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Maschine zur Druck- und Wärmebehandlung von Strümpfen aus Polyamid-Material
auf Formen Die Erfindung bezieht sich auf eine Maschine zur Behandlung won Strümpfen
aus Po-lyamid-M,aterial auf Formen in geschlossenen Behältern. ;Die bisher bekannten
Maschinen zur Durchführung solcher Behandlung, also zum Appretieren der vorher auf
Formen gezogenen Strümpfe im Behandlungsbehälter, arbeiten entweder in der Weise,
daß der Behälter während der ganzen Zeit, die zum Ausbringen der auf den Formen
sitzenden behandelten Strümpfe und zum Einbringen der neu zu be-. handelnden Strümpfe
erforderlich ist, offen bleiben muß, wodurch unerwünscht lange Wartezeiten, also
eine schlechte Ausnutzung der Maschine, sowie auch eine starke Belästigung des mit
,dem Ein- und Ausbringen beschäftigten Personals verbunden ist. Oder man h.at Behälter
-mit einer auf und ab fahrbaren Glocke verwendet, in die vor Beginn der Behandlung
ein mit den Formen und aufgezogenen StrÜmpfen beschickter Aufnahmetisch eingefahren
wind. Dieser Aufnahmetisch bildet dann nach Senken der Glocke den Behälterboden
und wird nach Beendigung der Behandlung als Ganzes wieder herausgefahren. Dabei
müssen jedesmal die erforderlichen Verbindungen und Anschlüsse an den zugleich als
Behälterboden dienernden Aufnahmetisch .der Behandlungsformen angebracht werden,
und zum Auswechseln der Behandlungscharge wird auch der Aufnahmetisch durch einen
neuen, inzwischen beschickten Tisch ersetzt und angeschlossen. Die verschiedenen
Tische sind dabei je
für sich drehbar, um das Aufsetzen und Abnehmen
.der Strümpfe auf den Formen zu erleichtern.
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Andere bekannte Maschinen arbeiten wiederum in der Weise, ,daß die
Formen., ,auf -die die Strümpfe in Vorbereitung der Behandlung aufgezogen wer-.den,
auf denen sie .dann während der Behandlung im Behälter bleiben und von denen sie
schließlich nach der Behandlung wieder abgenommen werden, an einem drehbaren Formenträger
befestigt sind, der .drei Arlbeitsstellen -für die -genannten drei Arbeitsphasen
besitzt. Hier ist das Auswechseln ,der verschiedenen Behandlungschargen schon etwas
erleichtert, da nicht mehr einzelne Aufnahmetische ein- und .ausgefahren zu werden
,brauchen, sondern nur noch der gemannte drehbare Fommenträger zwischen den verschiedenen
Behandlungsschritten weitergedreht zu werden -braucht. Die ibekannten Maschinen
.dieser Art haben aber, abgesehen von der sehr wenig raumsparenden horizontalen
Anordnung der an den Fonmenträger anzuschließenden hin und her fahrbaren Behandlungsglocke,
ebenso den Nachteil, daß die an dem Behandlungsträger sitzenden Arbeitsstellen jedesmal
auch gleichzeitig den Boden bzw. die Abschlußwand der anzuschließ@enden Behandlungsglocke
bilden.
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Nun liegt es aber im Interesse einer gleichmäßigen Behandlung der
Strümpfe und -einer schnellen Arbeitsweise, wozu auch die schnelle Einstellung der
optimalen Behandlungsbedingungen im Innern des Behälters gehört, daß das Behandlungsmedium
unmittelbar am Standende der Formen, bei vertikaler Anordnung also am Boden ,des
Behandlungsbehälters, eingelassen wird. Wenn nun der Boden des, Behälters, wie es
bei den erwähnten bekannten Anordnungen der Fall ist, gleichzeitig zur Aufnahme
der Behandlungsformen dient oder zum Auswechseln .der Behandl,ungssteillen als drehbarer
Trägerteil ausgebildet ist, so gestaltet sich offensichtlich die gleichzeitige Zuführung
des Behandlungsmediums, z. B. des Dampfes, schwierig, weil dann die Dampfleitungen
.durch einen beweglichen Teil geführt werden müßten, wodurch die Ahdichtung der
Anschlüsse komplizierter wird.
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Diesen Mängeln hilft die Erfindung durch einen neuartigen Gesamtaufbau
,der BehänIdlungsmaschine ab, der dadurch einfacher und für den Dauerbetrieb mit
dem zuzuführenden Heiz- und Druckmedium geeigneter ist, .da:ß ,der Boden des Behandlungsbehälters
im wesentlichen ortsfest, auf jeden Fall von allen Quer- oder Drehbewegungen befreit
ist und zu diesem Zweck von der gleichzeitigen Aufgabe, auch noch als beweglicher
Träger für das Zu-und Abfuhren der Behandlungsformen .zu dienen, entlastet ist.
