-
Tonfilm mit mehreren Spuren Diese Erfindung bezieht sich auf elektrooptische
Tonaufzeichnungen und speziell auf Gegentakttonaufzeichnung auf Filmstreifen in
mehreren. Spuren. Es sind mehrere Arten von Tonaufnahmen auf b°-wegtem Bildfilm
bekannt, z. B. Sprossenschrift, Doppelzacken- und Einfacnzackenschrift, Gleichtakt-A-Schrift,
Gegentakt-A-Schrift und Gegentakt-B-Schrift usw. Die vorliegende Erfindung besteht
aus Kombinationen bestimmter dieser Schriftarten, nämlich. in der Kombination zwischen
Gleichtakt-A-Schrift mit Gegentakt-B-Schrift und der Kombination zwischen Gegentakt-A-Schrift
mit Gegentakt-B-Schrift, wobei die hauptsächlichsten Vorzüge jeder Schriftart gewahrt
bleiben, während ihre Nachteile im wesentlichen vermieden werden. Um die Erfindung
besser erklären zu können, ist es angezeigt, die Aufzeichnungsanordnungen im folgenden
näher zu beschreiben.
-
Ein Gegentaktaufnahmesystem zeichnet zwei zueinandergehöribge Tonspuren
auf, welche bei der Wiedergabe mit einem Gegentaktwieedergabeapparat den Originalton
ergeben. Ein solches Wiedergabesystem kann als wesentlichen Bestandteil zwei Fotozellen
enthalten, eine für jede Spur der Aufzeichnung, wobei diese beiden Fotozellen in
Gegentaktschaltung Spannungen mit i8o° Phasendifferenz erzeugen.
-
EinAufzeichnungssystemfür Gegentakt-A-Schrift erzeugt eine Aufzeichnung
in zwei Spuren, die je eine vollkommene Tonaufzeichnung enthalten, aber
in
bezug auf die andere Spur des Films um i8o° der Phase nach verschoben sind. Ein
solcher Tonfilm ist mittels der oben beschriebenen Wiedergabevorric'htung wiederzugeben.
-
Eine Gleichtakt-A-Anordnung ist bekanntlich dem Wesen nach eine Hälfte
der Gegentakt-A Anordnung, ihre einzige Tonspur wird mittels einer einzigen Fotozelle
abgetastet.
-
Eine Gegentakt-B-Aufnahmeanordnung erzeugt eine Aufzeichnung in zwei
Spuren:, von welchen die eine nur die positiven, die andere nur die negativen Halbwellen
der Tonwellen. .enthält. Bei der Herstellung mit einem Galvanometer entspricht also
die eine Spur der Aufzeichnung Galvanometerausschlägen nach der einen Seite der
Nullage, die andere SpurAusschlägennachder anderen Seite der Nullage.
-
Es gibt keine Gleichtakt-B-Anordnung, weil jede Spur keine vollkommene
Tonaufzeichnung enthält. Die vorliegende Erfindung ist auf eine Aufnahmeanordnung
gerichtet, die die Gleichtakt-A-Anordnung und die Gegentakt-B-Anordnung oder die
Gegentakt-A-Anordnung und die Gegentakt-B-Anordnung vereinigt, so daß Kombinationsspuren
der Gleichtakt-A-Schrift mit der Gegentakt-B-Schrift und der Gegentakt-A-Schrift
mit der. Gegentakt-B-Schrift entstehen.
-
Vor der Beschreibung der erfindungsgemäßen Aufnahmegeräte ist es sicher
wertvoll, einen Überblick über die Vor- und Nachteile jeder Anordnung gegenüber
den anderen Anordnungen und über die von den Kombinationen, aufgezeichneten Tonspuren
zu geben.
-
Zum Beispiel hat die Gegentakt-A-Anordnung den Vorteil, gegen Unsymmetrien
in der Gegentaktwiedergabeanordnung unempfindlich zu sein, da jede Spur selbst eine
vollständige Tonaufzeichnung enthält, so daß eine derartige Unsymmetrie lediglich
die Amplitude, nicht aber die Kurvenform der wiedergegebenen Zeichen beeinflußt.
