DE920461C - Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung kuenstlichen Nebels - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Erzeugung kuenstlichen Nebels

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DE920461C
DE920461C DED7677A DED0007677A DE920461C DE 920461 C DE920461 C DE 920461C DE D7677 A DED7677 A DE D7677A DE D0007677 A DED0007677 A DE D0007677A DE 920461 C DE920461 C DE 920461C
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Description

(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 22. NOVEMBER 1954
D 7677 IVa 1451
ist in Anspruch genommen
Es ist'bekannt, zur Erzeugung künstlichen Nebels feste lund flüssige Wirkstoffe in durch Kompression verflüssigten Gasen zu lösen und unter dem Druck der verdampfenden Flüssigkeit durch enge Öffnungen austreten zu lassen. Man nennt diese verflüssigten Gase die Treibmittel oder Verteiler. Sie verdampfen beim Austritt der Teilchen der Lösung augenblicklich und lassen die Wirkstoffe in sehr feiner Verteilung zurück. Infolgedessen schweben die Wirkstoffe verhältnismäßig lange in der Luft.
Unter der Bezeichnung Wirkstoffe sind in der Beschreibung und in den Ansprüchen solche Stoffe zu verstehen, die eine spezifische Wirkung auszuüben vermögen, also z. B. Schädlingsbekämpfungsmittel, wie Insektiaide und Fungicide oder Baktericide. Eine der bekanntesten Substanzen dieser Art ist das Dichlordiphenyltrichlormethylmethan.
Als Treibmittel sind nur solche Verbindungen verwendbar, deren Siedepunkt unterhalb des Minimums der Temperatur liegt, bei welcher die Wirkstoffe ausgeblasen werden. Wenn die leichtflüchtigen Treibmittel aus den Tröpfchen verdampfen, werden die Tröpfchen kleiner, als sie beim Ausblasen gewesen sind. Auf diese Weise kann man eine feinere Verteilung erzielen, ails dies durch die Zerstäubung möglich ist.
Das Verfahren hat aber viele Nachteile. Die zur Verwendung gelangenden Treibgase reagieren mit vielen Wirkstoffen, so daß deren wesentliche Eigenschaften ungünstig beeinflußt werden. Beispielsweise kann die insekticide und/oder fungicide Wirkung erheblich herabgesetzt oder ganz aufgehoben werden. Da nur wenige Substanzen den für Treibmittel erforderlichen Bedingungen genügen, ist man in der
Wahl der Wirkstoffe 'beschränkt. Nicht alle Wirkstoffe lösen sich in den Treibmitteln, meistens muß man .sich mit sehr geringen Konzentrationen 'begnügen.
Mit den bisherigen Vernebelungsverfahren konnte man einen künstlichen Nebel aus zwei verschiedenen Wirkstoffen, z. B. einem insekticiden und einem fungiciden Wirkstoff, zur gleichzeitigen Bekämpfung von Insekten und Pilzkrankheiten nur dadurch erzielen, daß man entweder beide Stoffe in ein und demselben Treibmittel löste oder aber zwei Lösungen herstellte und dieselben in einem bestimmten Verhältnis miteinander mischte. Im ersten Fall kann sich die beschränkte Aufnahmefähigkeit des Treibmittels für die Wirkstoffe nachteilig auswirken, indem man gezwungen ist, die Konzentration jedes einzelnen Wirkstoffes herabzusetzen. Im zweiten Fall muß man eine dem Mischungsverhältnis entsprechende Menge des einen oder anderen Wirkstoffes mitvernebeln, auch -wenn dieser nur in geringem Maße benötigt wird. Will man dies vermeiden, so bleibt nichts anderes übrig, als ein bestimmtes Areal mehrmals einzunebeln, was natürlich einen erheblichen Mehraufwand an Arbeit mit sich bringt.
Alle bisherigen Ver nebel ungs verfahren sind in ihrer Anwendung1 flächenmäßig begrenzt. Flächen von mehreren tausend Hektar konnten bisher nur auf dem Wege der Flugzeugbestäubung behandelt werden.