Aus diesem Grunde wird erfvnd'ungsgemä.B die Anordnung so, getroffen, ,daß die Zuführung
des Heiz- und Druckmediums durch den im. wesentlichen ortsfesten Bodenteil des B-eh.andlungsbehälters
erfolgt, .daß aber für .das Zu- und- Abführen der Behandlungsformen ein selbständiger,
von den Teilen des Behandlungsbehälters unabhängiger Trägerteil dient. Dieser Trägerteil
;besitzt die Gestalt einer horizontalen Drehscheibe, auf der die verschiedenen Formhalterstellen
angebracht sind. Die .für den Behandlungsschritt jeweils vorgesehene Formhalterstelle
wird dann während :der Behandlungsdauer nur zwischen die in vertikaler Richtung
auseinander- und zusammenfahrbaren Behälterteile geklemmt, und die Zuführung des
Heiz- und Druckmediums erfolgt von dem im wesentlichen ortsfesten Bodenteil des
Behälters aus durch eine Bohrung der die Formen tragenden Drehscheibe.
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Auf .diese Weise kann man also einerseits das Heiz- und Druckmedium
an der für die schnelle Einstellung der Behandlungsverhältnisse im Innern des Behälters
günstigsten Stelle, nämlich unmittelbar iam Standort der Behandlungsformen zuführen,
vermeidet aber andererseits alle Sehwi.eri.gkeiten, die sich für dIe Abdichtung
der Zuleitungen usw. ergeben würden, wenn das Heiz- und Druckmedium zu einem beweglichen,
insbesondere drehlbaren Formhaltesockel zugeführt werden müßte.
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Gleichzeitig ergibt sich durch die ,geschilderte Anordnung ,mit der
horizontalen Drehscheifbe eine erhebliche Ersparnis an Btodenraum für die Maschine,
da die Formen in vertikaler Lage auf den grundsätzlich in beliebiger Anzahl vorhandenen
Arbeitsstellen der DreIhscheiibe angebracht sind. Die Glocke ist in vertikaler Richtung
auf und ab fahrbar.
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Weitere Vorteile und Kennzeichen .der Erfindung werden :aus der nachfolgenden
Beschreibung hervorgeihen, welche auf die nur als Beispiel angegebenen Zeichnungen
Bezug nimmt.
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Ab,b. z ist ein senkrechter Schnitt durch die Maschine, wobei die
beiden Teide des Behand-1ungsbehälters nicht zusammengesetzt sind; A`b#b. 2 ist
ein Grundruß. der Drehscheibe der Maschine; Abb. 3 ist eine Seitenansicht des unteren
Teiles der Maschine, wobei. die (beiden Teile des Behandlungsbehälters zusammengesetzt
sind; Abb. 4 ist eine Seitenansicht einer Ausführungsform eines Halters für Formen
für obige Maschine; Abb. 5 ist ein der Abb. 4 entsprechender Grundriß, wobei die
Formen aufgesteckt sind und sich in Behandlungsstellung befinden; Abb. 6 ist eine
der Abb. 5 ähnliche Ansicht, wobei sich eine der -Formen in der Stellung zur Aufbringung
oder zur Entfernung des zu behandelnden oder behandelten Strumpfes befindet.
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Bei. dem Ausführungsbeispiel Ader Abb. r bis 3 werden die wesentlichen
Teile der dargestellten Maschine durch eine Drehscheibe r und einen Behältergebildet,
welcher aus zwei Teilen besteht, nämlich einem unten offenen Hohlkörper oder einer
Glocke 2 und einem Boden 3.
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Die .Drehscheibe z, die in d-emgewählten Beispiel den Umriß eines
gleichseitigen. Dreiecks mit abgerundeten Spitzen hat, weist drei Zonen auf, die
durch die drei. Kreise C, C und C" begrenzt sind, deren Durchmesser
etwa gleich dem Innendurchmesser des Körpers 2 ist. Jede .dieser drei Zonen ist
zur Aufnahme der zu behandelnden Strümpfe bestimmt, welche sich auf unabhängigen
Einzelformen oder vorzugsweise auf den einem weiter unter.
beschriebenen
Halter angehörenden Formen befinden.
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Die Scheibe i besitzt ein zentrales Loch. 4, welches gestattet, sie
so anzubringen, daß sie auf einer dem Gestell der Maschine angehörenden festen Rohrsäule
5 drehbar ist. Diese Scheibe ruht frei auf einer Hülse 6, die ebenfalls auf der
Säule 5 drehbar ist und an ihrem Unterteil eine Verzahnung 7 trägt, welche mit einem
Zahnrad 8 im Eingriff steht, welches durch ein beliebiges geeignetes Mittel in Umdrehung
versetzt werden kann.
