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Verfahren zur gleichzeitigen Übertragung mehrerer drucktelegraphischer
Nachrichten Der Erfindung liegt,die Aufgabe zugrunde, gleichzeitig mehrere drucktelegraphische
Nachrichten über dieselbe Kabel- oder Funkstrecke nach dem Baudot-Prinzip zu übertragen.
Es wird dabei von den bekannten Verfahren ausgegangen, die mit synchronisierten
Elektronenschaltern arbeiten.
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Gemäß der Erfindung wird das Übertragungsverfahren derart ausgebildet,
daß der Elektronensehalter jedeneinzelnenDruckimpulswährenddessen Tastdauer in mehrere
durch gleiche Zeitlücken getrennte Einzelimpulse unterteilt, die untermischt mit
den in gleicher Weise und Folge gebildeten Einzelimpulsen der übrigen Nachrichtenkanäle.
übertragen und am Empfänger durch synchrone Verteilung und Summier:ung der Energien
der Einzelimpulse so zur Wirkung gebracht werden, daß der Ferndrucker in gleicher
Weise wie auf den ursprünglichen, nicht unterteilten Druckimpuls anspricht. Der
Vorteil des vorgeschlagenen Verfahrens gegenüber den bekannten, mit Elektronenschaltern
arbeitenden. Übertragungsverfahren besteht darin., daß dieses Verfahren sowohl gegen
positive als auch gegen negative Störungen wesentlich unempfindlicher ist. Von den
Einzelimpulsen können zwar einige durch Schwunderscheinung ausfallen, sie können
aber nicht in ihrer Gesamtheit durch Störungen vorgetäuscht werden, wenn, kein Zeichen
gesandt wurde, weil die Störungen uriperiodisch verteilt sind. Diese Einzelimpulse
werden also beim Empfänger gespeichert, und erst nachdem durch die Speicherung ein
genügendes Energieniveau akkumuliert ist, wird das Baudot-Zeichen als reell angesehen
und als niederfrequentes Drucksignal mit richtiger Kanalzuordnung reproduziert.
Neben. seiner Verwendung bei Pupinleitungen ist das vorgeschlagene Verfahren insbesondere
in der Kurzwellentelegraphie mit Erfolg anwendbar. Auch bei der Kabelübertragung
tritt ein erheblicher Vorteil
ein, weil man mit dem Verfahren gemäß
der Erfindung eine sehr gute Ausnutzung der schwer pupinisierten Sprechkabeladern
erreichen kann.
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Das vorgeschlagene Verfahren soll im fälgenden an Hand der Zeichnungen
näher erläutert werden. Abb. i zeigt, wie N = 6 Ferndruckergeber i ... 6
mit N= 6 Ferndruckerempfängern i' . .. 6' über die gleichlaufendere elektronischen
Strahlkommutatoren K, und K, miteinander verbunden zu denken sind. Tls ist der Sende-,
Tee der Empfangsverstärker; zwischen beiden liegt die Kabel-oder Funkstrecke. Die
beiden Elektronenstrahlen. S bewegen sich unter der Wirkung von synchronisierten
Drehfeldern ständig konphas. Wie dies am besten durch die Buchstabenzeichen selber
(alternativ durch Hilfsimpulse) gesichert wird, braucht hier nicht behandelt zu
werden; ebensoweni:g die Bauweise und die Funktion der Elektronenstrahlschalter,
die, da bekannt, nur schematisch dargestellt sind. Die Strahlen S müssen nicht in
Kreisbahnen umlaufen, obwohl dies für hohe Werte von N vorteilhaft erscheint; sie
können auch eine wie im Fernsehen synchronisierte Zeilenbewegung machen, die über
eine lineare Reihe von Kanalsegmenten hinwegführt. Der Sfirahlrücklauf wird dann
zur Intritthaltung von K, mit K, ausgenutzt.
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Je nachdem, ob einer der Geber i ... 6 auf sein Kommutatorsegment
eine passend bemessene Spannung drückt oder nicht, gehen in K, beim Passieren des
Strahles S Sekundärelektronen von dem getroffenen Kontakt zur gemeinsamen Anode
A über, an der h, liegt. An der Wehneltelektrode herrscht konstante Einstellspannung;
der Strahl S hat also gleichbleibende Stromstärke. In K, dagegen tastet das ankommende
Telegraphierzeichen dieWehneltelektrode auf und schaltet damit S ein; bei nicht
besetztem Zeichen bleibt der Kathodenstrahl gesperrt. Im ersten Falle erhält das
angeschaltete Empfangsgerät Signalstrom für seine Relaiseinstellung; im zweiten
Falle Trennstrom.