Ein weiterer Vorteil beider A-Anordnungen liegt darin, daß die seitliche Einstellung
der Aufzeichnungsöffnung gegenüber der Lichtschlitz-blende nicht kritisch ist. Bei
der bekannten Art von Gegentaktaufzeichnung werden zwei Lichtbilder vom Galvanometerspiegel
reflektiert und auf einen schmalen Schlitz geworfen, der die Bilder genau in der
Mitte teilt. Daher kann der Schlitz in seiner Winkelstellung verändert werden, d.
h. mit Rücksicht auf die Lichtbilder verdreht werden, ohne daß die durch den Schlitz
gehenden Lichtbündel für die Gegentakt-A-Aufzeichnung unbrauchbar gemacht werden.
Ein weiterer Vorteil der Gegpntakt-A--Schrift ist, daß sie Verzerrungen beim Kopieren;
nicht in gleichem Maße wie beispielsweise die Gegentakt-B-Schrift ausgesetzt ist.
Es ist ja bekannt, daß bei der Kopie von Filmen, die hohen. Frequenzen kleiner Amplitude
häufig beeinträchtigt werden, wenn die scharfe Begrenzung zwischen den exponierten
und den nichtexponierten Teilen des Films verwischt wird. Diese Verzerrung wird
vermindert, wenn ständig ein Lichtbündel beträchtlicher Abmessungen am Schlitz vorhanden
ist.
-
Ein Nachteil der A-Anordnungen und -Aufzeichnun,-en ist es, daß ein
großer Teil des Lichtbündels während der Zeit, in der kein Zeichen eintrifft oder
in der die Zeichen kleine Amplituden besitzen, auf den Film gelangt und dort eine
relativ große Breite von in der Kopie durchsichtigen Stellen erzeugt, wodurch das
Verhältnis der Lautstärke der Tonaufzeichnungen zur Größe des .Grundgeräusches klein
wird. Um dieses Geräusch zu vermrindern, hat man schon einen Mechanismus verwendet,
der dieses Licht bis auf ein schmales Bündel abblendet, wobei die Länge des Lichtbündels
der modulierten Amplitude angepaßt wird. Im Idealfall wird jede von der Bewegung
der Blendenflügel stammende Modulation automatisch in der Gegentaktwiedergabeanordnung
ausgeschieden. Praktisch kann man die Blendengeschwindigkeit nur wenig über die
Geschwindigkeit bei Einzelspuraufzeichn.ung erhöhen, ohne eine nennenswerte Verzerrung
zu erzeugen. Durch diese Erhöhung der Blendengeschwindigkeit kann der durchsichtige
Teil am Film für signallose. Aufzeichnung etwas kleiner werden, als dies bei Gleichtaktaufzeichnung
der Fall ist, und somit wird eine entsprechende Geräuschverminderung erzielt.
-
Nun zu den Vor- und Nachteilen der Gegentakt-B-Aufnahmeeinrichtung.
Diese benutzt zwei Lichtbündel, die so auf einen Längsschlitz geworfen werden, daß
beim Signal Null die äußersten Enden der Lichtbilder gerade die entgegengesetzten
Ränder des Schlitzes berühren. Diese Art von Tonspur ist ihrer Natur nach rauschfrei,
weil beim Signal Null kein Licht den Film erreicht, so daß auf der endgültigen Filmkopie
dann keine hellen Stellen vorhanden sind. Es ist ein wichtiger Vorteil der Gegentakt-B-Schrift,
daß bei ihr alle Blenden zur Grundgeräuschverminderung vollkommen fortfallen. Gleichwohl
hat diese Schriftart den Nachteil, daß sie bezüglich der seitlichen Einstellung
der Spaltbilder kritisch ist. Sie ist aber auch gegen Unsymmetrien und Kopierverzerrungen
empfindlich, d. h. daß die beiden Spuren der Tonaufzeichnung, wenn der Schlitz nicht
genau eingestellt oder ein wenig gegen die Enden der Lichtbilder verdreht ist, nicht
rein wiedergegeben werden können, weil dann, nicht jede Spur der anderen genau zugeordnet
wird und kleine Amplituden: sogar ganz verlorengehen können. Auch werden bei der
Wiedergabe hoher Frequenzen mit kleiner Amplitude diese hohen Frequenzen verwischt
und teilweise vollkommen verlorengehen. Außerdem müssen die beiden Spuren, da sie
nur gemeinsam eine vollständige Aufzeichnung darstellen, sehr genau kombiniert werden,
um den Originalton hervorzurufen. Daher wird, wenn in der Wiedergabeordnung irgendeine
Unsymmetrie eintritt, sei es durch ungleiche Fotozellen oder durch ungleiche Verstärkerrähren,
eine Verzerrung eintreten.
