DE900877C - Neigungswaage fuer Mischungen - Google Patents
Neigungswaage fuer MischungenInfo
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Description
Zur Beseitigung der Nachteile, welche z. B. bei der Dosierung von Amalgam für zahnärztlichen Bedarf
dadurch entständen, daß man die Anteile dieser Amalgame mehr oder minder gefühlsmäßig
bemaß, hat man bekanntlich schon Vorschläge gemacht, die Gemischanteile mengen- oder gewichtsmäßig
durch besonders gebaute Einrichtungen mit ausreichender Genauigkeit zu dosieren. Bezüglich
der Genauigkeit sind die nach Gewichten dosierenden Waagen den Einrichtungen überlegen, bei
denen die Gemischanteile volumenmäßig festgelegt werden. Letztere haben zudem leicht Versager, wenn
der körnige Gemischanteil nicht gleichmäßig nachrutscht.
Die auf der Dosierung nach Gewicht arbeitenden, für zahnärztliche Zwecke bekanntgewordenen Waagen
benutzen bisher das Prinzip der Hebelwaage, d.h. sie bedienen sich eines auf einer Schneide
ruhenden, waagerechten Balkens, dessen beide Arme je eine Einheit oder Mehrheit von Lastschalen oder ao
Lastnäpfen zur Aufnahme der Anteile des Wägegutes tragen. Das Längenverhältnis der beiden Arme
oder die Entfernung der Aufnahmeschalen von der Schneide ist hierbei den verschieden schweren Gemischgutanteilen
und den Gewichten der Aufnahme- as näpfe angepaßt, oder es muß ihnen angepaßt
werden.
Diese Apparate arbeiten zwar genau, wiegen aber nur das Mischungsverhältnis und nicht das Gewicht
an sich. Sie sind verhältnismäßig umständlich zu bedienen, müssen ebenso wie die volumenmäßig
dosierenden Apparate teils für jede neue Sorte
Amalgam, oder wenn sonstige, in der zahnärztlichen Praxis mögliche anomale Anforderungen
berücksichtigt werden sollen, erst umständlich ausprobiert und einreguliert werden oder bedürfen der
Anordnung mehrerer verschieb- und einstellbarer, auf besonderem Träger unterzubringender Füllbehälter
mit Regelungsmitteln, wodurch sich ihre Herstellungs- und Anschaffungskosten stark erhöhen.
Alle diese Waagen sind jedenfalls ihrem besonderen Spezialzweck angepaßt und können ohne weiteres
nicht zum normalen Wiegen benutzt werden, vielmehr kann letzteres nur mit einer weiteren Waage
erfolgen.
Weiterhin sind bereits Neigungswaagen bekannt, deren Drehzeiger über eine bogenförmige, ortsfeste
Gewichtsskala und über einen Ausschnitt in der Vorderfläche des Waagengestells sowie über im
Querschnitt sichtbare, zusätzliche, aber verschiebliche Skalenbögen spielt, wobei die Nullmarken
ao der letzteren und der ortsfesten Skala mit der Verschieb erichtung in Linie liegen. Bei der Nullmarke
der bekannten Waagen handelt es sich jedoch nur um eine solche, welche die ein für allemal festliegende,
also starre Gebrauchsstellung der Skalen von Drehzeigerwaagen markiert. Durch Höhenverschiebung
des Trägers der Zusatzskalen wird daher nur die eine Zusatzskala gegen eine andere ausgetauscht.
Die Erfindung hat eine weitere Verbesserung solcher Waagen zum Gegenstand. Sie zeichnet sich
dadurch aus, daß für jeden verschiebbaren Skalenbögen eine in Verschieberichtung liegende Linie
nach bestimmten Gesetzen oder sonstwie durch Merkmale stetig unterteilt ist. Ferner ist der Linie
mit diesen Merkmalen eine Strichmarke zugeordnet, die fest am Gehäuse angeordnet ist, während die
anderen Merkmale mit der die beweglichen Skalen ' tragenden Platte verschiebbar sind. Eine solche Anordnung
hat den Vorteil, daß, falls unter Änderung des Abstandes der verschieblichen Teile von dem
Drehpunkt des Drehzeigers eines von den Merkmalen mit der Strichmarke in Übereinstimmungslage
gebracht wird, hierdurch eine variable Gebrauchsstellung der Skalen erreichbar ist, so als ob
deren Maßstab gleichsam gummiartig zusammengedrängt oder auseinandergezogen würde. Vorzugsweise
weisen der oder die Ausschnitte in der Gestellvorderplatte solche Formen und Abmessungen
auf, daß bei Verschiebung des Zusatzskalenträgers mindestens einer der zusätzlichen Skalenbögen und
die zugehörige Querskala in voller Ausdehnung freigelegt werden.