Wenn das Treibmittel beim Ausblasen sofort und schlagartig verdampft, werden die Tröpfchen des Wirkstoffes infolge der geringen Konzentration der Lösung so klein, daß sie sich stunden-, ja tagelang nicht absetzen und infolgedessen vom Wind weggetragen werden. Man hat daher vorgeschlagen, dem Treibmittel organische Substanzen beizufügen, welche zwar auch noch verdampfen, aber viel langsamer als die verflüssigten Gase. Diese Stoffe bezeichnet man als Beschwerungs- oder Lösungsmittel.
Der letztgenannte Ausdruck ist besonders gerechtfertigt, da diese Stoffe häufig die Löslichkeit der Wirkstoffe erhöhen. Durch den Zusatz solcher Lösungsmittel, deren Siedepunkt über o° liegt, wird die Geschwindigkeit, mit welcher die Teilchengröße nach dem Ausblasen abnimmt, herabgesetzt.
Man kann aber dem Treibmittel nur sehr beschränkte Mengen an Lösungsmitteln zusetzen; denn die Teilchengröße nimmt sehr rasch zu, und damit geht das Durchdringungsvermögen des Nebels verloren. Ein Zusatz von 5 bis 10% der Menge des Treibmittels kann; als oberste Grenze betrachtet werden. Wenn man sehr hochsiedende Stoffe wählt, wie beispielsweise öle, die das Zusammenfließen der Wirkstofftröpifchen verhindern, muß der Zusatz noch weit unter dieser Grenze bleiben. Außerdem wirken aber die öle in vielen Fällen pflanzenschädigend. Da das. Lösungsmittel in den Nebeln erhalten, bleibt, führen solche Nebel häufig zu Schaden, z. B. zur Schädigung von Bienen.
Die Applikation der reinen Wirkstoffe in feinster Verteilung und hoöhaktivem Zustand auf dem einfachen Weg des Bestäuben« oder Besprühens war bisher nicht möglich. Es erschien aussichtslos, in dieser Richtung weiterzuarbeiten, da alle Bemühungen, die Spritzbrühen möglichst fein zu vernebeln, zu keinem Erfolg geführt hatten. Die Nebel zeigten sich wenig stabil und blieben in ihrer Wirkung weit hinter den verspritzten Brühen zurück.
Es wurde nun gefunden, daß man alle geschilderten Schwierigkeiten überwinden, die Nachteile vermeiden und zu neuen, wertvollen Ergebnissen gelangen kann, wenn man die bisher benutzten Treibmittel vollständig wegläßt, die Wirkstoffe in. Lösungsmitteln auflöst, deren Siedepunkt 'bei Normaldruck über o° liegt, und diese Lösung mit Preßluft so weit zerstäubt, daß mindestens ein Teil der ausgeblasenen Tröpfchen der Lösung beim Austritt aus der Düse einen Durchmesser von weniger als 50 μ aufweist.
Grundsätzlich brauchen nur feste Wirkstoffe gelöst zu werden. Bei Anwendung von Wirkstoffen, die im flüssigen Aggregatzustand vorliegen, kann unter Umständen ein besonderes Lösungsmittel eingespart werden. Dies ist 'beispielsweise der Fall bei einer Reihe von solchen Bekämpfungsmitteln, wie Propylenglyköl, die ohne Lösungsmittel vernebelt werden können.
Bei Verwendung von Wirkstoffen, die zu rascher Auskristallisation neigen, empfiehlt sich ein geringprozentiger Zusatz von die Kristallisation verhindernden Mitteln.
Als baktericide Wirkstoffe kommen beispielsweise in Betracht Chloramin, Ätihylenglykol, Triäthylenglykol, Propylenglykoi und Formaldehyd. Dabei wirken Chloramin und Formaldehyd gegen Tuberkelbazillen, die Stoffe auf Glykolbasis neben Formaldehyd gegen die meisten Erreger, die durch die Luft übertragen werden können, wie Typhus-, Diphtherie- und Scharlachbazillen.
Als fungicide Wirkstoffe seien beispielsweise erwähnt Kupferwaphthenat oder das Eisensalz der Dimethyldirhiocarbaminsäure, Thiuramsulfide oder -disulfide, allein oder in Mischungen miteinander.
Als insekticide Wirkstoffe seien genannt Dichlordiphenyltrichlormethylmethan oder Hexachlorcyclohexan oder Rotenon oder Pyrethrin oder Veratrin, allein oder in Mischungen miteinander.
