DE910175C - Abstreifvorrichtung zur Herstellung gleichmaessiger Isolierueberzuege aus fluessigen Massen auf elektrisch leitenden Draehten rechteckigen Querschnittes - Google Patents
Abstreifvorrichtung zur Herstellung gleichmaessiger Isolierueberzuege aus fluessigen Massen auf elektrisch leitenden Draehten rechteckigen QuerschnittesInfo
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Description
Die Erfindung bezieht sich auf Einrichtungen zum Überziehen langgestreckter Gegenstände, wie
elektrisch leitende Drähte u. dgl., von rechteckigem Querschnitt mit flüssigen Überzugsmassen, z. B.
Emaillen, Firnissen, Lacken u. dgl. Sie hat insbesondere eine Vorrichtung zum Gegenstand, mit
deren Hilfe derartige Drähte, Bänder oder sonstige Gegenstände großer Längsausdehnung wirksam
und wirtschaftlich mit flüssigen Massen, die eine Lösung einer harzartigen Verbindung enthalten
und durch Kondensation eines Aldehydes, wie
Formaldehyd, mit dem Produkt der Hydrolyse eines Polyvinylesters, wie z. B. Polyvinylacetat, erhalten
werden, überzogen werden können.
Der Bedarf an elektrisch leitenden Drähten rechteckförmigen Querschnittes, die mit einem
dünnen Isolierfilm aus organischen Emaillen oder Lacken versehen sind, wächst in starkem Maße.
Da diese Drähte gewöhnlich aus solchen runden Querschnittes durch Walzen hergestellt werden,
ergeben sich nicht immer völlig gleichmäßige und konstante Querschnitte. Die Isolierung eines solchen
Drahtes mittels der bekannten Abstreifvorrichtung mit festem Ausschnitt, durch die der Draht nach
dem Eintauchen in das flüssige Isoliermittel hindurchgeführt wird, wodurch ein gleichmäßiger
Überzug hergestellt werden soll, hat sich als nuzweckmäßig erwiesen, da jeder Abstreifer, dessen
Ausschnitt groß genug ist, auch breitere bzw. dickere Teile des Drahtes passieren zu lassen, einen
zu dicken Isolierauftrag an schmäleren oder ίο dünneren Stellen des Drahtes zur Folge haben
würde. Selbst bei der Isolation von rechteckförmigen Drahten mit sehr guter Gleichmäßigkeit
des Querschnittes muß man einen Abstreifer haben, der einen Ausschnitt von äußerst genau dem Querschnitt
angepaßten Maßen aufweist und bei dem der Zwischenraum zwischen Abstreifer und Draht
einige hundertstel Millimeter beträgt, damit ein Isolierfilm geeigneter Stärke auf den Draht aufgebracht
werden kann. Das jedoch gewöhnlich mehrere Schichten von Isolierlack übereinander auf
einen Draht aufgebracht werden, muß für jede Schicht ein besonderer Abstreifer hergestellt
werden, bei dem die Maße des Ausschnittes jeweils entsprechend größer gewählt sind als bei dem Abstreifer
für die vorhergehende Schicht des Isolierüberzuges. In Anbetracht der sehr großen Zahl von
Querschnittsformen und Abmessungen würde daher eine riesige Zahl von Abstreifern erforderlich
werden, von denen jeder äußerst genau hergestellt sein muß und damit auch teuer ist. Aus diesen
Gründen hat man bisher bei rechteckförmigen Drähten meist auf die Verwendung eines Abstreifers
überhaupt verzichtet, wobei man jedoch gezwungen war, Isolierflüssigkeiten mit großem
Anteil an Lösungsmitteln zu verwenden, was nicht nur wegen des Verlustes durch Verdunstung, sondern
auch wegen der Erfordernis einer häufigeren Wiederholung des Tauchprozesses unwirtschaftlich
war.
Durch die Erfindung soll nun eine einfache und billige Abstreifvorrichtung geschaffen werden, die
für Querschnitte der verschiedensten Art und Abmessungen verwendet werden kann und außerdem
allen Unregelmäßigkeiten im Querschnitt eines Drahtes zu folgen vermag, so daß also stets ein
gleichbleibender Zwischenraum zwischen Draht und Abstreifer aufrechterhalten bleibt und damit ein
gleichmäßiger Isolierüberzug erzielt werden kann. Erfindungsgemäß wird dieses dadurch erreicht, daß
die Abstreifvorrichtung aus zwei L-förmigen, an den Schenkelenden ineinandergreifenden und gegeneinander
verschiebbaren Teilen gebildet wird, so daß ein rechteckförmiger Ausschnitt veränderlicher
Größe entsteht, daß an den den Ausschnitt bildenden Innenflächen der beiden Teile Vorsprünge vorgesehen
sind, die zur Zentrierung des hindurchgeführten Drahtes dienen, und daß beide Teile
durch Federkraft derart zusammengehalten werden, daß die Vorsprünge stets an den Flächen des
Drahtes anliegen.