Die gemäß der Erfindung erzielte Beweglichkeit der Gebrauchsstellung von Gewichtsskalen wirkt
sich praktisch insbesondere auf die Verlegung des Abstandes der Zusatzskala vom Drehzeigermittelpunkt
aus. Hierbei wird die Gebrauchsstellung der Zusatzskalen variabel, und es wird, bildlich gesprochen,
ein Zusammendrängen oder ein Auseinanderziehen des Skalenmaßstabes verwirklicht.
Für zahnärztliche und ärztliche Bedarfszwecke kommt es sehr häufig darauf an, das Mischungsverhältnis
der Wägegutanteile variabel zu gestalten.
Bezeichnet man z. B. bei Bereitung von Amalgamen den Quecksilberanteil mit a, einen ersten zusatzliehen
Stoff, z. B. Silberfeilspäne, mit b, einen weiteren Zusatzstoff, z. B. körniges Zinn, mit C1 so kann
zwar das Verhältnis a:b:c oft auch konstant gehalten
sein, vielfach aber muß z. B. das Mischungsverhältnis a : b auch erheblich geändert werden. Für
Amalgame etwa, die zu zahnärztlichen Zwecken dienen, liegt bekanntlich bei silberarmen Sorten das
Mischungsverhältnis zwischen den Grenzwerten 5:4
und 5:4,7. Für silberreiche Sorten dagegen liegt es zwischen den Grenzwerten 5:6 und 5:7.
Eine Nebeneinanderanordnung so vieler Skalen, wie sie etwa für die Zahnheilkunde benötigt würden,
auf dem gleichen Skalenträger müßte daher entweder das Ablesen außerordentlich erschweren und
zu häufigen Irrtümern und Fehlmischungen führen oder aber zu jeweils umständlichen und die Arbeitszeit
des Zahnarztes unerträglich in Anspruch nehmenden Austauschmaßnahmen führen. Beides ist
für gewissenhafte und für außerdem besonders stark beschäftigte Zahnärzte nicht tragbar.
Zum Mischen der Anteile wird zunächst der
Stoff«, beispielsweise Quecksilber, auf der normalen Grammskala bis zur gewünschten Ziffer aufgewogen,
dann Stoff b, z. B. Süberfeilspäne, auf der ersten Zusatzskala bis zur gleichen Ziffer, weiterhin Stoff c.
z. B. körniges Zinn, auf der zweiten Zusatzskala wieder bis zur selben Ziffer in den Aufnahmenapf
gegeben und so fort, bis das Auswiegen der Mischanteile beendet ist. Das Gesamtgewicht in Gramm
wird dabei auf der Normalskala sofort ausgewiesen.
Für variable Mischungsverhältnisse der Anteile a: b werden somit alle zusätzlichen Skalen im Verhältnis
— unterteilt, und zwar in denjenigen
Stufen, welche voraussichtlich gebraucht werden. Durch eine Verschiebung der die zusätzlichen Skalen
tragenden Fläche in Richtung der Nullinie der Normalskala lassen sich dabei Zwischenwerte in so
weiten Grenzen mit genügender Genauigkeit ablesen, daß die Anzahl der Stufen nicht zu ausgedehnt
gehalten zu werden braucht.
In den Fig. 1 bis 3 der Zeichnungen ist der wie vorstehend entwickelte Erfindungsgedanke in einem
Ausführungsbeispiel zur Veranschaulichung gebracht. Darin zeigt no
Fig. ι die Vorderansicht mit teilweisen Schnitten
auf eine Pendelwaage, bei welcher eine die Zusatzskalen tragende Platte als höhenwärts in dem
Waagengestell verschiebbarer Einsatz angeordnet ist, Fig. 2 eine Grundansicht auf Fig. 1 und
Fig. 3 den in Vorderansicht dargestellten Plattenträger für die Zusatzskalen.