Für das Lösungsmittel werden nachstehende Beispiele· angegeben: Trichloräthylen, Perchloräthylen, Trichloräfhan, Tetrachlorkohlenstoff, Chloroform, allein oder in Mischungen 'miteinander.
Diese Lösungsmittel sind unbrennbar oder schwer entflammbar. Man kann jedoch auch brennbare organische Lösungsmittel verwenden, wenn man sie in geringer Menge den übrigen unentflammbaren Lösungsmitteln zusetzt, beispielsweise Benzol, dem man so viel von einem der vorgenannten Lösungsmittel zusetzt, daß es nicht mehr entflammbar ist.
Der große Vorteil, welcher bei der Arbeitsweise der Erfindung erreicht wird, liegt darin, daß man lao von allen Beschränkungen hinsichtlich der Wahl der Wirkstoffe sowie der Konzentration, in welcher man sie anwenden will, befreit ist. Die Bedingungen, welche ein Lösungsmittel für das Verfahren der Erfindung erfüllen muß, sind so, daß man. in jedem Fall einen geeigneten Stoff finden kann. Damit ist man
aber in der Lage, die Geschwindigkeit der Verkleinerung der Tröpfchen und damit auch ihre Fallgeschwindigkeit und das DurChdringungsvermogen des Nebels nach Wunsch <zu regeln.
Das Verfahren der Erfindung gestattet eine bedeutende Herabsetzung· der Materiälmengen und erlaubt die Behandlung großer Flächen. Infolge der Großräumigkeit des Verfahrens tritt eine Zeitersparnis bei den Bekämpfungsmaßnahmen ein, die ίο derjenigen bei der Bestäubung aus Flugzeugen gleichkommt, so daß damit auch Großflächen von Schädlingsmassemvermehrungen in den kurzen, durch die Entwicklung der Insekten gegebenen Zeiträumen befreit werden können. Außerdem gestattet das Verfahren der Erfindung eine 'bedeutende Einsparung an Arbeitskräften und Arbeitsmitteln. Es erübrigt sich der Zusatz von Netz- und Haftmitteln, da die bloß aus Wirkstoffen bestehenden Nebel eine hohe Haftfähigkeit und eine absolute Regenbestänao digkeit infolge der Wasserunlöslichkeit der Wirkstoffe zur Folge halben.
Als Beispiele für Lösungen, die sich gemäß dem Verfahren der Erfindung verwenden lassen, seien genannt: a) 35 kg Kupfernaphrhenat in 365 kg Trias chloräthylen; b) 20 kg Dichlordiphenyltrichlormethylmethan in iookg Trichloräthylen; c) 30 kg Hexachlorcyclohexan in 180 leg Trichloräthan.
Eine besonders 'zweckmäßige Einrichtung für die Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung ergibt sich durch die bauliche Vereinigung zweier Vorratsbehälter für die zu vernebelnden Flüssigkeiten, zweier Arbeits- und Dosierkessel, die jeder mit mehreren Nebeldüsen in Verbindung stehen, einer Druckgasanlage und einer Druckverteilungsleitung auf einem Fahrzeug.
Einzelheiten und Vorteile dieser Einrichtung seien an Hand eines Ausführungsbeispiels und der Zeichnung näher erläutert. Es 'bedeutet
Fig. ι einen Längsschnitt durch die Einrichtung, Fig. 2 eine Ansicht von der Stirnseite mit den Fülleitungen und
Fig. 3 eine Ansicht von oben.
In Fig. ι ist nur einer der beiden Vorratsbehälter 11 zu sehen, über dem die beiden Arbeitskessel 12 und I2a angeordnet sind. Um diese Kessel ist die Ringleitung 13 herumgeführt. Vom Abfluß 14 des Vorratsbehälters 11 führt eine Steigleitung 15 mit einem Hahn 16 zu dem Afbeitskessel 12. Eine gleichartige Leitung 15" führt von dem nicht in der Fig. 1 dargestellten Vorratsbehälter zu dem zweiten Arbeitskessel i2a. Beide Arbeitskessel tragen je vier schwenkbare Nebeldüsen 18 und i8e, die über je einen Hahn 19 mit dem zugehörigen Steigrohr 110 bzw. iioa in Verbindung stehen. Die Druckluft für die Nebeldüsen wird über Preßluftschläuche in bzw. in0 aus der Druckverteilungsleitung 13 entnommen. Die Preßluftzuführung erfolgt über den Hahn 112.