-
Durch die Erfindung soll nun eine Einrichtung geschaffen werden, welche
die Hauptvorteile der beschriebenen Systeme enthält und deren Nachteile im wesentlichen
vermeidet. Kurz gesagt, erzeugt diese Aufnahmeeinrichtung eine reine Gleichtakt-A-Schrift
oder eine Gegentakt-A-Schrift für kleine Amplituden bis zu einem gewählten Modulationsgrad
und
ist andererseits eine Kombination. der Gleichtakt -A-Schrift oder der Gegentakt
-A-Schrift mit der Gegentakt-B-Schrift für die höheren Modulationsgrade. Die dabei
erhaltenen Eigenschaften sind folgende: i. Es wird ohne alle Reintonabdeckbdenden
eine Grundgeräuschverminderung erreicht.
-
2. Die seitliche Einstellung ist nicht kritisch, weil bei der Gleichtakt-A-Schrift
keine Verzerrung auftritt, während die Verzerrungen des Kombinationsteils bei den
höheren Amplituden nicht mehr so schädlich sind. .
-
3. Die durch das Filmkopieren entstehende Verzerrung ist kleiner,
weil diese bei der Gleichtakt-,N-Schrift so klein ist als nur bei irgendeiner Aufnahmeart
möglich und in dem A-B-Teil in nur geringem Maße auftritt.
-
.. Verzerrungen durch Unsymmetrien werden vermindert, weil solche
bei den kleinen Amplituden überhaupt nicht und bei den höheren Amplituden wesentlich
vermindert auftreten.
-
Die vorliegende Erfindung bezweckt also, verbesserte Gegentaktaufzeichnungseinricbtungen
vorzusehen und die Hauptvorteile der Gleichtakt- und Gegentakt-A- und -B-Schrift
zu kombinieren und deren Nachteile teils gänzlich zu vermeiden, teils auf einen
Mindestbetrag herabzusetzen.
-
Außerdem soll die Gegentakt-A-Schrift und, di.-Gegentakt-B-Schrift
kombiniert werden und hiermit eine Kombinationstonspur hergestellt werden, die die
Vorteile beider Schriftarten aufweist.
-
Ferner soll durch die vorliegende Erfindung eine Tonspur hergestellt
werden, deren kleine Amplituden in Gleichtakt-A- oder Gegentakt-A-Schrift und deren
größere Amplituden in einer Kombination von Schriftarten aufgezeichnet sind.
-
Abb. i ist eine schematische Ansicht einer Tonaufnahmeeinrichtung,
die die Erfindung beinhaltet; Abb. 2 ist eine vergrößerte Ansicht, aus der die Abmessungen
der Lichtöffnungen der Abb. i hervorgehen; Abb. 3 zeigt ein Tonspurnegativ, wie
es mit dem System nach Abb. i aufgenommen werden kann; Abb. 4. zeigt eine Lichtöffnüngsplatte
zur Aufnahme einer Kombinationstonspur in Gleichtakt -A-und Gegentakt-B-Schrift;
Abb.5, 6 und 7 zeigen andere Formen von. Gegentaktlichtöffnungs,platten gemäß der
Erfindung; Abb. 8 zeigt die Abhängigkeit der Ablenkung der Lichtbündel von der Form
der Lichtöffnungen nach Abb. 2 ; Abb. 9 und io zeigen die relativen Verzerrungen
der Gegentakt-B- und der - Gleichtakt-A- und Gegentakt-A- und -13-Anordnungen und
der von ihnen erzeugten Tonspuren.
-
In Abb. i entwirft eine Lichtquelle 5 mittels einer Linse 6 ein Lichtbündel
auf die Lichtöffnungsplatte (Maske) 7, die die Öffnungen 8 und 9 enthält. Das durch
diese Öffnungen tretende Licht wird von einer Linse io auf den Galvanometerspiegel
i i geworfen, der die Lichtbündel in der Pfeilrichtung quer zur Filmlaufrichtung
bewegt. Das am Spiegel i i reflektierte Licht gelangt .dann durch die Linse 12 und
erzeugt auf einer Schlitzplatte 13 Lichtbilder 15 und 16. Die Schlitzplatte besitzt
einen Schlitz 1q.. Das durch diesen Schlitz gehende Licht wird von den Objektivlinsen
17 auf den Film 18 .geworfen. Der Film wird auf bekannt,-Art bewegt. Dieses System
erzeugt eine Gegentaktaufzeichnung in Amplitudenschrift (Zackenschrift).