Durch diese Ausbildung kann die gleiche Vorrichtung sowohl für Drähte verschiedenen Querschnittes
als auch für die verschiedenen nacheinander auf den gleichen Draht aufzubringenden
Isolierfilme verwendet werden. Die Vorrichtung kann außerdem sehr leicht an dem Draht angebracht
und wieder entfernt werden, wobei sie sich stets selbst zentriert, d. h. genau auf den
jeweiligen Drahtquerschnitt einstellt und auch allen Querschnittsveränderungen sich anpaßt, so daß 7=>
also stets eine Isolierschicht völlig gleichmäßiger Dicke auf allen vier Seiten des Drahtes gebildet
wird.
An Hand der Zeichnung soll im folgenden die Erfindung näher beschrieben werden. Die Art und
Weise, wie die Erfindung bei einer üblichen Einrichtung zur Herstellung von Lackdrähten angewendet
werden kann, ist schematisch in Fig. 1 dargestellt. Wie aus dieser Figur zu ersehen ist, wird
der Draht 1 von einer Drahtrolle 2 abgenommen
und über eine Führungsscheibe 3 geführt, die in einem Behälter oder Trog 5 mit dem flüssigen
Uberzugsmaterial 4 angeordnet ist. Mit 6 ist die Abstreifvorrichtung und eine geeignete Haltevorrichtung
für diese bezeichnet. Diese Abstreifvorrichtung dient dazu, überschüssiges Isoliermaterial
von dem frisch überzogenen Draht zu entfernen. Die Haltevorrichtung für diesen Abstreifer
besteht zweckmäßig aus einem Paar paralleler Finger 6a, die über die schwebende Vorrichtung
hinwegragen und si-ε daran hindern, daß sie von dem sich nach oben bewegenden Draht
mitgenommen wird. Der Draht selbst, mit einer gleichmäßigen Schicht eines Überzuges gewünschter
Dicke versehen, wird dann von der Abstreifvorrichtung nach oben durch einen Trockenofen 7
geführt, der mit elektrischen Heizkörpern 8 versehen ist, die innerhalb der isolierten Öfenwände 9
angebracht sind. Selbstverständlich kann auch jede andere Art Trockenofen mit beliebiger Heizungsart
verwendet werden. Der getrocknete Draht mit seinem durch die Hitze gehärteten Isolierfilm wird
über eine Treibscheibe 10 geführt und dann entweder erneut dem Tauch- und Trockenverfahren
ausgesetzt· oder über eine Führungsrolle 11 auf
eine nicht gezeigte Abnahmerolle aufgewickelt. Die Abstreifvorrichtung gemäß der Erfindung besteht
aus zwei vorwiegend L-förmigen oder rechtwinkligen Gliedern, deren» Enden so ausgebildet sind,
daß die beiden Glieder gleitend ineinandergeschoben werden können und daß sich zwischen ihnen eine
rechteckige Öffnung bildet. Da die beiden Glieder gegeneinander beweglich sind, kann die Abstreifvorrichtung
jedem beliebigen Querschnitt des durchgeführten Drahtes angepaßt werden.
Die Ausbildung einer solchen Abstreifvorrichtung ist am besten aus den Fig. 2 und 3 zu ersehen.
Die dort gezeigte Vorrichtung besteht aus zwei rechtwinkligen Teilen 12 und 13. Jeder dieser
beiden Teile 12 und 13 besteht aus einer Anzahl
dünner, aufeinandergeschichteter, L-förmiger Lamellen 15 und 16, die voneinander durch eine entsprechende
Anzahl rechtwinkliger Abstandsstücke 17 und 18 mit entsprechend kürzeren Schenkeln
getrennt sind, wobei diese Abstandsstücke ebenso stark oder etwas stärker sind als die Lamellen mit
den längeren Schenkeln. Die aufeinandergeschichteten Lamellen sind durch Niete 19 und 20 untereinander
fest verbunden und bilden so die beiden Teile 12 und 13.