In Fig. 2 ist die Druckluftanlage zu erkennen, worunter nicht die Enzeugungsanlage für die Druckluft, sondern die Verteilungsleitungen und die verschiedenen Schaltstellen verstanden werden sollen. Die Stirnseite der Vorratsbehälter 11 und na, ein Ar'beitskessel 12 und die Ringleitung 13 sind in der Figur zu sehen. Von den Kesselabflüssen 14 und 14° führt je eine Steigleitung 15 bzw. 15° über die Hähne 16 und 16" zu dem Arbeitskessel 12 bzw. dem nicht dargestellten Kessel I2a. Der Kessel 12 besitzt an seiner Oberseite den Entlüftungsstutzen 17. Dahinter ist die Düse 18 mit dem Hahn 19 und einem Preß luftschlauch in .sichtbar. Der zweite Schlauch ina gehört zu einer dähinterliegenden weiteren Düse. Seitlich an der Ringleitung 13 ist über ein Reduzierventil 113 und ein Manometer 114 ein dünnwandiger Gasschlauch 115 angeschlossen, der als Überdruckschutz wirkt und die Leitung 116 speist. Von dieser kann über die Druckleitung 117 ein Überdruck auf den Kessel 11 gegeben und so der Arbeitskessel 12 gefüllt werden. Die gleiche Einrichtung ist auch für den Vorratskessel ii° vorhanden. Schließlieh ist eine Kesselentlüftung 118 vorgesehen.
In Fig. 3 besitzen die Bezugszeichen wieder die gleiche Bedeutung wie in den 'beiden vorhergehenden Figuren. Zusätzlich sind noch ein Überdruckventil 119 und die Tankverschlüsse 120 und 1200 eingezeichnet. Besonders klar tritt hier die Anordnung der Druckverteilungsleitung 13 hervor, die einen geschlossenen Ring von großem Querschnitt darstellt. Die Zuleitungen zu den Preßluftschläuchen 111 und 11 ia sind so über den Umfang verteilt, daß praktisch an allen Stellen der gleiche Druck herrscht und somit für die Düsen gleiche Arbeitsbedingungen geschaffen sind.
Die Anbeitsweise mit dieser Einrichtung ergibt sich schon aus ihrer Beschreibung und sei deshalb nur kurz angedeutet.
Bei 112 wird eine Drudkluftquelle, z. B. ein Kompressor, angeschlossen und ein Druck von beispielsweise 4atü auf die Ringleitung 13 gegeben. Dann wird über das Reduzierventil 113 und die Leitung 116 ein Druck von etwa 0,5 atü auf die Kessel 11 und ii° geschaltet. Die Hähne 16 und i6a werden geöffnet und dadurch die Arbeitskessel 12 und 12° gefüllt. Dabei wird von vornherein berücksichtigt, welche Mengen von Flüssigkeiten auf ein bestimmtes Areal vernebelt werden sollen, d.h. die Dosierung kann schon durch die Füllung der Arbeitskessel festgelegt werden. An Ort und Stelle brauchen dann nur die Hähne 19 der Düsen und die Drudkluf tansdhlusse für die Schläuche 111 geöffnet zu werden.
Die Wahl und Veränderung des Mischungsverhältnisses ist in verschiedener Weise möglich, entweder durch die Anzahl der im Tätigkeit befindlichen Düsen ader durch die verschiedene Stellung der Hähne 19 und schließlich auch dadurch, daß auf die Anbeitskessel ein geringer Überdruck gegeben wird. Dieses letztgenannte Mittel ist aber nur dann anzuwenden, wenn die Tröpfchengröße des Nebels keine entscheidende Rolle spielt, da hierdurch ein schwerer Nebel von geringer Schwebefähigkeit entsteht. iao
Um die erstrebten Wirkungen zu erreichen, ist es vorteilhaft, eine Düse 'besonderer Bauart zu verwenden. Dieser Düse liegt die gebräuchliche Form der bisher bekannten Nebeldüsen zugrunde. Sie besteht aus einem Düsenmantel mit einem tangential an diesem angeordneten Zuführungsstutzen für das
Druckgas und einem Zentralkörper, der eine axiale Bohrung aufweist als Zuführungsweg für die zu vernebelnde Flüssigkeit. Das Innere des Düsenmantels und das Äußere des Zentralkörpers sind hierbei am vorderen Ende kegelig gestaltet, so daß ein ringförmiger Düsenraum entsteht. Der Zentral-. körper ist gegenüber dem Düsenmantel verschiebbar, um den Querschnitt der ringförmigen Austrittsöffnung für das Druckgas und damit dessen Menge
ίο und Geschwindigkeit variieren zu können.
