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Drahtstiftpresse Ein großer Nachteil der bekannten Maschinen zur Herstellung
von Drahtstiften ist der starke Lärm, den diese Maschinen verursachen und der dazu
führen kann, daß die an den Maschinen beschäftigten Arbeiter gesundheitliche Schäden
erleiden.
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Die Beseitigung dieses Lärms oder zum wenigsten seine weitgehende
Milderung ist die Aufgabe der Erfindung.
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Dabei hat es sich gezeigt, daß der genannte Übelstand hauptsächlich
durch die bisherige Ausbildung von drei Teilen derartiger Drahtstiftpressen bedingt
ist, und zwar einmal durch die Ausbildung der Betätigung der Backen, die den Draht
während des Stauchens des Kopfes festhalten, weiterhin durch die Verwendung eines-sogenannten
Schnellers zum Abschlagen der beim Anschneiden der Drahtstiftspitzen entstehenden
Bärte und. drittens durch die Führung der Messer beim Abschneiden der Stifte. Bei
den bekannten Drahtstiftpressen werden nämlich die Backen zwangsläufig durch einen
Hebel geschlossen, der von einer auf der Antriebswelle der Presse sitzenden unrunden
Scheibe betätigt wird. Der Hebelarm, an dem diese Scheibe über einen Schieber mit
Rollen an seinen beiden Enden angreift, ist dabei jedoch verhältnismäßig lang, so,
daß der Nocken. der unrunden Scheibe entsprechend hoch sein muß, damit die Öffnung
der Backen genügend groß wird, um den Draht unbehindert durchlaufen zu lassen..
Da aber für das Schließen der Backen nur wenig Zeit zur Verfügung steht, wird die
Steigung des Nockens ziemlich steil, und das Aufundablaufen der Rolle des Schiebers
ist bei der großen Umdrehungsgeschwindigkeit der unrunden Scheibe mit starkem Geräusch
verbunden. Ein weiterer Nachteil -dieser bekannten Anordnung besteht darin, daß
die Antriebsmaschine in dem
gleichen Zeitraum; in dem -sie die Backen
geschlossen hält, auch den Kopf des Nagels zu stauchen hat. In ihrem Kräftediagramm
liegen daher diese beiden Arbeitsspitzen übereinander, und das Drehmoment ist in
diesem Augenblick entsprechend hoch, so, daß die Maschine selbst schon äußerst unruhig
läuft.
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Hier setzt nun die Erfindung ein, indem sie zunächst vorschlägt, das
Schließen der Backen, anders als bisher, durch Federkraft und erst das Öffnen der
Backen gegen diesen Schließdruck zwangsläufig durch den maschinellen Antrieb erfolgen
zu lassen. Dabei soll dann gemäß der Erfindung die wiederum `über einen Hebel die
Backen zwangsläufig betätigende unrunde Scheibe der Antriebswelle auf einen möglichst
kurzen Arm dieses- Hebels wirken. Die unrunde Scheibe braucht daher nur einen sehr
geringen Hub aufzuweisen, und- die. Steigung. ihres Nockens hat demgemäß einen'sanften
Verlauf. Der Schlag gegen die Rolle des wieder--zwischen dieser Nockenscheibe und
dem Backenhebel vorgesehenen Schiebers ist somit wesentlich geringer als bei dem
bisher gebräuchlichen Backenhebel, und ein Geräusch kann. nicht mehr entstehen.
Die erfindungsgemäße Ausbildung der Backenbetätigung hat darüber hinaus noch den
Vorteil, daß der Druck zum Öffnen -der Backen erst nach dem Stauchdruck des Kopfstempels
auftritt, während :bisher, wie erwähnt, Schließdruck der Backen und Stauchdruck
zu gleicher Zeit von, der Kurbelwelle aus geleistet werden mußten. Im Kräftediagramm
liegen jetzt diese beiden Druckspitzen hintereinander statt wie bisher übereinander,
und ein ruhigerer Lauf der Maschine ist auch .dadurch erreicht. Durch den federnden
Schluß,der Backen machen sich auch Unregelmäßigkeiten in derDrahtstärke nicht mehrstörend
bemerkbar. Das Schließen der Backen durch Federdruck ist auch vorteilhafter als
ihr Öffnen durch Federn, wie es bisher gebräuchlich ist. Denn wenn eine Feder bricht,
die- das Schließen der Backen bewirkt, kann höchstens ein geringer Schrottanfall
dadurch entstehen, daß der Draht nicht mehr während .des Anstauchens des Kopfes
festgeklemmt wird und jedesmal um die Drahtlänge, die zur Bildung des Kopfes erforderlich
ist, zwischen den Backen zurückrutscht, wodurch dann Nägel ohne Köpfe anfallen können.
Anders ist es beim Bruch einer Feder, die auf Öffnen der Backen, arbeitet.. Dann
bleibt der Draht festgeklemmt, der Einzugschlitten fördert weiter, und es bildet
sich zwischen diesem und dem Backenhalter eine Wirrnis von Draht, in der sich der
Einzugschlitten endlich festrennt, und Maschinenschaden ist die Folge.
