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Elektrische Anzeigeröhre mit zwei Anzeigesystemen Die Erfindung betrifft
eine elektrische Anzeigeröh,re, bei welcher die Amplitude einer Spannung durch die
Breite eines Lichtsektors auf einerLeuchtanode sichtbar gemacht wird. Für viele
Zwecke ist es notwendig, gleichzeitig die Amplituden zweier oder mehrerer Spannungen
anzuzeigen. In diesem Fall ist es wünschenswert, beide Anzeigen in einer Anzeigeröhre
zu erhalten. Will man zu diesem Z%v.eck in bekannter Weise mehrere Systeme in einer
Röhre vereinigen, so entstehen große konstruktive Schwierigkeiten, die "einerseits
daran liegen, daß für sämtliche Elektroden beider Systeme besondere Durchführung=
vorgesehen werden müssen, andererseits dadurch, d'aß es schwierig ist, bei mäßigen
Röhrenabmessungen. die Systeme und insbesondere die Leuchtanoden so anzuordnen,
daß beide Anzeigen gleichzeitig aus der gleichen Blickrichtung abgelesen werden,
können. Zweck der Erfindung ist nun, unter Vermeidung baulicher Komplikationen und
optischer Hilfseinrichtungen, wie Spiegel od. dgl., die Röhre so, auszugestalten,
daß sie in klarer und übersichtlicher Weise gleichzeitig- zwei Anzeigen, liefert,
ohne daß dadurch die Ausmaße der Röhre in unerwünschter Weist vergrößert werden.
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Erfindungsgemäß sind bei der elektrischen Anzeigeröhre mit zwei Anzeigesysteinen
durch mindestens eine der Elektroden die Räume, in welchen die Strahlenbündel der
beiden Anzeigesysteme von der gemeinsamen Kathode zum Auffangschirm übergehen, voneinander
abgeschirmt, so. daß sich die beiden Strablenbündel nicht gegenseitig
be-
einflussen können. Versuche haben ergeben, daß es auf
diese Weise möglich ist, mit einem sehr einfach aufgebauten Elektrodensystem zwei
Anzeigen zu erhalten, die sieh gegenseitig in keiner Weis-, störend beeinflussen.
Gleich-zeitig wird aber durch die geschlossene Anordnung des Systems, insbesondert
durch die gemeinsame Leuchtanode, eine gute Übersichtlichkeit der Anzeigen erreicht.
Die erfind:ungsgemäße Anordnung besitzt jedoch noch weitere Vorteile, welche sich
am besten an Hand der in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele erkennen
lassen. Besonders einfach lassen sich. mit den einzelnen Anzeigesystemen, zusammenarbeitende
Verstärkersysterne. in derselben Röhre anordnen. ' Dadurch wird, gegenüber
einer Röhre mit zwei getrennten Anzeigesystemen eine erhebliche Raumersparais erzielt.
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Es ist zwar schon - bekannt-, Braunsche Röhren mit mehreren
Ablenksystemen zu bauen,. Bei diesen Röhren ist jedoch nicht eine der Elektroden
als Abschirmorgan zweier Anzeigeräume, verwendet. Es ist ferner bei Braunschen Röhren
bekannt, den von einer gemeinsamen Kathode ausgehenden Elektro-nenstrahl in mehrere
sich gegenseitig nicht beeinflussende Kathodenst#rahlen zu zerlegen. Auch bei diesen
Röhren ist jedoch die Anordnung nicht so getroffen, daß eine der Elektroden als
Abschirmung zwischen den Anzeigeräumen dient.
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Fig. i stellt eine Röh-re.nach der Erfindung dar, bei welcher von
der Kathode i aus die beiden Anzeigesysteme2 und! 3 gespeist werden. Parallel
zu der gestreckten Kathode i, welche direkt oder indirekt geheizt werden kann, liegen
die beiden Schirme 4 und 5, welche aus Blechplatten bestehen. Die Anordnung
ist so, getroffen, daß die beiden Schirme und die Kathode in einer gemeinsamen Ebene
liegen. Durch die Schirme wird das, Entladungsgefäß in zwei Räume unterteilt. In
jedem dieser Räume befindet sich eine stabförmige Anode 6 bzw.
