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Verfahren und Vorrichtung zum Aufbringen einer durchlässigen Umhüllung
auf einen Spinnkuchen Beim Aufbringen einer durchlässigen Umhüllung auf Spinnkuchen
mußte man ,bisher beträchtliche Zeit und Arbeit aufwenden, und oft wurde die Umhüllung
während der Naßbehandlung oder der darauffolgenden Handhabung des Spinnkuchens unter
gleichzeitiger Beschädigung des Fadenmaterials in Unordnung gebracht und beschädigt.
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Das Verfahren und die Vorrichtung nach der Erfindung sind in den Fig.
r bis 5 dargestellt, während Fig. b den. Spinnkuchen zeigt, der gemäß der Erfindung
verpackt ist. Das Verfahren nach der Erfindung besteht darin, daß der Teil der Umhüllung,
welcher der Innenwand des Spinnkuchens anliegt, z. B. durch Drehen eines ihrer beiden
Enden mit üibereinanderbiegenden, schrauübenförmigen Falten versehen wird, worauf
nach Einführen der gedrehten Hülle in den fadenfreien Innenraum des Kuchens das
gedrehte Ende der Umhüllung wieder auseinandergedreht und die Enden in übergreifender
Lage gegen die äußere Wandung des Spinnkuchens gelegt werden. Für die Umhüllung
können Papier oder papierartige Stoffe mit hoher Naßfestigkeit aus natürlichen Fasern,
wie Holz, Baumwolle, Hanf, Abaca, oder aus Kunistfasern, wie Celluloseacetatfasern
oder Fasern aus regenerierter Celluilose, die aus Viscose oder Kupferoxydammoniakcellulosdlösungen
erhältlich sind, mit einer Länge von ungefähr 5 bis 25 mm verwendet werden. Auch
durchlässiges Papier mit erhöhter Maßfestigkeit, die das Ergebnis einer Harzimprägnierung
während oder nach der Überführung in Blattform ist, eignet sich. Papier dieser Art
kann
aus Fasern von der bei der Papierfabrikation gebräuchlichen
Länge oder von größerer als der bei der Papierbereitung normalen Länge, die mit
Harnstoff-Formaldehvd-. Phenol-Formal:dehyd-, Melamin-Formaldehvd-Harzen od. dgl.
imprägniert sind, erzeugt werden. Auch papierartige Materialien in Blattform von
dünner, mattenartiger Struktur, in denen potentiell rklobfähige mit nicht kleb:fählgen
Faserngemischt vorliegen und die derart aktiviert wurden, daß die Fasern sich unter
Entstehung eines papierähnlichen Materials von großer Festigkeit verbinden, können
verwendet werden. Durchlässige, dünne, faserige, mattenarti;ge Gebilde mit verbesserter
Naßfestigkeit, die das Ergebnis verstärkter Bindung ist, welche durch die partiell
pergamentierende Wirkung verdünnter Lösungen von starken Chemikalien, wie Schwefelsäure
oder Ätznatron, oder durch die mit Harz, Viscose oder anderen permeabel bindenden
Lösungen während oder nach der Formung zu Blättern erfolgende Imprägnierung hervorgerufen
wird, sind geeignet.
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Bei :der Ausführung des Verfahrens nach der Erfindung wird das blattförmige
Papiermaterial für die Umhüllung durch Übereinanderlegen :seiner Seitenkanten zu
einer Röhre geformt. Die übereinanderliegenden Kanten können entweder zusammengeklebt
werden, oder sie können so weit übereinander@greifen, daß Kleben nicht nötig ist.
Die Röhre wird dann in den fadenfreien Innenraum des Spinnkuchens eingeführt. Da
diese Röhre einen größeren Umfang als die Außenseite des Spinnkuchens haben muß,
.um um diese ;gelegt werden zu können, müssen Maßnahmen getroffen werden, um das
überschüssige Blattmaterial ,im Innenraum aus dem Wege zu räumen. Es ist wünschenswert,
daß das Blattmaterial eng an der Innen- und Außenseite .des Fadenmaterials anliegt,
so daß dieses geschützt und auch die Umhüllung bewahrt wird. \Tach vorliegender
Erfindung wird das eine Ende der röhrenförmigen Hülle über die den Fadenkörper tragende
Vorrichtung gezogen. Das andere, freie Ende des Hüllelements wird gedreht, so daß
gefaltete oder übereinanderliegende Teile entstehen, die in Schraubenlinien verlaufen
und nach Einführen in den fadenfreien Innenraum des Spinnkuchens effektiv den Durchmesser
des der Innenwand des Fadenkörpers anliegenden Teils des Hüllelements annähernd
bis auf den inneren Durchmesser des Fadenkörpers vermindern. Das freie Ende des
Hüllelemenfis wird geöffnet, teilweise wieder aufgewunden, dann über :das Ende des
Fadenkörpers gezogen und an die Außenwand des Fadenkörpers angelegt. Das andere
Ende des Hüllelements wird dann über das andere Ende des Fadenkörpers in übergreifender
Lage zum ersten Ende des Hüllelements gezogen. Die übergreifenden Enden können .auf
dem Fadenkörper miteinander zusammengedreht werden, .so daß die Hülle sich dicht
an das Fadenmaterial anschließt. Nach diesem Verfahren berührt die Hülle alle Teile
des Fadenkörpers eng und behält dort ihre Lage während,der N.aßbehandlung .des Fadenkörpers
bei. Infolge der gefalteten überei.nandergreifenden Teile des Hüllelem.ents an der
Innenwand des Fadenkörpers isst das Hüll:material an dieser Stelle verstärkt.