-
Die Schlitzplatte 13 ist in Abb, 2 genauer dargestellt, wobei die
Lichtbilder 15 und 16 in. der Stellung für die Signalamplitude Null gezeichnet sind.
Diesen Bildern sind dabei bestimmte Abmessungen beigelegt, die den Abmessungen der
öffnungen 8 und 9 der Öffnungsplatte 7 entsprechen und nicht unbedingt die der Bilder
sein müssen.. Der Unterschied hängt von den Linsen io und 12 ab. Die Größe des breitesten
Teils der Öffnungen beträgt 5,69 mm, des schmalsten Teils o,o5 mm. Um ioo°/o Modulation
zu erreichen, müssen die Bilder um 1,39 mm abgelenkt werden, was dem Abstand
des weitesten Teils der Öffnungen. von der Mitte des Schlitzes entspricht. Beide
Öffnungen besitzen gleiche Abmessungen. Man sieht, daß jede Öffnung bzw. jedes Bild
zwei Dreiecke enthält, wobei die Spitze der größeren dieser Dreiecke bis zur Mitte
des Schlitzes reicht, wie es in der Abb. 2 durch die punktierte Verlängerung der
-einen Seite der Dreiecke angedeutet ist. Diese beiden Dreiecksbilder allein können
zur reinen Gegentakt-B-Aufnahme verwendet werden. Die Restteile der Bilder sind
also Dreiecke, deren Hypothenuse 2 b, deren Höhe a+o,o5 mm beträgt, weil die schwanzartige
Verlängerung o,o5 mm breit ist. Diese Abmeessungen wurden als Variable angegeben,
da sie, verschiedene Werte in Abhängigkeit von dem gewünschten Resultat annehmen
können, wie später ausgeführt wird.
-
Die mit diesen eben beschriebenen Öffnungen erzielte Aufnahme ist
in Abb.3 dargestellt. Für Modulationen bzw. Bildablenkungen, die nicht größer als
die Abmessung b sind (von links bis zum Punkt 2o in Abb. 3), erzeugt jedes Lichtbild
eine vollkommene und zusammenhängende Tonspur-, die gegenüber der anderen Tonspur
18o° Phasenverschiebung besitzt. Dies ist eine reine Gegentakt-A-Aufzeichnung. Bei
größeren Amplituden, entsprechend: größeren Ablenkungen der Lichtbilder, wird eine
Kombinationsaufzeichnung in Gegentakt-A-Schrift und Gegentakt-B-Schrift erzeugt,
wie es im restlichen Teil der Tonaufzeichnung der Abb. 3 gezeigt ist. Hierbei ist
jede Tonspur diskontinuierlich, und ihre Teile liegen in gegenüberliegenden getrennten
Flächen längs des Filmstreifens.
-
Neben der in Abb. i und 2 dargestellten Form der Öffnungen können
auch Öffnungen nach Abb, 5, 6 und 7 (in Nullsignalstellung gezeichnet) verwendet
werden und erzeugen daher Aufzeichnungen. gemäß der Erfindung, wenn sie in der im
folgenden beschriebenen Art kombiniert sind.
-
In Abb.2 sind die Lichtbilder bezüglich des Schlitzes in der Nullsignalstellung
des Galvanometers gezeichnet, wobei ein Lichtbündel definierter Breite den Schlitz
durchsetzt. Abb. 8 zeigt, wie sich die Breite dieses Lichtbündels für verschiedene
Ablenkungen
des Galvanometers aus seiner Mulllage verändert, und zwar nach beiden Seiten, der
positiven und der negativen. Die gerade Linie 15' gehört zu Bild 15, die gerade
Linie 16" zu Bild 16, so daß die Länge der Ordinate o-c der Breite des Lichtbündels
15 in der Nullsignalstellung, die Ordinate o-d der Breite des Lichtbündels 16 bzi
gleichen Bedingungen entspricht, der Breite beider Lichtbündel entspricht daher
die Strecke c-d. Vom Lichtbündel 15 wird kein Licht den Schlitz durchsetzen, wenn
das Lichtbündel über einen Punkt e :hinaus abgelenkt wird, während Punkt f den entsprechenden
Punkt für das Lichtbün.del16 darstellt. Dies gilt jedoch unter Ausschluß des Lichtes,
das durch die schwanzartigen Verlängerungen der Lichtbilder tritt, welches für alle
Ablenkungen über die Punkte e und f hinaus konstant bleibt. Es gelangt
also für Ablenkungen bzw. Modulationen zwischen den Punkten e und f Licht von beiden
Lichtbündeln auf den Film, und es entsteht eine reine Gegentakt-A-Aufzeichnung,
wie es in: Abb. 3 bis zur Stelle 2o gezeigt ist.