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Obwohl die Scheibe i frei auf der Hülse 6 ruht, kann sie an der Drehbewegung
dieser Hülse dank der Stifte g teilnehmen, welche auf der Oberseite dieser Hüllse,
vorgesehen sind und in in entsprechender Weise in der Scheibe i vorgesehene Öffnungen
io eingreifen.
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Der Körper 2, der in lotrechter Richtung oberhalb der Scheibe i beweglich
sein muß, ist am oberen Ende einer Stange i i befestigt, die mit einem im Innern
der Rohrsäule 5 untergebrachten Kolben 12 fest verbunden ist-. In dem dargestellten
Beispiel wird der Kolben 12 hydraulisch betätigt, wobei der Z:ufiuß und der Abfluß
der Druckflüssigkeit in der Säule durch .die Stutzen 13 und 14 erfolgt. Wie dargestellt,
wird der Körper 2 bei seiner Verstellung durch Rollen 15 geführt, die sich auf einer
geeigneten Rollbahn 16 verschieben.
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Der Körper 2 ist an seinem Unterteil mit vier Haken 17 versehen. Die
der Säule 5 am nächsten liegen-den .beiden Haken können durch in der Scheibe i angebrachte
Schlitze 18 treten, während die beiden anderen Haken außen an. der Scheibe i vorbeigehen.
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Der Körper 2 wird durch eine auf dem ganzen Umfang seiner Unterseite
vorgesehene Dichtungssoheibe ig vervollständigt.
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Der Boden 3, der lotrecht unterhalb der Scheibe i beweglich sein muß,
ist an der Oberseite eines Kolbens 2o angebracht, der sich in einem Zylinder 21
befindet und vorzugsweise hydraulisch betätigt wird. Dieser Boden enthält einen
Durchlaß 22 für den Durchtritt einer beliebigen Flüssigkeit, eines Dampfes oder
eines Gases, die für die Bethandlung der Strümpfe in dem Behälter 2, 3 nötig sind.
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Auf dem Zylinder 21 ist ein mit vier Haken 2-3. versehener Drehring
angeordnet, wobei die Haken in Form und Abmessungen den an dem. Körper.2 vorgesehenen
Haken 17 entsprechen. Außerdem ist ein Dichtungsring 24 auf dem ganzen Umfang des
Bodens 3 vorgesehen.
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Der Antrieb der Drehscheibe i -ist so ausgeführt, daß diese Scheibe
gegenüber dem zweiteiligen Behälter in drei Stellungen festgestellt werden kann,
wobei jede der auf dieser Scheibe abgegrenzten Zonen sich in der richtigen Stellung
befindet und die Strümpfe auf ihren Formen in dem Behälter behandelt werden können.
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Unter der Annahme, daß der Behälter offen ist, (Abb. i) und daß die
Zone'C soeben in die Behandlungsstellung gebracht wurde, arbeitet die Maschine folgendermaßen:
Man führt den Körper 2 nach unten und gleichzeitig den Boden 3 nach .oben. Wenn
sich die beiden Teile des Behälters in ihren Endstellungen befinden, ist die Dich.tungsscheibei
ig des Körpers 2 kräftig gegen die Oberfläche .der Scheibe i gepreßt, während die
Dichtungsscheibe 24 des Bodens 3 kräftig gegen die Unterseite dieser Scheibe gepreßt
wird. Die Scheibe ist so fest zwischen den beiden: Teilen des Behälters eingespannt,
die außerdem in ihrer ,Stellung dadurch verriegelt werden können, daß man durch
Drehung des Drehring die Haken 23 mit den Haken 17 zum Eingriff bringt (Abb. 3).
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Dann braucht man nur in den geschlossenen Behälter 2, 3 die Flüssigkeit,
den Dampf oder -das Gas einzuführen, die für die Behandlung der Strümpfe nötig sind
und, durch. den Kanal 22 und das in der Mitte einer jeden Zone C, C und C" in der
Scheibe i angebrachte Loch 25 eindringen.
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Während die Strümpfe der Zone C gerade behandelt werden, kann man
in der Zone C" die Strümpfe anordnen, die nach ,der Öffnung ,des Behälters und einer
Drehung der Scheibe um 120c) behandelt werden sollen. Die Strümpfe, die,sich in.
der Zone C befinden, sind die., welche gerade vor den in diesem Augenblick in der
Zone C behandelten Strümpfen behandelt wurden und die man jetzt abkühlen läßt oder
von i'hrenFormen abnimmt.
