DE898844C - Verfahren zur Verarbeitung von Sulfat- und Natriumsulfitzellstoffablaugen - Google Patents

Verfahren zur Verarbeitung von Sulfat- und Natriumsulfitzellstoffablaugen

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DE898844C
DE898844C DEA13730A DEA0013730A DE898844C DE 898844 C DE898844 C DE 898844C DE A13730 A DEA13730 A DE A13730A DE A0013730 A DEA0013730 A DE A0013730A DE 898844 C DE898844 C DE 898844C
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concentrated
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Robert Sancier Aries
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    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B17/00Sulfur; Compounds thereof
    • C01B17/22Alkali metal sulfides or polysulfides
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C11/00Regeneration of pulp liquors or effluent waste waters
    • D21C11/0014Combination of various pulping processes with one or several recovery systems (cross-recovery)
    • DTEXTILES; PAPER
    • D21PAPER-MAKING; PRODUCTION OF CELLULOSE
    • D21CPRODUCTION OF CELLULOSE BY REMOVING NON-CELLULOSE SUBSTANCES FROM CELLULOSE-CONTAINING MATERIALS; REGENERATION OF PULPING LIQUORS; APPARATUS THEREFOR
    • D21C11/00Regeneration of pulp liquors or effluent waste waters
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Description

  • Verfahren zur Verarbeitung von Sulfat- und Natriumsulfitzellstoffablaugen Die Erfindung bezieht sich auf Verbesserungen bei der Rückgewinnung von Chemikalien aus den Ablaugen von Verfahren zum Aufschluß von faserigen, pflanzlichen Stoffen., wobei die wirksamen Chemikalien Verbindungen von Natrium und Schwefel sind. Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf ein verbessertes Verfahren zur Darstellung und Trennung einer konzentrierten, Natriumsulüdlösung und festen Natriumcarbonats aus den Ablaugen des Sulfat-, sauren Natriumsulfit-und neutralen Natriumsulfitprozesses.
  • Der Sulfataufschlußprozeß verwendet eine Kochlauge, die im wesentlichen Natriumhydroxyd mit merklichen Mengen Natriumsulfid sowie etwas Natriumcarbonat und -sulfat enthält. Die Ablauge aus dem Sulfatverfahren, die etwa 5 bis 15 % Trockenmasse enthält, ist eine Mischung von Natriumsalzen oder Verbindungen von organischen Säuren und Verbindungen mit einer phenolischen Hydroxylgruppe usw. und auch überschüssigem Natriumhydroxyd und -sulfid sowie Natriumcarbonat und Natriumsulfat.
  • Der saure Natriumsulfitiaufschlußprozeß entspricht dem weithin gebräuchlichen Calciumbisulfitverfahren, ausgenommen daß Natrium an Stelle von Calcuim als Basis- dient. Die sich ergebende Ablauge enthält 5 bis. 15% Trockensubstanz und ist eine Mischung von organischen Säuren und Verbindungen mit einer phenolischen Hydroxylgruppe, die in verschiedenen Graden mit Natrium und Schwefeloxyden gebunden sind. Gegenwärtig sind ferner schweflige Säure, Natriumbisulfit und Natriumsulfat.
  • Das neutrale Sulfitaufschlußverfahren verwendet eine Kochlauge, die Natriumsulfit und Natriumcaribonat oder -bicarbonat oder beides enthält. Das Natriumsulfit ist das wirksame Agens beim Aufschlußvorgang, das dazu :dient, die unlöslichen vegetabilischen Bestandteile wie Lignirn usw. in lösliche Sulfonate zu verwandeln. Die- Hauptfunktion des Natriumcarbonats oder -bicarbonats besteht darin, idie schwache Alkalität der Kochlauge durch Bindung mit während des Kochprozesses gebildeten säurehaltigen Stoffen zu erhalten. Beim Sulfitverfahren zur Herstellung von halbchemischer Zellstoffmasse beträgt :das Verhältnis von Natriumcarbonat oder -bicarbonat zum Natriumsulfit i : io bis 3 : io. Die Ablauge aus dem neutralen Sulfitprozeß ist eine komplexe Lösung, die gewöhnlich 5 bis )1.5 % gelöster Trockensubstanz enthält, welche ihrerseits eine Mischung von Natriumsalzen organischer Säuren und Verbindungen mit einer phenolischen Hydroxylgruppe zusammen mit Sulfonaten organischer Stoffe und überschüssigem Natriumsulfit, Natriumcarbonat, Natrium@bicarbonat und Natriumsulfat ,darstellt.
  • Wenn die Ablaugen. aus dem Sulfatverfahren oder einem der Sulfitverfahren oder Mischungen solcher Laugen zu einem brennbaren Rückstand eingedickt werden und dieser verbrannt wird, findet eine aufeinanderfolgende Reihe von Reaktionen statt. Dias Material trocknet zunächst- und verkohlt dann unter Zersetzung von Natrium- und 'Schwefelverbindungen. Etwa die Hälfte des organisch gebundenen Natriums bildet Natriumcarbonat, die andere Hälfte INTatriumsulfat. Die anorganischen Verbindungen von Natrium bilden Mischungen von Natriumcarbonat und Natriumsulfat. Hierbei entweicht eine beträchtliche Menge Schwefel in Form flüchtiger Schwefelverbindungen. Mit fortschreitendem Verbrennungsvorgang verbrennen die flüchtigen Schwefelverbindungen schließlich zu Schwefeldioxyd. Die Natriumverbindungen durchlaufen eine reduzierende Atmosphäre oder einen: Schmelzprozeß, wobei der größte Teil des Natriumsulfats, etwa go%, zu Natriumsulfid reduziert wird, während :der Rest des Natriumsulfats entweder unverändert bleibt oder durch Oxydation eines Teiles des Natriumsulfids neugebildet wird. Diese Aschenmischung, die im wesentlichen aus Natriumcarbonat und Niatriumsulfi.d mit etwas Natriumsulfat besteht, ist bei den vorherrschenden Ofentemperaturen leicht schmelzbar un=d fließt aus- dem Ofen oder Schmelzapparat als geschmolzener Strom gesinterter Asche.