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Bei 50 wpm = 5/E wps ist, unter Einschluß der Pausen zwischen
den Einzelimpulsen und nach jedem Druckbuchstaben, ferner der Intervalle für Phasenregelung,
mit etwa 40 ms Zeichendauer für ein Zeichenelement zu rechnen. Während dieser Zeit
,d t soll das betreffende Kanalsegment p-mal vom Kathodenstrahl abgetastet
werden (p > i). Die erforderliche Umlauffrequenz desselben wird also fu = 25 p.
Dabei muß seine Geschwindigkeit so groß sein, .daß N 'Segmente in der Zeit 1/2s
- p überstrichen werden können; der Elektronenstrahl S bleibt, daher
Sek. lang an ein Segment angeschaltet. Daraus ergibt sich, wenn man zunächst
keine eckigen Zeichen als nötig annimmt, die Grundfrequenz der Übertragung zu fg
=:25 pN/2 (Hertz).
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Sie wäre, wenn -N = 8 und p = io gesetzt wird, iooo
Hz. Selbst also, wenn der Zeichenform halber die 3. Harmonische noch ziemlich ungedämpft
durchkommen müßte, würde über eine normale Sprechader des Pupinkabels der Simultanbetrieb
von acht Ferndruckverbindungen .gut möglich sein. Für diesen Fall ist übrigens p
= io reichlich hoch. gegriffen, da man wohl noch mit p = 5 die Gewähr gleichmäßigen
Arbeitens der Geräte, unabhängig von der Tastphase der Zeichen, hätte. Dies gäbe
die doppelte Zahl der Kanäle. Im Verhältnis zu dem Röhren- und Filteraufwand, den
die Lösung der Aufgabe nach dem Trägerfrequenzverfahren beanspruchen würde, erscheint
nach alledem das beschriebene Prinzip des elektronischen Schnell-Baudot recht einleuchtend.
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Um im Einsatz auf drahtlosen Kurzwellenstrecken die Möglichkeit der
Speicherung der p Einzelimpulse je Tastzeichen auszunutzen, verfährt man beispielsweise
nach Abb. 2. Der Strahl S des Empfangskommutatars ladet durch Sekundärelektronenauslösung
das RC-Glied im Gitterkreis der Röhre I auf. Außerdem wirkt auf dieses eine passende
Tonfrequenz, die der Übertrager U zuführt. Die Röhre muß eine geeignete Regelkennlinie
haben, so daß die Verstärkung der Tonfrequenz bei geringen Aufladespannungen des
Kondensators C kleiner ist als bei höheren. In der Röhre II wird die Tonfrequenz
nochmals verstärkt und gleichgerichtet; ihr Anodenstrom erregt in der Spulenwindung
D direkt das Vorrelais des Druckers.
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Man kann die Veratärkerschaltung natürlich auch als reine Widerstandskopplung
ausführen. Für diesen Fall ist mittels Abb. 3 das Ergebnis besonders gut zu übersehen.
Hier ist p = 7 angenommen und bei Besetzung zweier Intervalle d t, zuerst
mit Zeichenstrom, anschließend mit Nullstrom, der Anstieg der Spannung U, am Speicherkondensator
C in Abb. 2 dargestellt. Zu beachten ist, daß die Aufladung von C mit kleiner Zeitkonstante
(über die Sekundärelektronenstrecke des Schalters K,), die Entladung mit großer
Zeitkonstante (über den Parallelwiderstand R) erfolgt. Der Aufbau von U, über die
Dauer dt werde in der Zeichenstrornphase einmal, nämlich bei der fünften Abtastung,
durch eiri Fading unterbrochen; in der Trennstromphase werde das Abklingen von U,
einmal, hier bei der vierten Abtastung, verlangsamt. Mittelt man den Kurveninhalt
über d t, was sich auch im praktischen Effekt als Folge des Vorhandenseins
der Spule D ergibt, so ist aus dem Höhenverhältnis der entsprechenden schraffierten
Flächen ersichtlich, daß Zeichen- und Trennstrom trotz der angenommenen Störungen
gut unterscheidbar sind, wenn ein passender Schwellenwert Uk für die Empfindlichkeit
des Empfangsrelais eingestellt wird. Ist die Speicherzeitkonstante richtig bemessen
und nötigenfalls eine Verstärkervorstufe eingeschaltet, die den Unterschied der
Ladungs- und Entladungszeitkonstante noch vergrößert, so lassen sichZeichen-und
Trennstrom mit Sicherheit selbst dann trennen, wenn innerhalb d t mehrere
Störungen einer Art auftreten. Zudem geben sowohl die Wahl von p wie die von Uk
genügenden Spielraum für die Erzielung einer sauberen Zeichenselektion.
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Auf diese Weise, gestattet die Schnell-Baudot-Schaltung ohne nennenswerten
Mehraufwand das Eingliedern des bewährten Prinzips der Wiederhalung
und
Speicherung von Telegraphierzeichen. Sie erscheint eben .dadurch für die Anwendung
im Kurzwellenverkehr von Ferndruckern, die nach dem Fünferalphabet arbeiten, besonders
interessant.