Von dieser Grundform der Nebeldüse geht die neue Düse aus und verbessert dieselbe entscheidend dadurch, daß am Zentralkörper und/oder am Düsenmantel eine schraubenlinienförmige Einkerbung vorgesehen ist, die an bzw. gegenüber der Mündung des Zuführungsstutzens für das Druckgas ansetzt und sich allmählich abflacht und gleichzeitig verbreitert. Tiefe und Breite der Einkerbung sind an jeder Stelle so aufeinander abgestimmt, daß die Führungsrinne, welche an der betreffenden Stelle vom Düsenmantel und dem Zentralkörper gebildet wird, über den gesamten Umfang gleiche Querschnittsgröße besitzt. Diese Führungsrinne steht mit dem kegeligen Teil des Duschraumes über den gesamten Umfang in unmittelbarer Verbindung.
Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung der Düse ergibt sich dadurch, daß man der Führungsrinne die gleiche Querschnittsgröße gibt, wie sie der Führungsstutzen für das Druckgas besitzt.
Zweck dieser Maßnahme ist die druckverlust- und wirbelfreie Überführung des im Querschnitt runden Druckgasstromes in den ringförmigen Düsenraum, in dem er in der Führungsrinne allmählich ausgebreitet und gleichzeitig abgeflacht wird. Dort erfährt der Druckgasstrom eine Drehbewegung um den Zentralkörper, mit der er aus der ringförmigen Austrittsöffnung der Düse ins Freie tritt und dabei die Flüssigkeit in Form von Nebeltröpfchen aus der Bohrung des Zentralkörpers mitreißt.
Weitere Einzelheiten können aus dem nachstehend beschriebenen Ausführungsbeispiel und den Zeichnungen entnommen werden. In den Zeichnungen zeigt
Fig. 4 einen axialen Schnitt durch den Düsenmantel senkrecht zu dem Zuführungsstutzen mit eingesetztem Zentralkörper,
Fig. 5 einen axialen Schnitt durch die gesamte Düse und der dazu senkrechten Ebene und
Fig. 6 einen radialen Schnitt.
In Fig. 4 wird durch den Düsenmantel 1 der tangential angesetzte Zuführungsstutzen 2 fast völlig verdeckt. Wo dessen kreisrunde Mündung 3 im Innern des Düsenmantels 1 erscheint, ist der Zentralkörper 4 mit einer Einkerbung 5 versehen, die sich nach links um den Zentralkörper 4 herumzieht und dabei gleichzeitig in der Weise verbreitert -■- und abflacht, daß die obere Kante der Rinne sich schraubenlinienförmig nach oben zieht, während die untere Kante in der ursprünglichen Ebene bleibt.
Die Ouersehnittsfläche der Bohrung 3, die rechts als Kreis sichtbar ist, bat dieselbe Größe wie die links
. zwischen Zentralkörper und Düsenmantel geibildete rechteckige Ouerschnittsfläche2i2. Mit einem Gewinde 6 ist der Zentralkörper 4 im Düsenmantel 1 befestigt. Der Düsenmantel 1 weist an seinem oberen Ende einen äußeren Schutzring 8 auf, der über das obere Ende des Zentralkörpers 4 vorsteht und dieses Tor Beschädigungen bewährt. Um eine Beeinträchtigung der Düsenwirkung durch den Schutzring 8 zu vermeiden, besitzt dieser mindestens den doppelten Durchmesser als die ringförmige Austrittsöffnung für das Druckgas. Außerdem ist am Düsenmantel ι an der Stelle, wo die Luft ringförmig austritt, eine kleine Erhöhung 7 vorgesehen, die den Zweck hat, daß sich dort etwa ansammelnde Flüssigkeit nicht eine Verstopfung dieser ringförmigen Luftaustrittsöffnung hervorruft.