  • Das gewöhnliche Verfahren zur Nutzbarmachung der in dieser geschmolzenen Asche enthaltenen Salze besteht in deren Einbringung in einen Lösekessel zur Bildung einer Lösung aller Natriumsialze der Asche. Beim Betrieb von Ablaugenöfen und Lösekesseln i=st es allgemein üblich, die in den Lösekesseln angesammelte Lösung bei unterhalb 2o% Trockensubstanz mit Unterbrechungen oder stetig abzulassen; :diese Lösung ist als Grünlauge bekannt. Durch Kaustifizieren der sich- ergebenden Lösung durch Behandlung mit Kalk wird das Natriumcarbo.nat in Ätznatron umgewandelt, und es bildet sich eine ätznatron- und natriumsulfidbaltige Lösung, die sich zur Verwendung beim Sulfatprozeß, jedoch weder beim sauren, noch beim- neutralen Sulfitverfahren eignet. .
  • Die Erfindung sieht ein verbessertes Verfahren zur Lösung der geschmolzenen Asche vor, :das direkt zur Darstellung einer starken oder konzentrierten Natriumsulfidlösung, die nur eine begrenzte Menge von: Natriumcarbonat enthält, und festen Natriumcarbonats führt, die beide besonders vorteilhaft zur Herstellung einer oder aller verschiedenen, Kochlaugen dienen können.
  • Dran Verfahren nach,der Erfindung benutzt die heiße geschmolzene oder gesinterte Asche, wie sie aus den Ablaugen eines Sulfat-, sauren Natriumsulfit- oder neutralen Natriumsulfitprozesses oder einer Mischung solcher Ablaugen gewonnen wird, indem .diese eingedickt, verbrannt und reduziert werden.
  • Gemäß der Erfinidung wird derartige geschmolzene oder gesinterte Asche fortlaufend in einen Lösekessel gegeben, der eine Menge heißer starker oder konzentrierter Natriumsulfidlösung enthält, in der Natriumcarbonat begrenzt löslich ist. Hierzu werden beständig starke oder konzentrierte Natriumsulfidlösung und genügend Wasser oder schwache Lösungen gegeben, um den Dampfverlust aus der kochen=den Lösung auszugleichen und -das Natriumsulfid der zugesetzten Asche aufzulösen, während das Natriumcarbonat weitgehend ungelöst bleibt. Aus dem Lösekessel wird fortlaufend starke oder konzentrierte Natriumsulfidlösung mit Natriumcarbonat in Suspension entnommen. Die so entnommene Suspension. läßt man vorteilhaft sich setzen, um das, Natriumcarbonat als Schlamm auszufällen und eine konzentrierte Natriumsulfidlösung zu gewinnen, die in. dem erforderlichen Maß - zum Lösekessel zurückgeleitet wird.
  • Durch Aufrechterhaltung einer stanken oder konzentrierten Natriumsulfidlösung im Lösekessel und beständige Entnahme eines Teiles dieser Lösung, Trennung der schwebenden Niatriumcarbonatbestandteile und Rückführung der hiervon befreiten Natriumsulfidlösung zu den Lösekesseln wird das Natriumcarbonat .der zugesetzten Asche nicht nur mit Ausnahme einer begrenzten Menge an der Auflösung gehindert, sondern auch in einer Menge konzentrierter Natriumsulfidlösung in Suspension gehalten, die weit größer ist als diejenige, die dem Natriumsulfidgehalt der zugesetzten Asche entspricht.
  • Die fortlaufende Entnahme der Natriumcarbonats.uspens-ion in starker Sulfidlösung unter Absetzen des Natriumcarbonatschlammes und Rückleitung der starken Natriumsulfidlösung zum Lösekessel führt zur Aufrechterhaltung einer großen Menge starker Natriumsulfidlösung im Lösekessel, ohne daß sich in :diesem Natriumcarbonat in Suspension ansammelt.