-
Es ist zum eben erwähnten zu bemerken, daß zwischen den Grenzpunkten
e und f die Verän4erung der Länge der Lichtbündel, die zum Film gelangen, proportional
der Lichtbildablenkung ist. Über diese Grenzen hinaus ist diese Beziehung ebenfalls
proportional, aber mit einem anderen Proportionalitätsfaktor. Da jedes Lichtbündel
durch die Modulation von den betreffenden Punkten e und f an abwechselnd unwirksam
wird, muß das jeweils wirksame Bündel seine Wirksamkeit genügend vergrößern, um
den Verlust des anderen Bündels auszugleichen. Es wurde gefunden, daß die Breite
beider Lichtbündel für Ablenkungen größer als o-e oder o-f doppelt so stark anwachsen
muß. Dies ist in A.bb. 8 durch die Zunahme der Steifheit der Linien z5' und
16' von den betreffenden Punkten g und h an bis zu den Punkten. mit -roo°/a
Modulation, d. h. der Maximalablenkung des Galvanometers bzw. der Lichtbündel, gezeigt.
Diese steileren Teile der Kurven 15' und 16' müssen gleiche Steilheit besitzen,
so daß sie auf einer Geraden liegen, wie es durch die punktierte Linie g-la angedeutet
ist. Deshalb ist es gleichgültig, was für eine Form die Öffnungen besitzen, solange
dieses Verhältnis bezüglich der Länge der den Film erreichenden Lichtbündel gewahrt
bleibt, und es wird auch weder eine unechte Verkleinerung der Amplitude noch eine
Verzerrung bei dem übergangspunkt zwischen reiner Gegentakt-A-Schrift und der Konibinations-Gegentakt-A-und-B-Schrift
eintreten.
-
Die-Offnungen der Abb. 5, 6 und 7 sind in Übereinstimmung mit diesen
Grundsätzen konstruiert, und jede von ihnen wird daher eine Aufzeichnung gemäß der
Erfindung hervorrufen. Es ist nun auch verständlich, daß innerhalb der Erfindung
noch andere Formen von Gegentaktöffnungen benutzt werden können. Durch die Erfindung
ist also fü: kleine Amplituden der Vorteil der Unempfindlichkeit gegen seitliche
Justierungsfehler erreicht, und es -werden keine Verzerrungen durch Kopieren hervorgerufen
und ebenso keine Verzerrung,'n durch Unsymmetrien. Für größere Amplituden werden
Verzerrungen, die von ungenauer Seiteneinstellung, mangelhaftem Kopieren. oder fehlerhafter
Einstellung der Wiedergabeanordnung hervorgerufen werden, wesentlich herabgesetzt.
Dieses System arbeitet also sehr geräuschfrei, so daß hierbei die Abdeckblenden
zur Geräuschverminderunweggelassen werden können,.