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Eine weitere wesentliche Geräuschquelle. ist der bei den bekannten
Drahtstiftpressen zum Abschlagen der-sogenannten Bärte, das sind die beim Anschneiden
der Spitzen entstehenden Abfälle, dienende Schneller. Seine Bewegung erfolgt nämlich
ruckweise, da ihm zu seiner Arbeit nur wenig Zeit innerhalb einer Umdrehung der
Maschine zur Ver-' fügung steht. Nach der Erfindung wird deshalb dieser Schneller
durch einen Abstreifer ersetzt, der, senkrecht an der Schnittstelle vorbeistreifend,
etwa an der -Schnittstelle hängengebliebene Bärte abschlägt und gleichzeitig-die
abgeschnittenen Nägel aus der Maschine wirft.
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Es ist zwar auch schon vorgeschlagen worden, einem Auswerfer eine
solche Bewegung zu verleihen, daß er beim Auswerfen der Nägel gleichzeitig das Abschlagen
der Bärte besorgte. Während jedoch diese Konstruktion aus mehreren Gelenken besteht
und der Sicht entzogen unter der Maschine liegt, ist die erfindungsgemäße Anordnung
so getroffen, daß der Hebel, an den die Abstreiferzunge angeschraubt ist, nur um
einen in der Höhe der Drahtmitte hinter dem Amboß der Haltebacken gelagerten Bolzen
schwingt, so daß er frei über der Maschine liegen. kann. Der Abstreifer arbeitet
.dabei vollständig da er ständig federnd gegen den Stauehstempel gedrückt die vollen
36o°' einer Kurbelwellenumdrehung für seine Bewegung zur Verfügung hat.
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Den. größten Lärm verursacht schließlich das Abschneiden der Nägel,
wenn hierbei die Messer senkrecht zum Draht arbeiten. Denn in diesem Fall staucht
sich beim Eindringen der Messer in den Draht das verdrängte Material zwischen Messer
und Backen an, wodurch eine Spannung erzeugt wird, die sich beim Auseinandergehen
der Messer mit einem lauten Knacken plötzlich löst. Werden jedoch nach einem weiteren
Merkmal der Erfindung die Messer unter einem Winkel zur Drahtachse geführt, vorzugsweise
in Richtung ihrer den Backen zugekehrten Schneide, so kann eine Spannung zwischen
Messern und Backen nicht entstehen, und das beim Auseinandergehen der Messer entstehende
Geräusch ist vermieden. D'aß durch diese Art des Ahschneidens auch die Messer geschont
werden, ist ein weiterer Vorteil dieser Anordnung.
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In der Zeichnung ist Abb. r der Aufriß einer schematischen Darstellung
der Maschine, ' Abb. z der Grundriß dazu; Abb. 3 zeigt links die bisherige Art des
Drahtabschnittes und rechts die neue Art; Abb. 4 stellt den Vorderteil des Auswerfers
von der Seite und von vorn gesehen dar.
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Von der Kurbelwelle a aus "verden der Stempelschieber b und über die
Exzenter 5 und 6 und die unrunde Scheibe e die Messerhebel c und.
d sowie der Backenhebel ä bewegt. Als Zwischenglieder sind die Exzenterstangen
3 und 4 mit .den Kugelgelenken o und p und der Schieber feingeschaltet. Der Hebel
g wird durch die Feder t, die mit der Stange u gespannt werden kann,. gegen die
Druckstange r gedrückt, die ihrerseits die bewegliche Backe h gegen die feste
Backe i preßt. Die bewegliche Backe lt ist durch die Zugstange s mit dem
Hebel g verbunden und muß somit dessen Bewegungen folgen. Der Auswerferhebel x ist
auf dem Bolzen y gelagert, durch dessen Querbohrung und eine Öffnung in der Nabe
des -Hebels x der Draht hindurchgeleitet wird.
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Die an dem Hebel x angeschraubte Auswerferzunge z wird durch
den Stempel q, der in dem Stempelschieber b befestigt ist, bei dessenVorwärts=
gang heruntergedrückt und -streicht mit ihrer
Vorderkante dicht
an der Abschnittstelle des Drahtes vorbei. Durch die Wickelfeder 7 wird die Zunge
z stets in Berührung mit dem Stempel q gehalten. Auf den Messerhebeln
c und d sind die Messerhalter l und k befestigt, in denen die Messer m und yi verstellbar
angebracht sind.
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Der Drahteinzug ist, weil allgemein bekannt, nicht gezeichnet, er
wird durch den Kurbelzapfen v und die Zugstange w betätigt.
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Der Arbeitsvorgang ist der folgende: Nachdem die :Messer m und i@
in geringem Abstand vor den Backen i und la, die den Draht zwischen sich
festhalten, abgeschnitten haben, gehen sie wieder auseinander, der Stempel q geht
vorwärts, drückt die Zunge z unter sich, tritt durch die öffnung 2 (Abb. ,4) des
Hebels x hindurch, staucht das vor den Backen vorstehende Stück Draht zum Kopf und
geht dann wieder zurück. Durch das Herunterdrücken der Zunge z werden der abgeschnittene
fertige Drahtstift aus der Maschine herausgeworfen und etwa hängengebliebene Bärte
abgestreift.
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Jetzt drückt die unrunde Scheibe e den Hebel g gegen den Druck der
Feder t zurück, die Backen lt und i geben den Draht frei, und der Einzug
kann den Draht um eine Nagellänge vorschieben, worauf wieder die Backen schließen,
die Messer abschneiden usw.