  • Im Gegensatz zum gewöhnlichen Verfahren der Lösung der Asche in Wasser zur Bildung einer Lösung mit beispielsweise 2o% oder weniger gelöster Trockensubstanz, die alle Natriumsalze gelöst enthält, läßt .der vorliegende Prozeß eine große Menge konzentrierter Natriumsulfidlösüng bestehen, worin Natriumcarbonat verhältnismäßig unlöslich ist. Sowürde z. B. eineAsche ausneutraler Sulfita2blauge mit einer Zusammensetzung von etwa 37 Mol Natriumsulfid, 59 Mol Natriumcarbonat und .4 Mol Natriumsulfat bei Auflösung in Wasser zur Bildung einer 2o%igen Lösung (2o% Trockensubstanz) alle diese Salze in Lösung enthalten. Eine konzentrierte kochende Lösung von Natriumsulfid, die i kg Natriumsulfid in 3,5 Liter Wasser gelöst enthält, würde aber nur etwa i o % des gegenwärtigen Natriumcarbonats auflösen und etwa go0/a abscheiden. Sie würde nur etwa 350/0 .des Natriumsulfats lösen und etwa 650/a in Form feiner Kristalle, die sich durch Absetzen leicht trennen lassen, ausscheiden. Mit einer Asche aus Sulfatablauge, die beispielsweise 17M01 Natriumsulfid, 8o Mol Natriumcarbonat und 3 Mol Natriumsulfat enthält, kann sogar ein noch größerer Anteil unlöslichen Natriumcarbonasts aus einer derartigen konzentrierten Natriumsulfidlösung ausgeschieden werden. Die Asche aus der Ablauge des sauren Natriumsulfitprozesses: enthält wegen des starken . Schwefelverlustes während der Verkohlung und Verbrennung ebenfalls eine beträchtliche Menge Carbonat, auch wenn die Ablauge ohne Neutralisierung verdampft wird. Eine derartige Asche kann also 48 Mol Natriumsulfid, 46 Mol Natriumcarbonat und 6 Mol Natriumsulfat enthalten. Eine Asche aus einer Mischung dieser Laugen würde dementsprechend eine in der Mitte liegende Zusammensetzung aufweisen.
  • Die in den Vorgang zurückfließende Natriumsulfidlösung, von der ider Natriumcarbonat- und Natriumsulfatschlamm getrennt ist, kehrt mit . Natriumcarbonat und Natriumsulfat gesättigt zum Lösekessel zurück, und das zur Lösung desNatriumsulfids der Asche zugesetzte Frischwasser löst nur . eine zur- Sättigung der Lösung hinreichende Menge -von Natriumcarbonat und Natriumsulfat auf. Demzufolge wird der größte Teil des Natriumcarbonats und Natriumsulfats aus der geschmolzenenAsche im Lösekessel in Form feiner Kristalle ausgeschieden, die sich durch Absetzen leicht trennen lassen.
  • Das. jeweilige Verhältnis von, nach Albscheidung von Natriumcarbonat in Suspension zurückgeführter konzentrierter Natriumsulfidlösung zu der zugesetzten Frischwassermenge kann verändert werden, jedoch ist die Menge ,der zurückgeführten N atriumsulfidlösung vorteilhaft um ein Mehrfaches größer als die Menge des zugesetzten Frischwassers und der gebildeten frischen Lösung, so daß das Verhältnis von; Natriumcarbonat in Suspension zu Natriumsulfid in Lösung im Lösekessel, aus dem es fortlaufend entnommen wird, nur einen Bruchteil dessen :darstellt, das dem Verhältnis von Natriumcarbonat zu Natriumsulfid in der zugesetzten, Asche entspricht.
  • Die gebildete und aus dem Vorgang entnommene Natriumsulfidlösung ist eine konzentrierte, von schwebenden Natriumcarbonat- und Natriumsulfatbestandteilen freie Natriumsulfidlösung, die nur so kleine Mengen dieser Salze enthält, als in einer derartkonzentrierten Natriümsulfidlösung löslich sind. Das Natriumcaribonat wird direkt als festes Produkt erhalten, das aus dem abgesetzten Schlamm zusammen mit Beimengungen von. Natriumsulfat ausgeschieden werden kann.
  • Die Zurückführung der kornzentrierten Natriumsulfidlösung zu der im Lösekessel enthaltenen großen Lösungsmenge verhindert die Bildung eines konzentrierten Schlammes von suspendiertem Natriumcarbonat und Natriumsulfat in diesem Kessel. In, einer Lösung, in der der Wassergehalt nur etwa 3 bis 4 Liter Wasser pro Kilogramm Netriumsulfid beträgt, ist ein konzentrierter Schlamm mit einem hohen Gehalt an ungelöstem Natriumcarbonat schwer aufzurühren, durch Rückführung der heißen 'konzentrierten Natriumsulfidlösung zum Lösekessel und ständige Entnahme eines Teiles der Lösung und der suspendierten Kristalle wird jedoch eine Überkonzentration suspendierter Stoffe oder die Bildung eines konzentrierten Schlammes vermieden. Die Schaffung einer ;großen umlaufenden Menge konzentrierter Natriumsulfidlösung,rder die heiße Asche zusammen mit Frischwasser-zugesetzt wird, vermeidet die Gefahr heftigerExplosionen infolge der Berührung der heißen Asche mit der Lösung und erleichtert das Löschen und die Auflösung des Natriumsulfi:ds der zugesetzten Asche und die Behandlung des entstehenden Schlammes oder der Suspension von Carbonat- und Sullfatkristallen in der konzentrierten Sulfidlauge, während die Gefahr einer Überkonzentration vermindert wird.
  • Ein :den Protzeß und: die Apparatur zu dessen Durchführung schilederndes Bild ist in Fig. -i der Zeichnungen gezeigt. Der in üblicher Form gezeigte Lösekessel -i, enthält eine Menge konzentrierter Sulfidlauge und ist mit einem Rührwerk versehen. Die bei 2 angedeutete geschmolzene oder gesinterte Ofenasche strömt, wie bei 3 angedeutet, in geschmolzenem Zustand zum Lösekessel, während eine regulierte Wassermenge aus :einem Behälter 4 durch Leitung 5 zum Lösekessel fließt. Aus dem Lösekessel wird die suspendiertes Natriumcarbonat und -sulfat enthaltende Grünlauge abgelassen und zu einem Klärkessel 7 -geleitet, der mit einem Bodendrehventil oder einer anderen der kontinuierlichen Schlammentnahme dienenden Vorrichtung 8 versehen ist, aus dem bzw. der der abgesetzte Carbonatschlamm zusammen mit.dem etwa: gewünschten Anteil beigemengter oder absorbierter Lauge dem Prozeß entzogen und, wie bei 9 angedeutet, gesammelt wird.