Die Abstandsbleche, die abwechselnd zwischen die einzelnen Lamellen gelegt sind, dienen dazu,
die Schenkelenden der einzelnen Lamellen jedes der beiden Teile ineinandergreifen zu IaSSCn1 so daß
diese beiden Teile derart ineinandergeschoben werden
können, daß der gewünschte rechteckförmige Ausschnitt veränderlicher Größe gebildet werden
kann, wie dies in Fig. 2 gezeigt ist.
Selbstzentrierende Mittel, die an den Innenflächen der Abstreifvorrichtung vorgesehen sind,
dienen dazu, den Draht innerhalb des Ausschnittes zu zentrieren. Diese Mittel bestehen bei der in
Fig. 2 und 3 gezeigten Konstruktion des Abstreifers aus dünnen Stahlsaiten 21 und 22, die als senkrechte
Führungsdrähte an den Innenflächen des
ao Ausschnittes angeordnet sind und auf Ober- und Unterseite der L-förmigen Teile in geeigneter
Weise, z. B. durch Löten, befestigt sind. Nach dem Aufbringen der beiden Teile auf den Draht 1
werden sie nachgiebig in stetiger Berührung mit diesem gehalten, und zwar durch irgendwelche geeigneten
Mittel, z. B. eine Schraubenfeder 23, die ringförmig die beiden ineimandergeschobenen Teile
der Vorrichtung umgibt und in Nuten 24 und 25, die an den äußeren Ecken der L-Glieder vorgesehen
sind, gehalten wird. Die Feder 23 bewirkt, daß die Führungsdrähte 21 und 22 ständig in Berührung
mit den Flächen des Drahtes 1 bleiben, während dieser durch den Ausschnitt 14 hindurchgezogen
wird. Da diese Führungsdrähte jeder Änderung in der Oberfläche des Drahtes folgen, wird stets eine
Isolierschicht gleichmäßiger Stärke auf dieGesamtlänge des Drahtes aufgebracht. Die Dicke dieser
Isolierschicht ist bestimmt durch den Durchmesser der Stahlsaiten, die die Führungsdrähte 21 und 22
bilden. Gewöhnlich wird der Durchmesser dieser Stahlsaiten so gewählt, daß ein Isolierfilm von einer
Stärke von einigen hundertstel Millimetern auf den Draht während jedes einzelnen Tauchprozesses aufgebracht
wird. Die Abstreifvorrichtung kann jeden beliebigen Drahtquerschnitt aufnehmen, der sich in
den Grenzen bewegt, die durch die Tiefe der Einschnitte an den Schenkelenden der L-förmigen Teile
bestimmt sind.
Eine andere Ausführungsform der Erfindung ist in den Fig. 4 und 5 gezeigt. Bei dieser sind die
beiden Teile 26 und 27 aus nur wenigen Schichten 28 und 29 zusammengesetzt, wobei jede einzelne
Schicht an ihren Innenflächen mit Vorsprüngen 30 und 31 versehen ist, die zur Zentrierung des
Drahtes innerhalb des Abstreifers dienen. Bei dieser Ausbildungsform können die Vorsprünge 30 und 31
sich sowohl über die gesamte Innenfläche jeder L-förmigen Lamelle einschließlich der dazwischengelegten
Abstandsstücke erstrecken. Es können aber auch die Vorsprünge der einzelnen Lamellen gegeneinander
versetzt sein.
Auch hier sind die einzelnen Lamellen 30 und 31 durch geeignete Abstandsstücke 32 und 33 voneinander
getrennt. Jeder der beiden Teile 26 und ^ ist mit zwei bolzenartigen Ansätzen 34 und 35 versehen,
die jeweils aus den beiden Außenflächen der L-förmigen Teile hervorstehen. Die äußeren Enden
dieser Bolzen sind mit einer Nut versehen, in die die schraubenförmige Feder 37, die der Feder 23 in
Fig. 2 entspricht, eingelegt ist. Vorzugsweise sind noch die äußeren Ecken der beiden Teilglieder abgeschrägt,
damit die Feder 37 nicht an diesen Ecken anliegt. Durch diese Konstruktion ist die
Einwirkung der Feder 37 auf die Bolzen 34 und 35 beschränkt, so daß die zusammendrückenden Kräfte
der Feder genau senkrecht auf die entsprechende Oberfläche des Ausschnittes in der Vorrichtung
und damit auch des Drahtes einwirkt. Auch hier sind die einzelnen Lamellen durch Niete oder
Bolzen 38 und 39 fest miteinander verbunden.
