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Sicherheitsvorrichtungen für Personenseilbahnen Bei Seilbahnen werden
im allgemeinen Sicherungsstromkreise angewendet, deren Zweck es ist, den einwandfreien
Betrieb ständig zu überwachen und auftretende Störungen sofort dem Personal zur
Kenntnis zu bringen. Bekannt sind Seilbruchsperren, Kuppelsperren, Ausfahrtsperren,
ferner Sicherungsvorrichtungen bei zu großen Seilgeschwindigkeiten usw. Zur weiteren
Erhöhung der Betriebssicherheit ist es üblich, die Überwachungs-, Bedienungs- und
Nachrichtenübertragungsmittel zentral anzuordnen. Daneben sind Schaltungen entwickelt
worden, die den Zweck verfolgen, beim Abspringen des Seiles aus den Führungsrollen
der Stützen ein sofortiges Stillsetzen des Antriebes herbeizuführen und gleichzeitig
mit Hilfe eines in der Überwachungsstation vorhandenen Anzeigegerätes den Fehlerort
zu ermitteln.
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Solche Anlagen verwenden für die selbsttätige Überwachung einen Überwachungsruhestromkreis,
der außer beim Ansprechen der miteinander in Reihe liegenden, vom Tragseil betätigten
Mastschalter auch bei Bruch der Überwachungsleitung oder bei Betätigung der Notdruckknöpfe
die Abschaltung des Antriebsmotors durch Abfallen des im Stromkreis liegenden Relais
veranlaßt. Durch Ausbildung der Mastschalter als Umschalter wird beim Ansprechen
eines solchen ein passend bemessener Widerstand zwischen die Leitung zur Talstation
und Erde gelegt. Ferner schaltet das Ruhestromrelais in der Station einen nach Stützen
geeichten Strommesser zum
Zwecke der Fehlerortsanzeige zwischen
Leitung und Erde, so daß über den so gewonnenen besonderen Meßstromkreis die dem
angezeigten Widerstandswert zugeordnete Stütze sofort ermittelt werden kann. Nachteilig
hierbei ist, daß Spannungsschwankungen im Überwachungsruhestromkreis die Anzeige
verfälschen oder zumindest zu Unsicherheiten bei der Bestimmung der Fehlerstelle
führen können und daß bei gleichmäßiger Unterteilung der Skala des Meßgerätes, wie
dieses für eine gute Ablesbarkeit und Bestimmung der Fehlerstelle wünschenswert
ist, die benötigten Widerstandswerte mit der Zahl der Mastschalter rasch anwachsen,
und zwar nach einer Hyperbelfunktion der Schaltstellenzahl. Bei langen Trassen mit
einer großen Anzahl von Stützen und außer diesen noch an anderen Stellen angeordneten
Sicherheitsschaltern erreichen die Widerstandswerte schnell Größenordnungen von
einigen tausend Ohm. Wie die Praxis zeigt, liegen solche Werte bei Freileitungen
und bei feuchter Witterung, womit im Gebirge meist zu rechnen ist, bereits im Bereich
des Isolationswiderstandes der Leitungen, so daß dann eine zuverlässige Anzeige
nicht mehr gewährleistet ist.
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Zur weiteren Ausgestaltung der Sicherheits- und Überbrückungseinrichtungen
und zur Vermeidung oder doch weitgehenden Behebung der geschilderten Nachteile wird
erfindungsgemäß vorgeschlagen, an Stelle eines Strommessers im Überwachungsruhe-Stromkreis
ein Kreuzspulgerät zur Anzeige zu verwenden. DessenAusschlagistpraktisch unabhängig
von Spannungsschwankungen und ist dem zu messenden Widerstandswert verhältnisgleich.
Hierdurch wird auf einfachste Weise eine gleichmäßige Abstufung der Widerstandswerte
an der Überwachungsstelle ermöglicht, und es wird erreicht, daß ihre Größe auch
bei vielen Schaltstellen noch unterhalb des mit Rücksicht auf Störungsfreiheit zulässigen
Wertes bleibt.
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Auch die Ausführung mit widerstandsproportionaler Anzeige kann dann
noch zu Meßfehlern führen, wenn vagabundierende Erdströme auftreten, wie sie bei
in der Nähe verlaufenden Hochspannungsleitungen, elektrischen Bahnen od. dgl. vorkommen.
Eine vollkommene Befreiung von solchen Störungen läßt sich ohne Mehraufwand bei
Verzicht auf die Erdleitung dadurch erreichen, daß der Widerstand an der Fehlerstelle
beim Ansprechen des Mastschalters in Reihe zur Leitung und nicht etwa in der bekannten
Weise zwischen Leitung und Erde geschaltet wird. Die hierdurch je nach Größe des
Widerstandes und damit nach dem Ort des Fehlers bewirkte Verkleinerung des Ruhestromes
läßt das nunmehr stromabhängig auszuführende Ruhestromrelais abfallen, wodurch sowohl
der Hauptantrieb abgeschaltet als auch das Meßgerät zur Fehlerstellenanzeige in
den Stromkreis eingeschaltet wird, soweit es nicht bereits im Stromkreis liegt.