7. je nachdem, welche Spannung an der Anode 6 liegt, geht zwischen
der Anode 6 und dem Sch-irm 4 von der Kathode ein mehr oder weniger 'breites
Elektronenstrahlbündel 9 zum Fluoreszen,zschirm 8 über. Ein gleichartiges
Bündel erfüllt den Raum zwischen der Anode 6 und dem Schirm 5. Ebenso
wie bei dem linken, Anzeigesystem:2 liegen die Verhältnisse- bei dem rechten AnzeigesYstem
3. Der erwähnte Fluoreszenzschirm 8, welcher für beide Anzeigesysteme
gemeinsam ist, hat die in Fig. 2 dargestellte Form. Er ist im wesentlichen konisch
ausgebildet, so daß die Elektronenstrahlen, welche von, der Kathode i ausgehen-,
auf ihn auftreffen und dort ein Lichtband (Lichtsektor) erzeugen.
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In vielen Fällen ist es vorteilhaft, die Anzeige-Systeme noch mit
Verstärkersystemen zusammenarbeiten zu lassen, welche innerhälb derselben, Röhre
untergebracht sind. Die Fortsetzung der Holme, welche die Anoden der Verstärkersystern-.
tragen, dienen dann gleich als Anoden (Ablenkelektroden) der Anzeigesysteme. Was
die Ausbildung der gemeinsamen Kathode betrifft, wurde bereits ausgeführt, daß sie
direkt oder indirekt geheizt sein kann. Als besonders vo-rteilhaft erweist es sich,
beispielsweise die Kathode des Verstärker-Systems (den für das Verstärkersystem
dienenden Katho#denteil) als indirekt geheizte Kathode auszubilden, welche als Kern
einen zentralen, von der Heizwicklung elektrisch isolierten Metallstah besitzt,
der aus dem indirekt geheizten Teil herausragt und dessen herausragendles,Ende mit
etnissionsfähigem Material bedeckt ist. Dieser Teil, welcher durch Wärmeleitung
von dem indirekt geheizten Kathodenteil -her aufgeheizt wird, dient dann als Kathode
der Anzeigesysteme. Die Kathode kann, wie in der Fig. i dargestellt, eine kreisrund--
Form besitzen-, sie kann aber auch flach sein, wodurch man die Möglichkeit gewinnt,
die beiden zu den Anzeigesystemen zu beiden Seiten der Kathode anzuordnen.
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Eine weitere vorteilhafte Ausführungsform einer Röhre nach der Erfindung
zeigt Fig. 3. In dieser Fig. 3 sind mit io die Kathode, mit i i der
Fluoreszenzschirrn, mit 12 und 13 die Anoden der Anzeige-Systeme bezeichnet. Der
Fluoreszenzschirm ii besitzt die Form eines winkelig gebogenen Bleches. Durch den
Schirm 14 kommt eine Unterteilung in zwei Räumt zustande, deren jeder für
je ein An# zeigesystem dient. Die Anoden 12 und 13 der Anzeigesysteme
sind so angeordnet, daß die Elektronenstrahlbündel 15 und 16 zu beiden Seiten des
Schirmes 14 übergehen. Die Kathode ist auf der von dem Anzeiggesystem abgewandt-en
Seite, mit einer Schutzkappe 17 versehen. Bei dieser Art der Anordnung entsteht
in jedem Anzeigesystem nur .ein einziges Elektranenstrahlbündel, also nur ein ,einziger
Lichtstreif#n, dessen Länge durch die Steuerspannung verändert wird. Der Vorteil
ein-es derartigen Elektrodenaufbaues besteht darin, daß man die zu den einzelnen.
