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Stark belastete Lager werden meist mit Umlaufdrucköl geschmiert, das
entweder von einem Hochbehälter zufließt oder durch eine besondere Pumpe oder mehrere
Pumpen an die Schmierstellen gedrückt wird. Da es sich bei diesen hochbelasteten
Lagern meist um große Lager handelt, müssen die Lagerschalen mehrteilig, z. B. vierteilig
sein, besonders wenn sie nicht nur in senkrechter, sondern auch in waagerechter
Richtung Drücke aufzunehmen haben, damit sie zum Ausgleich der Abnutzung nachgestellt
werden können. Für die Einstellung der Lagerschalen werden Beilagen meist aus Blech
in verschiedener Stärke verwendet, damit die Beilagenstärke leicht und schnell verändert
werden kann. Diese Beilagen dürfen aber nicht bis an den Wellenzapfen heranreichen,
weil sonst die Lauffläche desselben angegriffen werden würde und unter Umständen
durch Hineinziehen von Teilen der Blechbeilagen in das Lager Heißlaufen desselben
verursacht werden kann. Aus diesem Grunde bleiben zwischen den Beilägen und dem
Lagerzapfen Öffnungen bestehen, die aber den Nachteil haben, daß an diesen Stellen
das unter Druck stehende Schmieröl in axialer Richtung austreten kann. Dadurch entsteht
ein Ölverlust, der mit dem angewendeten Öldruck steigt. Das aus dem Lager vorzeitig
austretende Öl muß wieder auf den benötigten hohen Druck gebracht werden, was größere
Pumpen und größeren Arbeitsaufwand erfordert.
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Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung zu schaffen, die diesen
Ölverlust bei solchen mehrteiligen Lagerschalen vermeidet, die wegen des großen
Auflagedruckes Drucköl zwischen Zapfenauflage und Lagerfläche zugeführt bekommen.
Sie besteht darin, daß auf beiden Seiten des Lagers in der unteren Hälfte der Lagerschalen
je eine etwa halbringförmige Dichtung angeordnet ist, die einerseits an den aus
dem Lager heraustretenden Wellenzapfen und andererseits an die Stirnseite der Lagerschalen
federnd angedrückt wird. Die Spannung der Andrückfedern wird so eingestellt, daß
die Dichtung den Ölaustritt aus dem Lagergerade verhindert, aber nicht unnötig stark
angepreßt wird. Durch die Anwendung der halbringförmigen Dichtung ist es möglich,
kleinere Ölpumpen zu verwenden und an der Menge des umlaufenden Öles zu sparen.
Infolge der kleineren Pumpen wird auch der Arbeitsaufwand für den Ölumlauf geringer.
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In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt.
Es zeigt Fig. I einen Schnitt durch eine Welle und ihr Lager, Fig. 2 eine in Fig.
I mit einem Kreis bezeichnete Einzelheit in größerem Maßstab, Fig. 3 eine Ansicht
der an den Lagerschalen befestigten Dichtung nach der Erfindung, Fig. 4 einen Schnitt
nach der Linie IV-IV in Fig. 3.
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In Fig. I ist I der Lagerzapfen der Welle, 2 die obere, 3 die untere
Lagerschale, und 4 und 5 sind die seitlichen Lagerschalen. In die Trennfugen 6,
7, die zwischen den seitlichen und unteren und oberen Lagerschalen entstehen, sind
Blechbeilagen eingeschoben (Fig. 2), die eine genaue Einstellung der einzelnen Lagerschalen
ermöglichen. Mit 8 ist die Zuführung des Schmieröles in den Spalt zwischen Lagerzapfen
und Lagerschalen bezeichnet. Infolge des hohen Öldruckes, der dem Auflagedruck nahekommen
soll oder diesen übersteigt, entsteht, wie aus Fig.2 zu ersehen ist, zwischen dem
Wellenzapfen I und der Lauffläche der unteren Lagerschale 3 ein Ölfilm 9, der je
nach den Verhältnissen eine Stärke von einigen hundertstel Millimetern oder mehr
haben kann. Auf diesem Ölfilm schwimmt gewissermaßen der Lagerzapfen auf der Lagerschale.
Es gelangt daher Öl in die Trennfugen 6 zwischen den unteren und den seitlichen
Lagerschalen, und es kann an der Stelle Io in Richtung der Wellenachse in einem
mehr oder weniger kräftigen Strähl aus dem Lager austreten. Um dies zu verhindern,
werden nach der Erfindung, wie in den Fig. 3 und 4 dargestellt, halbringförmige
oder ringteilförmige Dichtungen II verwendet, die an beiden Seiten des Lagers in
der unteren Hälfte angeordnet sind. Diese Dichtungen werden von Winkeln 12 getragen,
die über der Lagermitte an den seitlichen Lagerschalen 4, 5 befestigt sind. Sie
werden einerseits an den aus dem Lager heraustretenden Wellenzapfen I und andererseits
an die Stirnseite der Lagerschalen 3, 4, 5 angedrückt. Das Andrücken erfolgt federnd,
damit ein unnötig hoher Anpreßdruck vermieden wird. Hierfür sind einmal die Tragschrauben
I3 der Dichtung II unter Zwischenschaltung von Federn 14 mit den Winkeln I2 verbunden,
und zum anderen sind Stiftschrauben 15 vorgesehen, die unter Zwischenschaltung von
Federn I6 die Dichtung an die Stirnseiten der unteren und seitlichen Lagerschalen
andrücken.
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Die auf beiden Seiten des Lagers angeordneten halbringförmigen Dichtungen
verhindern nicht nur den Ölaustritt an der Stelle Io in axialer Richtung, sondern
sie dichten auch gleichzeitig den vom Ölfilm 9 ausgefüllten Spalt nach außen ab,
so daß ein Entweichen des Öles entlang dem Lagerzapfen vermieden ist. Die halbringförmigen
Dichtungen II können mit einem geeigneten Lagerausguß, z. B. Weißmetall, versehen
sein, damit günstige Gleitverhältnisse zwischen dem Lagerzapfen i und der Anlauffläche
17 vorhanden sind.