Fig. 5 stellt einen Schnitt entlang der Ebene B-B dar, von dem auch der Zentralkörper 4 erfaßt wird. Dieser besitzt eine axiale, am oberen Ende sich erweiternde Bohrung 9, in die ein Drallkörper 211 auswechselbar eingesetzt ist. Eine zentral durchbohrte Schraube 213 hält den Drallkörper 211 in seiner Lage fest. Der Drallkörper weist spiralig um seinen Umfang herumlaufende Kanäle 10 auf, die, in der Stromrichtung gesehen, gegenläufigen Drehsinn aufweisen wie die zunehmende Verbreiterung und Abflachung der Einkerbung 5.
Während also der aus der Bohrung 3 tangential hinter dem Zentralkörper 4 zufließende Druckluftstrom linksdrehend aus der Düse tritt, erhält der flüssige Strom eine Rechtsdrehung, die diesen an der gesamten vorderen Randlinie gleichmäßig verteilt und ihn unter einen 'bestimmten wunschgemäß zu variierenden Winkel auf den Druckgasstrom treffen läßt. Der Auftreffwinkel hängt einerseits von der Richtung der Stromlinie der austretenden Luft und andererseits derjenigen der Flüssigkeit ab. Die Richtung der Stromlinie der Luft wird bedingt a) durch den Neigungswinkel des Kegels am Zentralkörper gegen die Mittelachse, b) durch das Verhältnis von Ausfluß und Drallgeschwindigkeit der Preßluft (Diagonale im Parallelogramm der Geschwindigkeiten) .
Die Richtung der Stromlinie der Flüssigkeit wird entsprechend bestimmt durch den Neigungswinkel der kegelförmigen Bohrung am Ausgang des Zentralkörpers 4 und das Verhältnis von Ausfluß und Drallgeschwindigkeit. Durch die Gestaltung des Drallkörpers 10 (Fig. 5), insbesondere dessen Steigungswinkel, kann dem Drallwinkel eine zweckentsprechende Größe gegeben werden, die zusammen mit dem Querschnitt der Mittelbohrung 9 des Zentralkörpers 4 den gewünschten Auftreffwinkel ergibt. Es ist günstig, diesem Winkel eine Größe von etwa 900 zu geben. Hierdurch wird nicht nur eine Zerreißung der Flüssigkeit in äußerst feine Tröpfchen bewirkt, sondern es wird auch eine solche Verteilung erzielt, daß die feinen Tröpfchen nicht wieder zu größeren Tröpfchen zusammenfließen.
Fig. 6 ist ein Schnitt entlang der Ebene C-C, aus dem besonders klar hervorgeht, wiedie Einkerbung 5 am Zentralkörper 4 gegen die Mündung 3 des Zuführungsstutzens 2 ansetzt und sich allmählich abflacht, auf diese Weise den Führungsring 212 zu- sammen mit dem Düsenmantel 1 bildend. Es ist klar
sichtbar, wie die Mittellinie der Bohrung 3 die Tangente an dem Querschmttskreis des Zentralkörpers4 bildet, während die äußere Randlinie der Bohrung tangential in den zylindrischen Teil der Wandung übergeht.
Wie aus den Fig. 4 und S hervorgeht, besitzen der Düsenmantel 1 und der Zentralkörper 4 in der Nähe der Führungsrinne zylindrische Grundform, aus der die Einkerbung 5 ausgespart ist. Dadurch ist die Herstellung und die Beimessung der Einkerbung 5 technisch sehr einfach.