  • Die ;geklärte Grünlauge oder konzentrierte Sulfidlauge wird aus dem Klärkessel 7 abgelassen und, wie bei io angedeutet, durch die Leitung i i zum Lösekessel zurückgeführt. Der größere Teil der Natriumsulfidlauge wird so zurückgeleitet und dem Prozeß wieder zugeführt, während ein Teil bei i2 fortlaufend entnommen wird.
  • Bei Ingangsetzung des. Prozesses mit frischem Wasser im Lösekessel nimmt die Konzentration des Natriumsulfids zu, und mit der Klärung und dem Wiedereinsatz der Sulfidlauge nähert sich die Sulfidlaugenkonzentration einer gesättigten Lösung und bleibt vorteilhaft als solche bei oder in der Nähe ihrer Siedetemperatur mit einem Gehalt von i kg Natriumsu@lfid auf 3 bis 4 Liter (kg) Wasser bestehen.
  • Die Konzentration der gebildeten Sulfidlösung wird durch die Menge des Zusatzwasseris im Verhältnis zur Menge der zugesetzten geschmolzenen Asche reguliert und ist weit geringer, als zur Lösung des gesamten Natriumcarbonats der zugesetzten Asche erforderlich ist. Bei Gegenwart von Natriumsulfid in zunehmender Konzentration wird jedoch die Löslichkeit des Natriumcarbon.ats beträchtlich reduziert. Wird eine Zusatzwassermenge von etwa 3 bis 4 Liter Wasser pro Kilogramm Natriumsulfid 'in der zugesetzten Asche verwendet, so ist die Menge des in der heißen Lauge gelösten Natriumcarbonats geringer als die Menge des Natriumsulfids. Werden. etwas größere Wassermengen, etwa 5 Liter pro Kilogramm Natriumsulfid, verwendet, so wird eine größere Menge Natriumcarbonat im Überschuß zur Sulfid.#nenge gelöst. In oder Asche aus. dem Sulfatprozeß ist jedoch die Carbonatmenge so viel größer als die Natriumsulfidmernge, daß nur ein kleiner Teil des Natriumcarbonats in einer Lösung von dieser Stärke aufgelöst wird. Bei Verwendung von Asche aus. dem. neutralen. Sulfid= prozeß, .die einen höheren Prozentsatz Natriumsulfid und eine Carbonatmenge enthält, die gewöhnlich weniger als die doppelte Sulfidmenge beträgt, müßten stärkere Lösungen verwendet und weniger Wasser zugesetzt werden, um das Sulfid aufzulösen, während' Idas Carbonat weitgehend ungelöst bleibt, z. B. 3 bis 4 Liter Wasser pro Kilogramm Natriumsulfid, so daß die Menge des gelösten Natriumcarbonats wesentlich geringer ist als die Menge des gelösten Natriumsulfids. Die Zus@atuwassermenge müßte mehr lals etwa 21 Liter pro Kilogramm Natriumsulfid in der Asche betragen und ausreichen,- um Übersättigung und Erstarrung oder Verstopfung von Rohrleitungen zu verhindern. Es müßte natürlich genügend zusätzliches Wasser zugesetzt werden, um den Dampfverlust aus dem Kochvorgang auszugleichen.
  • Wo die gelöste Asche einen verhältnismäßig niedrigen Sulfidgehalt und einen hohenAnteil Natriumcarbonat aufweist, reißt- die große Menge des gebildeten Natriumcarbonatsdhlammes eine beträchtliche Menge starker Natriumsulfidlösung mit sich. Dies ergibt sich, wenn die Asche aus Sulfatablauge oder durch Verbrennen. neutraler Sulfitabllauge zusammen mit großen Anteilen, von Sulfatablauge hergestellt wird.
  • Bei der Behandlung geschmolzener Asche von so niedrigem Natriumsulfidgehalt wird der Carbonatschlamm vorteilhaft filtriert und mit Frischwasser oder im Prozeß verwendeten schwachen Laugen gewaschen, während die aus dem Schlamm entfernte Sulfidlösung zusammen mit der erforderlichen Menge Frischwasser oder schwachen Laugen zum Lösekesisel zurückgeleitet wird. Dies hat den Vorteil, einen Carbonatschlamm mit stark vermindertem Sulfidgehalt zu ergeben und die so aus dem Schlamm ausgewaschene Sulfidlösung Zum Lösekessel zurückzuführen.
  • Bell der Behandlung derartiger Asche bedient man sich vorteilhaft einer etwas abgeänderten Ordnung der Betriebsvorgänge, wie sie in Fig. 2 dargestellt ist. Dieses Bild demjenigen der Fig. i, enthält jedoch noch ein Filter zum Filtrieren des Caribonatschlammes und zum Auswaschen desselben mit Frischwasser unter Rückführung des Waschwassers zum Lösekessel.