Mit ι ist eine auf dem festen Fußpaar 2 und dem einstellbaren Fuß 3 ruhende Gestellplatte, welche
oberhalb der in Gewichtseinheiten (z. B. Gramm) eingeteilten Normalskala 19 einen Sektorausschnitt 4
besitzt, der gewünschtenfalls auch durch eine Glasscheibe abgeschirmt werden kann, mit 5 ist der
Gelenkzapfen des oberen, gewinkelt ausgeführten Doppelarmes 7, 14 eines den Halter 9, 10 für die
Wiegegutschale 11 tragenden Parallelogrammgelenkgestänges
5, 6, 7, 8, mit 15 ist ein den Gewichtsausgleich der Teile 7 bis 13 ermöglichendes festes
Gegengewicht, mit 16, 17 sind zwei Führungsbahnen für eine die Zusatzskalen 20, 21 aufweisende
Einsatzplatte 31, mit 12 ist eine Auslaufrinne,
mit 13 ist ein Handgriff an der zweckmäßig kegelförmigen, im Sitz 10 leicht aushebbar gelagerten
Wiegegutschale, mit 23 ist eine Pfeilmarke quer zur Nullinie 22 an der Gestellplatte 1 für die Zusatzskalen
20, 21, mit 24, 25 sind zwei von der Nulllinie
22 abzweigende Quereinteilungen, deren einzelne Teilstriche der Pfeilmarke 23 gegenüberstehen
sollen, je nachdem das eine oder andere, variabel zu gestaltende Verhältnis der Mischanteile Anwendung
finden würde, mit 26 sind zwei Lageransätze auf der Rückseite der Gestellplatte 1, mit 27 ist eine
Zahnstange oder ein gezahnter Leistenansatz an der Hinterfläche des Einsatzskalenträgers 31, mit 28 ist
eine in den Lagern 26 drehbare, das Gestell 1 und
den Skalenträger 31 überquerende Achse, mit 29 ist ein mit der Verzahnung der Leiste 27 kämmendes
Ritzel und mit 30 schließlich ein auf dem einen Ende der Achse 28 sitzender Handgriff bezeichnet,
der die Höhenverstellungen des Skalenträgers 31 vornehmen bzw. erleichtern soll.
Zunächst wird die gewünschte Zwischenstufe des variabel zu haltenden Gemischanteilverhältnisses dadurch
eingestellt, daß einer der Teilstriche der Querskalen 24,25 in die Höhe und Übereinstimmungslage
mit der Pfeilmarke 23 auf der Gestelloberfläche ι gebracht wird. Die Normalskala 19
gibt dann bei der Wägung des ersten Stoffanteils dessen Gewicht z. B. in Grammzehnteln an, und die
Skalen 20 oder 21 des auf die Pfeilmarke 23 eingestellten Teilstriches der Querskalen 24 oder 25
geben beim Zuwiegen des zweiten Stoffanteils die erforderliche Menge des letzteren an; bei dieser
Wägung zeigt dann der Zeiger 14 auf der Grammzehntelskala
19 gleichzeitig auch das Gewicht der Mischung an.
Bei Benutzung der Einrichtung als Medikamenten-, Gold- usw. Waage bleibt der Skalenträger
31 unberücksichtigt. Er wird zu diesem Zweck so eingestellt, daß seine Skalen 20, 21, 24, 25 von
der undurchbrochenen Fläche des Skalenträgers 1 abgedeckt sind. Hierbei gibt die Skala 19 immer unmittelbar
das zahlenmäßige Gewicht an.
Durch die in Fig. 1 dargestellte Anordnung eines am Zeigerende mittels geeigneter Haken 23 anzubringenden,
punktiert gezeichneten Zusatzgewichtes 2 in Verbindung mit einer zweiten Skala 1 ga läßt
sich der Wiegebereich für das Abwiegen auch mit unmittelbarer, zahlenmäßiger Gewichtsangabe, z. B.
in Gramm, nach Wunsch und Bedürfnis erweitern. Das Zusatzgewicht kann derart ausgebildet sein,
daß Skala 19 hierbei in dem das Ablesen erleichternden Umfange abgedeckt wird.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Neigungswaage für Mischungen, deren Drehzeiger über eine bogenförmige, ortsfeste Gewichtsskala und über einen Ausschnitt in der Vorderfläche des Waagengestells sowie über im Ausschnitt sichtbare, zusätzliche, aber verschiebliche Skalenbögen spielt, wobei die Nullmarken der letzteren und der ortsfesten Skala mit der Verschieberichtung in Linie liegen, dadurch gekennzeichnet, daß für jeden verschiebbaren Skalenbögen (20,21) eine in Verschieberichtung liegende Linie (22) nach bestimmten Gesetzen durch Merkmale (24,25), z.B. Querstriche, stetig unterteilt ist, daß ferner der Linie-(22) mit Merkmalen (24, 25) eine Strichmarke(23) zugeordnet ist, die am Gehäuse fest ist, während die anderen Merkmale (24, 25) mit der die beweglichen Skalen tragenden Platte (31) solcher Art verschiebbar sind, daß, falls unter Änderung des Abstandes der verschieblichen Teile von dem Drehpunkt (5) des Drehzeigers (14) eines von den Merkmalen (24, 25) mit der Strichmarke (23) in Übereinstimmungslage gebracht wird, hierdurch eine variable Gebrauchsstellung der Skalen erreichbar ist, so als ob deren Maßstab gummiartig zusammengedrängt oder auseinandergezogen würde.
- 2. Neigungswaage nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der oder die Ausschnitte (4) in der Gestellvorderplatte (1) solche Formen und Maße aufweisen, daß bei Verschiebung des Zusatzskalenträgers (31) mindestens einer der zusätzlichen Skalenbögen (20 bzw. 21) und die zugehörige Querskala (24 bzw. 25) in voller Ausdehnung freigelegt werden.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen5660 12.53
Priority Applications (1)
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1939
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