Anzeigesystemen gehörigen Verstärkersysteme oberhalb. und unterhalb des Raumes anordnen
kann, welcher die Anzeigesysterne enthält. Die Blickrichtung für den Be-Schauer
ist durch den Pfeil 18 angedeutet. Bei einem derartige System ergibt sich eine besonders
klare und übersichtliche Anzeige.
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Fig. 4 läßt die erwähnte Ausbildung der Röhr-e mit zwei ober- und
unterhalb der Anzeigeelektrodt angeordneten Verstärkersystemen erkennen. Die Teile
des Anzeigesystems sind so ausgebildet, wie in, Fig. 3 veranschaulicht ist.
Die Anzeigeelektrode i i hat also die Form eines winkelig gebogenen Bleches. Der
Schirm 14 dient zur Trennung der beiden Anzeigeräume. Die Kathode io ist als Metallstab
ausgebildet, welcher nach oben und unten eine Fortsetzung besitzt. Diese Forts--,tzun",-dient
dazu, die indirekt geheizten Kathoden 27 und 28 der Verstärkersysteme
29 und 3o zu tragen. Die Kathode io der Anzeigesystenie wird von den indirekt geheizten
K&th#oden:27 und 28 her durch Wärmeleitung auf geheizt.
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Eine weitere Art, das- Elektrodensystem auszubilden, zeigt Fig.
5. Zu beiden, Seiten der Kathod#2 befinden sich die Schirine2o und :21. Züi
jed,ein Anzeigesystem gehören nvei stab.förmige Anoden .22 und 24 bzw.
23 und 25. Der Fluoreszenzschirni 26
wird in
gleicher oder ähnlicher Weise ausgebildet, wie in Fig. i bzw. 2 dargestellt. Es
entsteht jedoch für jedes Anzeigesystem nur ein einziger Lichtsektor.
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Um einen größeren Anwendungsbereich der Röhre zu erzielen, kann man
in allen dargestellten Beispielen für jedes der Anzeigesysterne noch eine vom Verstärkersystem
unabhängige Sten-er-elektrod,;-# vorsehen. Gegebenenfalls kann auch die Abschirmelektrode
mit zur Steuerung herangezogen werden. Zur Vereinfachung der Konstruktion kann man
ferner dieAnordnung so treffen, daß die Verstärke#-systeme und die Anzeigesysteme
gewisse Elektroden gemeinsam haben. Dies ist am leichtesten, für die Kathoden dunhzuführen
und ist bei den dargestellten Beispielen in gewissem Sinne für die Anoden verwirklicht.
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Die Schirme, welche die Räume der Anzeigesysteme voneinander trennen,
können verschiedene Potentiale erhalten. In den meisten Fällen wird es sich empfehlen,
sie mit der Kathode leitend zu verbinden oder ihnen ein gegen das Kathodenpotential
schwach negatives Potential zu erteilen.
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Die Kopplung zwischen, einzelnen Elektroden der Verstärker- und Anzeigesysteme
geschieht in manchen Fällen nicht unmittelbar, sondern unter Zwischenschaltung gewisser
Schaltelemente, wieWiderstände oder Kapazitäten. Diese Schaltelemen.te werden, um
besondere Durchführungen zu ersparen, vorteilhafter innerhalb des Vakuumgefäßes
angeordnet.
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Eine Röhre nach der Erfindung bietet die verschiedensten Verwendungsmöglichkeiten.
Als Beispiel sei -erwähnt, daß man das eine der beiden Anzeigesysterne zur Anzeige
der Amplitude der Meßspannung eines Meßgerät-es, das zweite zur Anzeige der Phase
dieser Meßspannung verwenden kann.
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Die Erfindung läßt sich sinngemäß natürlich, auch für Röhren mit mehr
als zwei Anzeigen. anwenden.