  • In Fig. 2 ist der Lösekessel in üblicher Form bei a1 angedeutet. Er enthält starke Natriumsulfidlauge und ist mit einem Rührwerk versehen. Die mit 22 bezeichnete geschmolzene oder -gesinterte Ofenasche strömt in geschmolzenem Zustand, bei 23 zum Lösekessel. Aus dem Lösekessel wird die suspendiertes Natriumcarbonat und sulfat enthaltende Grünlauge durch Rohrleitung 24 zum Klärkessel 27 abgelassen, der mit einem Bodendrehventil oder einer anderen Vorrichtung 28 zur fortlaufenden Entnähme ausgerüsitet ist, durch welche der abgesetzte Carbonatschlamm zusammen mit beigemengter oder absorbierter Lauge im gewünschten Mengenverhältnis zu einem Filter 29 in üblicher Form geleitet wird.
  • Die geklärte starke Sulfidlauge wird aus dem Klärkessel 27 durch die Leitung 3o abgelassen, und der größere Teil davon wird durch die Rohrleitung 31 zum Lösekessel geführt, während ein Teil fortlaufend durch die Leitung 32 zum Sulfidlaugenkes.sel 33 abgelassen wird.
  • Der Carbonatschlamm wird( im Filter 29 durch eine geregelte, aus dem Wasserbehälter 24 durch die Leitung 25 zum Filter geführte Wassermenge ausgewaschen. Das Waschwasser aus dem Filter wird durch .die Leitung 26 zum Lösekessel geleitet.- Der Wasserstrom wird so geregelt, daß sich im Filter 29 mittels Leitung 25 der gewünschte Auswaschungsgra,d ergibt. Aus dem Filter wird .der Carbonatschlamm mit beigemengtem Wasser aus dem Waschvorgang durch die Leitung 34 zum Schlammbehälter 35 abgelassen.. Ein besonderes Wasserleitungsrohr 36 ist mit einem Regelventil versehen, um die Wasserzufuhr unmittelbar zum Lösekessel zu ermöglichen, damit bei unzureichendem Waschwasser der Wasserstand in diesem aufrechterhalten wird.
  • Der durch Fig. 2 ,dargestellte Betriebsverlauf entspricht demjenigen der Fig. i, mit Ausnahme des Filtrierens und Waschens des Carbonatschlammes durch das im Lösekessel verwendete Frischwasser. Die heiße, geschmolzene Asche wird fortlaufend dem Lösekessel zusammen, mit einer entsprechenden Menge Frischwasser, schwacher Laugen oder Auswaschungen des Filterkuchens zugesetzt, die aus dem Cärbonafischllamm ausgewaschenes Natriumsulfid in Lösung mit sich führen: Die suspendiertes Natriumcarbonat enthaltende, starke Natriumsulfidlösung wird stetig dem Klärkessel zugeleitet, in dem sich der Carbonatschlamm arbsetzt. Der größte Teil der geklärten: Sulfidlauge wird ebenso in den Lösekessel zurückgeleitet und der Überschuß als die gewünschte Sulfidlösung entnommen, Bei diesem Betriebsablauf kann die in dem im Klärkessel sich absetzenden und zum Filter wandernden Schlamm absorbierte Natrium@sulfiidlösung durch Auswaschen mit der Wassermenge entfernt werden, die zur Ergänzung des Wasserverlustes während des Betriebsvorganges erforderlich ist, wobei das Spülwasser zum Lösekessel zurückgepumpt wird. Der lause .dem Vorgang gezogene, ausgewaschene Schlamm oder Filterkuchen enthält viel weniger absorbiertes Natriumsulfid als in den Fällen, wo der Filtrier- und Waschvorgang nicht stattfindet. Die so. verwendete Waschwassermenge vermag wohl nicht die gesamte Menge des im Carbonatschlamm steckenden Natriumsulfids auszuwaschen; dieser Schlamm kann jedoch durch weitere Auswaschung von dem verbliebenen Natriumsulfid befreit werden. Die geringe Menge des im Schlamm zurückbleibenden Natriumsulfids ist jedoch unwesentlich.
  • Die gesinterte Asche führt der Lauge im Lösekessel beträchtliche Wärme zu, die durch Wärmeverluste in der Anlage und ebenso durch Verdampfung von Wasser aus der Lauge ausgestrahlt wird. 0,4541g geschmolzenen Niatriumsulfids bei einer Ofentemperatur von etwa 83o°' führen dem Lösekessel beim Abkühlen und Lösen etwa 185 kcal zu. Desgleichen führen 0,454 kg geschmolzenen Natriumcarbonats etwa io.o kcal beim Abkühlen und weitere 23 kcal beim Lösen zu. Nur wenige Prozente dieser Wärme werden durch Ausstrahlung aus den Löse- und Klärkesseln ausgeströmt. Ein Teil der Wärme dient zur Erwärmung des bzw. der zur 'Ergänzung erforderlichen Wassers bzw. der schwachen oder Waschlaugen je nach der Aschenzusammensetzung und der Wassertemperatur. Die übrige Wärme wird durch Verdampfen von Wasser aus der Lauge :des Lösekessels ausgestrahlt. Auf diese Weise verdampfen o,2 bis o,6 kg Wasser pro Kilogramm Asche aus dem Lösekessel.
