus Raumgründen zweckmäßig: Der nur teilweise dargestellte Tief fachschieber 4 enthält
dieselben Einbauten wie der dargestellte Hochfachschieber 3.
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Die Fachschieber 3 und 4, welche sich mindestens über die gesamte
Tiefe aller Schäfte erstrecken, werden in Abhängigkeit von der Kurbelwelle so angetrieben,
daß ihre Bewegungen jeweils gleichzeitig, aber gegensinnig erfolgen und durch einen
langen Stillstand in der Offenfachstellung sowie durch einen kurzen Stillstand in
der Geschlossenfachstellung unterbrochen sind.
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In Fig. 5 ist eine Ausbildung des Schaftfußes :2 gezeigt, die den
Zweck hat, eine Blockierung der Schäfte unmöglich zu machen, falls aus irgendeinem
Grunde der in den Schaftfuß 2 eintretende Kupplungsbolzen 5 den gegenüberliegenden
Kupplungsbolzen 6 nicht ganz herausschiebt. Zu dieseln Zweck ist der Schaftfuß 2
auf der Seite des Hochfachschiebers 3 oberhalb und auf der Seite des Tief -fachschiebers
4 unterhalb des Durchbruches i i mit hinreichend langen und tiefen Freisparungen
ig und 2o versehen.
Statt der Anordnung zweier Elektromagnete für
die Bewegung jedes Kupplungsstiftes kann auch ein einziger Elektromagnet in den
Schaftfuß eingebaut werden, der als doppelspuliger Tauchkernmagnet ausgebildet ist,
dessen Tauchkern entweder abwechselnd auf beide Kupplungsorgane wirkt oder der selbst
als beiderseitig wirkendes Kupplungsorgan ausgebildet ist.
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Eine entsprechende Anordnung zeigt Fig. io. Hier ist der Magnet in
den Schaftfuß 2 eingebaut, wobei der Schaftfuß selbst den Magnetkörper bildet. Der
Tauchkern 27 des Magnets verbindet die beiden Kupplungsbolzen 5 und 6, welche bevorzugt
aus einem magnetisch nicht leitenden Material bestehen, und ersetzt zugleich den
sonst verwendeten Klappanker 7. Die Spulen 28 und 29 werden wahlweise abwechselnd
ein- und ausgeschaltet.
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Die Steuerung der Kupplungsbolzen 5 und 6 braucht nicht unmittelbar
durch Magnete zu erfolgen; vielmehr können die Kupplungsbolzen eines Fachschiebers
auch durch ein gemeinsames, mechanisch angetriebenes Organ betätigt werden, wobei
die Magnete nur die Aufgabe haben, den Eingriff zwischen dem gemeinsamen Antriebsorgan
und den einzelnen Kupplungsbolzen herzustellen oder wieder aufzuheben. Bei einer
solchen Einrichtung kann die gesamte magnetische und elektrische Ausrüstung der
Maschine erheblich kleiner gestaltet werden, und die Verschiebung der Kupplungsbolzen
5 und 6 erfolgt mit größter Sicherheit. Diese Anordnung ist in Fig. i i dargestellt.
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Die Fachschieber 3 und q. besitzen hiernach je eine um die Achse
30 schwenkbare Leiste 31. In der Leiste 31 sind nebeneinander
eine der Zahl der Schäfte des . Webstuhles entsprechende Anzahl Tauchkernmagnete
eingebaut, von denen jeder eine Spule 9, einen Tauchkern 7b und eine Rückholfeder
17 aufweist. Die in der Zeichnung durch Pfeile dargestellte Schwenkung der
Leiste 3i erfolgt in der Geschlossenfachstellung durch mechanischen Antrieb. Dabei
wird jedesmal einer der Kupplungsbolzen 5 oder 6 durch das Ende 32 des Tauchkerns
7b mitgenommen, je nachdem welcher der beiden entsprechenden Magnete eingeschaltet
«-orden ist.
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Der Kupplungsbolzen wird also bei dieser Einrichtung nicht unmittelbar
durch den Magnet verschoben, sondern unter Vermittlung des Magnets mechanisch in
die Kuppelstellung gebracht, wodurch die Betriebssicherheit wesentlich erhöht wird.
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Die elektrische Schaltung der Maschine ist aus Fig. 6 ersichtlich.