In der in Fig. 6 gezeigten, abgeänderten Ausführungsform sind die beiden ineinandergreifenden
Teile 40 und 41, die wieder aus aufeinandergeschichteten
Lamellen 42 und 43 sowie Abstandsblechen 44 und 45 aufgebaut sind, so ausgebildet,
daß, wenn kein Draht durch den Ausschnitt geführt wird, die ringförmige Feder 46, die in einer auf der
Außenfläche der beiden Teile vorgesehenen Rinne liegt, die beiden Teile so ineinanderschiebt, daß der
Ausschnitt völlig geschlossen wird. Diese völlige Schließung des Ausschnittes ist bei dieser Ausführungsform
gemäß der Erfindung durch die besondere Wahl der Größe und Form der Lamellen des einen Gliedes und die Abstandsbleche des
anderen Gliedes so ausgebildet, daß diese sich beim Zusammenfügen zu einer kreisförmigen Scheibe
ergänzen. Die einzelnen Lamellen jedes Teiles sind durch Niete 47, 48 miteinander verbunden. An den
Innenflächen der Teile sind wieder kleine Vorsprünge 49 als Abstandshalter und zur Zentrierung
vorgesehen. Eine Abstreifvorrichtung dieser Form kann vor allen Dingen für das Überziehen von
rechteckförmigen Drähten verwendet werden, bei denen die Breite verhältnismäßig groß gegenüber
der Stärke ist, also vorwiegend bandförmigen Gebilden.
Bei allen Ausführungsformen der Erfindung müssen die beiden Teilglieder genügende Höhe besitzen,
damit ein Verkanten derselben gegenüber dem Draht nicht eintreten kann. no
Durch die beschriebenen Abstreifvorrichtungen wird die Verwendung von Emaillen sehr hoher
Viskosität zum Überziehen rechteckförmiger Drähte verschiedenster Größe und Gestalt möglich gemacht,
wobei gleichzeitig durch die senkrechten Führungsdrähte die bekannte sogenannte Kantenflucht
des Isoliermaterials stark herabgesetzt wird.
Claims (6)
- Patentansprüche:!.Abstreifvorrichtung zur Herstellung gleichmäßiger Isolierüberzüge aus flüssigen Massen auf elektrisch leitenden Drähten rechteckigen Querschnittes, dadurch gekennzeichnet, daß die Abstreifvorrichtung aus zwei L-förmigen, an den Schenkelenden ineinandergreifenden undgegeneinander verschiebbaren Teilen (12, 13) gebildet wird, so daß ein rechteckförmiger Ausschnitt veränderbarer Größe entsteht, daß an den den Ausschnitt bildenden Innenflächen der beiden Teile Vorsprünge (21, 22) vorgesehen sind, die zur Zentrierung des hindurchgeführten Drahtes dienen und daß beide Teile durch Federkraft derart zusammengehalten werden, daß die Vorsprünge stets an den Flächen des Drahtes anliegen.
- 2. Abstreifvorrichtung nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß jedes der beiden L-förmigen Teile an seinen Enden eine Anzahl von flachen Verlängerungen (15, 16) mit gleichen Zwischenräumen aufweist und daß die Verlängerungen des einen Teiles in die Zwischenräume des anderen Teiles bei ihrem Zusammenfügen hineingreifen.
- 3. Abstreifvorrichtung nach Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verlängerungen und Zwischenräume durch lamellenartigen Aufbau der einzelnen Teile gebildet werden, wobei die einzelnen Lamellen abwechselnd kürzere und längere Schenkel (15, 17 und 16, 18) besitzen.
- 4. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die zentrierenden Vorsprünge (21, 22) an den Innenflächen der L-förmigen Teile so bemessen sind, daß zwischen diesen Innenflächen und den Flächen des Drahtes ein der aufzutragenden Isolierschicht entsprechender Zwischenraum gebildet wird.
- 5. Abstreifvorrichtung nach Ansprüchen 1 und 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Zentrierung durch eine an den Innenflächen der L-Glieder angebrachte Anzahl senkrechter Führungsdrähte in Gestalt dünner Stahlsaiten (21, 22) gebildet wird, die auf den Ober- und Unterseiten der Glieder in geeigneter Weise,z. B. durch Löten, befestigt sind.
- 6. Abstreifvorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Teile durch eine sie umgebende Schraubenfeder (23) nachgiebig zusammengehalten werden, die in ihrer Lage durch an sich bekannte Mittel (Rillen, Nuten, Haltebolzen) gesichert ist.Hierzu ι Blatt Zeichnungen© 9511 4.
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