-
Weil der Übergangspunkt zwischen reiner Gegentakt-A-Schrift und der
Kombination Gegentakt-A-Gegentakt-B-Schrift variabel ist, nämlich abhängig von den
Werten der Größen a und
b in Abb. 2, zeigt die folgende Tabelle, wie die
Veränderung de: Amplitudengröße und die Veränderung des Grundgeräusches von den
Werten für a und
b abhängen:
| Grundgeräusch- a + 0,o5 |
| a a -f- 0,05 b verminderung Übergangs- am Film |
| in mm in mm in mm in db punz in mm |
| 0,0 0,05 0,0 35,0 10o11%- 0,0 0,008 |
| O,i 0,i5 0,o5 26,o -26,o 0,024 |
| 0,15 0,2 0,07 23,0 -25,0 0,032 |
| 0,2 0,25 0,1 21,0 -22;0 0,04 |
| 0,25 0,3 0,12 20,0 -21,0 0,045 |
| 0,3 0,35 0,i5 18,2 -i9,0 o,056 |
| 0,35 0,4 0,17 17,1 -18,0 0,o63 |
| 0,4 0,45 0,2 16,o -16,8 0,071 |
| 0,45 0,5 0,22 15,0 -15,6 0,08 |
| 0,5 0,56 ö,25 14,0 -14,8 0,087 |
| o,56 o,61 0,27 13,5 -14,0 0,095 |
| o,61 o,66 0,3 12,8 -13,2 0,103 |
| o,66 0,71 0,32 12,2 -12,5 0,111 |
| 0,7i 0,76 0,35 11,5 -12,0 0,12 |
Es ist zu beachten, daß mit Werten von na und
b
gleich Null eine reine Gegentakt-B-Schrift
erreicht wird mit ihren oben ausgeführten praktischen Nachteilen. Gleichwohl können
aus der vorstehenden.
Tabelle entsprechende Werte für die Größen
a. und b gewählt werden, um irgendeinen gewünschten Übergangspunkt zu erreichen.
Diese Tabelle setzt Öffnungen von
1,3970 mm für volle Lichtbündelablenkung
voraus, und es ist offenbar, da:ß für andere Öffnungsabmessungen die Werte der Tabelle
entsprechend abgeändert werden.
-
Um die Abweichung der Verzerrüng zwischen reiner Gegentakt-B-Schrift
und der vorliegenden Erfindung weiter zu veranschaulichen, sei auf Abt. 9 und 1o
verwiesen. In Abb, 9 entspricht die stark ausgezogene Linie der Gegentakt-A- und
-B-Schrift, während die ganze gekrümmte, teilweise punktiert gezeichnete die Verzerrung
beim Gegentakt-B-Aufnahmesystem darstellt. Die Ordinate bedeutet die Verzerrung
in Prozent, die Abszisse Amplitudenmodulation in Dezibel, wobei sich die Kurven
zur Vereinfachung auf berechnete Angaben unter Benutzung einer rechteckigen Wellenform
stützen.
-
Aus Abb. 9, die die Verzerrung als Funktion des Modulationsgrades
für eine bestimmte Seitenverdrehung um 3,5 Minuten aus der normalen Lage darstellt,
geht hervor, daß bei ioo% Modulation oder 0 @db ein geringer Betrag an Verzerrung
bei Gegentakt-B- und Gegentakt-A-B-Schrift eintritt. Dieser Betrag steigt bei Verkleinerung
der Amplitude bis zu dem Übergangspunkt, der willkürlich bei -:2o db angenommen
wurde. Bei diesem Punkt fällt die Verzerrung für die Gegentakt-A-B-Schrift auf Null,
während sie für die reine Gegentakt-B-Schrift weiterhin ansteigt.
-
In Abb. 1o sind die Verzerrungen als Funktion der Amplitudenmodulation
für eine bestimmte Unsymmetrie im Wiedergabesystem dargestellt. Hierbei bezieht
sich. die waagerechte Linie auf die Gegentakt-B-Aufzeichnung, die Kurve auf die
Gegentakt-A-B-Schrift. Aus diesen Kurven geht hervor, daß die durch die Unsymmetrie
hervorgerufene Verzerung für alle Amplituden bei- der Gegentakt-B-Schrift konstant
bleibt. Bei. 1oo% Modulation oder 0 db weist die eine etwas geringere Verzerrung
auf als die reine Gegentakt -B-Schrift. Für kleinere Amplituden verringert sich
jedoch bei der A-B-Schrift der Betrag der Verzerrung, wie es die Kurve zeigt, ,bis
zum Übergangspunkt bei - 2o db, von wo an die A-Schrift allein wirksam ist und die
Verzerrung Null wird.