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Unter Bezug auf die Zeichnung, in der eine Vorrichtungsform, mit der
,das Verfahren nach der Erfindung ausgeführt werden kann, dargestellt ist und auf
die .bei Erläuterung der verschiedenen Schritte des Verfahrens der Erfindung hingewiesen
wird, bedeutet i allgemein .ein Hülleiement in Röhrenform, das sich in .seiner Ausgangsstellung
auf der Vorrichtung befindet. Die Vorrichtung umfaßt einen tellerartigen Teil 6,
der auf dem senkrechten Ständer 7, welcher von dem fundamentartigen Teil 8 -und
durch den Träger 9 gehalten wird, angebracht ist. Das tellerartige Stück 6 hat ein
auf dem Träger 9 ruhendes Anhängsel 15, so daß der Teller 6 sowohl durch den Träger
als auch durch das Fundament .getragen wird. .Der Teller 6 kann entweder an dem
Ständer 7 festgemacht sein oder sich daran .drehen. Oberhalb .des Tellers 6 sind
an dem Ständer 7 die das Hülilmaterial haltenden und zusammenwindenden Vorrichtungen,
.die die Teile 12 und 13 umfassen, angebracht.
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Wie Fig.2 zeigt, wird, nachdem das röhrenförmi@ge Hüllelement in der
Vorrichtung befestigt ist, der obere Teil 4 mit der Hand nach innen auf den Ständer
hin :gefaltet rund zwischen den Teilen 12 und 13 befestigt. Die Einzelheiten der
Vorrichtungen zum Halten und Falten -des Hüll:ma terials sind in den Fig. 2 und
5 dargestellt. Sie umfassen einen Reif i i, der am Ständer befestigt und an dem
der Teil 12 drehbar .angebracht ist; dieser ist konisch geformt. Teil 13 ist dreh-
und gleitbar über dem Teil 12 auf dem Ständer 7 montiert. Teil 13 ist m-it einem
konisch :geformten., zurückgesetzten Teil ausgestattet, der sich mit dem konischen
Teil 12 ergänzt. Teil 13 kann man mittels des Handgriffs 14 an dem Ständer drehen
und heben.
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Wenn .der obere Teil .des Hüllelements zusammengefußt ist, wird er
zwischen den Teilen 12 und 13 festgemacht. Das Hüllelement wird zwischen den konischen
Teilen von 12 und 13 festgehalten, beim Drehen von 13 gewunden und gefaltet, und
es bilden sich übereinandergrei.fende, in Schraubenlinien verlaufende Teile aus.
Dabei wird auch, wie Fig. 2 zeigt, der Durchmesser des Röhrenstückes oberhalb des
Tellers 6 vermindert.
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Der Spinnkuchen 5 wird nun über das Hüllelement gesetzt und, wie aus
Fig. 3 ersichtlich, vom Teller 6 getragen. Der obere Teil 4 des Hüllelements wird
dann zwischen 12 und 13 herausgezogen, nach außen geöffnet und teilweise wieder
aufgewunden, ohne daß jedoch die gefalteten, übereinandergreifenden Partien im Mittelstück
3 des Hüllelements gestört werden. Der obere Teil 4 des Hüllelements wird .dann
über .die Außenseite des Fadenkörpers gezogen (vgl. Fig.4). Hierauf zieht man den
unteren Teil 2 des Hüllelements nach oben über die Außenseite des Fadenkörpers und
vereinigt ihn übergreifend mit dem anderen Ende des Hüllelements. Die Endstücke
des Hüllele:ments können um den Fadenkörper herum zusammengedreht
werden,
damit das Hüllelement an dem Fadenkörper straff anliegt.
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Fig.6 zeigt den umhüllten Wickel mit der alle Teile des Fadenkörpers
eng umschließenden Deckhülle. Wie zu sehen, ist Teil 3 der Hülle in Berührung mit
der inneren Seite des Fadenkörpers gefaltet oder in Schra:ubenlim:ien übereinandergefügt,
was effektiv den Umfang dieses Teils des Hüllelements verkleinert. Der gefaltete.
Teil verstärkt das Hül.lelement in diesem Bereich und verleiht ihm seine erhöhte
Zerreiß- und Abreibfestigkeit.