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Sobald die Zeit der Behandlung der Strümpfe in dem Behälter verstrichen
ist, braucht man nur den Körpeir 2 hochzuheben., Aden Boden 3 zu senken und die
Scheibe i so zu !drehen., daß die Zone C" gegenüber dem Behälter :die Stelle der
Zone C einnimmt, so daß d-ie in dieser Zone C" angeordneten Strümpfe ihrerseits
in der angegebenen Weise behandelt werden können.
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Aus obigem ;geht hervor, daß die Maschine gerade nur während der Zeit
stillgesetzt ist, die für die Öffnung des Behandlungsbehälters, .die Drehung .der
Scheibe i um i20° und die Schließung des Behälters nötig ist. Die .Stillstandszeiten
währenddes Betriebes der Maschine sind also sehr kurz, und man kann sagen, daß diese
Maschine tatsächlich fortlaufend arbeitet. Außerdem erfolgt keinerlei Handhabung
der Strümpfe oder der Formen im Innern des Behandlungsbehälters, da das Abziehen
und das Aufziehen der Strümpfe nacheinander in den Stellungen C und C" vorgenommen
wird, es sei denn, daß man es vorzieht, diese beiden Arbeitsgänge in der Stellung
C auszuführen, wobei dann die Stellung C" nur zur Abkühlung der aus dem Behälter
kommenden Strümpfe @dient.
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Um die bestmögliche Ausnutzung jeder der Zonen C, C, C" zu gestatten,
betrifft die Erfindung auch eine Tragvorrichtung für die Formen,- welche in Abb.
4 bis 6 genauer dargestellt ist.
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Diese Vorrichtung besteht aus einer beliebigen Zahl von Metallformen
31, z. B. zwölf. Jede dieser Formen ist in der üblichen Weise ausgeführt und an
ihrem. unteren Ende durch Nietung, Schweißung oder auf beliebige andere Weise an
einer Klappe 32 befestigt, die an einem ihrer Enden mit zwei Ösen 33 und 34 versehen
ist. Diese Ösen 33 und 34 werden von einer lotrechten Achse 35 durchdrungen., die
an zwei Kränzen 3,6 und 37 befestigt
ist" von denen der eine
an einer runden Grundplatte 38 befestigt ist, deren Durchmesser kleiner als :der
der Kreise C, C , C" ist.
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Während der Behandlung befinden sich die Formen in der Stellung, in
welcher -sie in Abb. 5 dargestellt sind, d. h. 'sie sind gleichmäßig um, den Mittelteil
der Platte 38 herum verteilt, wobei die Formen in dieser Stellung durch ein Verriegelungsorgan,
festgehalten werden können. Wenn. jedoch ein Strumpf von einer beliebigen Form 31
abgezogen werden soIl, kann diese Form in, der in Ab!b. 6 ersichtlichen Weise von
den anderen abgerückt werden.
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Die Vorrichtung der Abb. q. bis 6 nimmt für eine gegebene Zahl von
Formen weniger Platz ein, als wenn man Einzelformen in einer der Zahl der auf der
Vorrichtung vorgesehenen Formen gleichen Zahl benutzt. Es ist also möglich, auf
einmal in denn Behandlungsbehälter der Maschine eine größere Zahl von Strümpfen
zu behandeln als bei der Benützung von unabhängigen Einzelformen. Außerdem, ist
die für die Einführung der Formen in den Behandlungsapparat und die Entnahme dieser
Formen aus dem Apparat notwendige Zeit beträchtlich aibgekürzt.
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Die beschriebene Maschine und die beschriebene Haltevorrichtung für
Formen können im einzelnen zahlreichen Abwandlungen unterworfen werden, ohne den
Rahmen der Erfindung zu verlaseen. So kann z. B., obwohl eine hydraulische Betätigung
für die Verstellung der beiden Teile des Behandlurigsbehälters vorgesehen. wurde,
die Betätigung durch jedes .beliebige mechanische oder elektrische Mittel oder von
Hand@ erfolgen. Außerdem kann die Form der Scheibe von der angegebenen verschieden
sein,- so daß die Scheibe -mehr als drei Zonen aufweist, falls dies zweckmäßig erscheint.
Hinsichtlich der eigentlichen Haltevorrichtung für die Formen ist es selbstverständlich,
@daß die Zahl der auf demselben Gestell angebrachten Formen von der .angegebenen
Zahl verschieden sein kann. Ebenso kann man ein Gestell ,abweichender Form, z. B.
mit geneigten Achsen, vorsehen. Schließlich kann man, anstatt eine kreisförmige
Grundplatte zu benubzen,dieser Platte gemäß oder für @die Scheibe i der Maschine
gewählten Form jede gewünschte andere Form geben.