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Die Vereinigung der beiden beschriebenen Verbesserungen für die Sicherheitsschaltung
ergibt bei Aufteilung der Zahl der Schaltstellen auf zwei verschiedene, voneinander
unabhängige Stromkreise ohne zusätzlichen Mehraufwand eine mögliche Vervielfachung
der mit Rücksicht auf gute Feststellbarkeit des Fehlerortes noch ausführbaren Streckenlängen.
Das -Ruhestromrelais übernimmt hierbei außer der Abschaltung des Antriebes die Einschaltung
eines weiteren Meßsystems, welches jedoch nicht an Erde, sondern an der Rückleitung
liegt und welches die Anzeige der in den Leitungszug eingeschalteten Widerstände
gestattet. Als Anzeigegeräte können sowohl Strommesser üblicher Bauart als auch
unter Ausnutzung der bereits angegebenen Vorteile Kreuzspulmeßgeräte Anwendung finden.
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Fig. i der Zeichnung zeigt die Schaltung bei Verwendung eines Kreuzspuhneßgerätes
zur Anzeige bei Messung über Erde. Eingeschaltet wird mittels Doppeldruckknopf Dl.
Arbeitsrelais W schließt seine Kontakte w, bis w4 und hält sich über Kontakt w,.
Rühestromrelais R öffnet Kontakt y2, schaltet über Kontakt y3 das nicht dargestellte
Motorschütz ein und hält sich selbst über Kontakt r, und den Ruhestromkreis. Beim
Betätigen einer Nottaste NT fällt das Ruhestromrelais R ab, und Kontakt y3
unterbricht die Energiezufuhr zum Motorschütz und schaltet Warnhupe H und
Notlampe NL ein. Kontakt y2 legt eine Spule des Kreuzspulmeßgerätes J über
den als Relais ausgebildeten Vorwiderstand R1 an die Batteriespannung. Durch Anziehen
des Relaisankers wird der im Ruhezustand in der Nullstellung befindliche Meßgerätzeiger
mechanisch freigegeben und spielt auf eine Marke »Nottaste; ein, da die zweite Spule
des Kreuzspulmeßgerätes nach ihrer Zuschaltung durch Kontakt rl an Erde keine Spannung
erhält.
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Beim Auslösen eines der nicht näher bezeichneten Mastschalter oder
anderer Sicherheitsschalter ist der Stromverlauf der gleiche, jedoch führt die zweite
Spule des Kreuzspulmeßgerätes J über Kontakt r, und den betreffenden Schaltwiderstand
R,, R2, R3 . . . Rn über Erde einen seiner Größe entsprechenden Strom, der einen
proportionalen Zeigerausschlag zur Folge hat. Die normale Stillsetzung und Abschaltung
der Warneinrichtung im Störungsfall geschieht durch Betätigung des Druckknopfes
D2, wonach Arbeitsrelais W und Ruhestromrelais R abfallen. Über die durchgehende
Leitung des Regelstromkreises ist Fernsprechbetrieb mit den Apparaten F über die
Koppelkondensatoren K möglich, ohne das Meßsystem zu beeinflussen.
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Fig. 2 veranschaulicht die anzuwendende Schaltung bei Verwendung sowohl
von Erdungs- als auch von Reihenwiderständen im Sicherungsstromkreis. Die Einschaltung
der Anlage erfolgt wie bei der Schaltung gemäß Fig. i durch Niederdrücken des Doppeldruckknopfes
Dl. Dabei ziehen das Ruhestromrelais R und das Arbeitsrelais W an und halten sich
selbst. Das Motorschütz Mot M erhält Spannung über Kontakt r2. Wird beispielsweise
der dem Widerstand Sch,
zugeordnete Schalter betätigt, so fällt das Ruhestromrelais
R als Folge des Stromrückganges durch den eingeschalteten Widerstand Sch, ab, und
Kontakt r, schließt über Kontakt w2 den Stromkreis für das Meßgerät Js,h, über die
Leitung. Entsprechend dem Wert des Widerstandes Sch, schlägt der Zeiger des Meßgerätes
js,h, aus. Beim Betätigen des dem Widerstand St, zugeordneten Schalters wird das
Ruhestromrelais R ebenfalls abfallen, jedoch schließt sich
jetzt
der Stromkreis für das Meßgerät J,st über Erde, und es wird ein dem Widerstand St,
entsprechender Stromwert angezeigt. In beiden Fällen unterbricht Kontakt y2 den
Motorschützstromkreis. Außerdem werden die Warnsignale betätigt.