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Verfahren zur Herstellung von Mehrmetallkeratinsäuren bzw. deren Alkali-
oder Erdalkalisalzen Zusatz zum Patent 848 955
In dem Patent 848 955 ist ein Verfahren
beschrieben, das die Herstellung chemotherapeutisch wirksamer Mehrmetallverbindungen
von Sulfhydryl- bzw. Disulfidgruppen enthaltenden Keratinabbauprodukten betrifft,
wobei die Schwermetalle der Gruppe 1 des Periodischen Systems (Kupfer, Silber und
Gold) in Kombination untereinander oder in Kombination mit Zinn verwendet werden.
Die genannten Metalle werden hierbei komplex gebunden.
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Es wurde nun gefunden, daß durch die Kombination der nach dem Hauptpatent
verwendeten Schwermetalle (Kupfer, Silber, Gold und Zinn), und zwar eines oder mehrerer
dieser Metalle, mit den Metallen der Eisengruppe (Eisen, Mangan, Kobalt und Nickd)
Mehrmetallkeratinsäuren bzw. deren Alkali- und Erdalkalisalze erhalten wefden, die
gegenüber den bekannten Einmetallkeratinverbindungen und den im Hauptpatent beschriebenen
Mehrmetallkeratinverbindungen therapeutische Vorzüge aufweisen. Dieses Ergebnis
war überraschend, weil die einfachen Mehrmetallkeratinate der Eisengruppe keinerlei
Heilwirkung im Tierversuch zeigen. Als Prüfungs-
infektionen wurden
die I(aninchensyphilis sowie die Rekurrens-, Strepto- und Pneumokokkeninfektion
der Maus verwendet.
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Bei Kombination mit Zinn und den Schwermetallen der ersten Gruppe
steigern die Metalle der Eisengruppe die Heilwirkung von Gold- und Silberkeratinaten
auf die Kaninchensyphilis und verleihen dem allein nicht wirksamen Zinn und Kupfer
antisyphilitischeWirkung.
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Die Heilwirkung von Goldkeratinaten auf die Kokkeninfektionen der
Maus erfährt allerdings durch diese Kombination keine Steigerung.
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Von besonderer Bedeutung sind Dreimetallkeratinate, in denen die
Metalle der Eisengruppe eine doppelte Rolle spielen können. Neben einer Steigerung
der Verträglichkeit für das Tier wird eine Erhöhung der Heilwirkung erzielt, die
sich außer auf Kaninchensyphilis auch auf die Kokkeninfektionen erstrecken kann.
So ist ein Gold-Silber-Kobalt-Keratinat, das etwa 8 01o Gold, etwa 3 01o Silber
und etwa 3 0/, Kobalt enthält, derart ungewöhnlich entgiftet, daß 3 x IOo mm intravenös
und subkutan von der Maus glatt vertragen werden. Bei der Rekurrensinfektion erreicht
es den ungewöhnlich hohen Index von 1: 500, der sonst nur von Goldpräparaten mit
20 bis 30 0/, Gold bekannt ist. Bei Kokkeninfektionen erreicht es den bei Goldkeratinaten
allein nicht bekannten- hohen Index von 1 : so bis 1 : 200.
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Beispiel 1 300 g Haare werden mit 1200 ccm 2obiger Salzsäure durch
Erhitzen in einem Wasserbad von 95" während I Stunde hydrolysiert. Hierauf werden
30 g Zinnfolie hinzugegeben und weiter 1/2 Stunde in dem Bad von 95" unter Rühren
erhitzt. Nach dem Abkühlen auf 20° wird das saure Hydrolysat mit so viel 25%igem
Ammoniak abgestumpft, daß das pur 3,6 ist. Durch Einleiten von Schwefelwasserstoff
wird das Zinn als Zinnsulfid abgeschieden, dieses mit den anderen festen Anteilen
abgesaugt, der im Filtrat noch gelöste Schwefelwasserstoff durch Einleiten von Stickstoff
restlos verdrängt und die so erhaltene, noch schwach saure Lösung der Sulfhydrylkeratinsäure
mit den Metallsalzen wie folgt umgesetzt: Zu der Lösung der Sulfhydrylkeratinsäure
tropft man I28 ccm einer Io°/Oigen wäßrigen Goldchloridchlorwasserstoffsäurelösung
unter Rühren hinzu und hierauf 200 ccm einer I2°/Oigen wäßrigen Kobaltchloridlösung
(CoCl2 .6 6 H2 O). Anschließend wird das pa der Reaktionsflüssigkeit mit verdünnter
Natronlauge auf 80 gebracht und alsdann filtriert.