Claims (14)

  1. PATENTANSPRÜCHE:
    i. Verfahren zur Erzeugung künstlichen Nebels zur Bekämpfung von schädigend wirkenden Organismen, dadurch gekennzeichnet, daß man die Wirkstoffe in Lösungsmitteln auflöst, deren Siedepunkt über o° liegt, und diese Lösungen mit Preßluft so weit zerstäubt, daß mindestens ein Teil der ausgeblasenen Tröpfchen der Lösung beim Austritt aus der Düse einen Durchmesser von weniger als 50 μ aufweist.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1 unter Verwen^ dung von festen Wirkstoffen, die zum raschen Auskrisitallisieren neigen, dadurch gekennzeichnet, daß man kristallisationshindernde Mittel zusetzt.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man den Nebel durch gleichzeitiges Zerstäuben von mindestens zwei verschiedenen Wirkstofflösungen erzeugt.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Wirkstoffe organische Insekticide, Fungicide oder Bactericide zur Verwendung gelangen.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Lösungsmittel unbrennbare oder schwer entflammbare organische Flüssigkeiten zur Verwendung gelangen.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Lösungsmittel solche organischen Flüssigkeiten zur Verwendung gelangen, welche durch Zusätze schwer entflammbar gemacht worden s'ind.
  7. 7. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß sie aus mindestens einem Vorratsbehälter für die Wirkstofflösung, einer Druckluftanlage, einer Druckverteilungsleitung und mindestens einem Arbeitskessel besteht, aus dem die Lösung zerstäubt wird und der mit mindestens einer Nebeldüse versehen ist.
  8. 8. Einrichtung nach Anspruch 7, bei welcher Nebeldüsen vorgesehen sind, die einen tangential am Düsenmantel angeordneten Zuführungsetutzen für die Preßluft und einen Zentralkörper mit axialer Bohrung als Zuführungsweg für die zu zerstäubende Lösung besitzen, dadurch gekennzeichnet, daß eine gegenüber der Mündung des Zuführungsstutzens ansetzende, sich gleichzeitig verbreiternde und abflachende, schraubenlinienförmige Einkerbung am Zentralkörper vorgesehen ist, welche zusammen mitdem Düsenmantel eine Führungsrinne für die Druckluft bildet, die über den gesamten Umfang gleiche Querschnittsgröße 'besitzt und mit dem kegeligen Teil des ringförmigen. Düsenraums in Verbindung steht.
  9. 9. Einrichtung nach Ansprüchen 7 und 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Einkerbung an der Mündung des Zuführungsstutzens ansetzt.
  10. 10. Einrichtung nadh Ansprüchen 7, 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Einkerbung gleichzeitig an der Mündung und gegenüber der Mündung des Zuführungsstutzens ansetzt.
  11. 11. Einrichtung nach Ansprüchen 7, 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrinne die gleiche Querschnittsgröße wie der Zuführungsstutzen für das Druckgas besitzt.
  12. 12. Einrichtung nach Ansprüchen 7, 8 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß in die axiale Bohrung des Zentralkörpers ein Drallkörper eingesetzt ist.
  13. 13. Einrichtung nach Ansprüchen 7 und 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Drallkörper spiralig um seinen Umfang herumlaufende Kanäle aufweist, die einen gegenläufigen Drehsinn gegenüber den Einkerbungen für die Führung der Luft besitzen. go
  14. 14. Einrichtung nach Ansprüchen 7 und 13, gekennzeichnet durch eine solche Einstellung des Drallkörpers, daß der Flüssigkeitsstrom rechtwinklig auf den Luftstrom auftrifft.
    Angezogene Druckschriften: U11 m a η η, Enzyklopädie der technischen Chemie,
    2. Aufl., Bd. 9;
    Kirk-Othmers, Encyclopedia of Chemical
    Technology, Bd. 4, S. 223, Bd. 7, S. 883; Kanadische Patentschrift Nr. 464 222 vom Jähre
    französische Patentschriften Nr. 782 458, 209 vom Jahre 1947;
    Chemisches Centralblatt, 1934, I, 2644 (polnische Patentschrift Nr. 18 689);
    deutsche Patentschriften Nr. 461585, 466232, 808990;
    Schwerdtfeger, in »Anzeigen für Schädlingskunde«, 22, Heft i, 1949, S. 9;
    Blunck, in »Zeitschrift für Pflanzenkrankheiten«, 55, 1948, S. 154ff.;
    West und Campbell, »DDT, The synthetic Insecticide«, 1946, S. 46, 47 und 51;
    Journal of Economic Entomology, Dezember 1946, S. 717;
    USA.-Patentschriften Nr. 1 726 583, 1 865 203; schweizerische Patentschrift Nr. 241 597; Romp, »Oil Burning«, 1937, S. 15; britische Patentschrift Nr. 271 687.
    Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
    © 9569 11.54
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