  • Es ist wichtig, diaß dieser Dampf glatt aus der Lauge entweichen kann, auch wenn die Ausströmgeschwindigkeit der geschmolzenen Asche .aus dem Ofen plötzlich stark zunimmt, wie dies nach zeitweiser Verstopfung der Ofenabstichöffnungen eintreten kann. Sonst würden Explosionen verursacht. Solche Explosionen treten auf, wenn der Inhalt des Lösekessels nicht genügend umgerührt wird, auch wenn Lösungen von nicht über 2o °/o gewünscht werden, wie dies beim Sulfatprozeß üblich ist. Sind viel stärkere Lösungen -erforderlich, so ist die Gefahr solcher Explosionen entsprechend größer. Aus diesem Grunde müssen so starke Lösungen verhältnismäßig frei von suspendierten Stoffen sein, damit das verfügbare Rührwerk ein Maximum an Turbulenz bewirken kann. Dementsprechend wind vorteilhaft Lauge aus dem Lösekessel zur Klärung und zum Wiedereinsatz in ausreichenden Mengen entnommen, um das suspendierte Natriumcarbonat im Lösekessel unter o,6 kg pro Liter Lauge und ungefähr auf o,a12 kg pro Liter zu halten.
  • Die Rückführungsgeschwindigkeit richtet sich nach der Zusammensetzung ,der Asche, .d. h. nach der Art der verbrannten Ablaugen. So würden 45,4kg-Mol (1oo Mol) Asche aus saurer Natriumsulfitablauge 211,8 kg-Mol (48 Mol) Natri.umsulfit, 2o,9 1ä Mol (46 Mol) Natriumcarbonat und 2,7 k,-, Mol (6 Mol) Natriumsulfat enthalten. Pro Liter Sulfidlauge würden im Falle einer sauren Natriumsulfitaiblauge etwa 278 g, im Falle einer neutralen Sulfitablauge etwa 492 g und im Falle einer Sulfatlauhe etwa 1654g suspendierter Trockensubstanz gebildet werden. Während es sich 'hier um sehr unterschiedliche Werte handelt, ist in allen Fällen Rückführung (Wiedereinsatz) und Klärung zu einem sicheren Betrieb erforderlich, wenn hochkonzentrierte Sulfüdlösungen dargestellt werden sollen.
  • Bei .der Verarbeitung der Asche eines Zellstoffwerkes mit saurem Natriumsulfitverfahren und etwa Zoo t Tagesleistung beträgt der Aschenanfall 16,35 kg-Mol pro Stunde. Diese Asche enthält etwa 620 kg Natriumsulfid, 81o kg Natriumcarbonat und 174,75 kg Natriumsulfat pro Stunde. Zur Darstellung einer Sulfidlauge mit etwa 1,59 kg Wasser auf 0454 kg Natriumsulfid kann die Menge der zum Lösekessel zurückgeführten . geklärten Lauge im Überschuß 5448o kg pro Stunde betragen, während die Menge zurückgewonnener geklärter Lauge etwa 2p24 kg mit einem Gehalt von 59o,2 kg Natriumsulfid, 19o,7 kg Natriumcarbonat und 1o8,96 kg Natriumsulfat pro Stunde erreicht. Die gebildete suspendierte Trockensubstanz, etwa 635,6 kg pro Stunde, würde ohne Klärung und Wiedereinsatz etwa 01,27 kg pro Liter erreichen. Jedoch durch Klärung und Wiederumlauf bei einer Geschwindigkeit von 756 Liter pro Minute würde die suspendierte Trockensubstanz auf etwa 0,0014 kg pro Liter im Lösekessel gehalten. Wenn nün plötzlich die Aschenmenge einer dreistündigen Produktion in den Lösekessel mit 56 7oo Liter Fassungsfähigkeit entleert würde, wündie die Trockensubstanz auf etwa o,o5 kg pro Liter anwachsen. Dieser Wert liegt noch weit unter dem Gefahrenpunkt für Explosionswirkungen. Das zur Lösung der heißen Asche erforderliche Wasser beträgt 1816 kg pro Stunde, und! weitere 545 kg pro Stunde werden als Ersatz für Verdampfungsverluste benötigt. Der ausgewaschene Schlamm führt dann noch 318 kg pro Stunde mit sich. Von dieser Gesamtmenge von 2679 kg Wasser pro Stunde genügen etwa 68,1 kg bei Verwendung eines Filters zum völligen Auswaschen des Carbonatfilterkuchens von Sulfid. Der Restdes Wassers wird mit dem Filterwaschwasser direkt dem Lösekessel zugeführt. Die Waschwassermenge richtet sich nach der Bauart des verwendeten Filters und dem gewünschten: Reinheitsgrad des Filterkuchens.
  • Asche aus Sulfatablauge ist reicher an Carbonat und ergibt so verhältnismäßig weniger Sulfidlauge und mehr Carbonatschlamm. Mischungen von Sulfat mit sauren oder neutralen Natriumsulfitablaugen ergeben Aschenzusammensetzungen von in der Mitte liegenden Werten.
  • Die durch den geschilderten Prozeß dargestellte starke Natriumsulfidlösung mit ihrem verhältnismäßig geringen Gehalt an Natriumcarbonat und Natriumsulfat kann vorteilhaft zur Herstellung von Kochlaugen von hohem Natriümsulfidgehalt dienen. Diese starkenNatriumsulfidlösungenwerden mit Vorteil auch zwecks Oxydation des Natriumsulfids zu Natriumsulfit verwendet.