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Das Filtrat wird in das achtfache Volumen Alkohol eingerührt und nach
einigen Stunden die Flüssigkeit von der harzigen Ausfällung abgegossen. Letztere
wird in 400 ccm Wasser gelöst, die Lösung mit wenig verdünnter Natronlauge auf ein
pg = 8,4 gebracht und filtriert Durch Einrühren des Filtrats in das zehnfache Volumen
Alkohol erhält man eine Ausfällung, die nach Abgießen des Alkohols und Verreiben
mit frischem Alkohol körnig wird. Das feste Produkt wird abgesaugt, mit Alkohol
und Äther gewaschen und hierauf im Vakuum getrocknet. Das so in einer Ausbeute von
102 g erhaltene Natriumsalz der Gold-Kobalt-Keratinsäure besitzt einen Gehalt von
6,5 °1O Gold und 5 01o Kobalt.
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Beispiel 2 Es wird wie im Beispiel 1 verfahren und die aus 300 g
Haaren erhaltene Lösung der Sulfhydrylkeratinsäure der Reihe nach mit I80 ccm einer
5 0/0eigen Silbernitratlösung und mit 200 ccm einer I2°/Oigen Kobaltchloridlösung
umgesetzt und die hierbei erhaltene Umsetzungsflüssigkeit in der im Beispiel 1 angegebenen
Weise weiterbehandelt. Das hierbei in eine Ausbeute von 88 g erhaltene Natriumsalz
der Silber-Kobalt-Keratinsäure hat einen Gehalt von 6 01o Silber und 5,I O/, Kobalt.
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Beispiel 3 Die Umsetzung erfolgt hier gemäß Beispiel 1 mit r8o ccm
einer 5 0/0eigen Silbernitrat- und 200 ccm einer I2°/Oigen Nickelchlorid-(NiCl2.
6 H2O-)Lösung.
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Das nach gleicher Aufarbeitung der Umsetzungsflüssigkeit in einer
Ausbeute von 8o g erhaltene Natriumsalz der Silber-Nickel-Keratinsäure hat einen
Gehalt von 6,4 01o Silber und 5 0/0 Nickel.
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Beispiel 4 Die nach Beispiel 1 erhaltene Lösung der Sulfhydrylkeratinsäure
wird mit 8,4 g Kupferchlorür 1 Stunde lang verrührt und dann 136 ccm einer 6 0/0eigen
Manganchloridlösung (Mn Cl2 .4 H2 O) zugetropft. Das nach gleicher Aufarbeitung
der Umsetzungsflüssigkeit in einer Ausbeute von 61 g erhaltene Natriumsalz der Kupfer-Mangan-Keratinsäure
hat einen Gehalt von 6,4 01o Kupfer und 3,5 0/o Mangan.
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Beispiel 5 Die nach Beispiel 1 erhaltene Lösung der Sulfhydrylkeratinsäure
wird der Reihe nach mit I36 ccm einer ro 0/0igen Goldchloridchlorwasserstoffsäurelösung,
dann mit 88 ccm einer 5 0/0eigen Silbernitratlösung und schließlich mit I60 ccm
einer 6%igen Kobaltchloridlösung umgesetzt. Das nach gleicher Aufarbeitung der Umsetzungsflüssigkeit
in einer Ausbeute von 79 g erhaltene Natriumsalz der Gold- Silb er-Kobalt-Keratinsäure
hat einen Gehalt von 8,75 0j0 Gold, 2,9 01, Silber und 3 0/, Kobalt.
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Das Verfahren ist nicht auf die in den Beispielen beschriebenenAusführungsformen
beschränkt, sondern es können als Ausgangsstoffe auch solche Keratin abbauprodukte
dienen, die durch Hydrolyse von Keratinen ohne gleichzeitige oder anschließende
Reduktion erhalten werden, wie es in dem Patent 848 955 beschrieben ist. Ebenso
können auch statt der Natriumkeratinate auch andere Alkali und Erdalkalisalze, insbesondere
Calciumsalze, hergestellt werden.