In dieser Figur sind mit MH die in die Hochfachschieber 3, mit MT die in
die Tieffachschieber q. eingebauten Elektromagnete bezeichnet. Die Hoch- und Tieffachschieber
sind wie gewöhnlich paarweise auf der linken und rechten Hälfte des Schaftes angeordnet.
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Zu den Magnetpaaren MH und MT gehört je ein Steuerschalter
StH und StT, der in einer noch zu zeigenden Weise durch das Steuermittel, z. B.
eine endlose, gelochte Papierbahn, betätigt wird. Der durch die gestrichelte Linie
eingegrenzte Teil des Schaltbildes gehört zu einem Schaft und ist so oft vorhanden,
wie Schäfte in dem Webstuhl vorhanden sind.
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Mit T ist eine gittergesteuerte Gasentladungsröhre bezeichnet, deren
Steuerspannung aus einem Spartransformator Sp oder durch Anzapfung der Wicklung
des Webstuhlmotors gewonnen wird. Die Kathode, deren Heizkreis nicht dargestellt
ist, liegt an der Phase O, die Anode über Magnete und Steuerschalter an der Phase
R eines Wechselstromnetzes.
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Die Steuerung und die Schaltung der Magnete erfolgt in zwei zeitlich
hintereinanderliegenden Arbeitsphasen. Die Steuerung geschieht in der Weise, daß
zunächst je einer der beiden Steuerkontakte StH oder StT unter dem Einfluß des Steuermittels
geschlossen wird, während die gittergesteuerte Gasentladungsröhre T noch stromlos
ist. Dann wird die Gasentladungsröhre T durch Schließen des Hauptschalters G im
Steuerkreis gezündet, wodurch alle Magnete, deren Steuerkontakte zuvor durch das
Steuermittel geschlossen worden waren, eingeschaltet werden.
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Der Hauptschalter G wird zweckmäßig an einen der Fachschieber angebaut
und durch die Relativbewegung der Fachschieber 3 und q. in dem Augenblick geschlossen,
wenn diese die in Fig, i dargestellte Stellung erreicht haben, d. h. wenn die korrespondierenden
Kupplungsbolzen 5 und 6 achsengleich sind.
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Der Hauptschalter G öffnet sich, sobald die Fachschieber 3 und q.
auseinandergehen, die wechselstromgespeiste Gasentladungsröhre T erlischt bei der
nächsten negativen Halbwelle der Wechselspannung, und die Magnete werden stromlos.
Dann erst öffnet sich der Steuerkontakt StH, StT oder bleibt geschlossen, je nach
dem Einfluß des Steuermittels.
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Gemäß einer besonderen Ausbildung nach Fig. 7 lassen sich die beiden
Steuerkontakte StH und StT zu einem gemeinsamen Steuerkontakt St zusammenfassen.
Dieses hat außer der Vereinfachung den Vorteil, daß auf keinen Fall eine gleichzeitige
Einschaltung der Hochfachmagnete MH und der Tief -fachmagnete MT eines Schaftes
möglich ist.
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In Fig. 8 ist schematisch die Anordnung des Steuermittels 21 und der
Steuerkontakte StH dargestellt. Das Steuermittel 21, beispielsweise eine endlose,
an den Stellen der Kontaktgabe gelochte Papierbahn, wird durch die Transportwalze
22 in Abhängigkeit von der Kurbelwellendrehung stetig oder absatzweise weitertransportiert.
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In Fig. 9 ist die Hintereinanderschaltung zweier Steuermittel zwecks
Erzielung eines Kombinationsprogramms schematisch dargestellt. Hierbei sind zahlreiche
Varianten hinsichtlich der Auslegung und des Betriebes der einzelnen Steuermittel
23 und 24 möglich. Die zugehörigen Transportwalzen können gleichachsig oder verschiedenachsig
sein, sie können sich gleich schnell oder verschieden schnell bewegen, die Bewegung
der einen kann durch das Steuermittel der anderen über einen Hilfskontakt ausgelöst
werden. Das Speichervermögen
der Steuermittel 23 und 24 kann verschieden
groß sein, so daß bei gleicher Progression eine allmähliche Phasenverschiebung beider
Programme eintritt.
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Um hierbei ein zu langes Ausbleiben einer Abbindung zu vermeiden,
kann ein Überbrückungskontakt U vorgesehen sein, der in beliebigen bestimmten Zeitabständen
geschlossen werden kann.
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Der den Fig. 8 und 9 entsprechende Teil der Vorrichtung ist bekannt
und nicht Gegenstand der Erfindung.