  • Wo ein im wesentlichen von Natriumsulfid freier Natriumcarbönatschlammerwünscht ist, kann dieser mit einer begrenzten Menge Wasser weiter ausgewaschen werden, um .die darin -hoch enthaltene kleine Menge Natrium.sulfid herauszulösen und: ein Natriumcarbonatprodukt zu erzielen., das sich gut zum Sulfitieren zur Verwendung beim :sauren oder neutralen Natriumsulfitkochprozeß eignet.
  • DurchBestehenlassen einer großenMenge starker Natriumsulfidlösung im Lösekessel und durch Zusatz vomAsche und frischen Wassers: in bestimmtem Mengenverhältnis zurLösung,des frischen Natriumsulfid's zwecks Bildung einer konzentrierten Lösung wird fortlaufend eine konzentrierte Natriumsulfidlösung erzeugt, aus dem das gebildete Natriumcarbonat fortschreitend durch Klärung und Wiederumlauf derLösung ausgeschiedenwird, so daß überschüssige Schlammbildung im Lösekessel verhindert und eine Natriumsulfl-dlösung von hoher Konzentration unmittelbar erzeugt wird.
  • Es erhellt, daß die aus dem Vorgang gezogene Menge Natriumsulfidlauge bei regulär verlaufendem Betrieb -der Menge frischer Lösung entspricht, die aus der zugesetzten Asche und dem Zusatzwasser .gebildet wird. Das Natriumcarbon.at wird ebenfalls, mehr oder weniger stetig nach Maßgabe seiner Ausscheidung im Lösekessel entnommen.
  • Die beiden so dargestellten. und dem Vorgang entzogenen Produkte sind nun die konzentrierte Natriumsuffidlösung und das feste. Natriumcarbonat. Beide ergeben sich unmittelbar als Produkte des Lösungsvorgangs aus gesinterter oder geschmolzener Asche -und einer entsprechenden Menge Wasser, d'ie in einer großen Menge starker Natriumsulfidlösung zusammengebracht werden.
  • Diese direkte Darstellung einer konzentrierten Grünlauge oder Natriumsulfiidlösung bietet viele Vorteile. Diese Sulfidlawge ist verhältnismäßig frei von Natriumcarbon.at und -sulfat und kann. zur Lieferung von Natriumsulfid für den Sulfatprozeß dienen. Das gesondert regenerierte Natriumcarbonat kann zur Bildung einer Natriumcarbonatlösung gelöst und zur Darstellung von Ätznatron besonders. kaustifiziert werden, ehe es der Natriumsulfidlösung zugemischt wird.. Auf diese Weise wird zur Kaustifizierung weniger Lösung benötigt, als wenn, die gewöhnliche natriumcarbonat- und natriumsulfidhaltige Lösung kaustifiziert wird; auch tritt während des Kaustifizierens weniger Korrosion auf. Der beim Kaustifizieren gebildete Calciumcarbonatschlam,menthält weniger Natriumsulfid und kann vorteilhafter behandelt werden als der beim Kaustifizieren einer Mischung von Carbonat und Sulfitlaugen entstehende Calciumcarbonatschlamm.
  • Ein weiterer Vorteil des gesonderten Kaus,tifizierens von Natriumcarbonat besteht darin, daß es dadurch möglich wird, die Kaustifizierungsreaktion bei stärkerer Verdünnung als gegenwärtig üblich durchzuführen und mit einer für den Kochvorgang genügend starken Lauge zu beenden. Es ist bekannt, daß die Umwandlung von Natriumcarbonat in Ätznaitron mit der Verdünnung zunimmt. Bei gesonderter Behandlung von Natriumcarbonat kann dieses bei viel niedrigerer Konzentration kaustifiziert und- die kaustische Lösung konzentrierterNatriumsulfidlösung zugemischt werden, um,die Mischung auf Kochlaugenstärke zu bringen.
  • Das verbesserte Verfahren nach der vorliegenden Erfindung ist auf die Verarbeitung (Behandlung) der Ablauge aus dem Sulfatprozeß anwendbar und ermöglicht die Rückgewinnung des Natriumsulfids in Form einer konzentrierten oder gesättigten Lösung und des Natriumcarbonats als gesondertes festes Produkt.
  • Die Erfindung wird ebenfalls vorteilhaft bei der Ablauge aus dem sauren und neutralen Sulfitverfahren angewandt, wo- die Asche aus dem Ofen einen größeren Anteil an Natriumsulfid als beim Sulfatprozeß aufweist, das. gesondert als konzentrierte oder gesättigte Lösung zusammen mit in richtigem Verhältnis beigemengtem Natriumcarbonart in einer Form regeneriert wird, die sich für die Behandlung durch Oxydation zur Bildung von Natriumsulfit für weitere Verwendung im sauren oder neutralen Sulfitprozeß eignet.
  • Das. verbesserte Verfahren kann auch mit Vorteil bei in wechselnden Verhältnissen zusammengemischten Sulfat- und sauren und neutralen Natriumsulfitablaugen Anwendung finden, da es ermöglicht, aus der aus Iden zusammengemischten Ablaugen erzeugten :gesinterten: oder geschmolzenen Asche eine verhältnismäßig carbonatfreie konzentrierte Natriumsarlfidlösung und ein festes N:atriumcarbonatprodukt auszuscheiden; @diest . Produkte können besonders behandelt oder in jedem gewünschten Verhältnis zur Darstellung frischer Kochlauge für .den Sulfat- oder sauren oder neutralen Natriumsulfitprozseß verbunden werden.