-
Die Verzerrung der rechteckig geformten Wellen, hervorgerufen durch
fehlerhafte seitliche Einstellung oder durch Unsymmetrien in: der Wiedergabeeinrichtung,
ruft also lediglich Amplitudenverzerrun;gen hervor. Daher treffen die, Werte der
Verzerrung in den Abb-. 9 und 1o nicht für die praktischen Fälle von S inuswellenf
ormen oder zusammengesetzten Schwingungen von Sprache und Musik zu. Immerhin zeigen
die Kurven den Hauptunterschied der auftretenden. Verzerrungsgrößen zwischen. B-.Schrift
und Gegentakt-A-B-Systemen und ihren Tonspuren und sind nur zu diesem Zweck dargestellt
worden. Immerhin bestätigen die Ergebnisse von Versuchen, wo Verzerrungen mit reinen
Sinuswellen angewandt wurden, diese Unterschiede in den Größen der Verzerrung, so
wie sie in Abt. 9 und 1o dargestellt sind.
-
Aus diesen. Kurven in Abb. 9 und 1o geht hervor, daß bei der Kombination
Gegentakt-A-B kleinere Verzerrungen hervorgerufen werden als bei reiner B-Schrift.
Gleichzeitig konnte auf Geräuschverminderungsblenden., wie sie für die übliche A-Schrift
nötig sind., verzichtet werden. Es ist daher mit dieser erfindungsgemäßen Schriftart
ein sehr praktisches System von Gegentaktaufzeichnun- und -wiedergabe geschaffen,
:das nicht der kritischen Einstellung, wie bei der reinen B=Schrift erforderlich,
unterworfen ist, wobei andererseits die Anwendung einer Geräuschverminderungsblende,
wie für A-Schrift nötig, vermieden ist.
-
Abb. q. zeigt eine Öffnungsplatte oder Maske für ein Aufnahmekombinationssystem
Gleichtakt-Gegentakt-B. Die beiden einander ähnlichen, aber ungleichen Öffnungen,
22 und 23 sind als direkt auf einer Schlitzplatte 24 mit einem Schlitz 25 liegend
dargestellt. Die Öffnungen 22, 23 können auch als Lichtbilder aufgefaßt werden,
die auf die Maske 24. projiziert sind und befinden sich in der Null- oder Normallage
entsprechend einer Signalamplitude Null. Diese Form der Öffnungen erzeugt eine Gleichtakt-A-Schrift
für Amplituden, die nicht größere Bildablenkungen als i hervorrufen, da von dort
ab lediglich vom Bild 22 Licht zum Film gelangt. Infolgedessen wird bei kleinen
Amplituden die gewöhnliche Einzelspuraufzeichnung entstehen. Für Ablenkungen, größer
als der Abstand, i arbeitet auch die Öffnung 23, mit dem Erfolg, d:aß dann eine
Kombinationsaufzeichnung in Gleichtakt-A- und Gegentakt-B-Schrift erzeugt wird.
Eine solche Aufnahme ist mit einem Gegentaktwiedergabesystem wiederzugeben, weil
die Fotozellenausgangsleistung lediglich vom Wechsel der Lichtmenge innerhalb der
Grenzen ihrer Kennlinien abhängig ist.
-
Kombinationsaufnahmen in Gleichtakt-A- und Gegentakt-B-Schrift besitzen
im wesentlichen alle Vorteile, die oben in Verbindung mit allen Gegentaktkombinationssystemen
dargelegt wurden.. Es sind jedoch beider Konstruktion der Öffnungen für die Gleichtakt-A-Schrift
gewisse Bedingungen zu erfüllen. Dafür reine Gleichtakt-A-Schrift nur eine Öffnung
während der Aufzeichnung kleiner Amplituden arbeitet, muß die Steilheit der Lichtkennlinie
beim Übergangspunkt zur Kombination unverändert hleiben. Der Winkel 0 in Abb. q.
ist daher gleich dem Winkel 0 oder, in anderen Worten, der Zuwachs an Länge des
einen Lichtbündels, das zum Film gelangt, muß direkt proportional der Längenabnahme
des anderen Lichtbündels sein. Dies ist der Fall bei jeder Gegentaktkombination,
außer wenn beide Lichtbündel wirken, solange in jedem Gegentaktsystem die Gleichtakt-A-Aufzeichnung
benutzt wird.
-
Obwohl die vorliegende Erfindung bei Anwendung eines Zackenschriftsystems
gemacht wurde, ist es verständlich, daß das grundlegende Prinzip ebenfalls für Sprossenschriftsysteme
anzuwenden ist, das heißt, anstatt die Länge oder Längen des
oder
der Lichtbündel wie oben erwähnt zu verändern, müssen bei Sprossenschriftverfahren
die Intensitäten auf entsprechende Weise verändert werden.