  • Das Verfahren mit gesonderter Darstellung und Rückgewinnung einer konzentrierten Sulfidlauge und eines- Garbonatschlammes bietet viele Vorteile gegenüber den üblichen Verfahren mit schwacher Grünlauge, bei denen das Carbonat und das Sulfid in Lösung gegenwärtig sind und, zusammen behanidelt werden, z. B. durch Kaustifizieren zwecks Bildung .einer Sulfatkochlauge. Durch Abscheidung und Gewinnung der Grün-lauge in konzentrierter, nur eine geringe Menge Carbonat enthaltender Form und- durch gesonderte Rückgewinnung des verhältrnismäßig sulfidfreienNatriumcarbonats kann dieses zur Bildung einer besonderen Lösung dienen und kaustifiziert werden und -das Sulfid der Natronlauge in richtigem Verhältnis für Kochzwecke zugesetzt werden. Diese Trennung und Wiedervereinigung ermöglicht :den Sulfatzellstoffwerken die Darstellung von Kochlaugen mit wechselndem Gehalt von Ätznatron und Natriumsulfid. Hierdurch ergibt sich die Möglichkeit, verschiedene Köcher desselben Zellstoffwerkes mit verschiedenen Holzarten und mit Kochlaugen verschiedener Zusammensetzung zu betreiben; das- Verhältnis von Ätznatron und Sulfid zu regeln und diese Verhältnisse zu ändern. Beim kontinuierlichen Kochprozeß ermöglicht die Trennung der Natriumsulfidlösung und des Natriumcarbonats und die gesonderte Kaustifizierung des Natriumcarbonats den Zusatz des Ätznatrons oder des Sulfids oder Mischungen derselben in verschiedenen Mengenverhältnissen in aufeinanderfolgenden Stufen des kontinuierlichen Prozesses oder den Zusatz einer größeren Menge des einen oder anderen der Chemikalien während des Prozesses. Das Sulfid kann also am Anfang oder in einer Zwischen- oder eirner späteren Stufe des Kochvorganges zugesetzt werden.
  • Wo in, einer Anlage zugleich ein Kocher für Sulfat und ein Kocher für neutrales Sulfit betrieben werden, können die Ablaugen. mit Vorteil vermischt und zusammen behandelt werden. Die mehr alkalische Sulfatablauge verhindert bei Zusammenmischen mit der mehr neutralen Sulfitlauge Säurebildung und vermindert die Korrosion während der Verdampfung. Saure Natriumsulfitablaugen können direkt oder nach Neutralisierung mit dem durch das vorliegende Verfahren aus der Asche ausgeschiedenen Natriumcarbonat eingeengt werden. Alle diese Ablaugen können, mit neutralisierter saurer Natriumsulfitablaubge zusammengemischt ,verden. Nach Einengung, Verbrennung und Reduktion in einem Reduktions- oder Schmelzofen kann die erhaltene gesinterte oder geschmolzene Asche ohne Rücksicht auf die in ihr enthaltenen Sulfid-oder Garbonatanteile mit Hilfe des vorliegenden Verfahrens verarbeitet und das Sulfid. und Carbonat gesondert in einer Form zurückgewonnen werden, die zur Behandlung oder zur Wiedervereinigung zwecks Verwendung beim Sulfatverfahren byesonders vorteilhaft ist, während das Natriumsulfi.d nach Oxydation zu Natriumsulfit und Mischung mit der richtigen Menge Natriumcarbonat die Chemikalien. für das neutrale oder das saure Sulfitkochverfahren liefert.
  • Welches auch die Mengenverhältnisse der in den Kochprozessen (Sulfat, saures oder neutrales Natriumsulfit) verwendeten Chemikalien und von Natriumsulfit und Natriumcarbonat in ,der Asche aus ,dem Reduktionsofen sein mögen, das vorliegende Verfahren ermöglicht die getrennte Rückgewinnung von Sulfid und Carbonat in besonders vorteilhafter Form zur Darstellung weiterer Mengen Kochlaugen.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Verarbeitung von Sulfatund' Natriumsulfitzellstoffablaugen, gekennzeichnet durch fortlaufende Einleitung von hauptsächlich Natriumsulfid und -carbonat enthaltender gesinterter Asche aus der Verdampfung, Verbrennung und Reduktion solcher Ablaugen,ineine große, umlaufende Menge heißer, konzentrierter, suspendiertes Natriumcarbonat enthaltender Natriumsulfidlauge, stetige Zugabe von Wasser in diese Masse in einem Mengenverhältnis, daß weitere Mengen konzentrierter Natriumsulfidlösung mit dem zugesetzten Natriumsulfid der geschmolzenen Asche und zusätzliche Mengen suspendierten Natriumcarbonats in .der umlaufenden Masse gebildet werden, stetige Entnahme eines Teiles der konzentrierten Natriumsulfidlösung und des suspendierten Carbonats aus der umlaufeniden Masse, Abscheidung suspendierten Carbonats aus derselben, fortlaufende Rückführung eines Teiles der erhaltenen klaren, konzentrierten Natriumsulfidlauge in dlie umlaufende Masse und beständige Entnahme eines Teiles der konzentrierten Natriumsulfidlauge.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens ein Teil des fortlaufend zur Lösung des Natriumsulfids zugesetzten Wassers zunächst zur Auswaschung des Carbonatschlammes zwecks Entfernung von Natriumsulfid aus diesem unter Rückleitung des so entfernten Natriumsulfids in den Lösungsvorgang dient.
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